Zum Inhalt springen

Passwort vergessen?

Jetzt registrieren

herr-der-ringe-film.de

Du befindest dich im Archiv unseres Forums. Hier sind alle Beiträge der Jahre 2000 bis Mitte 2008 gespeichert.

Auf Beiträge im Archiv kannst du nicht mehr antworten und Du bist hier auch nicht eingeloggt.

An aktuellen Diskussionen kannst Du in unserem Forum teilnehmen.


Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Spiele-Forum » Grand Theft Auto IV

SackheimBeutlin

Special Extended Edition

Grand Theft Auto IV

Ich freue mich so gut wie garnicht auf das Spiel, deswegen erstelle ich diesen Thread um die anderen Threads davon zu säubern.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Dhuma

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: SackheimBeutlin]

Danke, mein Sohn!

So, hat sich mal jemand auf gametrailers.com die zahlreichen Videos angesehen? Also da sind ein paar richtige Perlen drunter. Vor allem dieses Drunken-Video war zu köstlich.

Darin kann man nicht nur sehen, wie es sich alkoholisiert fährt, sondern auch, wie Niko urkomisch eine Treppe rauffällt. Die Animationen sind dabei nicht gescriptet, sondern werden in Echzeit von der Euphoria Engine gesponsort. Ein Spaß, sozusagen!
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

NeonGolden

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: Dhuma]
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

sandybanks

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: NeonGolden]

Ach man! Immer wenn ich einen Quicktime Film anschaue, stürzt mein Firefox ab.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

SackheimBeutlin

Special Extended Edition

Re: Grand Theft Auto IV [Re: sandybanks]
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Dhuma

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: SackheimBeutlin]

Geschichten aus Liberty City, Teil 1:

Ich wurde gerade von den Bullen gefasst, die mir alle meine Waffen abnahmen. Da ich nicht als Weichei gelten und den Spielstand neu laden wollte, ging ich lieber angepisst die Straße runter. Ein Dickwanst mit einem Kaffee in der einen und einem Donut in der anderen Hand kam mir in die Quere, den ich natürlich gleich umschubste. Donut nebst Kaffee flogen in hohem Bogen über meinen amüsierten Kopf hinweg.

Womit ich nicht gerechnet hatte war, dass diese Sache den Dickwanst wohl ziemlich mitgenommen hatte. Er beschloss, mir hinterher zu rennen und mir ins Kreuz zu schlagen. Ich drehte mich um, um ihm das entsprechende Echo entgegen zu bringen, als plötzlich die Bullen vorbeifuhren und sofort das Blaulicht einschalteten. Ich also die Beine in die Hand genommen und Weltrekord geflitzt, einen Taxifahrer aus seinem Taxi gezogen und Gas gegeben. Im selben Moment sprang allerdings der gekränkte Dickwanst herbei und schnappte sich den Türgriff, um mich aus dem Auto zu holen und für das zerstörte Frühstück zu strafen. Kurze Zeit später fuhr ich aber schon zig Kilometer schnell, aber ich hatte den Dickwanst wohl so dermaßen gekränkt, dass er sich selbst bei dieser Geschwindigkeit gute 5 Sekunden an der Fahrertür festhielt, um für seinen Donut eine grausame Vendetta zu vollstrecken.

Der Dickwanst rollte sich nach einigen Metern ab und ich ging wieder meines Weges, aber das ist bestimmt nicht die letzte Geschichte aus Liberty City, die ich berichten kann.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Dhuma

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: Dhuma]

Geschichten aus Liberty City, Teil 2:

Es kann ja mal passieren, dass ein Auto und ein Motorrad in einen gemeinsamen Unfall verwickelt werden. Manchmal passiert das völlig ohne Absicht. Manchmal steckt aber auch eiskalte Berechnung dahinter, wenn der Motorradfahrer mit 50km/h dahintuckert und ein wahnsinniger Serbe mit knapp 200km/h hinten drauf kracht.

Der Motorradfahrer begegnet dieser Tat mit einem Flug von mehreren dutzend Metern, der schmerzhaft auf einem LKW endet - ob die Plane den Sturz gebremst hat, wird an dieser Stelle nicht erzählt. Jedenfalls stand der Kerl nicht mehr auf und rührte sich nicht. Tüchtig, wie die Liberty City Krankenwagenfahrer nunmal sind, war auch sofort ein Einsatzwagen vor Ort, der aber bei der ganzen Sache vergaß, dass ein LKW in erster Linie dafür da ist, bewegt zu werden.

Also fuhr der LKW, ohne etwas zu ahnen, bei grün weiter und eine völlig absurde Verfolgungsjagd begann, die ich leider, meines fahrbaren Untersatzes beraubt, nicht länger betrachten konnte. Also ging ich wieder meines Weges, aber das ist bestimmt nicht die letzte Geschichte aus Liberty City, die ich berichten kann.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Dhuma

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: Dhuma]

Geschichten aus Liberty City, Teil 3:

Roman ist ein wirklich guter Kerl. Bisschen dick und riecht ein wenig, aber er ist ein netter Cousin. So nett, dass ich ganz gerne mal Zeit mit ihm verbringe, z.B. mit Darts, Bowling oder ähnlichem.

Sein jüngster Vorschlag lautete "Saufen!", wozu ich nicht nein sagte. Eine nette Kneipe in Broker besucht, einen auf Vlad getrunken und schließlich nach vielen vielen Gläsern wieder nach draußen. Nachdem wir dort erstmal einige Minuten hin und her gefallen waren, fiel mir mit Schrecken ein, dass wir mit dem Motorrad gekommen waren. So stockbesoffen fahren? Natürlich, ich krieg das hin!

Gesagt, getan, Helm auf den Kopf (Safety first) und die Straße selbst für nüchternen Zustand viel zu schnell entlanggebrettert. Die Geschwindigkeit und vor allem der an den Schlangenlinien erkennbare Alkoholpegel riefen dann auch schnell die Polizei auf den Plan, die die Verfolgung aufnahmen. Die vielen verwaschenen Lichter und die Schlieren ließen meinen Weg mit guten 100 Sachen an einer Betonwand enden und der gute, dicke Roman flog über mich hinweg, wonach er bewusstlos in der Ecke landete. Mir ging es noch ganz gut, nur die Polizei war schon aus den Wagen (!) gesprungen und kam mit gezogenen Waffen auf uns zu. A propos Waffen: Ich hatte die Taschen voll davon, bestimmt 4000$ an Blei und Schrot waren da drin. Die wollte ich mir nicht nehmen lassen und nahm abermals die Beine in die Hand. Ein Verbrecher darf immerhin auch die Verwandtschaft den Bullen überlassen.

Schnell kletterte ich über die Mauer und verschwand im nächtlichen Park, um mich raschelnd in einem Gebüsch zu verstecken. Dort wartete ich dann, bis das Gröbste vorüber war. Als ich den Park im Morgengrauen wieder verließ, klingelte das Telefon. Es war Roman, der doch bitte von seinem netten Cousin am Krankenhaus abgeholt werden möchte.

Also machte ich mich auf den Weg, aber das ist bestimmt nicht die letzte Geschichte aus Liberty City, die ich berichten kann.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Lindelendil

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: Dhuma]

Hey Dhuma, handelt es sich bei den Geschichtchen einfach um Gameplay ausserhalb oder innerhalb der Missionen?
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Dhuma

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: Lindelendil]

Ich habe, da ich die Story mit einem Kumpel weiterspielen möchte, an dieser bestimmt seit 7 oder 8 Spielstunden nicht weitergemacht und mich besser amüsiert als bei manchem Spiel, in dem man nur die Haupthandlung verfolgt. Allein mit den Polizeimissionen habe ich mich stundenlang befasst, weil die Schusswechsel und Verfolgungen, ob im Auto oder zu Fuß, so unheimlich dynamisch sind.

Die Geschichten 1 und 2 stellen einfach nur dar, wie ich mit der Spielwelt und ihren Bewohnern interagiere und die dritte Geschichte handelt von einem Treffen, das ich mit Roman am (grandios innovativen) Handy ausgemacht habe. Solche Treffen sind völlig optional und sind, sofern ein Charakter innerhalb der Story nicht gestorben und dadurch nicht mehr erreichbar ist, völlig unabhängig von der Handlung.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Dhuma

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: Dhuma]

Geschichten aus Liberty City, Teil 4:

Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Gedanken furchtbar leicht zu lesen sind. Wieder einmal verdiente ich mir Geld damit, Verbrecher zu jagen. Ich, der reinste unter den Engeln. Dabei kam ich schon an tolle Waffen, die von der Haupthandlung noch nicht freigeschaltet wurden. Von diesen Waffen geht, wenn sie in die falschen Hände geraten, natürlich auch eine gewisse Gefahr aus.

Der Polizeicomputer spuckte mir die Jackhammer Street in Bohan aus, wo ein Verbrecher zu Fuß unterwegs sein soll, ein Menschenhändler. Als ich mein Ziel nahezu erreicht hatte, verließ ich mein Auto und schlich mich im Schutz einer Hauswand näher heran. Festnehmen ist scheinbar keine Option, also lugte ich um die Ecke, um schonmal eine möglichst effektive Stelle für meine Knarre ausfindig zu machen. Dass das eine blöde Idee war, wurde mir nach ca. 15 sehr turbulenten Sekunden bewusst.

Ich guckte also vorsichtig um die Ecke, wobei mich der Verbrecher erwischte. Zu meinem Schreck holte er eine (bisher im Waffenladen noch nicht verfügbare) Handgranate raus und warf sie nach mir. Ich hatte noch keine Ahnung, wie ich mit so einem Ding umzugehen hatte und dachte mir, dass bestimmt noch genug Zeit bliebe, den Gangster umzunieten. Diese Idee wurde auch sogleich umgesetzt, der Gangster flog mit dem Gesicht auf den Gehsteig und wurde kälter, mir hingegen wurde heiß, als die Granate kurz nach dem kläglich Versuch davonzuflitzen doch noch hochging.

Der Druck der Granate ließ mich - bereits bewusstlos - durch die Lüfte segeln, einen grazilen Salto schlagen (an dieser Stelle setzte die Zeitlupe ein) und kurz darauf landete ich, nahezu perfekt, auf dem Beifahrersitz eines Cabrios. Der Fahrer sah mich kreischend an, sprang aus der Fahrertür hinaus, nur um von einem Taxi überfahren zu werden, auf dem dick und fett meine Gedanken standen: WTF.

Nachdem ich im Krankenhaus meine Zwerchfellerschütterung auskuriert hatte, ging ich wieder meines Weges, aber das ist bestimmt nicht die letzte Geschichte aus Liberty City, die ich berichten kann.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Dhuma

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: Dhuma]

Geschichten aus Liberty City, Teil 5:

Liebe auf den ersten Blick gibt es meiner Meinung nach nicht. Vielleicht verschießt man sich auf den ersten Blick oder wird scharf auf den ersten Blick, aber verlieben? Nein. Bei Videospielen ist das kein Unterschied und GTA 4 ist keine Ausnahme.

Gestern hatte ich kein Auto zur Hand, also rief ich mir ein Taxi. Die Sonne war bereits untergegangen und ein Gewitter zog herauf. Das Taxi fuhr an die Seite und ich stieg ein mit dem Wunsch, von Bohan rüber nach Algonquin gefahren zu werden. Ich sparte mir die paar Groschen, um den Fahrer zum schnelleren Fahren anzuspornen und lehnte mich auf dem Rücksitz zurück, als das Taxi langsam die Brücke hochfuhr.

Mittlerweile regnete es in Strömen und ich sah aus dem Fenster nach Westen, wo sich vor dem dunklen Himmel die funkelnde Skyline erhob und die Lichter der Autos in der Ferne langsam die Straße entlang zogen. Ab und an wurde die Szenerie von Blitzen erhellt und ferner Donner war zu hören, der Regen prasselte bedächtig aufs Autodach und leise drangen beruhigende Jazz-Klänge aus dem Radio. In dem Moment habe ich mich in GTA 4 verliebt.

Eine etwas andere Geschichte, aber das ist bestimmt nicht die letzte, die ich berichten kann.
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht

Dhuma

Gefährte

Re: Grand Theft Auto IV [Re: Dhuma]

That Special Someone

4 Jahre sind seit San Andreas vergangen, welchem Höchstwertungen und Fanmodifikationen hinterhergeworfen wurden, doch auch Kritiken wurden laut, dass das Spiel sich, wie schon Vice City zuvor, immer weiter vom Grundprinzip der Spieleserie entfernte, ohne eine sinnvolle Evolution zu bieten. Während das eine Lager die Möglichkeit zur Charakteranpassung und die vielen rechtschaffenen Nebentätigkeiten begrüßte, tat das andere Lager diese Neuerungen als sinnlos ab. Die Jungs und Mädels von Rockstar nahmen sich diese Kritik zu Herzen und entwickelten GTA 4, welches, wenn man GTA 1 als Maßstab nimmt, nun das kriminelle Freeform-Prinzip zur Perfektion bringt.

Der Serbe Niko Bellic wurde von seinem Cousin Roman mit großen Versprechungen von Reichtümern, Frauen und schnellen Autos über den großen Teich gelockt nur um festzustellen, dass der liebenswerte Dickwanst nur seine Tagträumereien zum Besten gab und tatsächlich hochverschuldet ist und von düsteren Verbrechern bedroht wird. Niko nimmt ihm das aber nicht krumm, denn er hat noch andere Gründe, Liberty City aufzusuchen. Welche das sind entblättert sich Stück für Stück im Laufe einer ausufernden Handlung und gipfelt in einem grandiosen, actionreichen Finale (zwei verschiedene sind möglich), welches ich hier natürlich nicht vorweg nehmen möchte. GTA entfernt sich zunächst schon mal von der eher witzigen, überzogenen Handlung der Vorgänger und bietet stellenweise echten Tiefgang, der einem zum Teil an Herz, Nieren und Magen geht. Natürlich ist der typische Humor der Serie erhalten geblieben, aber die verschiedenen Wendungen in der Geschichte und die Entscheidungen, die man zu treffen hat, sind oft alles andere als witzig. Diese haben zwar, bis auf die letzte große Wahl, die man zu treffen hat, im Gegensatz zu den Bioware-Rollenspielen wie Mass Effect oder Knights of the Old Republic keinen großen Einfluss auf den Handlungsverlauf, dafür muss man sich danach selbst mit seiner Entscheidung zurechtfinden – und das fällt stellenweise schwerer als man meinen möchte, was sicherlich für das Skript spricht. Die Handlung des brillanten „Mafia“ hat also endlich einen würdigen Nachfolger gefunden.

Niko stellt den meiner Meinung nach ausgereiftesten und glaubwürdigsten Charakter in der Geschichte der Spieleserie dar. Sowohl die Animationen als auch die Stimme von Michael Hollick sind unwahrscheinlich glaubhaft und vermitteln exakt die Gefühle, die man nach kurzer Spielzeit mit Niko teilt. Ist der Serbe zum Großteil ruhig, besonnen und sogar freundlich, ist er – besonders im späteren Handlungsverlauf – als verzweifelter, wütender, von Rache getriebener Verbrecher direkt furchteinflößend. Sein Sarkasmus lockert Dialoge angenehm auf und sorgt für einige Lacher, ebenso die Einzeiler, die er beim Diebstahl von Autos, Überfahren von Fußgängern oder Gesprächen mit seinen Freunden zum Besten gibt. Aber nicht nur Niko ist fantastisch dargestellt, auch seine Freunde und Feinde sind allesamt interessant, witzig und/oder bedrohlich. Nicht ein einziger Sprecher sticht negativ hervor, selten habe ich eine so perfekte (englische) Sprachausgabe gehört und die famosen Animationen von Mimik und Gestik unterstreichen diese glaubhaft. Dank der Euphoria Engine, die die Bewegungen von Menschen simuliert, bewegen sich von Hauptdarsteller Niko bis zum unbedeutendsten Passanten alle Figuren bemerkenswert realistisch, egal ob sie über Gehsteige flanieren, über Zäune klettern oder unglücklicherweise von Autos überfahren werden.

Auf die Gewalt will ich gesondert zu sprechen kommen, diese ist nämlich nicht ohne. Passend zum Ansatz des Spiels macht auch die Darstellung von Mord und Totschlag eine realistische Wendung; platzende Köpfe und Blutfontänen sind nicht zu sehen, aber nicht selten krümmt man sich vor dem Fernseher, wenn man – ob aus Versehen oder mit Absicht – einen Passanten überfährt, dieser zusammengekrümmt über das Autodach fliegt und ein roter Spritzer auf der Stoßstange zurückbleibt. Blutlachen bilden sich unter erschossenen Gegnern und diejenigen, die einen Schusswechsel durch Beinschüsse o.ä. überlebt haben, betteln um Gnade oder rufen um Hilfe. Da NPCs nun manchmal schon aufgrund eines Remplers zu Boden stürzen, ohne danach kampfunfähig zu sein und es einen großen Schnitt im Kampfsystem bedeuten würde, ist auch das Eintreten auf einen am Boden liegenden Gegner zurück, welches in den deutschen Versionen der Vorgänger herausgeschnitten wurde. Auch Prostituierte sind wieder mit von der Partie und wenn man deren Dienste in Anspruch nimmt, werden die Folgen relativ deutlich dargestellt. Gerade wenn Familienmitglieder und Freunde solche Dinge mit ansehen sollten, muss man sich das ein oder andere Kopfschütteln gefallen lassen – und das zu Recht. GTA 4 gehört keinesfalls in Kinderhände und bietet ausnahmslos Erwachsenenunterhaltung, wenn man sich denn mit dem sehr hohen Gewaltgrad zurechtfindet.

Die Grafik von GTA 4 besticht vor allem durch ihren Detailreichtum. Niemals wurde eine Stadt so dermaßen realistisch zum Leben erweckt wie Liberty City. Von den Passanten zu den finsteren Gassen über den Verkehr bis zur Werbung am Star Junction (dem Spieläquivalent zum Times Square) meint man zu jeder Zeit, dass die Stadt wirklich nicht nur für den Spieler erschaffen wurde, sondern dass sie schon ewig Bestand hat und man nur ein kleiner Teil davon ist. Die Fernsicht ist enorm und auch das Ein- und Ausblenden von Autos wurde merklich reduziert, nachts wird das sogar noch dadurch kompensiert, dass entfernt kleine, sich bewegende Lichter durch die Straßen und über den Himmel ziehen. Die Wettereffekte machen die Illusion dieser Großstadt schließlich perfekt und man kann sich stundenlang ohne irgendeine besondere Aufgabe in der Stadt aufhalten, ohne sich zu langweilen. Die Unschärfe in der Ferne hat genau das richtige Maß, die weichen, dynamischen Schatten und famosen Tageszeiten tauchen die Szenerie in das richtige Licht und die Details wie aufgewirbelter Staub durch einen Hubschrauber, Mündungsfeuer oder wogenden Bäume geben allem den letzten Schliff. State of the Art bietet GTA 4 auch beim Sound: Selbst kleinste Geräusche wie das Quietschen der Bremsblöcke oder brachiale Feuergefechte tönen glaubhaft in kristallklarem 5.1 Surround Sound aus den Lautsprechern. Mit dabei sind auch wieder die Radiosender, sowohl mit ihren witzigen Sprechern (darunter Iggy Pop und Karl Lagerfeld), zynischen Werbespots (in denen unter anderem CSI, America‘s Next Top Model oder diverse Pharmazeutika auf die Schippe genommen werden) als auch einem ausufernden Songfundus, der von Elton John und Queen über Bob Marley und Philip Glass bis hin zu Nas alles zu bieten hat, was sich verschiedenste Musikliebhaber nur wünschen können.

Gameplaytechnisch bleibt beinahe alles beim Alten. Die Fahrzeuge steuern sich nun ein wenig anspruchsvoller, was zur Folge hat, dass Liebhaber der arcadigen Steuerung der Vorgänger angestrengt die Augenbrauen wölben, während Fans von Spielen wie Forza Motorsport entzückt mit der Zunge schnalzen. Das Deckungssystem wurde beinahe 1:1 vom indizierten Vorgänger von Gears of War 2 übernommen. Steht man in einiger Entfernung zur Deckung, rollt oder rutscht Niko famos animiert aus dem Kugelhagel und kann entweder blind oder gezielt auf seine Gegner feuern. Das Zielsystem ist nicht mehr mit dem nervösen Fadenkreuz aus San Andreas zu vergleichen. Drückt man die Schultertaste nur halb ist es möglich frei zu zielen, drückt man sie ganz durch, wird der Gegner fokussiert und das Fadenkreuz lässt sich manuell auf Ober- oder Unterkörper richten. In der Hektik des Gefechtes kann es dann und wann vorkommen, dass man, beispielsweise an einer schmalen Säule, an der falschen Seite in Deckung geht und gnadenlos über den Haufen geschossen wird. Solche Dinge passieren selten, aber WENN sie einmal passieren, sind sie meist sehr ärgerlich, da häufig nur am Beginn jeder Mission ein Checkpoint steht. Wacht man aber doch einmal beim Krankenhaus wieder auf, bekommt man eine SMS auf sein kongeniales Handy, mit deren Öffnen man direkt zum Anfang der Mission zurückteleportiert wird. Man kann sich aber, und das stellt eine weitere fabelhafte Neuerung dar, auch ein Taxi rufen und sich zu seinem Zielort fahren lassen. Hier kann man sich entweder auf der Rückbank zurücklehnen oder die Fahrt einfach überspringen.

Ich kann hier leider nicht auf jedes Detail des Spiels eingehen, da ich hiermit ohnehin schon den Rahmen sprenge. Fakten sprechen da wohl am besten für sich: Das Ende der Story habe ich bei 73 Stunden Spielzeit erreicht (bei Gothic 3, einem ausgewachsenen Rollenspiel, war ich nach 64 Stunden fertig), wobei ich natürlich auch eine Menge Zeit in der Stadt verbracht habe und das Handy, welches oft die Story vorantreibt, auf stumm geschaltet habe. Nettospielzeit der Story beträgt gut und gerne 30-40 Stunden (lasst euch von der Prozentangabe in den Statistiken nicht täuschen), aber selbst jetzt streune ich noch gerne durch Liberty City und suche die verschiedensten Geheimnisse wie den Serienmörder in Alderny oder den Rattenmann in den Ubahn-Schächten, die verschiedenen Bekannten, die auf der Straße Nikos Hilfe anfordern oder browse durchs spielinterne Internet auf der Suche nach einem Date oder witzigen Websites, treffe mich mit Freunden zum bowlen oder trinken und genieße die riesige Freiheit, die einem das Spiel bietet.

Schließend bleibt mir nur noch zu sagen, dass sich jede Minute der Wartezeit und jeder Cent des Kaufpreises gelohnt hat. Sowohl in Story, Charakteren, Setting, Grafik oder Sound wurden meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern noch bei Weitem übertroffen. Einzig kleinere Fehler im Deckungssystem und vereinzelte Slowdowns vermögen einem ab und an den Spaß zu trüben, aber es ist schon beachtlich, wenn man von einem Spiel erst dann enttäuscht ist, wenn man einmal überrascht ist, irgendetwas NICHT tun zu können. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten wurde also nicht nur mit all seinen Diskrepanzen wunderbar umgesetzt, sondern es bietet eben genau das, was der Name aussagt: Unbegrenzte Möglichkeiten. Für mich eindeutig das beste Freeform-Spiel, das es jemals gab und, da ich ein Fan dieser Spiele und spannenden Geschichten bin, eines der besten Spiele aller Zeiten. Mein Special Someone.

Grafik: 9/10
Sound: 10/10
Bedienung: 9/10
Story: 10/10
Spielwelt: 10/10
Umfang: 10/10
Gesamt: 10/10
  • Extras: Nachricht drucken
  • Auf den Merkzettel
  • Moderator benachrichtigen
  • Sende diesem Benutzer eine private Nachricht
Zusatzinformationen
Thread drucken