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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » Land der Tempel ~ IX ~ Keiner ist zu klein, ein Held zu sein

Gamina

Gefährte

Land der Tempel ~ IX ~ Keiner ist zu klein, ein Held zu sein

Zuletzt begannen Feyaria und Sheena das Kloster vor einem möglichen Auftauchen der Wyrsa zu schützen, entdeckte Daltor Gruseliges, machte sich Jaime nach einem anstrengenden Tag zur Nachtruhe auf und plauderten Alrun und Varoujan von den Sitten und Bräuchen zweier vollkommen fremden Kulturen, ehe Alrun ihre sichere Bleibe in Brand steckte.


Was zuvor geschah:

Man fand sich zusammen, begann die Prophezeiung zu suchen , suchte weiter , suchte anstatt nach der Prophezeiung nun nach dem Weg nach Nordvoor , wurde unsichtbar , begegnete Vorboten des Verstoßenen , marschierte im Gleichschritt und gönnte sich Landurlaub.

Diskutiert wird zwischenzeitlich hier .
Und bei Anniki und der Tempelpedia kann dem zerstreutem Helden geholfen werden.

Aktueller Betreff:

2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend
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Gamina

Gefährte

2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Anerkennend nickte Alrun. "Das klingt nach einer aufwändigen Bestattung. Ich nehme an, die Feiern sind dann nicht weniger aufwändig. Kehrt Ihr häufig zu diesen Hügelketten zurück, um der Toten zu gedenken?", wollte sie wissen und erklärte: "Bei uns kehren die Angehörigen eines Toten häufig zu seinem Grab zurück, legen Blumen nieder, sprechen ein Gebet für ihn und derlei."


"Nein, nur einmal im Jahr", erwiderte Varoujan leise und musterte die Sertianerin kurz von der Seite, ehe sein Blick abermals die Wölfe suchte, deren Verhalten sich seitdem sie hier waren und über sie wachten nicht verändert hatte. "An diesem Tag gedenken wir der Toten. Unseren eigenen, aber auch allen anderen. Aber es ist nicht wirklich ein Tag der Trauer, sondern eher ein Tag, an welchem wir uns in Erinnerung rufen, was hinter uns liegt, welche Geschichten diese Menschen geschrieben haben und was ihr Wirken für uns bedeutet hat, noch immer bedeutet und vielleicht bedeuten wird. Es ist der Tag, der uns daran erinnert nicht zu vergessen." Der Zakida verzog leicht das Gesicht, sich unsicher, ob sie verstehen würde und ließ sich dann Momente lang ihre Worte durch den Kopf gehen, bevor er fortfuhr: "Wirklich trauern tun wir nur drei Tage lang um sie - vor der Beerdigung."
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Sie beobachteten sie immer noch. Jaime war gegangen, aber Alrun und Varoujan waren noch hier.
Gesprächsfetzen drangen an ihr Ohr und der geruch der beiden lag mehr als deutlich in der Luft. Feyaria atmete tief durch die nase ein und legte etwas verwirrt den kopf schief. Es roch so, als wäre Jaime noch hier.
Nun, vielleicht wartete er einfach hinter einem der Gebäude.
Die Schamanin schüttelte den Kopf und wandte sich dann der Priesterin zu.
"Sheena, Ihr könnt den Kreis verlassen, es wird Euch nichts passieren." Wie beiläufig ließ sie ihre Hand durch das Fell eines Wolfes zu ihrer Seite gleiten.
"Wir hatten Glück, dass wir nicht früher gestört wurden. Großes Glück. Sie hätten uns alle in Gefahr bringen können."
Feyaria schnaubte verächtlich und einer der Wölfe knurrte ungehalten.
"Ich denke, wir können jetzt zurück kehren," meinte die Schamanin und begann ihre Utensilien zusammen zu sammeln.
Vorsichtig nahm die die Ritualmaske von ihrem gesich und shclug sie wieder in das schützende Tuch ein.



Langsam erhob sich Sheena und verließ den Schutzkreis. Kurz hatte sie die Befürchtung die Wölfe würden unruhig reagieren, oder sie gar doch als Feind ansehen, doch dem war nicht so. Es war unglaublich.

Sie wartete bis Feyaria zu ihr aufgeschlossen hatte, bevor sie beide sich auf den Weg zurück zur Pforte machten.
Zu gerne hätte sie die Zakida mit Fragen gelöchert, doch würde sie damit warten, bis sie wieder innerhalb des Klosters waren und in Ruhe sprechen konnten. Im Augenblick wäre sie einfach noch gerne länger zwischen den Wölfen geblieben und sei es nur um sie einfach weiter anzusehen. Aber vielleicht hatte sie in Zukunft nocheinmal die Gelgenheit an solch einem Ritual teilzunehmen.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

"Vor der Beerdigung nur?", wiederholte Alrun überrascht. "In den meisten Kreisen ist es bei uns nicht gern gesehen, vor der Beerdigung überhaupt Trauer zu tragen", erzählte sie. "Und oft hat man doch den Tod eines nahestehenden Menschen vor dessen Beerdigung noch gar nicht richtig erfasst. Wir trauern am meisten nach der Beerdigung, die einen länger, die anderen kürzer, je nachdem, wie nahe man dem Toten stand. Und wie..." Sie überlegte, wie sie es am besten umschreiben konnte, während sie ihren Blick beinahe ratsuchend über die Umgebung schweifen ließ. Da bewegte sich etwas. Die beiden Frauen kamen offensichtlich zurück, die Wölfe schienen ihnen aber immerhin nicht zu folgen. Und Wyrsa waren auch noch keine zu sehen. Alrun erlaubte sich nun allmählich einen Hoffnungsschimmer, dass wenn auch dieser Tag vorbei war, keiner ihrer Gefährten gestorben sein würde. "und wie sehr man sein Fehlen tagtäglich bemerkt", erklärte sie schließlich in Ermangelung geeigneterer Worte und wies endlich in die Richtung der beiden Frauen, um auch Varoujan auf sie aufmerksam zu machen. "Sie kommen zurück."
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

„Das klingt angemessen“, bemerkte Varoujan leise und empfand diese Sitte weniger befremdlich, als die meisten, welche Leutnant Alrun ihm bisher näher zu bringen versucht hatte. Im Gegenteil, ihm gefiel die Vorstellung, dass das Fehlen einer geliebten Person noch eine geraume Weile offen gezeigt wurde und die Angehörigen dieser Person die Möglichkeit hatten, an einen festen Ort zu ihnen zurückzukehren, wenn ihnen danach beliebte. Dem Zakida war bewusst, dass es bei seinem Clan im Grunde nicht anders war, niemand verbot ihm zu der Hügelkette zurückzukehren, um für die Toten zu beten oder seine Trauer über die drei Tage vor einer Beerdigung hinweg aufrecht zu erhalten, aber er hatte nie jemandem dabei beobachtet und er hatte es bisher auch nicht so gehandhabt, wobei sich Trauer sicherlich nicht von heute auf morgen abstellen ließ. Aber sein Leben war nach diesen drei Tagen stets weiter gegangen, die Trauer nur noch still in seinem Innern, bis sie irgendwann verklungen war. Seine Gedankengänge nahmen je ein Ende, als er abermals die Stimme der Sertianerin vernahm und suchte Feyaria und Sheena mit seinem Blick, ehe er beinahe erleichtert aufatmete. „Das wurde aber auch Zeit“, bemerkte Varoujan und verzog doch leicht das Gesicht. Das bedeutete wohl, dass ihr Gespräch demnach beendet war, zumindest vorübergehend. Schade eigentlich. Aber diese Mauer war auch nicht unbedingt ein Ort, um länger als nötig auf ihr auszuharren. So wandte er sich schließlich wieder nach Westen, um in Richtung der Pforte aufzubrechen und sah nur ab und an zurück, ob die Sertianerin ihm auch folgte, ehe er kurz stehen blieb. „Ich helfe euch dann von der Mauer“, bemerkte er und ging dann weiter, Feyaria und Sheena stets im Auge behaltend.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Schritt für Schritt folgte Alrun dem Zakida, denn er hatte sich nach eigener Aussage gemerkt, wo die Pforte war. Alrun hatte dahingehend eine vage Ahnung, wäre aber wohl einfach an irgendeiner Stelle hinuntergeklettert. Oder hätte einfach gewartet, bis die beiden Frauen hindurchgegangen wären. Mit einem nachsichtigen Lächeln quittierte sie seine angekündigte Hilfe beim Heruntersteigen von der Mauer. Es war doch immer das Gleiche mit den Männern hier, alle schienen sie immer irgendwie das Gefühl zu haben, Alrun unbedingt bei irgendetwas helfen zu müssen, und zwar nicht aus irgendeiner Speichelleckerei heraus, sondern aus ehrlich anmutender Besorgnis. Und nicht zum ersten Mal fragte sich Alrun warum das so war. Sie wirkte doch nun wirklich nicht wie ein zartes zerbrechliches Wesen, das auf Hilfe angewiesen war. Bei allen Göttern, sie war Soldat, war als solcher jahrelang ausgebildet worden, hatte in Schlachten gekämpft und war mehr als nur einmal verwundet worden, wie zahlreiche Narben an ihrem Körper belegten. Und dann geriet sie in eine Gruppe mit Assynern und Zakida und plötzlich wollte man ihr von einer Mauer helfen, drängte darauf, dass sie sich ausruhte und übernahm sogar stillschweigend ihre Wache! Fehlte nur noch, dass man ihr Pferd sattelte.... und selbst das hatte, wie ihr nun einfiel, Jaime am Vortag getan. Sie musste diesen Bestrebungen unbedingt weiterhin Einhalt gebieten. Sollten sich die Jungs lieber um die beiden Frauen kümmern, eher auch noch um Daltor, als um sie. Nicht auszudenken wenn sie erneut in eine bewaffnete Auseinandersetzung gerieten und diese Herren nichts besseres zu tun hatten als an Alruns Seite zu eilen, um sie zu beschützen, während ihre kampfunerfahrenen Gefährten schutzlos dastanden und Alrun von ihren vermeintlichen Beschützern nur behindert wurde!
"Wenn schon, helfe ich Euch von der Mauer", erwiderte sie also.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

„Ihr mir von der Mauer helfen?“, wiederholte Varoujan und klang dabei fast so, als hätte sie ihm ein unmoralisches Angebot unterbreitet, indes er nur beschwerlich den Drang widerstand vor Überrumpelung abermals stehen zu bleiben. Stattdessen blickte er zweifelnd über seine Schulter zurück, musterte die Sertianerin mit einem nachdenklichen und zweifelnden Blick und sah dann wieder auf die Mauer zu seinen Füßen, wobei er es nicht vermeiden konnte leicht ratlos über sie die Stirn zu runzeln. Ihre Miene hatte nicht erkennen lassen, dass sie scherzte, ganz im Gegenteil. Sie schien ihre Worte vollkommen ernst gemeint zu haben. Dabei war sie doch…nun, vermutlich seiner Fürsorglichkeit endgültig müde. „Ich glaube nicht, dass das sonderlich überlegt wäre. Ich bin nicht sonderlich leicht und ich möchte euch keine Umstände bereiten, zudem… es ja gar nicht nötig ist – es ist nicht mehr weit von der Mauer bis zum Boden, wenn man erstmal an ihrem Rand sitzt.“ Womit dann auch sein Angebot ihr zu helfen hinfällig geworden war, gewissermaßen, immerhin hatte er die ablehnende Haltung der Sertianerin gerade bestätigt. „Aber ich werde noch warten, bis ich Feyaria und Sheena wirklich hinter dieser Mauer weiß.“
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Alruns Schmunzeln wurde eine Spur selbstzufriedener, während Varoujan sein eigenes Angebot absurd machte. "Ah", machte sie trocken, als er erklärte, dass die Mauer ganz plötzlich doch nicht mehr so hoch war und dass das Herunterklettern nun doch nicht mehr so schwer war, wie es vor einer halben Minute noch gewesen sein musste. Und zwar mit genau den Argumenten, die sie auch angebracht hätte. Vielleicht, überlegte sie, mit viel Geduld, konnte sie ihnen allen diese übermäßige Fürsorglichkeit noch austreiben, so lieb sie auch gemeint sein mochte.
"Gut", antwortete sie dann und warf ihren Speer so hinunter ins Kloster, dass er unten aufrecht in der Erde stecken blieb. "Behaltet die Umgebung im Auge, ich schau mich schon mal nach geeigneten Steinen um." Sie setzte sich auf die Mauer und stieß sich ab. Um ihr Bein zu entlasten, musste sie etwas unelegant mit den Händen nachfedern, und doch tat es weh, als sie aufkam. Sie stand wieder auf, sammelte ihren Speer ein und lief geringfügig humpelnd weiter in Richtung des Tores, während sie ihren Blick über den Boden schweifen ließ. Was ziemlich sinnlos war, denn die Steine, die überhaupt geeignet waren, die Tür zu verbauen, lagen wohl eher außerhalb der Mauern. Sie überlegte, was sie wohl tun oder sagen würde, wenn die beiden Frauen zurück waren. Fragen bezüglich ihres Rituals oder Vorwürfe wegen ihres allzu gefährlichen Ausfluges waren zwar naheliegend und lagen ihr auf der Zunge, aber sie schienen ihr wenig dienlich zu sein. So giftig, wie Sheena bereits vorhin reagiert hatte, wollte sie Feyaria, die ohnehin schon wütend auf sie gewesen sein dürfte, gar nicht erst erleben. Vermutlich war es besser zu schweigen, überlegte sie frustriert. Und auch ein wenig bedauernd.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Nur flüchtig versicherte sich der Zakida davon, dass die Sertianerin wohlauf war, bevor er weiterging und das Rudel von Wölfen dabei beobachtete, wie es sich in Bewegung setzte. Jedoch nicht, um in die Dunkelheit zu verschwinden, dorthin, wo sie hergekommen waren, sondern sie schienen sich zu seiner Verwunderung aufzuteilen – nach Osten und nach Westen – und dem Verlauf der Mauer zu folgen. Was hatte Feyaria mit diesen Tieren vereinbart, falls sie dazu befähigt war mit Wölfen etwas zu vereinbaren? Sie und das Kloster zu schützen? Varoujan runzelte nachdenklich die Stirn und blieb schließlich stehen, als er glaubte die Pforte direkt unter sich zu wissen und blickte Feyaria und Sheena entgegen, nicht wissend, was er sagen sollte, obwohl ihm die ein oder andere Frage auf den Lippen lag.
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AngryAngel

Staffelführerin

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Sakura_chan]

Erneut gab die Pforte keinen Laut von sich, als Feyaria sie öffnete und hindurch trat.
Einer der Wölfe wollte ihr folgen, doch die Schamanin hielt ihn mit einer geste ab - sie wollte keines der Tiere innerhalb der Klostermauern gefangen halten und die Wahrscheinlichkeit war ziemlich hoch, dass nun auch dieser Zugang zugemauert werden würde.
Alrun war unweit von ihnen zu Boden gesprungen und die Zakida bedachte sie mit einem langen, nachdenklichen Blick, wobei sie erneut die Luft tief durch die nase einsog.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: AngryAngel]

Kaum waren die beiden Frauen hindurchgetreten, schloss Alrun die Tür hinter ihnen ohne großes Aufheben. Sie bemerkte, dass Feyaria stehengeblieben war und sie beobachtete, also wandte sie sich ihr zu. Nein, wirklich erfreut sie zu sehen wirkte sie nicht, aber das überraschte Alrun nicht. Nicht nach heute Mittag und schon gar nicht nach vorhin. Beinahe vorwurfsvoll sah sie sie an, und auch wenn sich Alrun keiner Schuld bewusst war, konnte sie sich in etwa vorstellen, was die Schamanin auszusetzen hatte. Sie hatte ein Ritual zum Schutz der Gruppe durchführen wollen, und es letztendlich auch getan, und Alrun hatte versucht, sie davon abzuhalten, um sie selbst zu schützen. Vermutlich fühlte sie sich in etwa so wie Alrun, wenn sie von Jaime oder Varoujan in irgendeiner Weise gegen ihren Willen beschützt worden war, kam es ihr in den Sinn. Es schien direkt eine Eigenart dieser Gruppe zu sein, dass jedes Mitglied irgendein anderes schützen wollte, vor was auch immer das jeweils der Fall war. Meist bei einer Tätigkeit, die auch noch dem Schutz der Gruppe dienen sollte. Freilich sprach das für diese Gruppe, und Alrun bedauerte, dass dadurch, wie in diesem Fall, auch böses Blut entstand.
"Ihr seid verärgert", stellte sie also fest. Ohne Vorwurf, eher mit dem leisen Bedauern, das sie empfand, weil ihre Interessen, so sehr sie sich ähnelten, sie nun in so gegensätzliche Richtungen geführt hatten.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Jaime beeilte sich nicht sonderlich, ins Gästehaus zu kommen. Bevor er um die Ecke bog, sah er Alrun auf die Mauer klettern. Nur schattenhaft, aber unverkennbar. Er schüttelte nur den Kopf. Wundern tat es ihn nicht. Sie würde sich noch umbringen und ihn dazu. Dann wurde es nichts mehr mit dem ehrenvollen Begräbnis für einen von ihnen werden.
Im Gästehaus war es still. Kein Wunder, dachte Jaime, es war ja keiner da. Wobei Torgen eigentlich hier irgendwo sein musste. Und Daltor, fiel ihm gleich darauf auch noch ein, falls er nicht restlos in der Bibliothek versackt war. Wie man so lange über staubtrockenen Büchern hocken konnte, war Jaime ein Rätsel. Genauso, wie es ihm ein Rätsel war, wo er jetzt noch ein Bad herbekommen sollte. Also doch wieder so schlafen gehen, aber wenigstens in einem richtigen Bett. Jaime steuerte sein Gepäck an, das noch auf dem Gang herumlag und als er an der Küche vorbeikam, sah er, dass dort Daltor saß. Also doch nicht in der Bibliothek. Aber mit einem Buch. Jaime zögerte einen Moment, dann trat er in die Küche. "Ist es spannend?" erkundigte er sich mit einem Nicken zu Daltors Buch hin und besah sich dann das, was da im Topf war. Ein ordentliches Stück Fleisch wäre ihm lieber gewesen, aber man wurde bescheiden, wenn man durch Sertia reiste.
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Nimiel

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Der Text wurde immer unwahrscheinlicher und seltsamer. Das konnte unmöglich sein. Daltor lief es kalt den Rücken hinunter. Überhaupt hatte er das Gefühl, daß es kälter im Raum geworden war. Ein heißer Tee konnte jetzt nicht schaden. Er nahm das Buch und seine Schreibsachen und ging Richtung Küche. Als er auf eine der Dielenbretter trat, gab diese ein protestierendes Knarzen von sich. Er fuhr zusammen und blickte ängstlich den dunklen Flur hinunter, aber dort war nichts. "Du siehst ja schon Gespenster," sagte er kopfschüttelnd zu sich selbst und betrat die Küche. Dort hängte er den Wasserkessel, der inzwischen kalt geworden war, wieder über das Feuer und setze sich an den Tisch, um weiter zu lesen. Binnen kürzester Zeit war er wieder vollends in den Text vertieft, so daß er nicht bemerkte, daß Jaime die Küche betrat. Als er Daltor ansprach, fuhr dieser erneut zusammen, entspannte sich aber sofort wieder, als er Jaime sah. "Puh, ich werde zu alt für sowas. Äh, ja. Das Buch ist derzeit etwas beunruhigend."
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AngryAngel

Staffelführerin

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

"Mit Eurem Tun habt Ihr mehr als ein Menschenleben gefährdet, Leutnant." Das letzte Wort hatte die Schamanin beinahe geknurrt und ihre nun gelben Augen blitzten wütend. "Ich hätte Euch mehr zugetraut als das." Feyaria wandte sich halb um und sah zu Sheena, dann begannen die beiden Frauen wieder auf das Gästehaus zuzugehen.
Neben Alrun blieb die Zakida noch einen Moment stehen und sah die Soldatin an. "Und tut mir den Gefallen den Geruch von DeMormont von Euch zu waschen." Sie zog die Nase kraus und folgte der Priesterin, die mittlerweile ein paar Schritte vor ihr ging.
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: AngryAngel]

Schweigend hatte Sheena auf die Zakida gewartet, bis diese zu ihr aufgeschlossen hatte. Sie hatte so viele Fragen, doch erst als sie das Gebäude in dem ihre Unterkünfte waren schon fast erreicht hatten, sprach sie Feyaria an. "Das war unglaublich." stellte sie mit leuchtenden Augen fest. "Wie habt Ihr das gemacht? Die Wölfe, sie waren so zutraulich, es war, als wären wir ein Teil von ihnen gewesen. So etwas habe ich noch nie erlebt."
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AngryAngel

Staffelführerin

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Sakura_chan]

"Sie sind ein Teil von uns ... mir," verbesserte sich die Zakida und lächelte entschuldigend. "Ich kann jedes Mitglied des Rudels spüren und wenn sie gafhr entdecken, so werde ich gewarnt. Es ist ein sehr altes Ritual und wie Ihr gesehen habt auch mit Opfergaben verbunden." Die Zakida nickte der Pristerin zu. "Danke, dass Ihr mich begleitet habt. Alleine ist es schwerer die ... Kontrolle zu behalten."
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: AngryAngel]

"Aber wie? Wie funktioniert es? Was habt ihr getan um sie zu rufen?" Es klang so selbstverständlich bei ihr und doch war es Sheena ein großes Rätsel.
Bei Feyarias Danke, nickte sie lächelnd. "Das habe ich sehr gerne getan und würde es auch jederzeit wieder tun."
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AngryAngel

Staffelführerin

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Sakura_chan]

Die Zakida sah nachdenklich zur Seite. Wie solte sie in einfachen Sätzen erklären, was sie selbst hatte jahrelang üben müssen?
"Nun, es ist als würde man ... den geist eines Lebewesens suchen. Und als ich ihn gefunden hatte, bat ich um Hilfe. Es ist nicht immer so, dass so ein Ritual von Erfolg gekrönt ist. Und ganz sicher hätten die Wölfe anders reagiert, wären die anderen früher auf der Mauer erschienen."
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: AngryAngel]

"Das war wirklich unglaublich. Glaubt Ihr... hm.... nun..." begann sie stockend und verschränkte nervös ihre Finger. "Würdet Ihr mich es lehren?" All das Wissen das die Zakida hatte... Und Sheena würde zu gerne von ihr lernen, wenn Feyaria denn einverstanden war.
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AngryAngel

Staffelführerin

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Sakura_chan]

Erstaunt hob Feyaria die Augenbrauen, was ihrem bemalten Gesicht eine gewisse Merkwürdigkeit verlieh.
"Ich weiß nicht, ob das überhaupt ginge," erwiderte sie ehrlich. "Gelehrte aus Ayrina ziehen manchmal ihr ganzes Leben durch Zakida um Kinder zu suchen, welche die Gabe in sich tragen. Und ich habe nie davon gehört, dass es außerhalb unseres Landes überhaupt solche Kraftträger gibt."
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: AngryAngel]

"Oh. Ja, natürlich. Ich verstehe." Sie versuchte sich ihre Enttäuschung nicht anmerken zu lassen und hoffte das es ihr auch gelang. Wie hatte sie auch glauben können, das so einfach sein könnte. Es war wirklich schade.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: AngryAngel]

Jawoll. "Das gleiche war auch mein Gedanke", murmelte Alrun, die in höchstem Maße beunruhigt die Veränderung an der Zakida bemerkte. Und diese Veränderung war eindeutig nicht nur körperlicher Art. Zuvor war die Schamanin wenigstens noch an einem Konsens interessiert gewesen, während sie es nun bei einer hingespuckten Anschuldigung beließ und mit der jungen Priesterin im Schlepptau ihres Weges zog. Nunja, vielleicht sollte sie beiden zugute halten, dass das gerade Erlebte wohl auch für die beiden nichts Alltägliches war. Sicher würden sie am nächsten Tag wieder eher mit sich reden lassen. Hoffentlich. Die weitere Reise würde sonst für alle Beteiligten sehr viel unangenehmer werden als sie eigentlich sein musste, und angesichts der Umstände war das schon schwer genug. Und nach wie vor konnte sie auch gar nicht verstehen, warum sie so reagierte, sie musste doch sehen, dass... Ach, sie würde schon noch sehen, wenn schon nicht heute Abend, dann doch sicher, wenn sie eine Nacht darüber schlief. Und wenn nicht, konnte sie auch nichts tun, sie hatten Dringlicheres zu erledigen.
"Kommt runter", rief sie resigniert zu Varoujan hinauf. "Wir haben viel zu tun. Ich denke, da draußen sollten genug Steine herumliegen, um die Tür zu sichern." Und eigentlich sollten sie Sheena und Feyaria mithelfen lassen, ergänzte sie in Gedanken seufzend.

Geändert durch Centaurea (08.03.2008 19:40)

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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Fasziniert hatte der Blick seiner dunkelbraunen Augen auf dem Wolf geruht, welcher Feyaria und Sheena gefolgt war und der Mauer dabei so nahe gekommen war, dass er die gelben Augen des Tieres Momente lang in der Dunkelheit hatte aufblitzen sehen. Gelbe Augen, genau wie die der Wyrsa. Varoujan konnte nicht vermeiden, dass ihn eine gewisse Unruhe heimsuchte. Gelbe Augen, das war alles gewesen, was er gesehen hatte, ehe…
Die Worte der Sertianerin rissen ihn aus seinen Gedanken, während er noch Momente lang dem Wolf nachsah, der in Richtung Westen in die Dunkelheit verschwand, bevor er ihr zunickte und doch noch einen Augenblick zögerte. Wenn sie nochmals dort raus wollte, sollte er vielleicht hier oben bleiben, zur Sicherheit, andererseits konnte er sie unmöglich all die Steine…der Zakida unterbrach seinen Gedankengang mit einem energischen Schütteln seines Kopfes, bevor er seinen Bogen mitsamt des Köchers so vorsichtig wie möglich zu Boden sinken ließ und sich anschließend an den Rand der Mauer setzte und dann sprang, wobei er unwillkürlich leicht die Lippen aufeinander presste, als ein unangenehmes Stechen in seinem Bein nachklang, indes er die wenigen Schritte zu Leutnant Alrun herantrat. „Wir sollten vorsichtig sein, die Wölfe sind noch immer dort draußen. Ich glaube zwar nicht daran, dass sie uns etwas tun, aber…sicher ist sicher.“ Nein, irgendwie hatte er das Gefühl, als hätten die Wölfe und Feyaria ein Abkommen geschlossen. Ein Abkommen, um sie zu beschützen. Er fragte sich nur, ob Feyaria dafür auch einen Preis zahlen musste – für diesen Schutz.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

"Zu alt?" erkundigte Jaime sich verdutzt und versuchte, irgendwie zu schätzen, wie alt Daltor war. Auf jeden Fall nicht zu alt, eher zu jung, um in einer Bibliothek zu versauern, fand er und setzte sich mit einer Schale Eintopf zu Daltor an den Tisch. Das Essen hielt er in gebührender Entfernung von dem aufgeschlagenen Buch. "Warum ist es beunruhigend?" fragte Jaime weiter und spähte auf die Seite, die der Sertianer aufgeschlagen hatte.
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Nimiel

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

"Nunja, also nicht wirklich zu alt. Ich meine damit, daß ich als Kind alles Gruselige und Geheimnisvolle geliebt habe. Meine Schwester hat mich öfter erschreckt, doch das hat mir nicht viel ausgemacht. Jetzt finde ich es allerdings nicht mehr so angenehm." Daltor blickte wieder auf das Buch hinunter das aufgeschlagen vor ihm auf dem Tisch lag. Auf der rechten Seite war ein Bild einer Kreatur abgebildet, die recht furchteinflößend aussah. "Es handelt von Wesen, die angeblich existieren. Früher hätte ich solchen Dingen keinen Glauben geschenkt, aber jetzt? Nachdem wir die Wyrsa leibhaftig gesehen haben?" Er blickte besorgt zur Tür, als könnte dort jeden Augenblick ein Monster aus der Dunkelheit erscheinen.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

Jaime äugte auf zu dem Buch hinüber, sah das Bild einer... merkwürdigen Kreatur, zwar nur auf dem Kopf stehend, aber auch so konnte man die säbelzahnartigen Hauer, die grausig verzogene Fratze, den Geifer erkennen. Dazu ein behaarter Körper und riesige Tatzen. "Ja." nickte Jaime. "Die Wyrsa stellen auf den Kopf, was man glaubte, über diese Welt zu wissen. Ich wäre auch nicht darauf erpicht, so einem Vieh zu begegnen." Und Jaime schätzte sich selber als einigermaßen furchtlos und nicht ganz wehrlos ein. Zumindest sicher wehrhafter als Daltor. "Vielleicht solltet ihr eine Pause machen." schlug er dem Bibliothekar vor. Bei Tageslicht sahen die Monster sicher weniger schrecklich aus.
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Nimiel

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Daltor blicke wieder auf das Buch. Eine Pause? "Ja, vielleicht habt ihr Recht. Aber ein wenig will ich heute noch schaffen. Wer weiß, wann ich wieder so ideale Arbeitsbedingungen finde." Er verzog das Gesicht. Doch wenn er in eine Arbeit versunken war, konnte es sein, daß er ohne Unterbrechung eine Nacht durch arbeitete. Das dürfte für die Recherchen am nächsten Tag in der Bibliothek nicht förderlich sein. Daltor stand auf und goß sich einen Tee auf, nahm den Becher zwischen die Hände und setzte sich wieder. "Wo sind eigentlich die anderen? Haben sie die Schamanin und Sheena finden können?"
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

"Wir bleiben doch noch einen oder zwei Tage." erwiderte Jaime. Genug Zeit, um den Monstern bei Tageslicht in das gedruckte Auge zu sehen. "Falls Abt Aidan uns seine Gastfreundschaft weiter gewährt." Es wäre wirklich gut, dachte Jaime, wenn sie einen oder zwei Tage hätten, um sich richtig zu erholen. Wirklich zu schlafen, vielleicht dieses oder jenes Gespräch in der Ruhe und Stille des Klosters zu führen oder sich im Klostergarten an den Rosen zu erfreuen. Kleine, einfache Dinge, die man einfach brauchte, um dann genügend Stärke zu haben für Wyrsa. Und sertianische Offizierinnen, dachte Jaime mit einem Lächeln, das jedoch erstarb, als Daltor nach der Schamanin und der Priesterin fragte. "Ja, wir haben sie gefunden." nickte er und Groll schwang in seiner Stimme mit. "Feyaria hat Sheena ... verführt, mit ihr nach draussen zu gehen. Ich weiss nicht, wieso der Abt uns nichts von dieser verborgenen Pforte gesagt hat... Jedenfalls hat Feyaria scheinbar ein Wolfsrudel hierher beschworen. Sie denkt wohl, die Wölfe würden uns beschützen." Jaime fragte sich wirklich, was ein Rudel Wölfe wohl gegen die Wyrsa bewirken sollte. Acht oder zehn Wölfe gegen vierzig Wyrsa. Kein Wolf beschützte einen Menschen. Seinen größten Feind.
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Nimiel

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Es wäre schön, wenn sie länger als einen Tag bleiben würden, aber Daltor bezweifelte das. Selbst den morgigen Tag hatte er sich ja beinahe erbetteln müssen. Als Jaime auf die letzten Ereignisse zu sprechen kam, schaute Daltor ihn zunächst skeptisch an. "Ein Wolfsrudel? Hm, ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, was die gegen Wyrsa ausrichten sollen. Außerdem ist es doch ziemlich gefährlich gewesen, sich um diese Zeit außerhalb der Mauern zu begeben." Sie würde wohl ihre Gründe gehabt haben, aber nachvollziehen konnte Daltor es nicht wirklich. "Haben sie euch gesehen?" Wenn ja, dürfte die Schamanin sicher nicht sehr erfreut gewesen sein, als sie ihre "Verfolger" bemerkte. Zumindest so wie er sie einschätzte.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

"Nicht wahr? Ein Wolfsrudel beschützt sich nur untereinander. Warum sollten sie die beschützen, die sie gnadenlos jagen..." Das war in Sertia kaum anders als in Assyna, dachte Jaime kopfschüttelnd. "Und dann noch diese Jahreszeit. Die Welpen werden noch kein halbes Jahr alt sein." Jaime machte eine wegwerfende Handbewegung. Ohnehin war das, was Feyaria da veranstaltet hatte, in seinen Augen viel zu abgedreht, als dass er dem irgendeine Bedeutung beimessen konnte. "Und dafür bringt sie Sheena hin Gefahr." grollte er jetzt wieder und sah zu Daltor hinüber. "Zumindest Sheena hat uns gesehen und sie hat uns befohlen zu verschwinden. Sie wollte die Wölfe auf uns hetzen." Aus Gründen, die Jaime nicht benennen konnte, hatte Alrun sich davon beeindrucken lassen. Und Jaime hatte sich von Alrun beeindrucken lassen. Manchmal glaubte er wirklich, die Schamanin tat ihnen allen irgendwas in den Tee, weil so wenig normal war.
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Nimiel

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Nachdenklich drehte Daltor den Becher in seinen Händen. Er konnte Jaimes Sorge verstehen und auch die Tatsache, daß er sich über das Verhalten der Schamanin aufregte. Doch aus irgendeinem Grund nahm Daltor all dies wie durch einen Schleier wahr. So als würde er es nur lesen und nicht selbst daran teil haben. Darum berührte ihn all dies auch weniger, als er es vermutet hatte. Doch um diese Teilnahmslosigkeit zu überspielen hatte er zu Jaimes Ausführungen zustimmend und möglichst energisch genickt. "Ja, ihr Verhalten ist recht undurchsichtig. Aber wir sind wohl alle nicht in der Lage, ihre tieferen Beweggründe zu erkennen. Sheena dürfte dem Ganzen vielleicht noch am nächsten sein. Aber was haben wir anderen schon mit Magie und ähnlichem zu schaffen? Obwohl, Varoujan könnte möglicherweise auch..." Daltor beendete den Satz nicht und starrte wieder gedankenverloren in den Becher. "Naja, wer weiß. Mag sein, daß uns ihre Fähigkeiten eines Tages noch von Nutzen sind."
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

"Werden wir", antwortete Alrun zustimmend dem Zakida. "Wegen der Wölfe und der Wyrsa. Wir werden uns nicht weit von der Pforte entfernen und die Umgebung während unserer Arbeit im Blick behalten. Ansonsten sollten da aber genug Steine in der Nähe herumliegen, um die Tür leidlich zu sichern, hatte ich jedenfalls den Eindruck." Ihr Blick ging zu der noch verschlossenen Pforte, und sie hatte freilich nicht die geringste Lust, dort hinaus zu gehen. Weder wegen der Wyrsa noch wegen der Wölfe. Aber was getan werden musste, musste eben getan werden. Forschen Schrittes ging sie auf die Tür zu. "Kommt, bringen wir's hinter uns. Ich will eine Elle außen und eine innen, möglichst große schwere Steine; kleinere könnten sie womöglich beiseitescharren", dozierte sie konzentriert. "Wir stapeln erst genug Steine innerhab der Mauern, dann sichern wir die Tür von außen, klettern über die Mauern und sichern die Tür dann von innen. Und dann überlegen wir, ob wir eine Wache brauchen oder nicht."
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Möglichst große und schwere Steine, um die Mauer von innen sichern zu können und weitere, um das zuvor von außen zu bewerkstelligen und dazwischen eine Kletterpartie über die Mauer. Varoujan wusste, dass weder der Heiler, der ihn ausdrücklich zur Ruhe ermahnt hatte, noch sein Bein großen Gefallen an diesem Plan gefunden hätten, aber beide spielten bei diesem Plan keine Rolle beziehungsweise hatten dabei keine zu spielen. Und ebenso wenig der Gedanke, dass Leutnant Alrun das ebenso wenig tun sollte, wie er. „In Ordnung“, erwiderte er ihr daher und nickte, „dann lasst uns anfangen, umso eher sind wir fertig.“ Er grinste schief, bevor er zögerlich zu ihr an die Pforte trat und diese dann nach kurzem Suchen nach dem Türgriff ebenso zögerlich öffnete und behutsam einen Schritt vor den anderen setzte, indes er die Gegend nicht außer Acht ließ. Nichts, außer Dunkelheit. Es schien vollkommen sicher, zumindest jetzt, gerade in diesem Moment. „Keine Wölfe, Leutnant, wir können dann wohl wirklich.“ Er machte eine ausschweifende Handbewegung, um ihr zu bedeuten, dass sie vorgehen sollte und behielt noch einen Augenblick ihre Umgebung fest im Auge, ehe er ihr folgte.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

"Gut", antwortete Alrun und eilte an Varoujan vorbei. Sie hatte in der Zeit, in der er die Pforte geöffnet hatte, die Uniformjacke ausgezogen und über den Speer gehängt, den sie im Kloster zurückließ. Der Säbel musste reichen, und wenn ihr Wyrsa über den Weg liefen, war es ohnehin ratsamer, einen eiligen Rückzug anzutreten. Und der Säbel würde sie schon genug behindern, überlegte sie, während sie die Ärmel hochkrempelte und sich kurz in der Umgebung des Klosters umsah und orientierte. Ein kopfgroßer Stein lag kaum zwei Meter von der Mauer entfernt. Alrun ging hin, hob ihn auf und warf ihn in die Nähe des Tores, freilich weit genug von Varoujan entfernt, und widmete sich nach einem weiteren sichernden Blick in die Umgebung sogleich dem Nächsten.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]


Ein leises Schnauben entwich seinen Lippen, während er sich des nächsten Steines annahm, die in der Nähe der Mauer zu finden waren, als hätte man sie dort nach den letzten Ausbesserungen des Mauerwerks dort zurückgelassen, bevor er ihn zu den anderen trug und kurz in seiner Arbeit innehielt um sich der Steine anzunehmen, die sich nahe der Pforte angesammelt hatten. Varoujan reihte sie einigermaßen ordentlich dort auf, wo die Sertianerin ihren Speer zurückgelassen hatte, damit ihre Arbeit auf dieser Seite der Mauer nach ihrer Kletterpartie nicht unnötig in die Länge gezogen wurde, hielt jedoch immer wieder inne, um nach Leutnant Alrun und vor allem ihrer unmittelbaren Umgebung zu sehen. Noch immer nichts, aber er gedachte sich davon nicht in Sicherheit wiegen zu lassen. Gerade die ersten Meter hinter der Mauer lagen in einer Dunkelheit, welche den Zakida die Steine vorhin auf der Mauer nicht hatten sehen lassen, ebenso wenig wie den kaum merklichen Trampelpfad, welchen er ab und an jedoch unter seinen Stiefeln spürte. Wenn ihnen also etwas auflauerte, dann vermutlich dort. Varoujan schnaufte abermals leise, als er den letzten Stein endlich auf der anderen Seite der Mauer hatte und hustete anschließend, wobei er unwillkürlich das Gesicht verzog und nur schwerlich ein Fluchen unterdrückte. Aber der Husten würde ihn ebenso wenig abhalten, wie sein Bein oder der gute Ratschlag des Heilers, denn sie waren alle nicht mehr viel Wert, wenn diese Schwachstelle den Wyrsa den Eintritt in das Kloster ermöglichen könnte. „Wie viele noch für innen?“, erkundigte er sich schließlich dennoch bei der Sertianerin und wandte kurz den Kopf von ihr ab, um abermals zu husten, wobei er dieses Mal das Fluchen nicht unterdrückte.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Sie arbeiteten recht effektiv zusammen, stellte Alrun halbwegs zufrieden fest und sah sich erneut nach Feinden und Baumaterial um. Schneller hätte es nur noch gehen können, hätte sie die Steine schneller gefunden, doch es war dunkel und der Boden wild überwuchert. Dennoch wollte sie bewusst auf Fackeln verzichten. Die Wenigen, die sie wohl hätten auftreiben können, hätten ohnehin nur schlechtes Licht abgegeben, das sie mehr geblendet als ihnen geholfen hätte, zumal sie auf diese Weise sehr viel schlechter die Umgebung hätte im Auge behalten können.
Als Varoujan hustend seine Frage stellte, trug Alrun den letzten Stein durch die Tür und legte ihn zu den anderen."Schon noch ein paar", urteilte sie, während sie neben dem Zakida stehend den Stapel betrachtete und in Gedanken hochrechnete, wie hoch und dick die Steine an der Tür reichen würden. Hätten sie nur eher von dieser Pforte gewusst, es wäre so viel besser gewesen, sie wie das Osttor tagsüber fachgerecht zu vermauern, statt notdürftig im Dunkeln Gesteinsbrocken aufzuschlichten. "Ich denke, von den Überresten der alten Mauer kriegen wir noch genug. Wird's gehen? Ihr habt kein Fieber, oder?", erkundigte sie sich dann und musterte den hustenden Mann neben ihr leicht besorgt.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

Tiefere Beweggründe. Jaime schnaubte. "Sheena ist Priesterin, dieser ... heidnische Zauber sollte ihr am weitesten weg sein." fand Jaime, der es immer noch nicht so ganz glauben konnte, dass eine im Glauben verhaftete Dienerin der Götter bei so etwas mitmachen konnte. Dass Sheena die Wölfe auf sie hatte hetzen wollen, fand Jaime, je länger er darüber nachdachte, immer unglaublicher und gleichzeitig machte er sich Sorgen über die Mittel und Wege, die die Schamanin angewandt hatte, um eine Priesterin ihr... hörig zu machen. Wenn Sheena schon damit drohte, die Wölfe auf ihn und Alrun zu hetzen, wenn sie nicht nach ihrer Pfeife tanzten, dann würde sie es beim nächsten Mal vielleicht wirklich tun und Jaime wollte gar nicht näher über die Konsequenzen nachdenken, die sich aus so einer unmittelbaren Bedrohung innerhalb der Gruppe ergaben- von den zwei Frauen, die er als am schwächsten von allen eingeschätzt hatte. "Im Moment sieht es nicht danach aus, als wöllte sie uns von Nutzen sein." verlieh er seiner Befürchtung Ausdruck. Vielleicht sollte er auch wirklich endlich erstmal schlafen gehen, vielleicht sah er nur Gespenster und wenn er ausgeschlafen war, löste sich alles in Luft auf.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Ob er Fieber hatte. Varoujan lächelte unmerklich, während er zu überschlagen versuchte, wie oft sie ihm diese Frage innerhalb der letzten Stunden gestellt hatte. Zumindest oft genug, dass es ihm nun aufgefallen war. Er betrachtete noch einen Augenblick lang die aufgereihten Steine, während er seinen Atem zu Ruhe kommen ließ, bevor er die Sertianerin an seiner Seite kurz musterte. "Es ist alles in Ordnung, Leutnant", erwiderte er ihr dann und vermied es ihr ein beruhigendes Lächeln zu schenken. "Es kratzt nur ab und an...in meinem Hals. Ich hätte vielleicht schon etwas von diesem Sirup nehmen sollen, den Loran mir gegeben hat." Allerdings hätte er dann wohl die halbe kommende Nacht hustend zugebracht, hätte er bereits jetzt etwas davon genommen. "Das bisschen Husten wird uns nicht aufhalten", fügte er dann noch mit einem leichten Lächeln an und machte sich dann daran weitere Steine einzusammeln, wobei jeder gesammelte Stein ihm ein Stück mehr bewusst machte, dass sein Weg ihm nach dieser Arbeit beinahe geradewegs in ein Bett führen würde, denn auch wenn er es nicht geglaubt hatte, begann ihn das Tragen der Steine und das Hin- und Herlaufen allmählich anzustrengen. Und sie waren noch nicht über die Mauer geklettert.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

"Gut", antwortete Alrun erneut und war beruhigt mit dieser Auskunft. Freilich war es nicht nur sein Husten, sondern auch seine Verletzung, die ihn behindern würde, aber wenn er sagte, dass ihn dies nicht aufhalten würde, dann war das auch so. Und sie würde den Fünften tun, und einen kräftigen Mann, der gerade ihre einzige Hilfe darstellte, aus übersteigerter Fürsorge wegzuschicken und dabei noch zu bevormunden. "Ihr könnt Euch ja morgen ausruhen und Tee trinken", kommentierte sie und lächelte leicht, während sie ihm kurz auf die Schulter klopfte, wie das unter ihren Kameraden hin und wieder üblich gewesen war. Dann ging sie wieder zum Tor hinaus und auf die verfallene Mauer draußen zu, um große lose Steine davon abzutragen und in Richtung des Tores zu werfen.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

„Ich habe kaum eine andere Wahl, nicht wahr?“, rief er ihr zu, ehe er sich nach dem nächsten Stein bückte und währenddessen mit einem leisen Stirnrunzeln zu ihr hinüber sah und nur schwer dem Drang widerstand ähnliche Worte an sie zu richten. Das hatte er oft genug getan und vermutlich würde die Ruhe des Klosters genügen, um die Sertianerin selbst zur Ruhe kommen zu lassen. Varoujan trug den Stein zu den anderen, bevor er sich abermals vorübergehend damit begnügte die von Leutnant Alrun geworfenen Steine zu den anderen zu tragen, welche für die Innenseite der Pforte gedacht waren und ging dann schließlich zu ihr, um ihr dabei zu helfen die verfallene Mauer Stein für Stein abzutragen. „Für die Innenseite sollten sie wohl jetzt reichen, das heißt, wir haben dann wohl die Hälfte geschafft“, bemerkte er dann und grinste schief. Die Hälfte und noch eine Kletterpartie über die Mauer…Varoujan war versucht zu seufzen.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Er hatte kaum eine andere Wahl als sich auszuruhen und Tee zu trinken, nein, überlegte Alrun, und sie selbst wohl auch nicht. Ein Tag voller Untätigkeit würde sie erwarten, vorausgesetzt, und das hoffte sie freilich dennoch, die Wyrsa ließen sie in Ruhe. Nunja, irgendetwas würde sich schon finden, das sie tun konnte, und wenn sie sämtliches Sattelzeug fettete. Sie konnte auch Daltor helfen, das sollte doch auch möglich sein. Lesen konnte sie schließlich, da konnte sie auch Informationen über die Wyrsa einholen.
Von den aufgeschlichteten Steinen wollte sie sich zunächst selbst ein Bild machen. "Ja, Ihr habt Recht", stimmte sie ihm dann zu und schloss die Pforte, als sie wieder draußen war. "Dann verbauen wir jetzt die Tür von außen." Sie ging zurück zur verfallenen Mauer, hielt aber vor Beginn ihrer Arbeit noch einmal inne und wandte sich Varoujan zu. Die Tür würde nun verschlossen sein, und durch sie hindurch würden sie nun nicht mehr fliehen können. "Wenn etwas passiert", begann sie ernst und fragte sich, warum sie nicht einfach aussprach, was sie meinte, "klettert Ihr zuerst rüber", bestimmte sie, weil es so sinnvoller war. Sie konnte ihm hochhelfen und dann allein nachfolgen. Dann nickte sie, mehr zu sich selbst, weil sie den Teil als geklärt betrachtete, und widmete sich wieder der Mauer und den Steinen.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Varoujan schwieg, jedoch nicht unbedingt, weil die Worte der Sertianerin offenbar keine Antwort verlangten oder er nichts zu sagen hatte, sondern vielmehr, weil er nicht wusste, wie er seine Gedanken in Worte fassen sollte. Obwohl er den Sinn und Zweck hinter ihren Worten erkannt hatte, hatte sich unwillkürlich ein innerer Widerstand in ihm geregt, der ihre getroffene Entscheidung trotz ihrer Nützlichkeit nicht akzeptieren konnte. Er wusste nur nicht, wie er diesen zum Ausdruck bringen sollte, ob er überhaupt ein einzig kraftvolles Argument vorzubringen hatte, außer diesem Gefühl der Ablehnung. Nein, eigentlich…
Sie dachte an die Wyrsa, an einen Angriff aus dem Nichts, zumindest glaubte er nicht, dass sie wirklich von den Wölfen sprach, denn sie wussten beide, dass sie Menschen für Gewöhnlich mieden, und wenn sie dieser Angriff wirklich wahr werden sollte, würde ihnen in diesem Fall kaum die Zeit bleiben, um ihm auf die Mauer zu helfen, ehe sie selbst hinauf kletterte. Ob ihr das bewusst war? Und wenn ja…war sie nicht wichtiger, als er? Immerhin war sie in Achania gewesen, auserwählt worden.
Der Zakida betrachtete sie mit nachdenklicher Miene, während die Mauer und die Steine für kurze Zeit in Vergessenheit geraten waren und widmete sich schließlich unter einem leisen Räuspern wieder ihrer Arbeit. „Es wird nichts passieren“, murmelte er dann irgendwann seltsam bestimmt und wandte sich dann von ihr ab, um den abgetragenen Stein sorgfältig und überlegt an der Pforte anzulegen.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

"Das hoffe ich doch auch", antwortete Alrun mit einem leicht amüsierten Grinsen und hielt erst dann inne und zog die Augenbrauen zusammen. Sein Tonfall war seltsam gewesen, seltsam entschlossen, grimmig entschlossen. Dabei konnte er an der Situation ja gar nichts ändern. Er machte sich Sorgen, natürlich. Sie waren hier draußen ohne richtige Deckung, mit der vagen Chance, im Ernstfall über die Mauer zu entkommen. Selbst Alrun war bei weitem nicht abgebrüht genug, das auf die leichte Schulter zu nehmen, da konnte sie freilich auch Varoujan seine Sorge nicht verübeln. Nun bereute sie, eben seine Zweifel so leichthin beantwortet zu haben. Oder war es gerade richtig, Ängsten damit zu begegnen, dass man sie herabspielte? Alrun konnte es nicht sagen, hatte aber das Bedürfnis, ihren beinahe unbekümmert anmutenden Worten etwas nachfolgen zu lassen.
"Wir schaffen das schon", erklärte sie also mit ernsterer Zuversicht, um ihm Mut zu machen, fand aber im gleichen Moment, dass sie sich besser beide Sätze geschenkt hätte. Sie verzog den Mund. Warum hatte sie aber auch so wenig Sinn für die richtigen Worte zur richtigen Zeit? Das war wirklich einfach nicht ihre Spezialität, stellte sie frustriert fest und arbeitete noch etwas schneller weiter.
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Nimiel

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Daltor sah die Tatsache, daß Sheena anscheinend Interesse an den Praktiken der Schamanin hatte, nicht annähernd so dramatisch wie Jaime. Aber er hielt es für besser, das jetzt nicht anzubringen. Allerdings kam es ihm eigenartig vor, daß sie tatsächlich die Wölfe auf sie hetzen wollten. "Ja, ihr habt Recht. Diese Reaktion ist wirklich seltsam. Aber ich kann mir im Grunde nicht vorstellen, daß die Schamanin einem aus der Gruppe schaden möchte. Ich meine, was hätte sie davon?" Vielleicht wollte sie das Unternehmen verhindern. Aber das war ein Gedanke, der Daltor doch sehr weit hergeholt vorkam. "Nein, ich kann mir nicht vorstellen, daß sie nicht auf unserer Seite steht." Er schüttelte nachdenklich den Kopf und trank dann den restlichen Tee aus.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

Augenblicke lang zweifelte Varoujan an seinem Urteilsvermögen und damit an dem Bild, welches er sich von Leutnant Alrun gemacht hatte und fragte sich unwillkürlich, ob sie nicht doch Recht mit dem gemalten Bild von sich selbst hatte. Das Bild, in welchem Gefühle und Überzeugungen erst einmal zurückstanden und genau diese Gefühle vermisste er in ihrer beinahe leichtfertigen Antwort, als hätten und würden sie miteinander über Belangloses scherzen. Er verzog daher leicht die Lippen und versuchte den Unwillen, welcher ihn vorhin bereits einmal erfasst hatte zu verdrängen, um nicht eine ähnliche Diskussion heraufzubeschwören wie vorhin oder sie einfach stehen zu lassen, wie er es sich bereits mehrere Male an diesem Tag gewünscht hatte. Doch so recht wollte er noch immer nicht glauben, dass er sich so sehr in ihr hatte täuschen können und erst dann kam ihm in den Sinn, dass sie vielleicht so leichtfertig geantwortet hatte, weil sie dieses Bild von sich verzweifelt aufrecht zu erhalten versuchte oder tatsächlich nicht anders konnte – immerhin waren Gefühle nicht bei jedem so offensichtlich zu lesen, wie bei ihm. Und doch verzog er abermals die Lippen, als er ihre nächsten Worte hörte, auch wenn sie mehr Ernst besaßen, als ihre ersten. Aber im Grunde war es nur eine Floskel, leere Worte…nichts von Belang. „Natürlich“, erwiderte er daher nur und blieb noch einen Moment an Ort und Stelle stehen, um ihrer Umgebung wieder für eine geraume Weile seine Aufmerksamkeit zu schenken, ehe er zu der Sertianerin aufschloss um nicht mehr Zeit, als nötig zu schinden. Er wollte fertig werden und dann vielleicht doch gerne die ein oder andere Minute allein sein.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

"Keine Ahnung." Jaime zuckte die Schultern. "Bei Achan hat auch keiner gedacht, dass er nicht auf unserer Seite steht..." fuhr er düster fort und rieb sich mit der Hand über das Kinn, wieder einmal. "Sie wollte niemanden dabeihaben, sie hat sich bei Nacht und Nebel durch eine Pforte geschlichen, deren Existenz sie uns verschwiegen hat..." Jaime stockte einen Moment und fragte sich, ob es diese Pforte vielleicht noch gar nicht gegeben hatte und Abt Aidan diese deshalb nicht erwähnt hatte. Feyaria hatte, selbst wenn es so war, wie sie es darstellte, jede Menge Vertrauen verspielt, und Sheena mit ihr. "Ich kann nur hoffen, dass ihr recht habt. Die Monster aus eurem Buch reichen eigentlich schon."
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Nimiel

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Daltor nickte. Woher konnte man schon wissen, wer es ernst meinte und wer sie belog. "Ja, die Monster reichen mir auch. Hoffentlich verfolgen sie mich nicht auch noch in meinen Träumen." Er verzog das Gesicht und stand dann auf, um seinen Becher weg zu bringen. Unschlüssig blieb er am Feuer stehen. Die Wärme und Geborgenheit, die dieses Kloster zuerst ausgestrahlt hatte, waren trüber geworden. Doch es war nicht das Kloster, daß Kälte ausstrahlte. Sie hatten die Kälte mitgebracht. Ob es wohl Auswirkungen auf die Bewohner haben würde? Hatten sie sie in Gefahr gebracht? "Dieses Mißtrauen in der Gruppe ist beunruhigend. Aber es gehört wohl dazu, wenn solch unterschiedliche Menschen auf eine derartige Reise gehen." Er blickte weiter in die Flammen, drehte sich dann um und betrachtete das Buch auf dem Tisch. "Ich sollte weiter arbeiten. Nur noch ein wenig. Dann kann ich morgen die offenen Fragen in der Bibliothek klären."
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

In der Stille der Nacht hallte das Knallen der Steine, die sie vor der Tür aufeinander stapelten, ungewöhnlich laut in ihren Ohren nach. Aber vielleicht kam es Alrun auch nur deswegen so laut vor, weil sie insgeheim fürchtete, der Krach könnte die Wyrsa auf sie aufmerksam machen. Varoujan arbeitete ebenso schweigend weiter wie Alrun, und sie hoffte, dass er im Fall eines Angriffs auch wirklich ohne Diskussion die Flucht über die Mauer antreten würde. Eine diesbezügliche Bestätigung hatte sie nämlich nicht von ihm erhalten, und sie ärgerte sich nun, dass sie vorhin ein paar halbherzig beruhigende Worte gesprochen hatte, anstatt sich zu vergewissern, dass er tun würde, was sie ihm aufgetragen hatte.
Doch ihre Arbeit wurde nicht weiter gestört. Nach einiger Zeit hatten sie die Tür von außen gut vermauert, und Alrun stellte stirnrunzelnd fest, dass sie besser ihre ledernen Handschuhe angezogen hätte, zumal sie ja nach Beendigung der Arbeit diesseits der Mauer noch lange nicht fertig waren.
"Das sollte sie mindestens eine Weile aufhalten", kommentierte Alrun halbwegs zufrieden. Ewige Sicherheit würden ihnen die aufgestapelten losen Steine nicht bringen, aber zumindest eine Weile Luft verschaffen konnten sie ihnen, genug Zeit, um zum Bogen und zu anderen Waffen zu greifen.
Sie trat an die Mauer heran. "Bereit?", fragte sie Varoujan und wies mit dem Kopf zur Mauer, um ihm zu bedeuten, dass sie ihm hinauf helfen wollte.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

Träume. Träume waren ein gutes Stichwort. Jaime war inzwischen so müde, dass die Küche vor seinen Augen verschwamm und mit ihr Daltor und sein Buch. Hätte Daltor ihn jetzt angegriffen und nicht einfach nur den Becher weggestellt, dann hätte Jaime das nur sehr verspätet gemerkt. Jaime nickte zustimmend, als Daltor von der Unterschiedlichkeit der Menschen auf dieser Reise sprach. Was die Götter sich nur dabei gedacht hatten- ausser nichts, fragte er sich nicht zum ersten Mal. "Dann will ich euch nicht länger stören." sagte er zu Daltor, der einen sehnsüchtigen Blick zu dem Buch auf dem Tisch warf. "Ich muss ohnehin endlich ein paar Stunden schlafen."
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Die Stille war ihm unangenehm, sodass er immer wieder einen Grund suchte, um sie für eine geraume Weile zu durchbrechen, doch er fand keinen und die Fragen, welche ihm durch den Kopf gingen empfand er für zu unpassend, um sie zu stellen. Nicht unbedingt, weil sie unhöflich gewesen wären, sondern weil er vielmehr fürchtete, dass sie nur abermals irgendwann Stille hervorrufen würden. „Immer dann, wenn ihr es seid“, erwiderte er ihr schließlich und versuchte sich an einem kleinen Lächeln, während er, wie vor seinem ersten Aufstieg auf die Mauer, darüber nachdachte, wie er diesen am Besten bewerkstelligte. Sein gesundes Bein zuerst dieses Mal, entschied er recht rasch, zum einen, weil er sich nicht sicher war, ob sein verletztes Bein noch die Kraft aufbringen würde, um ihn hochzuziehen und weil da noch ein Sprung von der Mauer auf sie wartete. Und die gesammelten Steine für die Innenseite der Pforte. Wieso hatte er nur das Gefühl, dass sich die Zeit seit einer geraumen Weile unangenehm zog?
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Alrun grinste breit auf seine Erwiderung hin. Varoujan hätte sie derlei Zweideutigkeiten ja nicht zugetraut, und vielleicht war er sich gar der Zweideutigkeit nicht bewusst. In jedem Fall aber war sie froh, bald endlich wieder innerhalb der schützenden Mauern des Klosters zu sein, und da bisher nichts passiert war, fühlte sie sich zunehmend sicher. "Na dann, nichts wie rüber", forderte sie ihn auf, suchte sich sicheren Stand und faltete einladend die Hände.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Vorübergehend ruhte der Blick seiner dunklen Augen auf ihren gefalteten Händen, bevor er über seine Schulter hinweg ein letztes Mal zurücksah, da es ihm ein perfekter Moment erschien sie gerade dann anzugreifen, wenn sie ihre Aufmerksamkeit nicht einmal mehr geringfügig ihrer Umgebung schenken konnten. Aber er fand keine lauernden Schatten und sah keine unmerkliche Bewegung dort draußen in der Dunkelheit, sodass man sich beinahe dem Trugschluss hingeben wollte, dass sie sich in vollkommener Sicherheit wiegten. Sicherheit und Ruhe, zwei Dinge, welchen ihnen wohl mehr oder minder fremd geworden waren. „Ich bin schon so gut wie drüben“, bemerkte er und lächelte schmal, bevor er beinahe ebenso reibungslos wie mit der Hilfe von Jaime auf die Mauer kletterte. „Und jetzt ihr“, forderte er sie anschließend auf, nachdem er sie kurz gemustert hatte, um zu überprüfen, ob sein Aufstieg vielleicht nicht doch ganz so reibungslos verlaufen war und blickte dann wieder auf die Landschaft hinter ihr. Noch immer nichts. Aber nun hatte er den dunklen Bereich direkt an der Mauer nicht mehr vor Augen. Hoffentlich war sie bald hier oben.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Für einen Moment hatte Alrun schon befürchtet, Varoujan würde sich irgendwie zieren, ihre Hilfe anzunehmen, weil er in letzter Zeit immer so bedacht darauf gewesen war, sie zu schonen. Doch glücklicherweise schien er es ebenso wie sie als ganz natürlich zu empfinden, dass sie ihm half, und war flink auf der Mauer gewesen. Jetzt nickte sie ihm zu und trat dann einige Schritte von der Mauer zurück, um Anlauf zu nehmen. Einen letzten sichernden Blick noch warf sie in die Dunkelheit außerhalb der Mauern des Klosters, dann rannte sie los, stieß sich von Boden und Mauer ab und zog sich neben Varoujan hoch, drehte sich halb und setzte sich und ließ die Beine über der Mauer nach außen baumeln. Sie beobachtete noch einmal die Gegend, während sie die Sicherheit genoss, die ihre derzeitige Position ihr gab, betrachtete ihr beider Werk von oben und wandte sich dann Varoujan zu, indem sie ein Bein auf die Mauer zog.
"Also weiter", nickte sie ihm voller Tatendrang zu.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

„Ja.“ Er nickte, blieb jedoch hingegen seiner Zustimmung am Rand der Mauer sitzen und sah noch einen Moment hinaus in die Dunkelheit, zu den dunklen Wipfeln der Bäume, die sich sachte im Wind wiegten, bevor sein Blick hinauf zum Himmel glitt, der bereits vor einer halben Ewigkeit seine Aufmerksamkeit erregt hatte. Es wäre wirklich schön hier oben auf der Mauer gewesen, wenn sie nicht das ständige Wissen mit sich herumtragen würden, dass diese Stille trügerisch war. Varoujan löste unter einem leisen Seufzen seinen Blick von den Sternen los, wandte sich auf der Mauer um und sprang, wobei es ihm dieses Mal weit mehr Mühe bereitete, als beim ersten Mal und so weit unglücklicher aussehen musste. Und es schmerzte mehr, sodass der Zakida noch einen Moment wartete, dem Stechen nachfühlte und sich erst dann zu den aufgereihten Steinen begab, um der Sertianerin Platz zu machen. Nur noch die Innenseite dieser Mauer und sie hatten es geschafft. Und es würde weit schneller gehen, da sie sich die Steine nur noch reichen mussten, statt sie erst mühsam zu sammeln und aufzureihen.
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Nimiel

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

"Ach, ihr habt mich nicht gestört." Daltor zuckte mit den Schultern und lächelte etwas müde. Im Grunde sollte er jetzt auch schlafen gehen. "So habe ich wenigstens mal eine Pause eingelegt." Er ging an den Tisch, klappte das Buch zu und klemmte es sich mit seinen Schreibsachen unter den Arm. "Aber ihr macht wirklich einen leicht müden Eindruck, wenn ich das sagen darf. Dann wünsche ich euch eine erholsame und vor allem ungestörte Nacht." Daltor nickte Jaime freundlich zu und bewegte sich Richtung Tür.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Richtig verträumt hatte er ausgesehen, als er in den Himmel geblickt hatte, stellte Alrun fest und lächelte leise. Sie hatte selten Sinn für derlei romantische Dinge gehabt, in jedem Fall nicht, wenn es noch etwas zu tun gab, so wie jetzt. Und solange seine Arbeitskraft davon nicht gemindert wurde, und danach sah es ihr nicht aus, war es doch schön, wenn er auch in solchen Momenten sein Augenmerk auf etwas Hübsches richten konnte. Dennoch war sie froh, als er von der Mauer sprang, denn da war eine Arbeit, die getan werden musste, und sie wollte, dass sie auch endlich getan wurde. Mitfühlend verzog sie kurz das Gesicht, als deutlich wurde, dass ihm der Aufprall Schmerzen bereitete.
Als er beiseite trat, sprang sie hinterher und hielt auf die gleiche Weise inne, wie Varoujan kurz zuvor, wenn auch nicht so lang, da ihre Wunde nicht so tief reichte und auch weil sie sich einfach nicht erlaubte, länger stehen zu bleiben. "Wir bilden am besten eine kurze Kette", schlug sie vor, als sie zu Varoujan getreten war. "Sonst sind wir uns nur selbst im Weg. Ihr gebt mir die Steine, ich staple sie." Zum Glück hatte Varoujan sie wirklich nahe genug an der Pforte aufgeschlichtet, um ihre Arbeit jetzt deutlich zu erleichtern. Sie trat an die Tür und gab Varoujan mit einem Kopfnicken zu verstehen, dass er anfangen sollte.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Nimiel]

"Dann ist es ja gut." nickte Jaime dem Bibliothekar zu. Dass er nicht aussah wie das blühende Leben, war Jaime auch selber klar und er gähnte verhalten. Daltor war im Begriff, die Küche zu verlassen und Jaime wünschte dem Sertianer ebenfalls eine angenehme Nachtruhe. Wobei er sich ziemlich sicher war, dass die für Daltor erst beginnen würde, wenn er über dem Buch einschlief.
Als Daltor gegangen war, trank Jaime seinen Tee aus und überlegte einen Moment, ob er wieder hinausgehen sollte. Weder Sheena noch Feyaria waren bisher aufgetaucht, von Alrun und Varoujan ganz zu schweigen. Jaime unterdrückte den kleinen eifersüchtigen Stachel, der trotz seiner Müdigkeit tief in ihm piekste und beschloss, vernünftig zu sein. Vernünftig zu sein und sich schlafen zu legen. Er verließ die Küche, ging ein paar Schritte den Korridor entlang und bog in das erstbeste Schlafzimmer ab. Dort angekommen, verschwendete er keine Mühe darauf, sich zu vergewissern, dass es leer war. Er ließ sich in das nächstbeste Bett fallen und war schon eingeschlafen, bevor er richtig lag.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Genau das hatte er im Sinn gehabt. Eine kurze Kette, welche ihnen die Arbeit erleichterte und somit Zeit und Kraft sparte. Varoujan wollte gar nicht daran denken, wie sehr sein Bein ihm wohl jeden Schritt zwischen einem weiter entfernten Steinhaufen und der Pforte verübelt hätte. So nickte der Zakida nur, trat an die von ihm zu einer Reihe aufgeschichteten Steine heran und begann der jungen Frau nach und nach die gesammelten Steine zu reichen, wobei er ab und an innehielt, damit sie den ein oder anderen nicht ganz präzise gesetzten Stein zurechtrücken oder an eine andere Stelle legen konnte. Und sie kamen zu seiner Erleichterung tatsächlich weit schneller voran, als auf der Außenseite der Pforte, weit schneller, sodass der Zakida der Sertianerin den letzten Stein schließlich mit einem leichten Grinsen reichte.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Sie kamen außerordentlich gut mit der Arbeit voran, und wenn sie doch noch etwas schneller hätten sein können, lag das an Alrun, die das Gefühl hatte, sich mit dem Stapeln der Steine selten ungeschickt anzustellen, und deswegen ständig nachbessern zu müssen. Der Steinhaufen wurde rasch kleiner und war bald aufgebraucht bis auf den letzten Stein, den Varoujan ihr reichte. "Heh", kommentierte sie anerkennend und froh, als sie ihn entgegennahm und beinahe feierlich oben auf den Stapel legte. Sie trat ein paar Schritte zurück und betrachtete abschätzend ihr gemeinsames Werk. "Hoffen wir, dass es auch wirklich hält", meinte sie und machte ein frommes Zeichen in Richtung des Haufens. Vor dem Einschlafen würde sie sicher dafür beten, dass dies so war. Sollte sie überhaupt schlafen? Vielleicht sollte sie doch lieber Wache halten. Unwillkürlich ging ihr Blick nach oben zur Mauer. Sie hatte durchaus schon an unbequemeren Orten Wache gehalten, und es regnete nicht einmal.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

„Hoffen wir, dass sie ihren Nutzen nicht erfüllen muss“, erwiderte Varoujan auf die Worte der Sertianerin hin und lächelte leicht, währenddessen er sich fragte, ob sie diese Möglichkeit gar nicht sah oder einfach nur den Nutzen der aneinander gereihten Steine zu Ende dachte. Denn von Nutzen würden sie wohl kaum sein, wenn die Steine nicht einmal einige Augenblicke hielten. Wie auch immer, er hoffte auf eine ruhige Nacht und ein Erwachen ohne unschöne Überraschungen. Keine weiteren Toten, keine Begegnungen mit unwirklichen Wesen einfach…Nichts. „Ihr…habt da etwas“, bemerkte der Zakida irgendwann und begann seine Hand nach einem dunklen Fleck auf der Wange von Leutnant Alrun auszustrecken – etwas Erde vermutlich – und ließ sie auf halbem Wege wieder sinken, bevor er auf seine eigene Wange deutete, um sie umständlich auf den Fleck aufmerksam zu machen. „Wir sollten uns wohl den Dreck abwaschen gehen…“, fügte er dann an und grinste etwas schief.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Dass der Haufen seinen Nutzen nicht erfüllen müssen würde. Ja, das hoffte Alrun auch. Darauf verlassen konnte man sich aber nicht, und sie war sich wirklich nicht sicher, ob sie Ruhe finden würde, wenn sie das Tor nicht gänzlich gesichert wissen würde. Sie glaubte eigentlich schon, dass die Tür allein schon eine Weile halten würde, und mit den Steinen davor und dahinter sollte es hundeähnlichen Kreaturen eigentlich wirklich nicht gelingen, innerhalb einer Nacht hindurch zu gelangen. Nur dass die Wyrsa keine normalen Hunde waren, und Alrun das ungute Gefühl hatte, dass es sehr viel mehr über sie zu wissen gab als das, was man sah.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als Varoujan ihr sagte, dass sie irgendwas im Gesicht hätte, was ja bei dieser Arbeit auch nicht überraschend war. Sie beobachtete amüsiert, wie er zunächst vorzuhaben schien, ihr den Dreckfleck oder was auch immer selbst aus dem Gesicht zu entfernen, und dann die Hand wieder zurückzog, als hätte er Angst, ihr zu nahe zu treten. Als ob sie sich durch so eine kleine Berührung irgendwie belästigt gefühlt hätte, noch dazu von ihm. "Ja, sollten wir", stimmte sie ihm zu, während sie versuchte, die Stelle zu erwischen, auf die er gewiesen hatte, "und anschließend gleich ins Bett gehen." Ah, da war irgendwas unter ihren Fingern und sie rieb ein wenig daran herum. "Weg?", fragte sie dann.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

„Das klingt…vernünftig“, bemerkte Varoujan mit gedämpfter Stimme und war bemüht seine Gedanken nicht zurück an den Nachmittag schweifen zu lassen, an welchem sich ihr Gespräch irgendwann wegen seines Stammelns verlaufen hatte. Und doch waren seine Gedanken längst an diesem Nachmittag angelangt, sodass er sich schließlich leicht räusperte, als würde er sich darum bemühen seiner Stimme so die fehlende Lautstärke zurückzubringen. „Hm?“, erkundigte er sich dann auf ihre letzten Worte hin und versuchte sich deren Klang und Inhalt in Erinnerung zu rufen, ehe er sich ihre Wange besah und Momente lang versucht war zufrieden zu nicken. „Nein, da…“, erwiderte er ihr dann und war versucht wieder auf umständliche Art und Weise auf die Überbleibsel des Fleckes aufmerksam zu machen, ehe er abermals die Hand nach ihrer Wange ausstreckte und den übrig gebliebenen kleinen Fleck in einer fließenden Bewegung mit seinem Daumen von ihrer Wange rieb. „Jetzt ist er weg“, bemerkte er dann unnötigerweise, lächelte schwach und wandte sich dann ab, um ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Das Gästehaus aufsuchen, den Dreck abwaschen und dann ins Bett.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

"Gut, danke!", antwortete Alrun erfreut lächelnd. Sie ging zu ihrem Speer und nahm die Jacke davon herunter, um sie sich anzuziehen, auch wenn sich das schon kaum noch lohnte. Dann griff sie zum Speer und ging einige Schritte in Richtung des Gasthauses, hielt jedoch an der Tür noch einmal inne. Ob das wirklich halten würde, was sie da improvisiert hatten? Alrun hatte da durchaus nagende Zweifel. Und wenn sie ja doch nicht schlafen konnte, wenn sie sich dessen nicht sicher war, konnte sie auch gleich hier wachen. Am nächsten Tag konnte sie noch genug schlafen, sie blieben ja doch hier, dann würde sich schon jemand finden, der ein Auge auf diese Schwachstelle haben konnte. Nein, sie sollte wirklich hier bleiben und aufpassen...
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Und seine Tasche nicht vergessen, ergänzte Varoujan seinen vorherigen Gedankengang, als er ebendiese erreichte und kurz beäugte, als wäre sie auf eine unerklärliche Art und Weise hierher gekommen. Er hätte sie wohl tatsächlich vergessen, wäre er nicht geradewegs über sie gestolpert und hätte sie wohl erst innerhalb des Gästehauses vermisst, wenn er sie gebraucht hätte. Und seinen Bogen, den brauchte er zwar gerade nicht, aber er hatte ihn ebenfalls vergessen. Der Zakida seufzte leise und wandte sich um, erst jetzt bemerkend, dass Leutnant Alrun ihm nicht gefolgt war, sondern sich kaum von der Mauer entfernt hatte. Er ging die Schritte zurück, die er bereits gelaufen war, die Tasche in seiner rechten Hand, damit er sie unter Umständen nicht noch einmal vergaß und ging schließlich an der Sertianerin vorbei, um seinen Bogen vom Boden aufzulesen, ehe er ihrem nachdenklichen Blick zu der Pforte folgte. „Ihr wolltet zu Bett, Leutnant“, bemerkte er dann und sah ihr abwartend entgegen.
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Nimiel

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Moosmutzel]

Daltor machte ich auf den Weg in sein Zimmer. Etwas belebt durch den Tee würde er sicher noch eine Zeit lang weiter arbeiten können. Er zündete die Kerze wieder an und machte es sich auf dem harten Stuhl so bequem wie möglich.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

"Ja, wollte ich", erwiderte Alrun ein wenig brummend und verzog den Mund. Überrascht stellte sie fest, dass Varoujan seine Bemerkung weniger als Feststellung oder gar Frage formuliert hatte, sondern sogar eher als Aufforderung. Sah ihm gar nicht ähnlich, stand ihm aber gut. "Aber inzwischen bin ich gar nicht mehr müde", erklärte sie und fragte sich im selben Moment, warum sie nicht einfach sagte, warum sie nicht gehen wollte. Es war schließlich ihre Entscheidung. Aber vermutlich hatte sie bemerkt, dass die Männer hier allzu oft übermäßig um sie besorgt waren, und dass es taktisch klüger war, ihre Bedenken zu zerstreuen als einfach nur zu bestimmen, was sie zu tun gedachte. Früher hatte sie derlei Umwege nie nehmen müssen, und genau genommen fand sie es auch unsinnig. "Ich will das Tor nicht unbeaufsichtig lassen", erklärte sie daher und hielt den Blick weiter auf den Steinhaufen gerichtet. Sie konnte ohnehin genau sagen, welche Miene Varoujan jetzt gerade machte.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

„Ah“, bemerkte der Zakida unbestimmt und ließ seinen Blick ebenfalls zu dem Steinhaufen schweifen, von dem scheinbar etwas Faszinierendes ausgehen musste, aber für ihn blieben es einige aufgereihte und gestapelte Steine, die selbst für den Fall eines Falles vorerst Widerstand leisten würden. Aber Leutnant Alrun sah das anders, natürlich sah sie das anders. Es hätte ihm klar sein müssen, als sie bereits bemerkt hatte, dass sie hoffte, dass diese kleine geschaffene Mauer auch halten würde. Vielleicht auch schon früher. „Dann solltet ihr mich später wohl wecken, damit ihr nicht die ganze Nacht damit beschäftigt seid das Tor zu beaufsichtigen“, fuhr Varoujan irgendwann fort und bedachte den Steinhaufen nun mit einem leicht unwilligen Blick, da ihm soeben durch den Kopf ging, dass die Sertianerin und er sich die Mühe hätten sparen können, wenn sie ihrer Arbeit sowieso nicht vertraute. „Und vielleicht lernen manchen Dingen mehr zu vertrauen“, fügte er noch an und wandte sich dann ab, da er genau wusste, dass es keinen Sinn hatte mit ihr zu diskutieren.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Alrun runzelte die Stirn und wandte sich dem Zakida zu. Offensichtlich war er dagegen, dass sie hier blieb, sprach seine Bedenken aber auch nicht aus. Und doch klang gerade sein letzter Satz beinahe wie ein Vorwurf. Sie verstand nur überhaupt nicht, weswegen. Irritiert und ein bisschen steif antwortete sie: "Ja, vielleicht." Glaubte er, sie tat das hier zu ihrer persönlichen Belustigung oder als Schikane gegenüber anderen? Doch am ehesten irritierte, fast schon verärgerte sie die Tatsache, dass er nicht aussprach, was er dachte, bis auf seinen vagen letzten Satz, der mehr offen ließ als erklärte. "Gute Nacht, Varoujan."
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

„Gute Nacht, Leutnant“, erwiderte der Zakida leise und wandte sich nochmals halb zu der Sertianerin um, vielleicht in der leisen Hoffnung, sie würde doch noch von ihrem plötzlich gefassten Plan absehen, oder um ihr eben diesen auszureden, aber weder das eine, noch das andere passierte. „Vergesst nicht mich zu wecken“, fügte Varoujan noch an, nachdem ihr ‚vielleicht’ genug Raum gelassen hatte, um sich auszumalen, dass sie es nicht tun würde - warum auch immer – ehe er sich endgültig abwandte und erst einige Schritte weiter nochmals unter einem Seufzen stehen blieb. Sie gab ihm ein Rätsel auf, doch was ihn noch viel mehr irritierte, war die Tatsache, dass er nicht viel besser war. Dafür hatte er sich zu oft aus unterschiedlichen, ihm vollkommen schleierhaften Gründen aus der Ruhe bringen lassen. Varoujan schüttelte den Kopf, weil er genau wusste, dass alles Nachdenken nicht helfen würde und setzte sich wieder in Bewegung, bevor er letztlich das Zimmer betrat, in welchem er bereits am späten Nachmittag geschlafen hatte, da er jetzt nicht mehr nach einem noch freien Zimmer suchen und so möglicherweise die anderen bereits Schlafenden stören wollte. Er ließ seine Tasche auf die Matratze fallen, öffnete sie und legte die letzten beiden Kleidungsstücke zurecht, die noch sauber waren und welche ihn dazu bewogen leicht das Gesicht zu verziehen. Er hatte sie zu seiner Rückkehr nach Hause tragen wollen, wie er es einst versprochen hatte und keinen Tag vorher. Und nun würde es diesen Tag nie geben. Der Zakida riss sich auch von diesem Gedanken los, wusch sich Hände und Gesicht und sah immer wieder zur Tür, die sich bei allem Starren nicht öffnen wollte, ehe er sich schließlich hinlegte.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Noch kurz sah Alrun Varoujan hinterher, dann wandte sie sich ab. Sie fühlte sich... verraten? Zumindest aber verlassen. Und eigentlich kam sie sich auch ein bisschen dämlich vor, hier die ganze Nacht vor einer halbwegs verschlossenen Tür zu warten. Varoujan würde sie nicht wecken. Ihn bitten, etwas für sie zu tun. Er sah die Notwendigkeit nicht ein, und würde es nur tun, um ihr einen persönlichen Gefallen zu tun, und das wollte sie nicht. Warum nur sah außer ihr niemand ein, dass das Kloster geschützt werden musste, dessen Bewohner sie so gastfreundlich und uneigennützig aufgenommen hatten, und nicht zuletzt auch diese Gruppe, die doch mit einem so wichtigen Auftrag betraut worden war? Sie erklomm erneut die Mauer und schaffte es auch irgendwie, ihren Speer mit nach oben zu bringen. Frustriert stand sie dann eine Weile oben auf der Mauer und sah sich um, innerhalb wie auch außerhalb der Mauern. Es war dunkel und kalt und ruhig, das erste Mal seit langem war es um sie herum völlig ruhig. Selbst nachts war sie sonst von Menschen umgeben gewesen, hatte ein Feuer geprasselt, und die Pferde sich bewegt. Jetzt war es ganz still. Sie ging ein paar Schritte hin und her. Eine Nacht ohne Schlaf machte nichts, sie konnte ihn am Tag nachholen, für Daltor war sie sicher entbehrlich. Und in der nächsten Nacht? Tagsüber? Wer würde dann hier wachen? Sie brummte missmutig. Sie wollte hier weg, und sie würde bleiben.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Um ihn herum tobte eine Schlacht, in welcher man längst vergessen zu haben schien, warum man sie auszufechten begonnen hatte und wer für welche Seite, welchen Glauben und für welche Überzeugung kämpfte. Es schien gleichgültig und vergessen worden zu sein. In dieser Schlacht verwandelte sich Hass in Verzweiflung und Verzweiflung in Hass. Menschen, welche einst Freunde gewesen waren, waren zu erbitterten Feinden um das eigene Überleben geworden und erbitterte Feinde zu flüchtigen Verbündeten, um das eigene Überleben zu sichern. Die Luft war erfüllt von Schreien und verzweifeltem Wehklagen, dem Klirren aufeinander treffenden Stahls und dem Wiehern tobsüchtig gewordener Pferde und niemand schien in dem herrschenden Wahnsinn zu bemerken, dass sich der einst klare Himmel über ihren Köpfen zusammenzog und eine Unheil verkündende Wand ungewöhnlich dunkler Wolken auf sie zurollte. Überall dort, wo der Himmel sich zu verdunkeln anfing, begannen die Kämpfe und Schreie am Boden vorübergehend zu verstummen und die Blicke der eben noch Kämpfenden gingen starr in die Ferne, wo sich dunkle, gewaltige Umrisse gegen das ferne Licht der Sonne abzeichneten, bevor sie ihre Blicke von Panik ergriffen losrissen und die Schreie wieder lauter wurden, nun vollends von Verzweiflung ergriffen. „Er ist hier!“, hörte er jemanden rufen und sah, wie eben noch Kämpfende ihre Waffen fallen ließen und die Flucht ergriffen. „Bei allen Göttern er ist unter uns!“, drang ein Schrei aus einer anderen Richtung zu ihm vor, bevor dieser in einem schauderhaften Röcheln erstarb. „Wir sind alle verloren“, begannen immer mehr zu rufen, und er glaubte in ihren erschöpften und von Schrecken erfüllten Gesichtern eine plötzliche Erkenntnis zu erblicken. Dass diese Schlacht sie die wahre Gefahr nicht hatte sehen lassen und nun, wo sie diese sahen es zu spät war um etwas gegen sie auszurichten. „Mögen die Götter uns…“

Jeder Schrei und jedes ferner erklingende Klirren von Stahl erstarb, als ein Grollen für einige Augenblicke alles zu übertönen drohte und der Boden unter ihren Füßen vorübergehend bebte und während manche gen Himmel blickten, jedoch vergeblich auf ein vermeintlich erneutes Donnergrollen oder zuckende Blitze warteten, starrten andere regungslos in die Ferne, zu den dunklen, gewaltigen Umrissen, von wo aus das Grollen ertönt war. Aus dem Norden und dem Süden, aus dem Westen und dem Osten. Man hatte sie umzingelt, ohne dass es ihnen aufgefallen war. Und doch sollte es nicht die letzte Erkenntnis bleiben, ehe sie alle starben, nicht nur dahingerafft von Drachen, welche sich dort in der Ferne abgezeichnet hatten und niedergemacht von Wyrsa, die wie aus dem Nichts unter ihnen aufgetaucht waren sondern auch von Menschen, welchen sie vertraut hatten, welche sie in den letzten Wochen ihres Lebens geleitet hatten, ihnen Hoffnung eingeredet hatten. Er erkannte, dass sie alle sein Zeichen trugen und erkannte, dass sie sowohl von den Wyrsa, den Drachen und all den anderen Schrecken unberührt blieben, während um sie herum alles starb.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Gamina]

Sie hätte sich ihren Mantel mitnehmen sollen, aber Alrun hatte vorhin ja nicht ahnen können, wohin das führen würde, sie hatte einfach nur nach Sheena, Feyaria und Jaime suchen wollen. Und jetzt war es eben zu spät. Man verließ seinen Posten nicht, wenn man seine Wache einmal angetreten hatte. Immerhin verhinderte die Kälte, dass sie allzu bald müde wurde. Hoffte sie jedenfalls. Außerdem war die Kälte nicht so schlimm. Was ihr viel mehr zusetzte, war das Gefühl, allein zu sein, über die bloße Abwesenheit von Menschen hinausgehend. Sie hatte schon schlimmere Wachen gehalten, aber da hatte sie sich nie so allein gefühlt. Sie vermisste ihre Kameraden und die Sicherheit, die sie auch in unsicheren Situationen in ihrer Nähe empfunden hatte, und, was sie nie geglaubt hätte, sie vermisste ihre Vorgesetzten. Hätte Leutnant Theadissu ihr befohlen, diese Wache zu halten, es wäre alles ganz anders gewesen. Nun hatte sie eher noch das Gefühl, sich rechtfertigen zu müssen für das, was sie hier tat. So gesehen freute sie sich ohnehin nicht auf den Morgen, denn er würde nichts Gutes bringen. Außerdem würde sie am Morgen nicht nur durchgefroren, sondern auch müde sein, also ging es ihr im Moment im Vergleich wirklich gut. Der Gedanke erheiterte sie auf seltsame Weise und sie lachte leise auf. Es blieb nur der bittere Beigeschmack, dass sie sich einsamer fühlte als noch Stunden zuvor. Jaime war ein Assyner, Varoujan hatte sie verlassen, Sheena und Feyaria hatten sich wohl vollends von ihr abgewandt - sie hoffte nur, dass das nicht auch für den Rest der Gruppe galt. Einzig in Daltors Gegenwart hätte sie sich nun wohl wirklich wohl gefühlt, aber viel zu sagen hatten sie sich auch nicht, sie waren so verschieden.
Sie schob das elende Selbstmitleid beiseite. Sie war Offizier der Sertianischen Armee, so etwas schickte sich einfach nicht für sie. Sie hatte die Dinge zu nehmen, wie sie waren, und zu tun, was sie tun musste. Und was morgen war, würde sie morgen entscheiden. Entschlossen nickte sie und schritt weiter die Mauer auf und ab.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Abend [Re: Centaurea]

Varoujan erwachte ohne einen Aufschrei und blinzelte eine einzelne Träne weg, während er Mühe hatte Traum und Wirklichkeit voneinander zu trennen. Die Stille, die den Raum erfüllte erschien ihm Momente lang unwirklich, während sein Herz raste und seine Lungen brannten und er gegen ein Gefühl von Angst, Hoffnungslosigkeit und Panik ankämpfte und mit leisem Erstaunen bemerkte, dass der Geruch von Blut mehr und mehr einem angenehmen Geruch von Blumen und Seife wich. Es war nicht passiert. Es war nur ein Traum. Er setzte sich zitternd auf, starrte vorübergehend auf das leere Bett, welches dem seinen gegenüberstand und erhob sich dann, um sein schweißnasses Gesicht zu waschen und um anschließend das Zimmer zu verlassen. Er konnte und wollte sich nicht sogleich wieder hinlegen und weiterschlafen, nicht, wenn dort womöglich der Rest dieses Traumes lauerte, von welchem er sich nicht sicher war, ob er schlimmer war, als ein Traum über einen Menschen, den er inzwischen kannte. Ein Leben, oder das von Hunderten? Varoujan hustete unterdrückt, ein abklingendes Gefühl von Übelkeit zurückkämpfend und begab sich dann in die Küche, um etwas frischen Tee aufzusetzen, ehe er sich mit einer Tasse von diesem hinaus in das von Dunkelheit eingehüllte Kloster begab und nach der Sertianerin suchte, die er in der Nähe oder irgendwo auf der Mauer vermutete, um ihr den Tee zu reichen und sie anschließend von ihrer Wache abzulösen.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Man stand auf der Mauer ungequem, denn man musste ständig darauf achten, nicht auf lose Steine zu treten, auch wenn Alrun nach einiger Zeit herausgefunden hatte, wo diese lagen. Und das Sitzen war auch nicht angenehm, dafür war die Mauer einfach zu kalt. Aber im Sitzen wurde man ja auch eher müde als im Stehen, also fuhr Alrun fort, auf der Mauer hin und her zu laufen. Sie bemühte sich während dieser Zeit redlich, keinen Groll gegen ihre Gefährten zu hegen, oder ihren Groll zumindest nicht weiter wachsen zu lassen. Sie konnten nichts dafür, versuchte sie sich zu überzeugen. Sie sahen einige Dinge eben anders als sie. Und überhaupt musste sie das auch gar nicht interessieren, solange alles andere funktionierte. Immerhin waren sie ja auch bisher verhältnismäßig gut vorangekommen, und darauf kam es ja an. Es war nicht notwendig, dass man befreundet war, um miteinander zu reisen. Sie hoffte nur, dass hier nicht bald mehr aus dem Ruder lief. Sie wusste nicht wirklich, was alles passieren konnte, dafür konnte sie Menschen und Lage nicht gut genug einschätzen. Aber ihr war durchaus bewusst, dass eine Reise mit Menschen, die statt ihre Meinungsverschiedenheiten zu überwinden diese nur vertieften, wenig angenehm sein konnte.

Die Zeit verging langsam, auch wenn es vieles gab, mit dem Alrun ihren Geist beschäftigen konnte, und war es zeitweise das Rezitieren von Vorschriften, oder auch von Gedichten über Helden der sertianischen Geschichte. Und auch, wenn man dies im Moment nicht merkte, versuchte sie weiter ihre Moral zu stärken, befand sie sich immerhin noch auf heimischem, sertianischem Boden. Auf einer sertianischen Mauer, um genau zu sein. Aber doch immerhin noch in Sertia. Noch dazu auf geweihtem Boden. Mauer. Was auch immer.
Sie wurde aus ihren ohnehin immer unsinniger werdenden Gedanken gerissen, als sie hörte, dass sich Schritte ihrem Posten näherten. Sie wandte sich ihnen zu und erkannte Varoujan, der tatsächlich kam. Verdattert sah sie ihm entgegen. Mit seiner Erkältung hatte sie fest damit gerechnet, dass er die Nacht durchschlief, und selbst wenn er wach geworden wäre, hatte sie angenommen, er würde warten, bis sie ihn abholte.
"Varoujan", bemerkte sie, als er nahe genug an sie herangetreten war, und stützte sich mit der linken Hand am Speer ab, während sie die Rechte in die Hüfte stemmte. "Was tut Ihr hier?"
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

Er wusste selbst nicht ganz genau, warum er hier war und sich nicht die Zeit genommen hatte, um den Traum soweit zu verarbeiten, dass er ihn nicht mehr so berührte, wie er es jetzt noch tat, sodass Varoujan die Sertianerin Momente lang allein ansah. Weil er nicht alleine sein wollte, vielleicht, oder weil er sich erhoffte, dass sie ihm einen Teil seiner Ruhe zurückgab, so, wie sie es schon einmal geschafft hatte. Der Zakida schluckte leer, während sein Blick noch immer auf ihr ruhte und sah schließlich auf die Tasse in seinen Händen, ehe er sie ihr entgegenhielt. „Euch einen Tee bringen – es ist kalt“, erwiderte er ihr dann und versuchte seine Hände so ruhig wie möglich zu halten, indes er die Frage verdrängte, ob sie auch dort gewesen war, in diesem Schlachtfeld. „Und…um euch ein wenig Gesellschaft zu leisten. Es war nicht richtig von mir euch hier, hm, alleine zu lassen.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Liebe Güte. Alrun riss überrascht die Augen auf und setzte sich auf die Mauer. Sie beugte sich herunter und nahm den Tee aus Varoujans ausgestreckten Händen entgegen. "Danke", erwiderte sie noch immer verwirrt und richtete sich wieder auf. "Das ist sehr nett. Das äh... wäre doch nicht... ich hab Euch ja schließlich weggeschickt." Sie hatte schlecht von ihm gedacht und er brachte ihr Tee und wollte ihr Gesellschaft leisten. Sie hatte ein schlechtes Gewissen. Unschlüssig drehte sie die Tasse in ihren Händen. "Außerdem seid Ihr erkältet, Ihr solltet in einem warmen Bett liegen und schlafen." Um überhaupt etwas zu tun nahm sie einen Schluck Tee und stellte fest, dass er tatsächlich warm war und obendrein nicht derselbe, den sie heute Nachmittag gemacht hatte. Er hatte tatsächlich mitten in der Nacht frischen Tee gekocht.
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Gamina

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

Varoujan lächelte schmal, nachdem er ihre Worte vernommen hatte und war kurze Zeit versucht sie darauf hinzuweisen, dass sie vorsichtig sein sollte, da der Tee noch warm war, aber da hatte sie bereits an diesem genippt, sodass er diesen Hinweis unausgesprochen ließ. Stattdessen ging sein Blick zu ihr hinauf, der Mauer folgend und für einen Moment ließ er seine Hand abschätzend über die Steine streichen, um nach kleinen Unebenheiten zu suchen, bevor ihm erst der Grund in den Sinn kam, warum die Sertianerin noch hier war. Die gestapelten Steine vor der Pforte. „Wohl nicht eindringlich genug“, erwiderte er ihr schließlich verspätet auf ihre Bemerkung, dass sie ihn schließlich weggeschickt hätte, was so nicht unbedingt stimmte, aber der Wahrheit doch recht nahe kam und lächelte nochmals, ehe er sich der kleinen, behelfsmäßig errichteten Mauer zuwandte, welche die Pforte zumindest für eine geraume Weile hatte schützen sollen. Der Zakida überprüfte kurz ihre Festigkeit, bevor er sich auf diese stellte, suchte mit seinen Händen nach der Klinke oder etwas Ähnlichem, was ihn vielleicht noch beim Aufstieg half und kletterte so schließlich zu ihr hinauf, sodass er Momente später neben ihr Platz nahm. „Ich dachte…es täte uns beiden gut etwas weniger allein zu sein“, bemerkte er dann leise und sah einen Augenblick auf seine Hände hinab, als wolle er für sich überprüfen, ob das Zittern endlich verschwunden war.
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Centaurea

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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Ein bisschen seltsam benahm er sich schon, stellte Alrun fest. Hatte Varoujan tatsächlich ein schlechtes Gewissen, weil er vorhin einfach so gegangen war? Hatte er gar deswegen nicht schlafen können? Das wohl kaum, ein paar Stunden sollten doch seitdem vergangen sein. Und dann war er mitten in der Nacht wach geworden und auf die Idee gekommen, zu ihr zu gehen? Doch er wollte sie nicht ablösen, sondern suchte Gesellschaft. Na, hoffentlich ging er am Ende ihres Gespräches nicht unverrichteter Dinge wieder weg und überließ ihr den Rest der Wache. Obwohl sie sich freilich ohnehin darauf eingerichtet hatte und er ja eigentlich krank war. Wie auch immer.
Sie musterte ihn irritiert. Er hatte so leise gesprochen und sah so seltsam befangen auf seine Hände. Er hatte doch irgendwas auf dem Herzen. Ohje. Und da suchte er sich ausgerechnet wieder sie aus, um darüber zu reden? Warum konnte er nicht warten, bis Jaime wach war? Endlich ging es ihr auf. "Habt Ihr wieder schlecht geträumt?", fragte sie ihn frei heraus. Mehr als falsch liegen konnte sie nicht, aber es deutete schließlich einiges darauf hin.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

„Ist es so offensichtlich?“, erkundigte sich der Zakida und lächelte beinahe verlegen, da er ihre Antwort im Grunde nicht zu hören brauchte, um seine Frage bestätigt zu wissen. Es bedurfte nicht immer eines Schreis, um erst darauf aufmerksam zu werden, dass etwas nicht stimmte und trotzdem hatte er gehofft, dass er sich nicht so rasch selbst verraten würde. „Aber es…“, fuhr Varoujan fort und ließ seinen Blick kurz zu der Sertianerin schweifen, wobei sein Blick schließlich auf ihren Händen zu ruhen kam, welche die Tasse mit Tee umschlossen hielten. Es war nichts, worüber er nun reden wollte, auch wenn sie darüber gesprochen hatten, dass es helfen konnte, diese Dinge zu teilen. Aber es war zu früh darüber zu reden und die Schlacht, die Schreie und die Verzweiflung noch viel zu nah, zudem ihm der Gedanke nicht gefiel diese Last noch irgendjemandem aufbürden zu wollen. „Aber das ändert nichts daran, dass ich euch einen Tee bringen und euch etwas Gesellschaft leisten wollte“, verbesserte er sich daher, wobei es Leutnant Alrun vermutlich nicht einmal auffallen würde, dass er etwas anderes hatte sagen wollen. „Es ist kalt und dunkel…niemand sollte hier draußen alleine sein und für eine kleine Ewigkeit seinen Gedanken nachhängen, während die Müdigkeit und die Dunkelheit damit beginnen einem einen Streich zu spielen. Ich hätte euren Bedenken mehr Gehör schenken sollen. Hier sein sollen.“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Alrun lächelte beschämt und sah wieder auf die Tasse in ihren Händen. Die Wärme tat ihren Fingern gut. Sie kam sich albern vor, weil sie sich vorhin über Varoujan geärgert hatte, und nicht einfach gesagt hatte, was sie gestört hatte. "Na, es reicht ja, wenn einer Wache hält", erwiderte sie schwach auf seinen letzten Satz hin. "Und ich bin es gewohnt, Wache zu halten, so schlimm ist das nicht... Es war nur..." Vielleicht sollte sie sich das nächste Mal erst überlegen, was sie sagen wollte, ehe sie einfach drauflosplapperte, denn nun wusste sie nicht, wie sie ihren Satz eigentlich beenden wollte, und ob überhaupt. "Vorhin, da... Ich hatte den Eindruck, als würdet Ihr mir einen Vorwurf daraus machen, dass ich hier bleiben wollte", erklärte sie endlich und sah ihn unsicher an.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

„Das habe ich auch“, bemerkte Varoujan leise, da er es nicht für nötig hielt seine Stimme weiter zu erheben und fuhr sich durch sein leicht nasses Haar, während ihm längst klar geworden war, wie engstirnig diese Reaktion gewesen war. Weil er hinter ihren Zweifeln nicht ihre Bedenken gesehen hatte oder zumindest nicht ernst genug genommen hatte, weil er irgendwie von ihren Worten enttäuscht gewesen war. „Und das tut mir leid. Ich wollte euch niemals einen Vorwurf daraus machen, dass ihr euch sorgt.“ Der Zakida sah einen Augenblick hinauf an den Sternenhimmel, während die kalte Luft ihm einen kurzen Schauer einjagte, aber er empfand die kühle Nachtluft als angenehm und irgendwie beruhigend. „Und ich wollte euch nicht mit dem Gefühl zurücklassen, dass ich eure Bedenken nicht ernst nehme. Man sollte…niemanden mit seinen Ängsten alleine lassen.“ Er lächelte schmal, weil er bemerkte, dass er sich wiederholte und so wenige Erklärungen für sein Verhalten vorhin fand. Aber er wusste selbst nicht, was ihn genau geritten hatte. Es war ihm selbst ein Rätsel. „Ihr solltet euch trotzdem alsbald schlafen legen. Es ist spät und der Tag war anstrengend.“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Verblüfft ob seiner Ehrlichkeit sah Alrun Varoujan an. Das war deutlich mehr gewesen, als sie erhofft hatte. Irgendwie schaffte er es immer wieder, sie zu verblüffen, indem er ganz plötzlich Dinge sagte und tat, die sie ihm nicht zugetraut hätte. Und irgendwie bestätigte sie das wieder einmal in ihrer Annahme, dass sie von Menschen im Allgemeinen einfach keine Ahnung hatte, denn es kam viel zu oft vor, dass sie feststellte, dass sie jemanden hier falsch eingeschätzt hatte, in vielerlei Hinsicht. Allein an diesem Tag hatte sie das mehrfach erlebt, mit immer wieder anderen Menschen. Vielleicht brauchte sie einen Adjutanten, der dafür zuständig war, Menschen einzuschätzen und sie dabei zu beraten, diese Gruppe zu führen. Über diesem dummen Gedanken lächelte sie leicht.
"Das werde ich auch", erwiderte sie endlich. "Sobald ich meinen Tee ausgetrunken habe. Danke, dass Ihr das gesagt habt." Man sollte niemanden mit seinen Ängsten allein lassen, hatte er gesagt, und zweifellos stimmte das nicht nur in Hinblick auf sie sondern es galt wohl auch für ihn, der offensichtlich noch unter dem Nachgeschmack einen bösen Traumes litt. "Die Dunkelheit hier draußen wird kaum dazu beitragen, Euren Alptraum zu vergessen, oder?"
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

„Ihr müsst mir nicht danken“, erwiderte der Zakida und runzelte dabei unmerklich die Stirn, da er an ihrer Stelle wohl von seiner knappen und nicht sonderlich entgegenkommenden Antwort enttäuscht gewesen wäre. Aber vielleicht hatten ihr diese wenigen Worte bereits genügt, womöglich, weil sie nicht mit ihnen gerechnet hatte oder aber, weil es ihr ähnlich ergangen war wie ihm und ihr Abschied voneinander nun für sie aufgrund seiner Antwort an Rätselhaftigkeit verloren hatte. Nun fehlte es nur noch ihm an einer solchen Antwort, stellte Varoujan in Gedanken aufseufzend fest, riss sich jedoch durch ihre letzte Frage rasch von diesem Gedanken los und ließ seinen Blick abermals in die Dunkelheit schweifen. „Die Dunkelheit macht mir keine Sorgen“, erwiderte er ihr dann irgendwann und löste seinen Blick von den fernen Umrissen der Bäume los, um die Sertianerin ansehen zu können. „Nun…vielleicht doch“, verbesserte er sich und lächelte schmal, bevor er an Leutnant Alrun vorbei sah und abermals in die Dunkelheit starrte. „Manchmal habe ich das Gefühl, als würde sie die eigenen Bedenken, Sorgen und Ängste erst wecken und dann mit einer ungeahnten Stärke zurückwerfen. Aber bei einem solchen Traum…es könnte vermutlich helllichter Tag sein und er würde nicht an seinem Schrecken verlieren. Zudem wohl irgendjemand ein Auge auf die Gegend dort draußen haben sollte, nicht wahr?“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Alrun zog besorgt die Augenbrauen zusammen. Sie hatte schon genug Alpträume erlebt, um zu wissen, dass zwar die meisten ihren Schrecken verloren, wenn man erst einmal aufgewacht und wieder unter Menschen war, es aber auch Ausnahmen gab. Die nämlich, die allzu realistisch waren, und mit den eigenen Ängsten spielten, die beinahe allgegenwärtig waren, und deren Schrecken hauptsächlich daher rührte, dass man tatsächlich erleben konnte, oder gar bereits erlebt hatte, wovon man träumte. Insofern konnte sie Varoujan nicht verübeln, wenn er nicht darüber sprechen wollte, es waren meist recht persönliche Empfindungen, die damit zusammenhingen. Aber wenn er es wollte, sollte er nicht das Gefühl haben, es interessierte sie nicht.
"Diese Reise ist für uns alle sehr hart. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn Ihr da schlecht träumt." Er hatte doch geträumt und keine Vision gehabt, oder? "Und wenn man müde ist, lässt einen die Dunkelheit oft Dinge und Bewegungen sehen, wo keine sind." Es klang auch in ihren Ohren flach, aber was sonst konnte sie ihm schon sagen? "Letztendlich war es aber nur ein Traum."
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

„Ich habe nicht das Gefühl, als würdet ihr regelmäßig schlecht träumen, Leutnant“, bemerkte Varoujan leise und verzog die Lippen zu einem schiefen Lächeln, während er sie verstohlen von der Seite musterte. Dafür wirkte sie die meiste Zeit innerlich zu ausgeglichen und stark, wofür er sie in Momenten wie diesem bewunderte, da es ihn in letzter Zeit viel zu oft an dieser Ausgeglichenheit fehlte. Und doch glaubte er aus ihren Worten herauszuhören, dass sie viel zu oft von Träumen heimgesucht worden war, die sich nicht so rasch abschütteln ließen und die sie wohl ansatzweise verstehen ließen, wie es ihm ging. „Ich glaube…“, begann der Zakida irgendwann fortzufahren und verschränkte seine Hände in seinem Schoß, um der Gefahr zu entgehen sie weiter unruhig zu bewegen, „…es liegt an diesen Visionen. Dieser immer wieder durchlebte Verlust. Es ist so schwer an etwas anderes zu denken, wenn ihr ihn immer wieder auf andere Art und Weise durchlebt. Wenn ihr immer wieder zum scheitern verurteilt seid. Wenn ihr immer wieder…“, er hielt inne und schluckte leer, den Blick abermals auf das Gesicht der Sertianerin gerichtet, welches halb vom Mond beschienen wurde. „Ich möchte euch nicht verlieren, Leutnant…“, fuhr er dann leise fort und hatte längst den Blick von ihr abgewendet. „Niemanden.“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Visionen? Besorgt sah Alrun ihn an. Er hatte wieder Visionen gehabt? Von ihrem Tod diesmal? Das war ein sehr beunruhigender Gedanke. Auf der anderen Seite hatte er auch von Jaimes Tod geträumt, und dieser war nicht eingetreten, stattdessen war Taher gestorben. Sie legte ihm die Hand auf den Unterarm und drückte ein wenig zu, damit er spürte, dass er nicht allein war. Ihr hatte sowas in vergleichbaren Situationen oft geholfen. "Wir tun, was in unserer Macht steht, Varoujan. Ihr selbst habt bereits Leben gerettet. Aber oft haben die Götter eben einen festen Beschluss über das Leben eines Menschen gefasst, manchmal muss man das einfach akzeptieren", erklärte sie mit leiser, ruhiger Stimme. "Ihr hattet wieder eine Vision?"
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

Der Blick seiner dunkelbraunen Augen ruhte auf seinem Unterarm, dort, wo er den sanften Druck ihrer Finger spürte und die Wärme, die an ihnen haftete und ihn einen Moment spüren ließen, wie kalt es war, bevor die Wärme sich allmählich verflüchtigte und nur mehr der sanfte Druck zurückblieb. Ein irgendwie seltsames Gefühl. Angenehm und doch hatte er nur schwerlich einem ersten Impuls widerstanden, welcher seinen Arm nicht dort hatte ruhen lassen wollen, wo er nun noch immer war. Und vielleicht sollte er ihn nun doch einfach wegziehen. „Eine Vision?“, wiederholte er stattdessen beinahe entsetzt und bemerkte erst jetzt, wie verworren er geklungen haben musste und wie…missverständlich seine Worte bei ihr angekommen sein mussten. „Nein. Es war nur ein Traum. Kein sonderlich schöner, aber nur…ein Traum. Es tut mir leid, wenn ihr...es ist nur…“, er stockte und spielte abermals mit den Gedanken seinen Arm endlich wegzuziehen, allein schon, weil er den Drang verspürte nicht länger an Ort und Stelle sitzen bleiben zu können. „Ich wollte euch keine Angst machen. Es tut mir wirklich leid.“ Und sie musste unwillkürlich Angst bekommen haben, weil sie ihm bisher vertraut hatte und er redete so missverständlich vor sich hin. Varoujan verzog unwillkürlich leicht die Lippen und sah hinab auf seinen Arm, wo noch immer ihre Hand lag und auf seine linke Hand, welche er irgendwann in seinem Wortschwall auf die ihre gelegt hatte. „Es ist nur nicht einfach, in Gegenwart dieser Visionen nicht daran zu denken, was alles passieren könnte, wenn…“, versuchte er ihr dann zu erklären und scheiterte irgendwie dennoch. „Ich habe von einer Schlacht geträumt. Zwischen Assynern und Sertianern - angestachelt von der Schattengilde. Es war eine Falle. Eine simple Falle um die beiden Länder von der Wiederkehr des Fünften abzulenken. Sie sind alle gestorben. Getötet von Mitgliedern der Gilde oder Geschöpfen des Fünften. Ich musste nur…ich musste nur früher oder später bei diesem Traum an euch denken.“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Erschüttert schwieg Alrun einige Augenblicke lang. Was er da sagte empfand sie als weitaus beunruhigender als die vermeintliche Vision von ihrem Tod, die sie vorher fälschlicher Weise aus seinen Worten herausgehört hatte. Es gab unendlich viele Schlachten zwischen Sertia und Assyna, das war Alltag und würde es noch lange bleiben. Es war eben so, eine Gesetzmäßigkeit wie das Wandern der Gestirne. Doch nie war Alrun auf die Idee gekommen, dass dies alles nur eine bloße Falle war, Mittel zu einem anderen Zweck. "Ihr... Ihr meint, dass... Die Schattengilde?! Es war nur ein Traum", erwiderte sie. Es konnte einfach nicht sein, es durfte nicht sein. Der Krieg zwischen diesen beiden Ländern war schon immer gewesen, und es ging um Macht, Länder, Reichtum und Sklaverei. Die beiden Länder hatten sich für diesen Krieg entschieden und sie allein waren dafür verantwortlich, dass er weitergeführt wurde. Nicht eine Gruppe Verrückter, die die Rückkehr des Verstoßenen vorbereiten wollte. Alles andere war einfach unmöglich. "Die Schattengilde hat mit diesem Krieg nichts zu tun", wiederholte sie und versuchte, bestimmt zu klingen.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

Noch immer ruhte sein Blick auf ihren Händen, während er zu spüren glaubte, wie die Sertianerin mit sich rang und unwillkürlich wünschte er sich, er hätte auch nur einen Moment nachgedacht, bevor er ihr von seinem Traum erzählt hatte. Dann wäre ihm sicherlich aufgefallen, dass allein die bloße Vorstellung, dass die Schattengilde seit jeher geführte Kriege beeinflusste, eine der schlimmsten Vorstellungen war, welche jemandem wie Leutnant Alrun durch den Kopf gehen konnte. Weil sie…alles in Frage stellte. Varoujan schluckte abermals leer, während er seine Hand von der ihren gleiten ließ und wusste vorübergehend nicht, was er sagen sollte und ob es überhaupt etwas gab, womit sich ihre Erschütterung rasch aufheben ließ. Wenn er doch nur einen Moment nachgedacht hätte, nur einen winzigen. Er sah von seinem Unterarm zu ihr auf und betrachtete einen Augenblick beunruhigt ihr Profil, welches an Weichheit verloren hatte und in welchem sich Sorge, Unsicherheit und Zweifel widerspiegelten, bevor er seine freie Hand zögerlich anhob und an die von ihm abgewandte Wange legte, um sie so behutsam dazu zu bewegen ihn anzusehen. „Und sie hat nichts mit euren Überzeugungen zu tun“, schloss er dann an ihre Worte an und ließ seine Hand so unwillkürlich viel zu spät wieder sinken. „Es fällt mir zwar nicht leicht zu verstehen, dass Sertia scheinbar keine andere Wahl bleibt, als Kriege über Grundsätze entscheiden zu lassen, aber…diese Grundsätze selbst sind nichts Schlechtes. Ganz im Gegenteil…ich sehe nichts Falsches daran Menschen die Freiheit geben zu wollen, die man selbst genießt. Ihr…versucht diese Welt zu stärken, nicht sie zu schwächen. Lasst nicht einen Traum daran rütteln.“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Seine Hand an ihrer Wange zu spüren war ein seltsames Gefühl. Es war eine beinahe väterliche Geste von einem oft so schüchternen Mann, der die meiste Zeit über jegliche Nähe zu meiden schien und auch jetzt die Berührung schnell wieder beendete. Und eigentlich hätte sie sie als Leutnant der Sertianischen Armee als beinahe beleidigend empfinden sollen. Doch es war dunkel und Nacht und Varoujan hatte seine Geste nicht überheblich bevormundend gemeint, sondern war wie so häufig sorgend um ihr Wohl bemüht, wie es in dieser Gruppe neuerdings recht oft geschah. Seit dem Biss, wie es ihr schien. Womöglich hatte er ihren Gefährten gezeigt, dass sie keinesfalls unverwundbar war, hatten eine menschliche Schwäche offenbart, an die sie vorher vielleicht nicht gedacht hatten? Dass sie verwundbar war, war Alrun nichts Neues, und doch verfluchte sie sich nicht zum ersten Mal an diesem Tag für ihr Ungeschick, für das sie womöglich die rechte Strafe erhalten hatte, und von dem sie weiter wünschte, es wäre nicht passiert, weil es so vieles komplizierter machte.
"Natürlich bleibt meine Überzeugung und meine Loyalität davon unbenommen", erklärte sie endlich und zog ihre Linke von seinem Arm zurück, um die abkühlende Teetasse nun wieder mit beiden Händen zu umschließen. "Aber der Gedanke, dass die Macht der Schattengilde bereits so groß sein sollte, dass sie die Strategien und Entscheidungen der beiden Länder derart beeinflussen kann, ist einfach... ungeheuerlich." Missmutig warf sie einen Blick über die Schulter, doch auch außerhalb der Mauern war es ruhig geblieben. "Ich kann nur beten, dass es ihnen gelingt, die Gilde zu durchschauen." Mehr konnte sie wirklich nicht tun, als das und zu hoffen, dass Besan mit ihrer Nachricht und Warnung durchgekommen war und ernstgenommen wurde. "Der Krieg wird so schon erbittert genug gefochten. Wir brauchen niemanden 'von außen', der dies noch unnötig vorantreibt", erklärte sie und nahm einige Schluck Tee, der inzwischen merklich abgekühlt war.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

Varoujan schwieg eine geraume Weile, abermals nicht wissend, was er der Sertianerin antworten sollte, weil er zu wenig von diesen Dingen verstand. Man musste sich die Überzeugung von Hunderten zunutze machen, um Strategien und Entscheidungen beeinflussen zu können und er wusste nicht, ob diese Überzeugungen nicht früher oder später gegen die alltäglich gelebte Loyalität verloren. Weil die Gefühle viel zu oft im Keim erstickt wurden, wenn sie an die Oberfläche zu kommen drohten…
Der Zakida hielt in seinen Gedankengang inne, als er bemerkte, dass zumindest sein letzter Gedanke nicht mehr viel mit seinem ursprünglichen Gedanken zu tun hatte. Er hatte von Hunderten abermals auf eine Einzelne geblickt und hatte nicht über Strategien und Entscheidungen die von Überzeugungen und Loyalität beeinflusst wurden nachgedacht, sondern über einfache Reaktionen während eines Gespräches. „Wenn niemand vergisst, wofür er kämpft, sollte man sich nicht beeinflussen lassen können. Man…müsste so vieles vollkommen verbiegen und wenn man wirklich weiß, wofür man kämpft, müsste die Schattengilde…früher oder später auf Widerstand stoßen.“ Oder stand in diesem Fall doch die Loyalität im Weg? Weil man…Strategien und Entscheidungen nicht anzweifelte? Er runzelte nachdenklich die Stirn, während er versuchte diesen Gedanken weiterzuführen, stellte jedoch rasch fest, dass dieser Gedankengang zu müßig war und gab es auf. Er wusste es einfach nicht. „Ihr solltet ihn trinken, so lange er noch halbwegs warm ist“, wechselte er dann das Thema und deutete mit seinem Kopf auf die Tasse in ihren Händen. „Und dann endlich ins Bett.“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Leise und humorlos lachte Alrun auf. "Ach, Varoujan", begann sie mit traurigem Unterton. "Ihr dürft nicht glauben, dass Sertias Armee ausschließlich aus überzeugten Kämpfern für das Gute besteht. Außerdem sind wir alle nur Befehlsempfänger. Man kann nicht Sertia gegenüber loyal sein und Befehle missachten. Und wenn..." Unwohl atmete sie aus. Die Erkenntnis auszusprechen verlieh ihr Gewicht und machte sie ungleiche realer, dennoch rang sie sich endlich dazu durch: "Und wenn die Gilde ihre Einflussnahme nur hoch genug ansetzen kann..." Dann konnte Varoujans Traum wahr werden. Sie trank den letzten Schluck ihres Tees aus. Man konnte nicht Sertia gegenüber loyal sein und Befehle missachten, hallte ihre eigene Stimme in ihrem Kopf nach. Und doch traf beides auf sie zu. Sie griff hinter sich nach ihrem Speer, um ihren Aufbruch anzukündigen. Das Gespräch hatte soeben eine für sie äußerst unangenehme Wendung genommen.
"Ihr habt Recht, ich sollte endlich ins Bett gehen. Braucht Ihr noch etwas? Eine Decke vielleicht?"
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

Ein abrupter Abschied, der zweite binnen weniger Stunden und obwohl der Grund dieses Mal ein anderer war, änderte es nichts an seinem Gefühl, dass er sich zum zweiten Mal einen anderen Abschied gewünscht hätte. „Nein, ich brauche nichts, aber…danke der Nachfrage“, erwiderte Varoujan schließlich und musste sich zwingen allein auf ihre letzten Worte zu reagieren und nicht den Rest seiner Gedanken auszusprechen, weil es offensichtlich war, dass ihre eigenen Worte etwas in ihr ausgelöst hatten und sie nun irgendwie damit fertig werden musste. Wenn er doch nur einmal an diesem Tag auch nur eine Sekunde vor dem Reden nachgedacht hätte…aber er besaß wohl offensichtlich das Talent jedes Gespräch welches sie führten irgendwie, ganz gleich auf welche Art und Weise, unangenehm zu beenden. „Dann…gute Nacht, Leutnant.“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

"Nun gut", antwortete Alrun, auch wenn sie sich wunderte, dass er auf ihr Angebot mit der Decke nicht einging, es war immerhin recht kalt geworden, wir ihm zweifellos in den letzten Minuten aufgefallen sein musste. "Danke, dass Ihr gekommen seid", nickte sie ihm zu und lächelte ihn leicht an. Dann warf sie den Speer hinunter und sprang mit der Tasse in der Hand hinterher. Sie biss die Zähne zusammen, als ein Schmerz ihre Wade durchzuckte, dann zog sie den Speer aus dem Boden und wandte sich noch einmal zu dem Zakida auf der Mauer um. "Gute Nacht", rief sie ihm freundlich zu und wandte sich dann um, um zurück zum Gasthaus zu gehen.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

„Ihr braucht mir nicht zu danken“, erwiderte der Zakida leise, nicht sicher, ob sie seine Worte überhaupt hörte, da er sie genau in dem Moment aussprach, als die Sertianerin von der Mauer sprang. Eigentlich war er es, der sich bedanken musste – oder entschuldigen, je nachdem, aber sie schien ihm den Verlauf ihres Gespräches weniger übel zu nehmen, als er selbst, oder zumindest versuchte sie diesen Anschein zu erwecken, denn ihr Dank hatte durch und durch ehrlich geklungen und nicht wie eine leere Höflichkeitsfloskel, was ihn einen Augenblick lang wirklich verwundert hatte. Vielleicht ging es ihr wie ihm und die Gegenwart eines anderen hatte ihr genügt, um die bis dahin verfolgten Gedanken fallen zu lassen, auch wenn es ihm schwer fiel sich vorzustellen, dass sie schlimmeren Gedankengängen nachgehangen haben könnte, als dem eben. Varoujan lächelte schmal, als sie ihm schließlich eine Gute Nacht wünschte und verfolgte ihre ersten Schritte schweigend, ehe er sich recht abrupt aus seiner sitzenden Position erhob und so für einen Moment Mühe hatte sein Gleichgewicht zu bewahren. „Leutnant, wartet…“, rief er der Sertianerin dann zu, noch etwas atemlos von dem flüchtigen Moment, in welchem er vor Schreck die Luft angehalten hatte und wartete, bis sie stehen geblieben war und sich halb zu ihm umgedreht hatte. „Versprecht mir noch, dass ihr nicht mehr allzu lange über…meinen Traum nachdenken werdet.“
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Gamina]

Alrun schüttelte schmunzelnd den Kopf. Es war furchtbar, dass er sich ständig so sorgte und ihr anscheinend jede Last ersparen wollte. Sie war schließlich kein Kind mehr, und sie wollte auch nicht so behandelt werden. Und doch konnte sie ihm freilich nicht böse sein, weil er es ja nur gut meinte. "Heute Abend nicht mehr, Falke", rief sie vielsagend zurück und wiederholte: "Gute Nacht." Dann drehte sie sich um und ging endgültig zum Gasthaus zurück.

Sie sah noch einmal kurz in der Küche nach dem Rechten und schenkte sich noch eine Tasse Tee ein. Das Feuer, das Varoujan wohl entzündet hatte, brannte allmählich nieder und jetzt, da Alrun im Warmen war, spürte sie, wie ihr die Müdigkeit in die Glieder kroch. Ob der Einfluss der Schattengilde wirklich so groß war, überlegte sie, während sie ihren Tee trank und in die Glut starrte. Der Hass zwischen Sertia und Assyna war an sich groß genug, es brauchte niemanden von außen, der ihn noch schürte. Man bekämpfte sich auch so schon beherzt genug. Oder wäre der Hass ohne ihren Einfluss vielleicht nicht so groß gewesen? Nein, sicher nicht. Die Zustände in Assyna mussten einfach bekämpft werden. Unwillkürlich musste sie an Jaime denken, und den Nachmittag im Stall. Ein Assyner, ausgerechnet. Freilich hatte es nichts zu bedeuten gehabt, es war ein Abenteuer gewesen, mehr nicht. Aber trotzdem. Freilich war es für diese Reise unerlässlich, dass sie ihre Feindschaften für eine Weile vergaßen, und das schaffte sogar Varoujan, wo die Zakida unter den Assynern mehr zu leiden hatten als alle anderen. Aber so weit musste man ja doch nicht gehen. Irgendwann wollte sie schließlich wieder zurückkehren, wenn man sie ließ, und dann musste sie auch wieder gegen Assyner kämpfen. Musste nach allen Gesetzen auch Jaime töten können. Auch wenn sie wohl nie in eine entsprechende Situation geraten würde.
Sie trank ihren Tee aus und ging nach oben, diese unnützen Gedanken zu verdrängen suchend. In ihrem Zimmer entledigte sie sich ihrer Waffen, zog die Stiefel aus, legte die klamme Hose über einen Stuhl und hängte ihre Jacke über die Lehne. Dann endlich kroch sie unter ihre Bettdecke.
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Re: 2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Nacht [Re: Centaurea]

„Schlaft gut, Leutnant“, rief Varoujan der Sertianerin noch nach, bevor er einige Momente lang still in sich hineinlächelte und sie dabei beobachtete, wie sie mehr und mehr von der Dunkelheit verschlungen wurde und schließlich aus seiner Sichtweite verschwand. Falke…es war noch immer ein seltsames Gefühl, das ihn durchströmte, wenn sie dieses Wort aussprach, aber kein Unangenehmes, obwohl das aufgrund der dahinter verborgenen Bedeutung eigentlich recht naheliegend gewesen wäre. Nein, es war eigentlich recht angenehm. Jedes Mal unerwartet und überraschend, aber angenehm, auf eine seltsame Art und Weise.
Der Zakida schüttelte über sich selbst den Kopf, ließ seinen Gedankengang fallen und wandte sich endlich auf der Mauer um, um seine Aufmerksamkeit der Umgebung außerhalb der Mauer zu widmen.

Der Rest der Nacht verlief ruhig, in welcher der Zakida einige Male die Mauer auf und ab gelaufen war, um seine Konzentration aufrechtzuerhalten, denn er wartete die ganze Nacht vergebens auf ein leises Rascheln oder auf durch die Dunkelheit huschende Umrisse, welche seine Aufmerksamkeit für eine geraume Weile gefesselt hätten. Nur ab und an hatte in weiter Ferne Wolfsgeheul die nächtliche Stille durchbrochen und Varoujan somit bestätigt, dass das Wolfsrudel, welches Feyaria und Sheena wohl zu ihrem Schutz gerufen hatten noch in der Nähe des Klosters war, sodass seine größten Bedenken irgendwann seinem eigenen Husten galten, welcher immer mal wieder beunruhigend laut und unangenehm die Stille durchbrach. Erst als erste Schritte und leise Stimmen davon zeugten, dass das Kloster zu neuem Leben erwachte, riss der Zakida seine Aufmerksamkeit hin und wieder von der Landschaft außerhalb der Mauern los, um seinen Blick ab und an dem ein oder anderen Klosterbewohner folgen zu lassen und blieb schließlich irgendwann an den großen Fenstern des Tempels hängen, in welchen sich erste Sonnenstrahlen brachen und diese, eines nach dem anderen, sanft zum schimmern brachten.
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Mit zwei schweren Körben beladen machte sich Sime auf den Weg zum Gasthaus. Ein arbeitsreicher Tag erwartete ihre Gäste, oder zumindest einen davon, und dafür sollten sie doch ordentlich gestärkt werden. Und sicher hatten sie auf ihrer Reise bisher einige Entbehrungen ertragen müssen, während hier die Früchte in der Sonne reiften. Sie war schon an der Tür angelangt, als sie ein Husten vernahm, von dem sie zunächst nicht wusste, woher es kam. Kurz hielt sie inne und sah sich um, dann stellte sie die Körbe neben der Tür ab und ging um das Haus herum. Da stand jemand auf der Mauer, stellte sie verwundert fest. Einer ihrer Gäste, und die Sonne war noch nicht einmal vollständig aufgegangen.
"Guten Morgen... Was tut Ihr denn oben?", wollte sie wissen und trat näher.
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Sakura_chan]

Sheena hatte noch lange am Abend mit Feyaria zusammen gesessen und sie mit Fragen gelöchert um so viel wie möglich von der Zakida zu erfahren, wenn sie schon nicht lehren konnte oder wollte. Aber alleine durch fragen konnte man ja schließlich auch eine Menge erfahren und lernen.

Auch als sie früh am nächsten Morgen erwachte, drehten sich ihre Gedanken immer noch um das Erlebte des Vorabends. Nichtsdestotrotz machte sie sich daran ihre schmutzige Kleidung zusammen zu suchen um diese zu waschen und, wo es nötig war, auszubessern.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Sakura_chan]

Bereits einige Male hatte sein Husten oder sein bloßes Stehen auf der Mauer den ein oder anderen meist fragenden Blick auf sich gezogen, bevor die Klosterbrüder und Schwestern tuschelnd weiter ihrer Wege gegangen waren, sodass es Varoujan leicht überraschte, als er hinter seinem Rücken schließlich sich nähernde Schritte vernahm. Der Abt vielleicht, der sich nach dem Rechten erkundigen wollte oder der Heiler, der vermutlich erwartete ihn um diese Zeit schlafend in einem warmen Bett anzutreffen. Aber zumindest für letzteren waren die Schritte, die sich ihm näherten wohl zu bedacht gewählt. „Ah, Sime, guten Morgen“, entwich es so seinen Lippen letztlich, als er sich endlich zu der jungen Frau umwandte und schenkte ihr ein freundliches Lächeln, während ihm durch den Kopf ging, dass ihr Kommen vermutlich noch naheliegender gewesen war, als das des Abtes oder des Heilers. „Leutnant Alrun hatte Sorge um das Wohl dieses Klosters“, begann er ihr dann zu erzählen und ging an Ort und Stelle etwas umständlich in die Hocke, um nicht mehr als nötig auf die junge Frau hinabsehen zu müssen. „Seht ihr die aufgereihten und aufgestapelten Steine dort?“, erkundigte er sich dann und deutete mit dem Kopf zu ihrer Linken. „Genau dort verbirgt sich eine Pforte und…es war klüger, sie im Auge zu behalten – für alle Fälle.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Mit einiger Verwunderung lauschte Sime dem Zakida. Kurz wunderte sie sich über den seltsamen Namen des Leutnants, doch dann wurde ihre Aufmerksamkeit schon wieder vollkommen von den restlichen seltsamen Umständen eingenommen. Da war eine Pforte gewesen? Seit wann das denn? Zweifelnd folgte ihr Blick der Geste des Mannes, wo tatsächlich neuerdings Steine aufgeschlichtet waren. Von einer Pforte an dieser Stelle wusste sie nichts. Dann sah sie wieder ungläubig auf den dunkeläugigen Mann. "Das heißt, Ihr habt hier die ganze Nacht gewacht??"
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Nur die halbe, so ungefähr zumindest“, erwiderte der Zakida unter einem leisen Schmunzeln, da er vermutete, dass es die Verwunderung der jungen Frau nicht schmälern würde. Immerhin stand er auf einer Mauer, welche dem Kloster wohl schon immer den erforderlichen Schutz geboten hatte und an welchem man vermutlich auch nicht in den kommenden Jahren gezweifelt hätte. „Ich wollte den Leutnant nicht die ganze Nacht hier verbringen lassen“, fügte Varoujan an und wandte kurz den Kopf ab, um verhalten zu husten. „Ich nehme an, ihr habt auch nichts von dieser Pforte gewusst?“, erkundigte er sich, als sein Husten verklungen und das leise Stechen in seinem Brustkorb verschwunden war. Zumindest hatte sie eben so auf ihn gewirkt, als hätte sie noch nie etwas von dieser Pforte gehört, was ihn beinahe noch mehr verwunderte, als die bloße Existenz der Pforte selbst.
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

"Nein, hab ich nicht", antwortete Sime und zog die Augenbrauen zusammen. Der Leutnant hatte also wachen wollen und der Zakida hatte sie abgelöst. Und irgendwann hatten sie auch die Steine vor die Pforte gestapelt. In dieser Nacht musste hier viel los gewesen sein.
"Bei den Göttern, Ihr müsst völlig ausgekühlt sein!", entfuhr es ihr mit einer Mischung aus Besorgnis und Vorwurf. "Und Euer Husten klingt furchtbar! Ich werde die Angelegenheit hier meinen Brüdern und Schwestern ausrichten lassen, vielleicht finde ich auch Aidan, dann müsst Ihr Euch nicht mehr um die Wache kümmern. Und dann kommt Ihr da runter, esst etwas und trinkt heißen Tee, während man Euch ein heißes Bad bereitet", bestimmte sie mit für sie eigentlich völlig untypischer Entschiedenheit. Einen Moment lang war sie über sich selbst verwundert und hielt überrascht inne, ehe sie sich wieder sammelte. "Ich bin gleich wieder da", erklärte sie, drehte sich um und rannte eilig weg.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Sime, wartet, das…“, begann der Zakida der jungen Frau zu erwidern und streckte seine Hand nach ihr aus, unweigerlich ins Leere greifend, da zwischen ihr und ihm bereits einige unüberbrückbare Schritte lagen, sodass er sie schließlich unter einem Seufzen wieder sinken ließ. „Das ist doch nicht nötig“, murmelte er leise, während er ihr nachsah und sich zum ersten Mal wirklich darüber ärgerte auf dieser Mauer festzusitzen. Er konnte springen, natürlich konnte er das, aber er wollte die Pforte nicht unbeaufsichtigt lassen, nicht nur, weil genau in dieser Zeit etwas passieren könnte, sondern auch, weil er Leutnant Alruns Bedenken nicht abermals mit Füßen treten wollte. Also blieb ihm wohl nichts anderes übrig, als zu warten, auch wenn ihm weder das Aufsehen um die Pforte, als auch um seine eigene Person gefiel. Er brauchte kein heißes Bad, vermutlich durfte er noch nicht einmal baden, selbst wenn er es gewollt hätte…Varoujan seufzte abermals leise auf.
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Eilig lief Sime ums Haus und wäre danach fast über die beiden Körbe gestolpert, die sie davor abgestellt hatte. Flink nahm sie sie wieder auf, betrat das Haus und stellte sie in der Küche auf den Tisch. Danach rannte sie wieder nach draußen und quer über den Hof in Richtung des Tempels. Auf dem Weg begegnete sie Elasa, der sie ihr Problem schilderte und die zusagte, sich darum zu kümmern. Aidan war gerade nicht verfügbar, daher wies Elasa eine ihrer Schwestern an, die gerade nichts zu tun hatte, die Wache fürs erste zu übernehmen, bis sie andere ihrer Ordensgenossen dorthin schicken würde.

Es dauerte nicht lang, bis Sime wieder vor der Mauer hinter dem Gästehaus stand. Neben ihr ging eine kräftig gebaute Schwester und machte sich vor der Mauer daran, eine Leiter aufzustellen, damit sie und die ihr nachfolgenden Wachen auf würdige Weise die Mauer betreten konnten.
"Da sind wir wieder!", verkündete Sime triumphierend und strahlte. "Das ist Tilla, sie wird Euch jetzt ablösen. Das Essen steht auf in zwei Körben auf dem Tisch in der Küche und Euer Bad wird gerade bereitet." In solch einer Windeseile hatte sie so etwas bisher noch nie organisiert und sie war mächtig stolz auf sich und ihre Ordensschwestern. Allerdings hatten sie bisher etwas derartiges auch noch nicht erlebt. Tilla hatte inzwischen die Leiter aufgestellt und trat beseite, um den hübschen jungen Zakida herabsteigen zu lassen. "Wenn ich Loran treffe, schicke ich ihn dann noch mal zu Euch. Habt Ihr noch etwas von dem Sirup, den er Euch gegeben hat?"
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Mit schnell pochendem Herzen und feuchter Stirn wachte Alrun auf. Es war alles in Ordnung, der Traum war vorbei, sie war in diesem Zimmer in Sicherheit, und es stand niemand neben ihr, der so damit beschäftigt war, ihr Vorwürfe zu machen, dass er die Wyrsa, die hinter ihm heranschlichen, nicht sah. Sie deckte sich ein wenig auf, weil ihr warm war, und schloss ergeben wieder die Augen, denn eigentlich war sie doch noch müde. Und es war ja auch nur ein Traum gewesen. Allerdings wurde es schon hell draußen, und sie sollte bald aufstehen. Sicher gab es irgendetwas, wo sie sich nützlich machen konnte, und sei es, Varoujan endlich von der Mauer abzulösen, schließlich hatte der Husten. Nur noch ganz kurz die Augen schließen und ausruhen, dann gleich würde sie aufstehen. Sie deckte sich wieder zu, denn es wurde langsam wieder frisch, und drehte sich um. Das Kissen lag genau richtig und das Bettzeug roch wunderbar frisch und es war lange her gewesen, dass sie sich so sicher gefühlt hatte wie hier. Allmählich beruhigte sich ihr Atem wieder und es dauert nicht lang, bis sie wieder eingeschlafen war.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Das wäre doch nicht nötig gewesen“, äußerte sich Varoujan leise, während der Blick seiner dunkelbraunen Augen zwischen Sime und ihrer Begleiterin – Tilla – hin und herschweifte und irgendwann an der Leiter hängen blieb, welche an der Mauer lehnte. Er konnte sich noch genau daran erinnern, wie skeptisch er die erste Leiter beäugt hatte, die ihn im seinem Leben untergekommen war, weil er ihren Nutzen nicht wirklich verstanden hatte. Und sie hatte ihm nicht unbedingt ein Gefühl von Sicherheit vermittelt, dafür, dass sie einem einen womöglich riskanten Auf- oder Abstieg erleichtern sollte. Er stieg sie dennoch hinab, auch wenn er lieber gesprungen wäre, wie die Male zuvor, bereits allein aus einer Gewohnheit heraus, welche ihm beim Heruntersteigen von Leitern fehlte und lächelte schmal, als er wieder festen Boden unter seinen Füßen spürte. „Dennoch meinen Dank, Sime, Tilla…“, bemerkte Varoujan dann und neigte leicht den Kopf, beeindruckt von der jungen Frau, die sich so rasch um neue Wachen für die Schwachstelle in der Mauer gekümmert hatte – und darüber selbst das Bad nicht vergessen zu haben schien, von welchem er sich immer noch nicht sicher war, ob er dieses überhaupt nehmen sollte oder durfte. „Ja, ich habe noch etwas von dem Sirup“, erwiderte er dann verspätet und lächelte beinahe entschuldigend, ehe er hinzufügte, dass dieser auf einem kleinen Tisch in seinem Zimmer stehen würde. „Wenn ich mich hierfür revanchieren kann…“, warf er dann noch in den Raum und musterte die beiden Frauen abwartend. Es gab sicherlich viel in diesem Kloster zu tun und vermutlich ging ein jeder von ihnen irgendeiner Arbeit nach, die nun liegen bleiben würde.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Als der Zakida endlich unten war, stieg nun Tilla die Leiter hinauf, und überließ ihrerseits Sime das Reden. "Ihr seid unser Gast", erinnerte ihn dann auch Sime vielsagend und fand auch, dass damit alles gesagt war. "Kommt", meinte sie dann und ging demonstrativ einen Schritt in Richtung des Hauses, "ich mach' Euch einen Tee. Bevor Daltor wach ist, hab' ich sowieso nichts anderes zu tun. Die Pforte wird später sicher noch zugemauert", erwähnte sie beiläufig und vorsorglich für den Fall, dass er irgendwelche Einwände äußern wollte. "Bei den Göttern, Ihr wart wirklich beide die halbe Nacht auf? Dabei war Eure Reise doch sicher schon beschwerlich genug. Dass diese Pforte aber auch niemandem gestern aufgefallen ist", wunderte sie sich.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Sie war kaum zu sehen – die Pforte“, äußerte sich Varoujan, während er zu der jungen Frau aufschloss und sah über seine Schulter nochmals zurück zu der Mauer und der Klosterschwester, welche von nun an ein Auge auf die Landschaft außerhalb der Klostermauern haben würde. „Sie wurde vermutlich seit einer halben Ewigkeit nicht mehr genutzt“, fügte er noch an und fand es umso verwunderlicher, dass Feyaria sie gefunden hatte. Feyaria, die von dieser Pforte nichts hatte wissen können, da deren Existenz scheinbar nicht einmal den Klosterbewohnern bekannt gewesen war. Wie sie das wohl gemacht hatte? Oder war ihr einfach eine willkommene Unregelmäßigkeit in der Mauer aufgefallen, welche Leutnant Alrun und Jaime in der Dunkelheit entgangen war? Vermutlich erhielt er auf diese Fragen nur eine Antwort, indem er die Schamanin selbst fragte, aber es erschien ihm irgendwie fraglich, ob sie überhaupt über die Geschehnisse in der letzten Nacht sprechen wollte. „Warum…warum seid ihr um diese Uhrzeit eigentlich schon wach?“, erkundigte er sich dann und betrat nach Sime die Küche, wo sein Blick sogleich auf die beiden Körbe fiel, die am Vorabend noch nicht hier gestanden hatten.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Kurz folgte Simes Blick dem des Zakida, als er zurücksah zu Tilla, die nun Wache hielt. Hoch war die Mauer, und schmerzhaft würde ein Sturz aus dieser Höhe sein. Vor allem aber musste es unendlich kalt und unbequem gewesen sein, dort oben in der Nacht. Sie mussten diese Wesen wirklich fürchten, wenn sie der Sicherheit der Mauern und der offenbar durch Steine verstärkten Pforte nicht getraut hatten und diese Strapaze trotz der sicher schrecklich anstrengenden und gefährlichen Reise, die hinter ihnen liegen musste, auf sich genommen hatten. Und wenn diese Menschen, die so stark wirkten, so erfahren im Kampf und die so gut bewaffnet waren, wenn sie diese Wesen fürchteten, dann waren sie auch gefährlich. Sime war unwohl bei dem Gedanken. Was würde passieren, wenn die Fremden nicht mehr hier waren, um sie zu schützen? Was würde mit den Fremden, ihren Gästen, passieren, wenn sie dieses Kloster verließen?
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen, als der Zakida sie ansprach. "Schon? Wieso? Die Messe ist vorbei, es ist helllichter Tag", wunderte sie sich. "Aber...", fiel ihr ein und sie glaubte, dass Aidan wohl etwas dagegen hätte, wenn sie diese Frage stellte, aber es brannte ihr einfach so auf der Zunge, es dennoch zu tun! Sie trat näher an den Zakida heran. "Ist es wahr, dass in Eurer Gruppe Assyner sind? Traut Ihr ihnen denn?" Unwillkürlich hatte sie die Stimme gesenkt, so dass selbst wenn eines der Fenster offen war, es kaum möglich sein würde, sie zu belauschen.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Die Messe, natürlich“, murmelte Varoujan gedankenverloren, indes er einen vagen Überblick über den Inhalt der beiden Körbe zu gewinnen versuchte, jedoch rasch das Interesse an diesen verlor, da seine Gedanken noch immer über dieses neue Wort kreisten. Diese Messe leitete wohl den Tag in diesem Kloster ein und vermutlich auch in jedem anderen Klosters, wenn er sich an Sheenas Worte erinnerte, die ihm vage ihren Alltag zu beschreiben versucht hatte. Vermutlich beteten sie, während dieser Messe, auch wenn er sich nicht vorstellen konnte, dass das alles war. „Was…“, begann er sich daher zu erkundigen und geriet ins Stocken, als er Sime Einwand vernahm, der wie aus dem Nichts an sein Ohr drang und ihn unwillkürlich dazu verleitete verständnislos die Stirn in Falten zu ziehen. Aber…was? Sein Blick ruhte Momente lang erwartungsvoll auf ihr, während sie überlegte, oder sich nicht sicher schien, ob sie fortfahren sollte, bis sie endlich aussprach, was ihr bisher wohl durch den Kopf gegangen war und womit sie ihn offenkundig überraschte. Ob Assyner in seiner Gruppe waren und ob er ihnen traute? Die Furchen auf seiner Stirn vertieften sich noch ein wenig, während er die junge Frau ansah, als sei er sich nicht ganz sicher, ob sie sich mit ihm einen Scherz erlaubte oder nicht. „Ja, natürlich. Einen Priester des Wandelnden, eine, hm, Priesterin der Schöpferin und…Jaime. Alle drei Assyner. Ist das so…“, erwiderte er ihr und sah in ihre Augen, indes er sich unterbrach, weil ihm eben in diesem Moment aufging, dass es tatsächlich nicht selbstverständlich war, dass sich Assyner auf sertianischem Boden aufhielten und sogar an der Seite von Sertianern reisten. „Natürlich vertraue ich ihnen. Jeder in meiner Gruppe tut das. Ohne Vertrauen, Sime, wären wir niemals hier angekommen. Nur weil sie Assyner sind, macht sie das noch nicht zu anderen Menschen.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Deswegen also war ihr das Gewand der Priesterin so unbekannt gewesen. Es war kein sertianisches. Sime riss verblüfft die Augen auf. Nun, vermutlich konnte man Priestern immer trauen, selbst wenn es assynische waren. Und dieser Jaime? Das musste dann einer der Bewaffneten gewesen sein. "Nun... aber... Sie halten sich Sklaven", erwiderte Sime unsicher und ein wenig erschrocken. "Und ihre Frauen haben kaum mehr Rechte, sagt man." Das machte sie in ihren Augen schon ein klein wenig anders. Es hatte schließlich Gründe, dass man sich seit Jahrhunderten erbittert bekämpfte.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Ja, das sind wohl zwei Tatsachen, die sich nur schwer leugnen lassen“, äußerte sich der Zakida in einem nachgebenden Tonfall, versuchte sich aber dennoch an einem kleinen Lächeln. Bereits während eines Gespräches mit Leutnant Alrun war ihm wiederholt bewusst geworden, wie schnell er diese Tatsachen vergaß, weil sie ihn bisher nie berührt hatten, da sein Clan von den meisten vergessen in der Steppe Zakidas lebte. Nie war jemand aus seinem Clan versklavt worden und nie war jemand von ihnen wirklich in den Konflikt zwischen Sertia und Assyna geraten. „Aber sie sind nicht alle so, Sime. Diesen Fehler solltet ihr niemals machen…eine vermeintliche Tatsache auf jeden zu übertragen. Ich bin, wie ihr offensichtlich seht ein Zakida, aber weder die Priester, noch Jaime behandeln mich anders, als die anderen oder gar wie einen Sklaven. Sie kommen zu mir, wenn sie meinen Rat brauchen und ich zu ihnen, wenn ich den ihren brauche. Und sie meiden mich nicht, oder ich sie. Es ist…nicht anders, als nun zwischen euch und mir.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Sime fand die Anwesenheit von Assynern in diesem Kloster nach wie vor recht gruslig. Aber Aidan hatte ihr gesagt, sie seien ihre Gäste, und dass sie einen wichtigen Auftrag hätten. Und wenn dieser Zakida der Meinung war, er könne ihnen vertrauen, dann würde er schon wissen, was er da tat. In jedem Fall ging es Sime wohl eigentlich nichts an, solange sie sich im Kloster benahmen, und davon war im Moment wohl auszugehen, und Sime war schließlich nicht diejenige, die mit ihnen reisen musste. Außerdem war sie wohl fast schon ein wenig zu weit gegangen mit ihrer Fragerei. Sicher hätte sie von Aidan bereits einen tadelnden Blick geerntet.
"Sicher habt Ihr Recht", antwortete sie also. "Und diese Frage stand mir nicht zu, verzeiht", bat sie und sah dem man kurz reumütig und die schönen dunklen Augen, ehe sie sich der Tür des Gasthauses zuwandte. "Kommt, ich wollte Euch doch einen Tee machen", forderte sie ihn dann wieder etwas leichter auf.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Schon gut“, erwiderte Varoujan und lächelte abermals, „ich hätte diese Frage vermutlich auch gestellt.“ Und vermutlich noch einige mehr, wenn er Sime gewesen wäre. Wie es dazu kam, dass so vollkommen unterschiedliche Menschen, die man niemals zusammen zu erblicken gedachte, zusammenreisten und welches Ziel sie verfolgten und sie zusammenhielt. Aber vermutlich beherrschte sie sich diese Fragen zu stellen oder war sogar ermahnt worden sie nicht zu stellen. Er hätte allerdings auch nicht gewusst, was er hätte antworten sollen und was er vor allem hätte antworten dürfen. „Der Tee, ja, natürlich“, fuhr er irgendwann fort und hatte ihn für einen Augenblick tatsächlich fast vergessen – ebenso wie das Bad, welches man ihm wohl gerade eben vorbereitete. „Ich vermute, ihr lasst mich das nicht selbst machen?“, erkundigte er sich und wandte abermals den Kopf von ihr ab um verhalten zu husten. „Und ihr wisst nicht zufällig, ob jemand meiner Gefährten schon wach ist?“ Vermutlich nicht. Es war noch früh und es gab an diesem Morgen keinen Aufbruch, der einen am Ausschlafen hinderte. Und sie hatten es verdient, ein jeder von ihnen, wenn er an die letzten anstrengenden und nervenaufreibenden Tage dachte.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Sime schüttelte den Kopf, während sie die Tür zum Gästehaus öffnete. "Ich hab noch niemanden gesehen heute Morgen", antwortete sie. Und wenn er schon gefunden hatte, dass sie früh aufgewesen war, dann sollte es ihn wohl bei seinen sicher völlig erschöpften Gefährten auch nicht wundern, wenn sie noch schliefen. "Und der Tee ist schnell gemacht, das mache ich gern für Euch. Die Pfefferminze wird Euch sicher schmecken", erzählte sie. "Und die Marmelade. Und der Rest sicher auch." Sie strahlte ihn an, während sie ihm die Tür zur Küche aufhielt, dann ging sie zur Feuerstelle und begann, sich um den Tee zu kümmern. "Kommt", winkte sie ihn heran, als das Feuer brannte, "setzt Euch ans Feuer, wärmt Euch. Vielleicht wollt Ihr auch etwas von Lorans Sirup nehmen? Wir haben mehr davon."

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Obwohl er sich von dem Redeschwall der Sertianerin leicht überrumpelt fühlte, bewog ihn der überschwängliche Unterton in ihrer Stimme zu einem kleinen Lächeln, bevor er sich bereitwillig auf dem Stuhl niederließ, auf welchem am Vorabend noch Leutnant Alrun ganz in der Nähe der wärmenden Flammen gesessen hatte und sie eine geraume Weile schweigend bei den Vorbereitungen für den Tee beobachtete. Ob sie wohl immer so war? So voller Tatendrang, Neugierde und Aufgeschlossenheit, sodass es einem schwer fiel ihr genaues Alter einzuschätzen? Oder gab es irgendetwas, was eine Frau wie Sime diese Eigenschaften rauben konnte, wenn auch nur für einige Augenblicke? „Pfefferminztee klingt wunderbar“, riss er sich von seiner Beobachtung und von seinen Gedanken los und hatte Mühe still auf dem Stuhl sitzen zu bleiben und ihr nicht zu helfen und wenn es nur darum ging die beiden Körbe auszuräumen. „Und nach einem kleinen Stück Heimat“, fügte Varoujan leise an und musste leicht grinsen. „In meiner Heimat haben wir viel Minztee getrunken – mit viel Zucker. Und Minze war auch oft Teil unserer Speisen“, erklärte er dann, indes er sich an sein Versprechen an Leutnant Alrun erinnerte. „Ich denke, der Tee wird erstmal genügen. Ich habe ja noch von dem Sirup auf meinem Zimmer. Ich müsste ihn also nur holen.“ Was Zeit hatte, er wollte die dort schlafende Sertianerin nicht unnötig in ihrem Schlaf stören.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

"Davon, dass er auf Eurem Zimmer liegt, werdet Ihr aber nicht gesund", antwortete Sime dem Zakida und grinste ihn keck an. Aber freilich war auch das seine Entscheidung. Sie hängte einen Topf mit Wasser über das Feuer und machte sich dann daran, die Körbe zu leeren, erst das Geschirr, dann das Essen. "Tatsächlich? Minze in Speisen?", fragte sie währenddessen nach und ging dann endlich zum Fenster, um die Fensterläden zu öffnen und das morgendliche Licht herein zu lassen.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

"Ja, nein, das ist wohl wahr", erwiderte Varoujan auf den beinahe leichten Tadel der jungen Frau und rieb sich geistesabwesend über seine rechte kratzige Wange, während er abermals mit einer leichten inneren Unruhe dabei zusah, wie Sime die Körbe auszuräumen begann. "Ich werde mir den Sirup holen, sobald ich weiß, dass Leutnant Alrun wach ist. Ich möchte sie nicht aus dem Schlaf reißen, während ich das Zimmer nach dem Sirup durchsuche." Denn wo er ihn genau hingestellt hatte, wusste er nicht mehr. Vermutlich in die Nähe der Kommode mit der Waschschüssel...aber er konnte genausogut überall anders stehen, wo er sich in diesem Zimmer vorübergehend aufgehalten hatte. "Ja, Minze in Speisen", bestätigte er ihr schließlich und musste leicht lächeln, ehe er für einen kurzen Moment die Augen zusammenkniff, als das helle Licht der Morgensonne den Raum zu durchströmen begann. "In Salaten, zusammen mit anderen Kräutern und...ich glaube, in so ziemlich jedem Gericht. Es schmeckt...besser, als es sich vielleicht für euch anhören mag."
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

"Das ist sehr rücksichtsvoll von Euch", stimmte Sime ihm zu und wurde wieder ein wenig reumütig. Sie vergaß heute allzu oft ihren Platz. Vermutlich lag es an der Aufregung, dass diese Gäste hier waren, so fremd und begleitet von einer so grusligen Geschichte, aber Bemerkungen wie die eben standen ihre einfach nicht zu, sie war manchmal wirklich zu frech. Sie nahm sich erneut vor, sich zusammen zu reißen, und schwieg so auch zu der seltsamen Art, wie er vom Leutnant sprach. Einen Titel kombinierte man doch mit einem Nachnamen, nicht mit einem Vornamen. Ebenso irritierte sie, wieso er seinen Hustensirup im Zimmer des Leutnants lagerte, obwohl sie dahingehend eine kleine Vermutung hatte. Schließlich waren beide ganz hübsch anzusehen, und wenn man so lange zusammen unterwegs war... Aber sie war heute schon zu oft vorlaut gewesen, das musste nun endlich ein Ende haben.
"Es klingt wirklich recht ungewohnt. Aber wenn man damit aufgewachsen ist, wird es sicher sehr gut schmecken. Hoffentlich schmeckt Euch unser Essen hier dann trotzdem", meinte sie besorgt und überlegte, ob sie dem Mann nicht noch eine Decke oder ein Kissen holen sollte, damit er bequemer saß. Er war schließlich verwundet und erkältet und hatte obendrein in dieser Nacht viel zu wenig geschlafen. Und dabei wirkte er so nett.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Es war anfangs recht ungewohnt und irgendwie…“, begann sich der Zakida zu äußern und runzelte nachdenklich die Stirn, während er nach dem richtigen Ausdruck suchte, um zu beschreiben, was er beschreiben wollte, „…es ist sicherlich nicht das richtige Wort, aber die Speisen waren irgendwie…langweilig.“ Er schmunzelte leicht, während sein Blick auf ihr ruhte und hatte dabei irgendwie das Gefühl, als wäre sie am liebsten schon wieder irgendwo hin verschwunden, um irgendetwas zu erledigen. „Wollt ihr euch nicht einen Moment setzen, zumindest solange, bis das Wasser richtig kocht?“, erkundigte er sich daher und versuchte dann wieder seinen vorherigen Gedankengang und das damit verbundene Gespräch aufzunehmen. „Ich war es bis dahin gewohnt, dass die Speisen reich gewürzt waren, aber ohne die eigentlichen Geschmäcker wirklich zu überdecken, sie waren eher…ein Teil der Speise, wie zum Beispiel Minze in einem Salat. Hier hingegen scheint man mit Gewürzen wohl recht sparsam umzugehen, außer ab und an mit…Salz. Aber ich habe mich daran gewöhnt und es schmeckt nicht besser oder schlechter, als die Speisen in meiner Heimat, nur eben anders.“
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Sime zögerte einen Augenblick, sich zu setzen, weil sie immer noch das Gefühl hatte, sie sollte irgendetwas tun. Aber Daltor schlief noch, das Wasser kochte nicht und der Zakida schien nun, da er in der Nähe des Feuers saß, doch nicht mehr ganz so durchgefroren zu sein. Also tat sie letztlich, wie er gewünscht hatte und setzte sich zu ihm, die Hände im Schoß gefaltet. "Gewürze sind teuer", erklärte sie dann. "Viele wachsen nicht überall. Und darüber hinaus sind sie als Luxus mit einer recht hohen Steuer belegt. Wir benutzen wirklich recht wenige, um die Reinheit der Speisen zu erhalten. Ich kenne es nicht anders. Es kommt wohl darauf an, womit man aufwächst. Aber es ist bedauerlich, dass Euch das Essen nicht so sehr zusagt, wo Eure Reise doch sicher furchtbar anstrengend ist." Sollte sie Näheres zur Reise erfragen? Nein, besser nicht. Aidan würde gestern schon seine Gründe gehabt haben, warum er ihr Einhalt geboten hatte.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Mit einer Steuer?“, wiederholte der Zakida ungläubig, sich unsicher, ob er noch weiter nachhaken sollte, da er fürchtete, dieses Wort auch nach weiterer Erklärung nicht zu verstehen, da ihm vermutlich das ganze Drumherum fehlte. Aber was auch immer das genau war, es schien etwas Ähnliches wie Geld zu sein und den Kauf von Gewürzen zu erschweren. „Das ist schade mit dieser…Steuer. Wobei, wenn ihr es nicht anders gewohnt seid vielleicht auch nicht. Aber zumindest für Gerichte aus meiner Heimat würde man die meisten Gewürze wohl hier in euren Gärten finden, nehme ich an. Natürlich nur für das ein oder andere und auch nur in kleinen Mengen, aber…es wäre ausreichend, für das ein oder andere Gericht. Aber ihr verwendet die meisten dieser Kräuter und Gewürze vermutlich nicht zum kochen, nicht wahr?“ Nein, vermutlich fanden sie ihren Zweck eher in der Heilkunst, in einem Sirup oder einer Salbe oder irgendetwas in der Art. „Und es ist wirklich nicht so, als würde mir das Essen nicht schmecken, es ist nur eben…anders. Und es stärkt auch ausreichend.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

"Ja, mit einer Steuer", bestätigte Sime und war sich nicht sicher, ob er nur nicht verstand, warum Gewürze mit einer Steuer belegt waren, oder ob er nicht wusste, was eine Steuer war. Sie wollte ihm zwar erklärten, was das war, aber für den Fall, dass er das bereits wusste, würde sie dann als herablassend dastehen. Hm. "Und man mag es nicht für möglich halten, aber sie ist dieses Jahr wieder gestiegen. Freilich verbraucht dieser Krieg nun einmal viel Geld, und so lange der Rat der Drei weiter dafür sorgt, dass hauptsächlich Dinge mit Steuern belegt werden, die man nicht so dringend braucht, werden wir uns auch nicht beschweren. Außerdem zahlen wir für unsere Gewürze ja auch keine Steuern, weil wir, wie Ihr richtig bemerkt habt, die Kräuter hier kaum zum Kochen benutzen. Allerdings wären sie auch dafür geeignet. Und wenn Ihr in unseren Gärten welche findet, die Ihr kennt und mögt, könnt Ihr Euch gern daran bedienen. Ihr seid unser Gast, und wenn so ein paar Kräuter dazu beitragen können, dass Ihr Euch hier wohlfühlt, so ist dies ein allzu geringer Preis", versicherte Sime dem Zakida lächelnd und hoffte, auch den Teil mit den Steuern halbwegs verständlich angerissen zu haben. Und sie fand den Gedanken einfach entzückend, dass er mit Hilfe einiger Kräuter aus den Klostergärten ein kleines Stück Heimat für sich erschaffen konnte.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Es musste tatsächlich etwas Ähnliches wie Geld sein, stellte Varoujan erleichtert fest, während er den Worten der jungen Frau lauschte und verstand dabei schließlich doch nicht ganz, welcher genaue Zusammenhang zwischen den Gewürzen und dem Krieg zwischen Assyna und Sertia bestand, beziehungsweise, wie man aus Gewürzen scheinbar Geld für diesen Krieg gewinnen konnte. Aber es war interessant, dass es diese Zusammenhänge scheinbar gab und wenn er sie richtig verstanden hatte, war es wohl schlecht, dass man diese Steuer erhöht hatte. „Ich fühle mich hier wohl, auch ohne Kräuter“, bemerkte Varoujan schließlich auf die letzten Worte der jungen Frau hin und lächelte schmal. „Aber danke für das Angebot, Sime.“ Ob er wirklich so unglücklich wirkte, wie es durch ihre Worte beinahe den Anschein auf ihn erweckte? Vermutlich hatte er einmal zu oft seine Heimat erwähnt, die Dinge, die ihm einmal wichtig gewesen oder zumindest ein Teil von ihm gewesen waren und welche er schwerer loslassen konnte, als er geglaubt hatte, obwohl er sich für diese Reise entschieden hatte. Vielleicht war es auch falsch ganz loszulassen. Von allem. Und momentan sprachen sie nur von Kräutern, Tee und Speisen. Es war wirklich nichts, was man unbedingt den Rücken zukehren musste. „Meint ihr, ich könnte vielleicht dennoch…“ Nein, es war ein absurder Gedanke, auch wenn ihm das Versprechen, welches er Leutnant Alrun gegeben hatte nicht zum ersten Mal in den Sinn kam. Aber es würde schließlich nicht bei einigen Kräutern bleiben, selbst wenn er sich Mühe geben würde an anderen Dingen zu sparen. Und außerhalb dieses Klosters…würde er wohl an dieser Steuer scheitern. Ein irgendwie erheiternder Gedanke. „Nein, vergesst es, ich…habe es mir anders überlegt.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Er fühlte sich hier wohl. Sime strahlte, denn wenn ihre Brüder und Schwestern und sie es schafften, dass sich ihre Gäste wohl fühlten, dann war das ausgezeichnet. Und wenn sich dann ein Gast wohl fühlte, der von so weit her kam, dann war das freilich noch viel besser. Unwillkürlich musste sie daran denken, dass sich auch Assyner in der Gruppe befanden. Auch die fühlten sich hier womöglich fürchterlich fremd und das Gastrecht verlangte eigentlich, dass sie sich darum bemühten, dass alle Gäste zufrieden waren. Sime kam nicht umhin zu bemerken, dass sie sich um das Wohl ihrer sertianischen und zakidischen Gäste bei weitem mehr sorgte. Aber Aidan hatte angeordnet, dass sie alle ihre Gäste waren, und Sime hatte daher dafür sorgen, dass sich auch die Assyner hier wohl fühlten. Sie würde sich besonders bemühen, nahm sie sich vor.
Abwartend sah sie den Zakida an, ob er seine Bitte noch zu Ende formulierte, als er verkündete, es sich doch anders überlegt zu haben. Sie fragte sich nur, ob er nun tatsächlich nicht mehr wollte, was er kurz zuvor noch begehrt hatte, oder ob er dies nur sagte, weil er keine Umstände machen wollte. "Wie Ihr wünscht", antwortete sie daher und sah ihn ein wenig forschend, aber freundlich an. "Aber scheut Euch nicht, eine Bitte zu äußern, wenn Ihr sie denn auf dem Herzen habt, bitte."
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Ja, natürlich“, äußerte sich der Zakida leise und sah vorübergehend auf seine friedlosen Hände, die sich ab und an damit zu beschäftigen versuchten eine Falte in dem Stoff seiner Hose glatt zu streichen oder eine dort haftende Fluse zu entfernen. „Es ist nur…“, begann er der jungen Frau zu erklären, weil irgendetwas in ihrer Art und in der Wahl ihrer Worte einem einfach dazu verleitete, „…ich habe über ein Versprechen nachgedacht, welches ich Leutnant Alrun gegeben habe. Wir hatten uns über die Speisen meiner Heimat unterhalten und ich habe ihr angeboten, dass ich mich bei nächster Gelegenheit vielleicht um eine Kleinigkeit bemühen könnte. Aber dieses Kloster scheint mir vielleicht nicht der richtige Ort, immerhin werden wir eure Vorräte bereits ausreichend beanspruchen und ich wüsste auch gar nicht, wie ich mich revanchieren könnte, außer die Dinge vielleicht zu bezahlen, was mir irgendwie…unpassend erscheint.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Simes Gesicht hellte sich weiter auf, als er von seinem Plan erzählte. "Ihr wollt für sie kochen?", fasste sie entzückt zusammen und strahlte ihn mit großen Augen an. "Das ist ja eine großartige Idee, da wird sie sich sicher freuen!" Also war ihre Vermutung bezüglich des geteilten Zimmers doch richtig gewesen. Nein, war der Mann liebenswert, er wollte für sie kochen. "Ich muss nachher wieder in die Bibliothek, aber ich werde eine meiner Schwestern oder einen meiner Brüder bitten, Euch zu den Vorräten und durch die Klostergärten zu führen, da könnt Ihr Euch dann nehmen, was Ihr möchtet", erklärte sie. Er hatte sich zwar äußerst zögerlich gezeigt, aber die Idee war einfach so zauberhaft, dass er sie einfach durchführen musste. Und so romantisch, schwärmte sie in Gedanken. "Möchtet Ihr dann lieber hier kochen oder drüben beim Haus der Männer? Dann könntet Ihr es leichter geheim halten, und Ihr wollt sie doch überraschen, oder? Oh, oder wollt Ihr vielleicht draußen essen? Wenn das Wetter hält, wäre sicher ein hübsches Plätzchen zu finden." Sie schlug vor Entzücken die Hände in einander und seufzte. "Oh, ich wünschte, ich könnte Ihr Gesicht sehen. Ihr müsst es mir hinterher unbedingt beschreiben!"
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Die Begeisterung, die ihm in ihren Worten und in ihrer Gestik und Mimik entgegenschlug, hatte etwas Überwältigendes an sich, sodass die Miene des Zakidas zunächst allein von einem schmalen, überrumpelten Lächeln erhellt wurde, bevor er seinen Blick abermals auf seine Hände sinken ließ, die eine nicht vorhandene Falte in seiner Hose glatt zu streichen versuchten. Ob er Leutnant Alrun damit überraschen wollte? Er hatte bisher gar nicht darüber nachgedacht, ebenso wenig, wie über all die anderen Möglichkeiten, die Sime ihm soeben aufführte. Wobei er es bis eben ja nicht einmal wirklich bezweckt hatte sein Versprechen auch wirklich in die Tat umzusetzen. Ob er Leutnant Alrun wirklich damit überraschen sollte? Zumindest glaubte Varoujan nur flüchtig daran, dass sich die Sertianerin überhaupt noch an dieses Versprechen erinnerte und vielleicht würde sie sich ja wirklich darüber freuen, weil sie vermutlich auch gar nicht damit rechnete, dass er sein Angebot durchaus ernst gemeint hatte. Allerdings…draußen essen? Nein, das schien ihm dann doch etwas zu viel des Guten, auch wenn es sicher nett war – bei gutem Wetter und…
Sime das Gesicht von Leutnant Alrun beschreiben? „Ich hm…habe mir darüber eigentlich noch gar keine Gedanken gemacht. Es ist ja aber auch nur ein unbedeutendes Essen“, brachte er schließlich hervor, um überhaupt irgendetwas zu sagen und lächelte sie flüchtig an.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Nur ein unbedeutendes Essen? Wie konnte er so etwas sagen, er wollte hier schließlich für die Frau kochen, mit der er sein Zimmer teilte. Aber womöglich war er nur schüchtern und wollte nicht seine Beziehung vor Fremden ausbreiten, das war ja auch vollkommen in Ordnung, ermahnte sich Sime, die zu gern mehr über das Verhältnis dieser beiden Menschen erfahren hätte. "Na, Ihr habt ja noch den ganzen Tag Zeit, darüber nachzudenken. Ich nehme an, Ihr wollt das Essen für heute Abend kochen? Ich werde jemandem Bescheid geben, der Euch begleiten soll, Euch zeigen, wo hier alles ist. Und wenn Ihr irgendetwas braucht, zögert nicht, es zu sagen, ja?", ermunterte sie ihn und sprang im nächsten Moment auf, als ein wohlbekanntes Zischen aus der Richtung des Feuers erklang. "Oh, das Wasser", fiel es ihr wieder ein und sie beeilte sich, den Topf beseite zu stellen und die Pfefferminzblätter hineinzugeben.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Er war sich nicht sicher, ob er das Essen für den Abend kochen wollte, aber er fand Gefallen an der Annahme der jungen Frau, dass der Abend sich dafür wohl am Besten eignen würde. Gegen Abend würde Leutnant Alrun wohl nicht durch irgendetwas verhindert sein, sodass er sie unter Umständen wirklich damit überraschen konnte, sollte er sich noch dafür entscheiden sie damit zu überraschen und es gab ihm die Zeit sich überhaupt Gedanken darüber zu machen, was er kochen sollte. Denn den Punkt hatte er bisher gänzlich übersprungen, ebenso wie den eigentlichen Entschluss sein Versprechen wirklich in die Tat umzusetzen. Aber dazu hatte wohl Simes Enthusiasmus beigetragen und es erschien ihm auch nichts Falsches daran, wenn von Seiten des Klosters nichts dagegensprach, wenn er einen geringen Teil ihrer Vorräte nutzte. Vielleicht sollte er aber zumindest Sime dann von den Speisen kosten lassen und vielleicht auch seine eigenen Gefährten. Er war sich sicher, dass Feyaria sich darüber freuen würde und für die anderen wäre es ein kleiner Einblick in eine ihnen vollkommen fremde Welt. Und sie würden gemeinsam an einem Tisch sitzen, gemeinsam reden…irgendwie hatte er das am Abend zuvor vermisst. Allerdings weitete das sein Versprechen auch irgendwie zu sehr aus, nicht nur die Vorräte betreffend, schließlich hatte er es der Sertianerin allein versprochen. Nun, vielleicht war es ja möglich, dass er sein Versprechen halten und doch Sime und seine eigenen Gefährten daran teilhaben lassen konnte. „Ja, gegen Abend, denke ich. Und…danke. Ich sollte für euch wohl einen Anteil übrig lassen, ohne euch…wäre das schließlich vermutlich gar nicht möglich.“
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Sime lächelte leicht und ein wenig beschämt. "Ach was. Ihr seid Gäste des Klosters", wiederholte sie, was sie schon so oft erklärt hatte. "Und natürlich wollen wir alle hier, dass Ihr Euch wohlfühlt. Ihr müsst Euch dafür nicht revanchieren. Wenn wir sehen, dass es Euch hier gefällt, ist das Lohn genug", erläuterte sie und nickte. Sie stellte den Topf beiseite und setzte sich wieder zum Zakida an den Tisch. Sie legte die Unterarme auf der Tischplatte ab und beugte sich leicht vor, während sie ihm veschwörerisch zuraunte: "Aber wenn freilich etwas übrig bleibt, hätte ich nichts dagegen, kosten zu dürfen..." Sie war zu neugierig, wie Gerichte schmeckten, die man in Zakida aß, auch wenn er hier wahrscheinlich kaum alle Zutaten finden würde, die er brauchte. "Wart Ihr schon einmal in einem Kloster?", stellte sie als nächstes eine weitere Frage, die sie interessierte und eine der wenigen, die nicht zu neugierig oder unverschämt waren.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

"Es wird sicherlich etwas übrig bleiben", versicherte Varoujan der jungen Frau, nicht weiter darauf eingehend, dass er sich ihrer Ansicht nach nicht zu revanchieren brauchte, da er es noch immer anders sah. Wenn man sich an einem Ort oder bei jemandem wohlfühlte, gab man gerne etwas davon zurück und wenn es nur ein kleiner Teller mit fremden Speisen war. "In einem Kloster?", riss er sich von Simes Worten schließlich von seinen Gedankengängen um das Essen los und runzelte Augenblicke lang die Stirn, ehe er beinahe verlegen lächelte. "Nein. Ich wusste bis vor Kurzem nicht einmal genau, was ein Kloster ist." Das wusste er bis jetzt noch nicht genau, aber er scheiterte inzwischen nur noch an dem ein oder anderen Detail und nicht mehr an einem Kloster als Ganzes. "Es ist wunderschön hier. Und so...angenehm ruhig, wobei es ist nicht nur dieser Ort, sondern auch irgendwie...die Leute hier selbst. Liegt das an...diesen festen Tagesabläufen, oder für was sind sie sonst gut? Verzeiht, aber...darunter kann ich mir noch nicht genaueres vorstellen. Außer zu Beten natürlich, aber das wäre doch etwas...wenig, nicht wahr?"
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Beten wäre etwas wenig? Aber freilich, fiel es Sime ein, Zakida waren ja Heiden, die nicht an die Götter glaubten! Von diesem Standpunkt aus gesehen musste ihr Tun hier wirklich äußerst befremdlich wirken. "Nun, ich würde Beten nicht als 'wenig' bezeichnen", begann Sime augenzwinkernd eine Erklärung. "Aber freilich tun wir hier noch anderes. Das meiste dient der Versorgung. Wir bauen Nahrungsmittel an, halten Vieh, bestellen Felder - was andere Menschen eben auch tun müssen, um sich zu ernähren." Sie grinste leicht und fuhr dann fort: "Und natürlich bauen wir Heilkräuter an und sorgen auch für die Bevölkerung. Oft kommen die Menschen zu uns, wenn sie oder Angehörige krank sind. Manche kommen nur zum Schrein und erbitten einen Segen, andere suchen unseren Rat. Und natürlich tun wir alles zu Ehren der Göttin. 'Jedes Saatkorn ist ein kleines Gebet', sagt Aidan. Und jede Blüte, jede Knospe ist ein kleines Wunder, ein Geschenk der Schöpferin. Wir kopieren auch Bücher und schreiben welche, aber wir tun dies nicht mit der Hingabe der Jünger des Wissenden, sondern als Mittel zum Zweck. Wir verehren das Wachsen und Gedeihen von Pflanzen und Menschen, und das Entstehen natürlich, als Gaben der Göttin. Wir sehen und verehren, und lieben das Leben, wo immer es uns begegnet. Und darin finden wir unsere Ruhe, unseren inneren Frieden. Die festen Tagesabläufe helfen uns nur dabei, aber was dieses Kloster und die Menschen ausmacht, das ist die Liebe zum Leben und zu den Geschenken der Schöpferin", beendete sie ihre Erklärung und lächelte entschuldigend, weil sie so lang geworden war.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Es war eine Freude Sime zuzuhören und sie während ihrer Rede zu beobachten, stellte Varoujan unter einem Lächeln fest, als die Stimme der jungen Frau verklungen war, da sich die Freude, die Leidenschaft und der Tatendrang, von welchen sie sprach in jeder ihrer Regungen widerspiegelte und einen buchstäblich anzustecken wusste. Sie lebte das, wovon sie sprach und er zweifelte keinen Augenblick daran, dass sich die junge Frau sogar durch einen Regenschauer erheitern ließ, weil er vieles von dem, was für sie kleine Wunder waren erst ermöglichte. Es war eine beneidenswerte Art und Weise sein Leben zu gestalten, musste sich der Zakida eingestehen, obwohl sie der seinen nicht sonderlich unähnlich gewesen war. Sein Clan hatte ähnlich gelebt, soweit mit der Natur, die sie umgab, in Einklang, wie es ihnen trotz ihrer Eingriffe möglich gewesen war und auch sie hatten gewissermaßen die Wunder verehrt, welche die Natur und die Schöpferin hervorbrachten. Aber sie taten das alles nicht, um jemanden zu verehren, sondern weil sie der Natur ihren Respekt zollten und weil sie, wie Sime es so schön gesagt hatte, es taten, um sie zu ernähren und sich zu erhalten. „Also ist es tatsächlich mehr, als zu beten“, brachte Varoujan schließlich hervor und musste flüchtig über seine eigenen Worte schmunzeln. „Es muss schön sein, so zu leben. Ebenso viel zu geben, wie man nimmt und im besten Falle genauso viel zurückzukriegen. Habt ihr schon immer so gelebt? Ich meine…es erscheint mir eine Lebensweise zu sein, für welche man sich aus ganzem Herzen entscheiden muss und in welche man nur schwer, hm, hineingeboren werden kann.“
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Wieder lächelte Sime sachte. Wenigstens tat er so, als würde er das alles nicht für vollkommen absurd halten, und vielleicht meinte er ja sogar, was er sagte, und das Leben, das sie ihm beschrieben hatte, gefiel ihm vielleicht tatsächlich. "Jeder hier hat seinen eigenen Weg hierher gefunden. Ihr kennt meine Geschichte. Ich habe anfangs nicht die Entscheidung für dieses Leben getroffen, sondern gegen ein anderes. Dass dies hier das Leben ist, das ich auch wirklich führen möchte, und dass dies der Ort ist, an den ich gehöre, habe ich erst später begriffen. Wie man hierher gekommen ist, ist auch nicht wichtig. Es zählt nur, dass man weiß, dass man hierher gehört, und dass man sich jeden Tag aufs Neue für dieses Leben und für den Dienst an der Göttin entscheidet. Das... muss Euch alles sehr seltsam erscheinen", meine sie verlegen.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Varoujan musterte die junge Frau mit einem irritierten Stirnrunzeln, als Sime bemerkte, dass er ihre Geschichte bereits kennen würde und versuchte sich daran zu erinnern, wann ihm ebendiese untergekommen sein sollte, bis ihm aufging, dass es wohl während der gestrigen Besichtigung gewesen sein musste, bei welcher er mit Unaufmerksamkeit geglänzt hatte. Aber er glaubte sich dunkel daran zu erinnern, dass ihre Eltern im Krieg gefallen waren und dies der Grund für sie gewesen war sich der Obhut der Schöpferin zu übergeben und es würde ihre Worte bestätigen, dass sie sich gegen das Leben entschieden hatte, in welchem ihre Eltern den Tod gefunden hatten. „Nein, nicht wirklich. Ein wenig vielleicht, aber es ist nie falsch seinen Platz in dieser Welt zu kennen und sich dessen bewusst zu sein, sodass man für sich sehen kann, ob dieser Platz richtig oder falsch für einen ist. Und es zeugt von einer Besonnenheit, welche wohl nicht jeder hat.“ Er lächelte schmal und sah dann auf den Kessel, in welchem die Teeblätter schwammen und erhob sich dann ohne eine weitere Bemerkung kurz von seinem Platz, um Sime und ihm etwas von dem Tee einzuschenken, ehe er ihr einen Becher davon unter einem entschuldigenden Lächeln reichte, aber letztlich war es ihm doch unmöglich gewesen bloß untätig herumzusitzen.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

"Danke", sagte Sime freundlich und betrachtete die Züge des Zakida. Er hatte ein sehr hübsches einnehmendes Lächeln, und seine tiefen dunklen Augen blickten stets freundlich drein, wenn auch oft ein wenig unsicher. Sprach er von sich, wenn er von mangelnder Besonnenheit sprach? "Ihr scheint damit keine Probleme zu haben, mit der Besonnenheit, meine ich", bemerkte sie vage und fragte sich, ob sie nicht schon wieder zu weit ging. Aber es schien ihn zu bekümmern, und vielleicht konnte sie ihm ja irgendwie helfen.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„So?“, erkundigte sich Varoujan interessiert, bevor er den Becher mit Tee an seine Lippen hob und sachte den von der Oberfläche aufsteigenden Dampf fortblies und Sime schließlich über den Rand des Bechers hinweg freundlich anlächelte. „Ich weiß, man soll Komplimente nicht zerreden“, äußerte er sich dann und unterbrach sich kurz, um einen vorsichtigen Schluck von dem Pfefferminztee zu trinken, „aber ich fürchte, ich kann nicht dieselbe Besonnenheit vorweisen, wie ihr…noch nicht. Diese Reise hat vieles für mich verändert.“ Und ihn selbst, wie er sich eingestehen musste. Ob man ihn in seiner Heimat überhaupt noch wiedererkennen würde? Nicht seines Aussehens wegen, sondern aufgrund seines veränderten Charakters? „Und mich dazu bewogen mich gegen ein Leben zu entscheiden, von welchem ich mir einst sicher war, dass es erstrebenswert wäre“, fügte der Zakida an und runzelte flüchtig die Stirn, „und dass ich es nie bereuen würde dieses Leben gelebt zu haben. Aber diese Reise lässt mich allmählich begreifen, dass ich in diesem Leben keinen Platz gefunden hätte und dass mein Platz woanders ist. Bei dieser Gruppe und dann…in einer mir noch nicht bekannten Zukunft.“ Falls es diese Zukunft geben würde… „Das klingt…besonnener, als es ist…“, bemerkte Varoujan dann noch unter einem knappen Lächeln und wirkte doch zum ersten Mal nicht ganz so melancholisch, wie Gewöhnlich. Weil er allmählich zu begreifen begann und sich damit abfinden konnte, dass man ihm - und dabei schloss er sich nicht einmal aus - das Leben genommen hatte, dass er angestrebt hatte.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Aufmerksam hörte Sime dem Zakida zu, beobachtete sein Mienenspiel, während er erzählte, persönliche Dinge, die man nicht jedem erzählte. Er war also gerade dabei, sich von seinem alten Leben zu verabschieden und sich einem völlig anderen zuzuwenden. Wie sie es einst getan hatte, als sie gewissermaßen desertiert war. "Es ist nicht ungewöhnlich, einen neuen Weg einzuschlagen. Deswegen seid Ihr doch noch lange nicht unbesonnen", merkte Sime an und lächelte leicht. "Im Gegenteil. Die Tatsache, dass Ihr so genau bedenkt, was Ihr tut, zeigt doch gerade Eure Besonnenheit auf", fand sie. Auch sie nippte an dem Tee. Eigentlich hatte sie ja gar nicht so lange hier sein und Tee trinken wollen, aber es hatte sich nun so ergeben, und sie hatte das Gefühl, diesem Zakida tat es gut, dass er mit jemandem reden konnte, der nicht aus dieser Gruppe war. Und auch sie genoss seine Gesellschaft. So gut aussehende Fremde kamen hier nicht oft vorbei, und er wirkte wirklich freundlich und liebenswert. "Und Ihr scheint Euch auch nicht zu fürchten, sehe ich das falsch?"
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Fürchten?“, wiederholte der Zakida nachdenklich und sah die junge Frau einen Augenblick lang so an, als würde er in ihren Augen die Antwort auf ihre Frage suchen, ehe er seinen Blick auf den Becher in seinen Händen schweifen ließ und für eine geraume Weile schwieg. Ob er sich fürchtete? Furcht war ein recht einnehmendes Gefühl, ein Gefühl, dass einen beeinflusste und veränderte und er glaubte es inzwischen gut zu kennen und er verspürte es nicht, wenn er in seine Zukunft zu blicken versuchte, zumindest nicht in der Intensität, wie in anderen Fällen. Fälle, die ihm allmählich bewusst werden ließen, dass er nicht nur hier war, weil es ihm scheinbar vorbestimmt war und weil seine Visionen ihm keine andere Wahl gelassen hätten, nein, er war gerne hier, weshalb seine größte Furcht wohl wirklich darin bestand, dass man ihm nahm, was er allmählich zu schätzen lernte. „Ich weiß nicht. Ein wenig vielleicht. Es ist ein, hm, leicht mulmiges Gefühl. Aber es geht doch nicht so weit, dass ich mich fürchten würde. Es ist wohl…wie das Gefühl, wenn man das erste Mal auf den eigenen Beinen steht und nicht so recht weiß, wohin man sich als erstes wenden soll.“ Und vielleicht tat er das wirklich, das erste Mal auf eigenen Beinen stehen, nicht nur, weil er allmählich seinen Platz in dieser Gruppe fand und sie langsam losgelöst von dem nagenden Gedanken betrachten konnte, dass andere – Götter – es seit jeher so gewollt hatten, dass er hier war, sondern auch, weil nach der mit der Gruppe verbundenen Aufgabe nichts auf ihn wartete.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Er schien ein wenig Angst vor seiner eigenen Courage zu haben, überlegte Sime. Der Schritt, zu dem er sich entschieden hatte, war schließlich auch nicht unbedeutend. Doch was er beschrieb, klang nicht nach der Angst vor einer Veränderung. Es schien ihr eher, als wüsste er vielleicht doch nicht so genau, was er nun zu tun hatte? Aber hatte er nicht gesagt, er hätte sich entschieden? Sie war verwirrt. "Was meint Ihr? Ihr habt Eure Heimat verlassen und Freiheit gekostet, und wisst jetzt nichts so recht mit ihr anzufangen?", fragte sie stirnrunzelnd nach. Denn wirklich frei war er ja nicht, er hatte ja eine Aufgabe zu erfüllen.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Ja“, erwiderte Varoujan ehrlich und schenkte der jungen Frau ein verzagtes Lächeln, die wohl Mühe haben musste ihn zu verstehen. Sogar er hatte das, obwohl er bisher wohl noch nie so klar und deutlich vor Augen gehabt hatte, wer er war und welchen Platz man für ihn vorgesehen hatte und wie viel Raum darin war, um ihn selbst zu gestalten. „Aber ich weiß nicht, wie ich es euch begreiflich machen soll. Ich würde es gerne, aber…manches lässt sich so schwer in Worte fassen und selbst wenn ich es könnte, wüsste ich nicht, ob ihr mich verstehen würdet.“ Er lächelte entschuldigend, weil es ihm wirklich Leid tat, dass er keine Antworten mehr hatte. Aber er wusste nicht, wie er einer ihm eigentlich vollkommen Fremden begreiflich machen sollte, was er selbst erst allmählich zu begreifen begann. Wie sollte er ihr erklären, dass sein Leben augenscheinlich in den Händen der Götter gelegen hatte und er nicht aus freien Stücken hierher gekommen war und irgendwie…doch?! Weil er sich verändert hatte, weil er sich nicht mehr dazu gezwungen sah hier zu sein… Varoujan seufzte leise auf, bevor er Sime nochmals versicherte, dass es ihm Leid tat und musterte Momente lang ihre feinen Gesichtszüge. „Gedenkt ihr für immer hier zu bleiben?“, erkundigte er sich dann und verließ damit nicht ganz das angeschlagene Thema, aber es interessierte ihn wirklich, weil sie noch so jung wirkte, vor allem dann, wenn sie sich vor Begeisterung nahezu überschlug.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

"Aber ja!", antwortete Sime überzeugt und lächelte. Sie konnte verstehen, dass er sein Leben nicht derart restlos vor ihr ausbreiten wollte. Er hatte sich ihr schon sehr weit anvertraut. Vielleicht fiel ihm das auch deswegen leichter, weil sie eine Fremde war und er nicht zu befürchten hatte, später noch einmal für das Rechenschaft ablegen zu müssen, was er ihr anvertraute. Doch irgendwann war immer auch ein Punkt erreicht, an dem man seine weiteren Gefühle für sich behalten wollte. Sie respektierte das, und sie würde von sich aus sicher nicht nachfragen. "Wohin sollte ich auch sonst gehen? Nach Skeltan? Oder als Soldat an die Front?" Sie lächelte noch breiter. Sicher konnte er sie sich dort ebenso wenig vorstellen wie sie sich selbst. "Nein, wie ich sagte, ich gehöre hierher. Die Bibliothek, die Gärten, die Menschen, ich habe keinen Grund, das hier zu verlassen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das irgendwann ändern wird. Das hier ist mein Zuhause." Sie fragte sich, warum er sie das fragte. Aber vermutlich würde er ihr das gleich erzählen. Sie nippte an ihrem Tee und beobachtete ihn über den Rand der Tasse hinweg.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Seine Miene wurde von einem leicht verlegenen Lächeln erhellt, welches er verspätet zu verbergen versuchte, indem er an seinem Tee nippte, während er ihre Worte für sich nochmals in Gedanken wiederholte. „Nein, ich kann mir weder das eine, noch das andere vorstellen, ehrlich gesagt“, musste er sich dann vor ihr eingestehen und fragte sich für einen Augenblick, warum er ihr dann diese Frage gestellt hatte, welche aus ihrem Mund nur eine Antwort kannte. Weil er es hatte hören wollen, aus irgendeinem Grund… „Ihr seid jedem Wort das ihr sagt treu, so eins mit dem, wovon ihr sprecht…nein, ich kann mir wirklich nicht vorstellen, dass ihr woanders glücklich werden könntet.“ Und ihr würde nichts von dem entgleiten…irgendwann. Weder dieses Kloster und die Bibliothek, noch die Gärten und die Menschen um sie herum. Varoujan runzelte unwillkürlich die Stirn, während er darüber nachdachte, wie es wohl sein würde, wenn diese Reise für sie alle beendet war und keinerlei Grund mehr für sie bestand zusammenzubleiben. Und der Gedanke behagte ihm nicht. Selbst wenn er die Freiheit haben sollte, von da an sein Leben frei zu gestalten, irgendwie…wollte er Teile von seinem jetzigen nicht aufgeben. Weil er sich viel zu schnell an sie gewöhnt hatte, sie schätzen gelernt hatte und weil…die gemeinsam verbrachte Zeit ihm viel länger erschien, als die wenigen verstrichenen Tage.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Simes Lächeln schwand, als ihr klar wurde, worauf er wohl mit seiner Frage hinaus gewollt hatte. Sie hatte ihr Zuhause hier, hier gehörte sie ohne Zweifel her, und das würde auch so bleiben. Aber ihm, ihm fehlte ein solches Zuhause, ein Ort, an den er zurückkehren konnte, egal was passierte. Sie wusste nicht, wieso genau, aber er hatte selbst gesagt, dass er sich von seinem alten Leben abgewandt hatte. Das bedeutete, dass, sobald diese Reise vorbei war, er dann keinen Ort haben würde, an den er heimkehren konnte. "Ich... verstehe", sagte sie mitfühlend und runzelte reumütig die Stirn, weil sie ihm so fröhlich hatte vorführen müssen, wie glücklich sie hier, in ihrem Zuhause war, während ihm ein solches Gefühl wohl verwehrt bleiben würde. Was konnte sie nur sagen, um das wieder gut zu machen? Impulsiv legte sie ihm eine Hand auf die seine. "Sicher findet Ihr auch einen solchen Ort, den Ihr 'Zuhause' nennen werdet. Eure Reise ist bestimmt noch lang, und Ihr habt gewiss genug Zeit und Gelegenheit, einen solchen Ort zu finden. Die Götter werden gnädig mit Euch sein, denn Ihr seid in Ihrem Auftrag unterwegs."
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Es war nicht nur ein Ort, der einem das Gefühl gab Zuhause zu sein, sondern auch die Menschen, welche sich an diesem aufhielten und ihn belebten, jeder auf seine Art und Weise, der eine ein bisschen mehr, der andere ein bisschen weniger, ging es Varoujan durch den Kopf, ehe er abermals daran dachte, dass er die Menschen, die ihm momentan flüchtig dieses Gefühl gaben, irgendwann wieder verlieren würde. „Daran zweifle ich nicht“, erwiderte er Sime schließlich dennoch, weil es ihm schwer fiel sich der Überzeugung zu entziehen, welche in der Stimme der jungen Frau mitschwang und welche es einem gar nicht erst ermöglichte sich weiter in Gedankengänge zu verstricken, welche an ihrer Überzeugung hätten rütteln können. „Es ist nur, wie ich schon sagte, ein…etwas mulmiges Gefühl, derzeit...“ Er lächelte schmal und versuchte die Gedankengänge um seine Gefährten zu verdrängen und nippte abermals an seinem Tee, indes er im Stillen doch nicht ganz von ihnen ablassen konnte, bis ihm etwas anderes einfiel… das Bad, das er hatte nehmen sollen. Varoujan musste leicht grinsen. „Das Bad…ihr, ich hoffe…man hat es noch nicht vorbereitet?“ Wie viel Zeit war eigentlich bereits vergangen, seitdem sie ihn an der Mauer begegnet war? Viel, wenn er daran dachte, worüber sie geredet hatten und wohl doch nicht genug, um dieses Haus nach und nach mit Leben zu erfüllen, indem es mit den Stimmen seiner Gefährten erfüllt war. „Ich hatte es über dieses Gespräch ganz vergessen. Was wohl für euch spricht.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Sime täschtelte noch einmal abschließend seine Hand, dann umfasste sie wieder ihren Teebecher und lächelte strahlend auf seine letzte Bemerkung hin. "Nicht ich. Eine meiner Schwestern wollte sich darum kümmern. Es dauert sicher nicht mehr lange. In der Zwischenzeit esst doch etwas, vor einem heißen Bad sollte man sich stärken", meinte sie und wies einladend auf den Korb mit dem Essen. "Die Eier sind noch warm, und die Marmelade wird Euch sicher schmecken", erklärte sie und brach ab, ehe ihr einfiel, dass er dieses Essen ja wohl gar nicht gewohnt war, und dass es ihm daher vielleicht gar nicht so gut schmeckte wie ihr oder Daltor. "Naja, hoffe ich jedenfalls..."
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Keine Sorge, ich bin mir sicher, es schmeckt besser, als altes Brot und Trockenfleisch“, bemerkte Varoujan und musste leicht grinsen, bevor er seine Tasse auf dem Küchentisch abstellte und sich von seinem Platz erhob, um sich dem Korb zuzuwenden, auf welchen Sime gedeutet hatte. Der Geruch von frischem Brot stieg ihm entgegen, während er eines der kleinen Behältnisse ergriff und öffnete und behutsam daran roch, ehe er schmal lächelte. Marmelade, wie sie es gesagt hatte, aus…er hatte den Namen der Frucht vergessen, aber sie war klein, rund und so tiefrot, wie der Inhalt dieses Behältnisses und hatte in ihrem Innern einen Kern, vor welchem man ihn nicht gewarnt hatte, als er zum ersten Mal eine dieser Früchte gegessen hatte. Er stellte das Gefäß auf den Tisch, wo er bereits den frischen Laib Brot abgelegt hatte und besah sich dann weiter den Inhalt des Korbes, bis er irgendwann stutzend innehielt. „Was ist das?“, erkundigte er sich, nachdem er sich zu Sime umgewandt hatte und betrachtete die Frucht in seinen Händen, die für ihn auf den ersten Blick wie ein Apfel ausgesehen hatte. Aber sie war weicher und länglicher. „Es ist…kein Apfel, hm?“
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Sime musste leise kichern, als er diese simple Birne so verständnislos in der Hand drehte. "Verzeiht", entschuldigte sie sich dann für ihr schlechtes Benehmen, musste aber immer noch glucksen und hoffte nur, dass sie den Zakida damit nicht wütend machte, oder ihn gar beschämte. Deswegen sprach sie dann schnell weiter. "Nein, das ist eine Birne. Sie ist sehr süß und saftig. Gibt es die in Zakida nicht?", wunderte sie sich. Es sollte doch dort recht warm sein, und wenn hier die Sonne schien, wuchsen die Früchte ja auch besser.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

"Es gibt nichts zu verzeihen", bemerkte der Zakida, während er seinen Blick von der Birne losriss und ihn unter einem sachten Lächeln zu der jungen Frau schweifen ließ. "Das passiert mir schließlich öfter", fügte Varoujan noch an und musste sich eingestehen, dass man ihm bisher immer sehr aufgeschlossen begegnet war und ihm alles Fremde zu erklären versucht hatte. Sehr süß und saftig, also. Es klang wirklich, als würde diese Frucht zu den süßen Früchten seiner Heimat gehören. "Zumindest nicht dort, wo ich herkam. Aber dort gab es auch nicht viele...Bäume." Wuchsen diese Birnen überhaupt auf Bäumen? Vermutlich schon. Sie sahen so aus, als hätten sie an einem Ast gehangen, wegen dieses Stängels, den auch Äpfel besaßen. "Und sonst bin ich wohl bisher noch nie einer Birne begegnet." Er grinste, weil seine Worte irgendwie seltsam klangen und legte die Birne dann zurück in den Korb, da ihm vorerst doch mehr danach war ein Stück Brot mit Marmelade zu probieren, aber nur eine Scheibe, weil er hoffte, dass sich seine Gefährten früher oder später auch hier einfinden würden und sie vielleicht gemeinsam frühstücken könnten. "Wollt ihr auch?", erkundigte er sich so schließlich, nachdem er eine Scheibe von dem Laib Brot abgeschnitten und mit der Marmelade bestrichen hatte, die ihm als erstes in die Hände gefallen war, ehe er ohne ein weiteres Wort einfach noch eine Scheibe abschnitt und sie in die Richtung der jungen Frau schob. Erst dann biss er in sein eigenes Stück Brot, kaute vertieft und bedachte die junge Frau schließlich abermals mit einem Lächeln. "Ich glaube, das ist das Beste, was ich seit...Wochen gegessen habe."
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Sime kicherte erheitert. Noch nie einer Birne begegnet, wie er das sagte, und mit diesem niedlichen Dialekt. Nach kurzem Zögern nahm sie die Scheibe Brot an. Sie hatte zwar erst gegessen und eigentlich keinen Hunger, aber wahrscheinlich war es ihm lieber, wenn er nicht alleine aß. "Danke", meinte sie also freundlich lächelnd und bestrich sich ihre Scheibe Brot ebenfalls mit Marmelade. "Demnach kamt Ihr nicht häufig an Gasthäusern vorbei, oder hilfsbereiten Bauernhöfen oder derlei?", erkundigte sie sich, als er meinte, er hätte lange nicht mehr so gut gegessen. Es war ja nun wirklich nichts Besonderes, was sie ihm boten, aber Reiseproviant war gewöhnlich bei weitem weniger schmackhaft.


Als Alrun das nächste Mal aufwachte, war es draußen noch ein Stück heller geworden und sie zog zunächst unwillig die Decke über den Kopf. Sie fühlte sich noch lange nicht ausgeschlafen. Aber es war nun einmal schon Tag, und sie konnte nicht einfach sinnlos hier herumliegen. Stumm zählte sie bis drei, dann fasste sie sich ein Herz und schlug die Decke zurück. Sie zog eine saubere Uniform an und nahm sich vor, ihre dreckige nach dem Frühstück zu waschen, ebenso wie sich selbst. Aber im Moment fühlte sie sich bei weitem weniger schmutzig als hungrig. Sie steckte ihre Haare akkurat zusammen, machte ihr Bett, strich ihre Kleidung noch einmal zurecht und ging dann nach unten in die Küche. Sime saß dort und Varoujan und die beiden unterhielten sich offenbar nett. Es war ein schönes Bild, sie da so friedlich am Feuer sitzen zu sehen. "Guten Morgen", warf sie in die Runde und hielt dann inne. Wenn Varoujan hier war... "Was ist mit der Mauer?", fragte sie Varoujan stirnrunzelnd.
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Er wusste nicht, aus welchem Grund Sime abermals kicherte, aber er hörte es gerne, dieses helle, durchdringende Kichern, welches in einem so drastischen Kontrast zu der Ernsthaftigkeit der letzten Tage und Wochen stand, in welchen ein Lächeln oder ein Lachen schon etwas Besonderes gewesen waren, sodass er keinen weiteren Gedanken an die möglichen Gründe verschwendete. „Nein, dafür hatte ich keine Zeit“, erwiderte er ihr dann auf ihre Frage und unterbrach sich, um einmal wieder seinen Kopf von ihr und dem Essen abzuwenden, um zu husten. „Ich habe mich meist mit zwei Mal gebackenem Brot, Trockenfleisch, Trockenfrüchten und Fisch zufrieden gegeben“, fügte er schließlich nach einem weiteren Bissen von dem Marmeladenbrot und einem Schluck des Pfefferminztees an und wandte schließlich den Kopf um, als er Schritte vernahm. „Guten Morgen, Leutnant“, erwiderte er letztlich freundlich und bedachte die Sertianerin mit einem Lächeln, „wollt ihr…“ Was mit der Mauer war? Varoujan runzelte die Stirn, Leutnant Alrun einen Augenblick fragend musternd, bis ihm aufging, wovon sie sprach. „Die Klosterbewohner haben sich der Pforte angenommen. Sime hat mich heute Morgen dort oben gesehen und…sie wird wohl wieder das Osttor im Laufe des Tages zugemauert.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Als der Blick des Leutnants fragend in ihre Richtung ging, nickte Sime eifrig. "Elasa kümmert sich darum, dass die Pforte gesichert wird, macht Euch darum keine Sorgen. Es tut mir leid, dass Ihr deswegen solchen Ärger hattet, Leutnant, ich habe von dieser Pforte nichts gewusst", erklärte sie. Ein wenig hellten sich die Züge der Soldatin auf, sie schien sich etwas zu entspannen und antwortete mit einem Nicken: "Danke, das freut mich zu hören." Beruhigt lächelte Sime die Frau an, wies ihr mit einer einladenden Geste, sich auf den Stuhl neben sie zu setzen und stand selbst eilig auf, um ihr einen Tee einzuschenken. "Bitte, setzt Euch doch", sagte sie dazu, "und langt tüchtig zu, wir haben frisches Brot und Marmelade und warme Eier und ein bisschen Obst." Während sich die Soldatin ein wenig zögerlich setzte, stellte Sime ihr eine Tasse Tee hin. "Pfefferminze", erklärte sie dazu und setzte sich selbst wieder.

Die Kleine war ja wirklich nett, stellte Alrun fest und lächelte ein wenig unsicher, denn sie bemühte sich offenbar nach Kräften, es ihr Recht zu machen und sie regelrecht zu bewirten. Oder sie hatte ein schlechtes Gewissen wegen der Sache mit der Pforte. Allerdings glaubte sie ihr, dass sie davon nichts gewusst hatte, was hätten sie auch davon gehabt, sie vor ihnen geheim zu halten? "Danke", erwiderte Alrun, als Sime aufgestanden war, um ihr einen Tee zu holen, "aber ich kann auch selbst..." Aber da war es schon zu spät und der Tee stand bereits vor ihrer Nase. Wahrscheinlich brauchte sie hier nur nach irgendetwas zu fragen und hätte es sofort bekommen. "Danke", sagte sie also noch einmal und fühlte sich ein wenig befangen. Der Tag begann irgendwie wie der letzte geendet hatte, nämlich damit, dass irgendwer sich um sie und für sie sorgte.
"Also... äh... hattet Ihr eine ruhige Wache?", fragte sie Varoujan, um ein Gespräch in Gang zu bringen, während ihr Sime diensteifrig eine Scheibe Brot abschnitt. Sie unterbrach sich kurz mit einem "Äh... Danke" in ihre Richtung und fuhr dann an Varoujan gerichtet fort: "Ihr müsst ziemlich durchgefroren sein."
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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Er lächelte still in sich hinein, während er Leutnant Alrun und Sime einige Augenblicke schweigend beobachtete, erheitert darüber, wie oft sich die Soldatin in eben diesem Zeitraum bei der jungen Frau bedankte, sodass er sein Lächeln irgendwann nicht mehr zu verbergen wusste und mit ebendiesen zunächst den Worten begegnete, die man an ihn gerichtet hatte. „Eine ruhige Nacht, ja“, bestätigte Varoujan dann und fügte allein in Gedanken an, dass er so viel Zeit zum Nachdenken gehabt hatte, vielleicht sogar ein wenig zuviel, wenn er an sein Gespräch mit Sime dachte, das irgendwie in ganz andere Bahnen verlaufen war, als beabsichtigt. Er musterte die Soldatin noch einen Moment, flüchtig den Gedanken aufgreifend, der ihm während seines Gespräches mit Sime wieder und wieder in den Sinn gekommen war und widmete seine Aufmerksamkeit dann vorübergehend dem Pfefferminztee, bevor er fortfuhr: „Ich habe nur ab und an ein Wolfsheulen gehört, aber keines der Tiere gesehen und das war…im Grunde schon alles.“ Er lächelte schmal und war doch ein wenig verwundert darüber, wie förmlich das klang. Wie ein Bericht eben. „Und macht euch keine Gedanken, die Nächte in Zakida waren teilweise weit kälter, als die Nächte hier. Ich werde trotzdem alsbald ein Bad nehmen.“ Was er wohl doch irgendwie bitter nötig hatte, wenn auch nicht unbedingt, um einer Unterkühlung vorzubeugen. Dann fand er auch gleich die Gelegenheit sich zu rasieren und vielleicht konnte er auch zusehen, ob sich irgendetwas mit seinen Haaren machen ließ.
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Alrun hörte sich Varoujans Bericht schweigend an und schenkte ihm nur ab und an ein Kopfnicken, während sie sich Butter und Käse nahm und ihr Brot belegte. Sie war fertig, als auch Varoujans Bericht endete, und antwortete dann: "Gut, gut, tut das. Ihr wart ja in Zakida sicher auch nicht erkältet und verwundet. Nehme ich an. Ich schätze, ich sollte auch mal wieder baden, der Dreck an mir ist schon dreckig. Und für meine Uniform gilt das ebenso." "Wir kümmern uns gern um die Uniform", wandte Sime ein, eifrig wie immer. Alrun lächelte dankbar, erwiderte aber: "Danke, das wird nicht nötig sein, ich mache das gern selbst. Wir machen diesem Kloster wirklich schon genug Umstände." Sime runzelte die Stirn und antwortete mit leicht gekränktem Unterton: "Leutnant, wir wären aber schlechte Gastgeber, wenn wir erschöpfte und obendrein verwundete Gäste ihre Wäsche selbst waschen ließen. Wirklich. Bitte. Wir kümmern uns gern darum, legt sie nur auf Euer Bett, jemand wird sich heute ihrer annehmen", bat sie sie. Alrun sackte ein wenig in sich zusammen. Irgendwie fühlte sie sich bemuttert. Nicht dass ihr das allzu sehr zuwider gewesen wäre, aber es war doch arg ungewohnt, und ein wenig unangenehm war es ihr schon, die Hilfe des Klosters derartig überzustrapazieren. Doch vermutlich fassten sie es wirklich als Kränkung auf, wenn sie sich allzu vielen der Hilfsangebote verweigerte, und vielleicht hatte der Abt ja Recht gehabt, als er ihr gestern erklärt hatte, viele würden ihnen schon deswegen gern helfen, weil dies eine neue Erfahrung war, sie fanden das vermutlich irgendwie aufregend. "Na schön", antwortete sie endlich ergeben und lächelte resigniert, was ihr sofort ein strahlendes Lächeln Simes einbrachte. "Wunderbar!", freute die sich, als hätte sie soeben ein Pferd mit kompletter Ausrüstung erhalten. Endlich nahm sich Alrun die Zeit, in ihr Brot zu beißen. Der Käse war gut und schmeckte frisch, und die Butter war ihrer Meinung nach die beste, die sie jemals gegessen hatte. Ganz zu schweigen vom Brot. Es konnte freilich auch einfach daran liegen, dass sie solchen Hunger hatte.

Sime nickte zufrieden, als sich die Soldatin endlich hatte überreden lassen, dem Kloster das Waschen zu überlassen, und friedlich ihr Brot aß, und wandte sich dann wieder an den Zakida: "Wölfe trauen sich gewöhnlich auch nicht besonders nah an das Kloster heran. Allerdings lassen wir das Vieh sicherheitshalber trotzdem nachts über in den Ställen", erzählte sie. "Kühe geben auch mehr Milch, wenn sie sich nicht fürchten." Wortlos stand sie auf, als sie bemerkte, dass der Leutnant seinen Tee ausgetrunken hatte, und schenkte ihr neuen ein, was die junge Frau mit einem leicht verkniffen klingenden "Danke" quittierte. Sime lächelte leise und überlegte, wo sie vor dem Eintreten der Offizierin das Gespräch unterbrochen hatte. Ja, richtig. Das Einkehren in Gasthäusern und Reiseproviant. Und davor hatte er erzählt, dass es in seiner Heimat wenige Bäume gab. "Wenn es bei Euch so wenige Bäume gibt - ist das Land dann überhaupt fruchtbar genug, um Euch zu ernähren?" Sie stellte fest, dass sie eigentlich überhaupt keine Ahnung hatte, wie der Zakida zuhause lebte.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Wieder konnte er nicht anders, als zu lächeln, indes er die beiden Frauen mit leicht zusammengekniffenen Augen beobachte und sich nur schwer die Bemerkung verkneifen konnte, dass er inzwischen sein letztes Hemd und seine letzte Hose trug, die noch wirklich sauber waren. Er würde seine Wäsche schon selbst waschen, irgendwann im Laufe des Tages. „Wie?“, erwiderte er Sime dann irgendwann verwirrt, da ihn ihre Frage vollkommen unvorbereitet traf, sodass er einen Moment brauchte, bis er wie sie bei ihrem Gespräch angelangt war, dass sie geführt hatten, bevor Leutnant Alrun sich zu ihnen gesellt hatte. „Ach so, ja, durchaus. Es ist nur bedeutend aufwendiger, als hier in Sertia, Ackerbau und Ähnliches zu betreiben. Wir teilen die Jahreszeiten nicht in Frühling, Sommer, Herbst und Winter, sondern in eine trockene und in eine feuchte Jahreszeit. Während der trockenen Jahreszeit regnet es eigentlich nie und in der Feuchten viel zu viel. Während der feuchten Jahreszeit versuchen wir das Regenwasser zu sammeln und nutzen es dann in der trockenen für die Bewässerung der Äcker.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Eine trockene und eine feuchte Jahreszeit. Sime musste an sich halten, das Gesicht nicht allzu sehr zu verziehen. Das schien ihr wahrlich keine Gegend zu sein, in der man die Präsenz der Göttin allzu deutlich spüren konnte. Immerhin, sie bemühten sich offenbar nach Kräften, zu pflanzen und zu sähen und den Boden zu bestellen. Es musste ein sehr hart erarbeitetes Brot sein, das sie dort aßen. Dann wiederum fiel ihr ein, vielleicht war ihre Hingabe zur Göttin ja noch viel stärker als die in ihren Kloster. Denn schließlich arbeiteten sie auch viel härter, um ihre Gaben zu empfangen und... Nein, so ein Unsinn, sie glaubten ja nicht einmal an die Götter dort, so weit sie wusste. Und doch waren freilich auch die Zakida die Kinder der Götter, mochten sie selbst das auch anders sehen. Vielleicht hatte die Göttin sich ja von den Zakida abgewandt, weil sie sie nicht genug um sie bemüht hatten. Doch das konnte sie sich auch wieder nicht vorstellen, gewiss war die Schöpferin gnädig. "Nun, wenn das Wetter dort so grausam und das Leben dort so hart ist, kann ich nachvollziehen, wenn Ihr einen anderen Weg einschlagen wollt", bemerkte Sime nickend. Das Leben in Sertia war sicher leichter, wenn auch nicht immer für Zakida. Aber bestimmt fand er irgendwo eine Anstellung. Er war jung und kräftig und er sprach ihre Sprache ausgezeichnet.


Irritiert hob Alrun den Kopf und sah Varoujan forschend an. Einen anderen Weg einschlagen? Fern von Zakida? Wollte er denn gar nicht zurück? Aber seine Verlobte wartete doch dort. Er konnte sie und ihre Liebe doch nicht einfach so aufgeben und fortbleiben, ohne ganz sicher zu sein, dass sie beide keine Chance mehr hatte. Oder war Liebe doch so vergänglich? Meistens vermutlich. Bei ihrem Onkel hatte es länger gehalten, aber sonst... Nun, aber zumindest sollte man sich doch noch einmal sehen und miteinander reden, ehe man eine solche Sache einfach so beendete, aus der Ferne...
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Seinen Lippen entwich ein leises Lachen, als er Sime Bemerkung hörte, bevor er sich seiner Tasse annahm und einen weiteren Schluck des nur noch lauwarmen Inhaltes trank. „Es ist nicht das Wetter oder das harte Leben in Zakida, welche mich dazu bewogen haben einen anderen Weg einzuschlagen“, bemerkte er dann seinerseits, noch immer leicht amüsiert über ihre Bemerkung, obwohl er ahnte, dass sie so ernst gemeint nicht gewesen sein konnte. Erst dann begegnete er Leutnant Alruns forschenden Blick, nicht ganz sicher, was er von diesem zu halten hatte, weshalb er flüchtig die Stirn zu runzeln begann, doch anstatt ihrem Blick mit einer nachhakenden Frage zu begegnen, leerte er seine Tasse und aß die Überbleibsel seines Brotes auf. „Ich sollte wohl allmählich nach meinem Bad sehen“, bemerkte er dann, als er fertig war und sah etwas unsicher zwischen den beiden Frauen hin und her.
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

"Ja, sicher ist es schon bereit, oder so gut wie. Geht nur nach oben", stimmte Sime ihm zu. Sie hätte zu gern gewusst, was genau es denn nun gewesen war, das ihn dazu bewog, sein altes Leben aufzugeben. Aber da er vorhin unter vier Augen nicht hatte genauer werden wollen, wollte er das nun sicher auch nicht unbedingt.
Eigentlich wollte sie gar nicht wirklich, dass er so bald schon ging. Der Leutnant war zwar nicht unsympathisch, wirkte aber auch nicht wie jemand, mit dem man sich längere Zeit besonders gut unterhalten konnte. Sie war eben Soldat, und wenn die nicht gerade fürchterliche Aufscheider waren, hatte Sime sie als wortkarg kennengelernt. Aber freilich sollte sie nicht aus ihren wenigen Erfahrungen auf alle Menschen in Uniform schließen, und dem Ganzen eine Chance geben.


"Ja, geht und wärmt Euch auf", stimmte Alrun der Ordensschwester zu. Auch wenn sie eigentlich nicht unbedicht grenzenlosen Wert darauf legte, mit Sime allein gelassen zu werden. Freilich war das Mädchen lieb und hilfsbereit und all das. Aber dennoch fühlte sie sich in ihrer Gegenwart irgendwie nicht ganz wohl, auch wenn sie nicht genau ausmachen konnte, woran das liegen mochte. Dass sie ständig bemüht war, es allen recht zu machen, konnte zwar gelegentlich anstrengend sein, war doch aber dennoch ein ganz liebenswerter Zug. Sie sollte dem Mädel wirklich eine Chance geben. Oder das Gespräch eben einfach höflich ertragen. Morgen würden sie schließlich ohnehin wieder abreisen.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

„Gut“, erwiderte Varoujan auf die Einigkeit der beiden jungen Frauen allein und nickte, bevor er sich von seinem Platz erhob und seine Tasse so beiseite stellte, dass er sie im Verlauf der nächsten Stunden nochmals wieder finden würde, falls sich bis dahin noch einer seiner Gefährten an diesem Tisch eingefunden haben oder ihn nochmals Hunger überkommen sollte. „Dann noch einen angenehmen Morgen und…Leutnant, versucht die Marmelade, sie schmeckt großartig.“ Er lächelte leicht, wartete dann noch einen Moment und verließ dann die Küche, um sich auf das Zimmer des Leutnants zu begeben – und seines – wo er seine Sachen zusammensuchte und sich mit diesen in die Richtung des Bades aufmachte, aus welchem noch Geräusche zu ihm vordrangen. „Ich bin wohl noch…“, begann sich Varoujan zu äußern und stockte, als er nicht, wie erwartet, einer Fremden begegnete, sondern Sheena, die zu seiner Erleichterung nicht sich selbst, sondern ihre Wäsche zu waschen schien. „Ich, hm, wollte nicht stören“, murmelte er dann und sah kurz zu Boden, obwohl er das eigentlich ja gar nicht musste und fügte dann ein verspätetes „Guten Morgen“ an.
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

"Guten Morgen. Ihr stört nicht. Ich war sowieso gerade fertig." Hinzu kam, das sie keine Lust auf eine Diskussion über den gestrigen Abend hatte. Sie würden es sowieso nicht verstehen oder gar verstehen wollen. "Ihr habt das Bad gleich für Euch." Sie wrang die Bluse aus, die sie gerade gewaschen hatte und griff nach den restlichen, schon gewaschenen Kleidungsstücken. Draußen würde sie sicher einen geeigneten Platz finden, an dem sie sie zum trocknen aufhängen konnte.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Sakura_chan]

Sie schien es eilig zu haben, bemerkte Varoujan mit leisem Bedauern, während er seine Sachen achtlos auf einem Schemel niederlegte und Sheena dabei beobachtete, wie sie eine Bluse auswrang und schließlich irgendwann leicht die Lippen verzog. Er hatte zumindest gehofft kurz mit ihr reden zu können, zwischen Tür und Angel zwar, aber sie schien wohl zu ahnen, welche Fragen auf seiner Zunge brannten und wollte diesem Gespräch wohl aus dem Weg gehen. Aber vielleicht bildete er sich das auch nur ein und sie wollte wirklich nur höflich sein und ihn möglichst rasch alleine lassen, damit er sich frisch machen konnte. Andererseits, vielleicht sollte er trotzdem kurz zwischen Tür und Angel einige Worte fallen lassen. Weil es ihm wichtig war, nachdem sowohl Feyaria, als auch eben Sheena am gestrigen Abend irgendwie verschlossen gewirkt hatten und er wollte keinesfalls, dass dieser Abend und die damit verbundenen Ereignisse irgendwie zwischen ihnen stehen könnten. „Ihr braucht euch nicht zu beeilen“, bemerkte er schließlich, „das Badewasser ist vermutlich sowieso noch kochendheiß.“ Er lächelte leicht, ein wenig verunsichert und sah sich kurz in dem Raum um, ehe sein Blick wieder an der Assynerin hängen blieb. „Ich werde euch nicht ausfragen, falls…ihr das befürchten solltet. Ich würde zwar gerne wissen, was Feyaria und ihr gestern Abend genau gemacht habt und ich würde es auch gerne verstehen, aber…ich werde nicht fragen, wenn ihr es nicht wollt. Allerdings, was auch immer ihr genau gemacht habt…ihr habt uns allen die erste ruhige Nacht seit vielen Tagen beschert. Dafür, hm, meinen Dank.“ Er lächelte abermals und fuhr sich flüchtig durch sein Haar, während er Sheena beobachtete und sich kurz fragte, ob es wirklich klug gewesen war diese Worte fallen zu lassen. Aber für ihn war es richtig und besser, als sich vollkommen über diesen Abend auszuschweigen und sich deswegen vielleicht aus dem Weg zu gehen. Was…genauso genommen auf ihrer Reise ja gar nicht möglich und auch gar nicht in seinem Sinn war. „Ach so…unten in der Küche warten frisches Brot, Marmelade und solcherlei Dinge auf euch.“
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Dank war so ziemlich das letzte womit sie gerechnet hatte. Vorwürfe, ja. Anschuldigungen und Vorhaltungen, ja. Aber Dank? Letzte Nacht hatte es nicht so geklungen als würde es sie überhaupt interessieren ob Feyarias Ritual funktionierte oder nicht. Sie schienen alles daran setzen zu wollen es zu stören. Dieser Mangel an Vertrauen war einfach zu verletzend gewesen.
"Die Nacht wäre schon wesentlich früher ruhig gewesen, wenn ihr alle nicht so einen Aufstand geprobt hättet." erklärte sie ruhig. "Vielen Dank für das Angebot, aber ich habe keinen Hunger. Entschuldigt mich bitte." Sie nickte ihm kurz zu und verließ das Bad. Sie sollte ihre Sachen aufhängen bevor sie den Boden noch mehr volltropfte.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Sakura_chan]

"Natürlich, lasst euch nicht aufhalten", erwiderte Varoujan höflich, brachte es aber nicht fertig einen leicht enttäuschten Unterton in seiner Stimme zu verbergen. Einen Aufstand geprobt...es war nicht so, dass er dieses Wort nicht kannte, aber es verwunderte ihn doch es aus ihrem Mund zu hören, sodass er ihr gerne seine Sicht dieses Aufstandes erklärt hätte. Sie hatten Angst gehabt. Nicht mehr, oder weniger. Und sie hatten keinesfalls Feyaria und Sheena willentlich bei Etwas stören wollen. Der Zakida seufzte, obwohl er die Assynerin längst aus den Augen verloren hatte, suchte das Bad nach einem vielleicht liegen gelassenen nassen Kleidungsstück ab, fand aber keines und auch keinen anderen Grund, warum er ihr einfach hätte nachgehen können. Sie schien es nicht zu wollen, schon gar nicht, wenn er an die Absicht dachte, die hinter seinem Handeln gesteckt hätte.
Erst nach einer ganzen Weile kam Varoujan schließlich dem Grund nach, warum er das Bad eigentlich betreten hatte, prüfte die Wärme des Badewassers und stieg dann vorsichtig in den Zuber, wobei er angestrengt versuchte seine verletzte Wade während des Bades mit möglichst weniger Wasser in Berührung zu bringen.
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Sakura_chan

Kirschblüte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Gamina]

Eilig verließ Sheena das Gebäude, froh diesem Gespräch entkommen zu sein. Wahrscheinlich wäre als nächstes gekommen das man sich um sie und Feyaria doch nur Sorgen gemachte habe. Ja, natürlich. Deshalb hatten sie auch einfach hören wollen und Feyaria hatte die Wölfe, die nichts anderes gewollt hatten, als sie und die Zakida zu schützen, kaum noch zurück halten können. Aber wahrscheinlich würden die anderen ihnen vorwerfen, das sie die Wölfe auf sie hatten hetzen wollen. Was natürlich hervorragend passen würde. Sheena schnaubte verächtlich, und sie fasste einen Entschluß. Wenn so wenig Vertrauen in sie bestand, sollte sie ihre Konsequenzen daraus ziehen. Sie nickte zuversichtlich, aber zuerst sollte sie sich um ihre nassen Sachen kümmern.
Im Garten schließlich fand sie eine Wäscheleine an der sie ihre Kleidung aufhängen konnte.
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Die Marmelade probieren sollte sie, hatte Varoujan gesagt. Alrun sah das Glas, das Sime ihr hilfreich direkt vor die Nase gestellte hatte, überlegend an, während sie das letzte Stück ihres Brotes aß. Eigentlich war Süßkram nichts für sie. Es hielt nicht allzu lange an und man bekam zu früh wieder Hunger, es war einfach unpraktisch. Andererseits musste sie hier in diesem Kloster wahrscheinlich wirklich nicht fürchten, Hunger leiden zu müssen. Schon gar nicht solange Sime noch hier war, die ihr eben wieder eine neue Scheibe Brot abgeschnitten hatte. "Danke, Sime", meinte sie ergeben. Irgendwann würde sich die junge Ordensschwester schon Daltor schnappen und sie würden sich wieder in der Bibliothek verschanzen, dann würde es ihr wohl endlich wieder erlaubt sein, sich selbst eine Tasse Tee zu holen. "Also, Sime, wenn Ihr mir einfach sagen würdet, wo ich Mörtel und Steine finde, kann ich nachher die Pforte eben zumauern. Ihr müsst ja deswegen wirklich nicht Euren Tagesablauf stören lassen." Eigentlich wusste sie auch schon im gleichen Moment, in dem sie es sagte, dass das ein Fehler gewesen war.
"Auf keinen Fall", widersprach sie denn auch erwartungsgemäß und wiederholte die Tatsache, die ihnen auf die Stirn geschrieben zu sein schien. "Ihr seid hier schließlich Gast, und selbstverständlich werden wir nicht zulassen, dass Ihr während Eures Aufenthaltes hier arbeitet, noch mehr als Ihr das ohnehin schon getan habt. Außerdem wird Elasa sich schon längst darum gekümmert haben", erkläre sie bestimmt. "Ihr sollt Euch hier ausruhen, Eure Reise wird noch hart genug werden." "Ich würde mich aber wirklich wohler fühlen, wenn ich hier irgendetwas Sinnvolles tun könnte." "Tut Ihr doch", erwiderte Sime, "es kann im Moment kaum etwas Sinnvolleres für Euch geben als Euch auszuruhen. Ihr müsst Euch stärken, um diese Gruppe weiterhin beschützen zu können."
Kurz kniff Alrun leicht die Augen zusammen. Das Mädel wirkte wohl lieb und nett, aber in dieser Beziehung war sie offensichtlich ein harter Brocken. "Ich fühle mich wirklich kräftig genug und ich habe eher das Gefühl, zu verweichlichen und Rost anzusetzen, wenn ich hier überhaupt nichts Nützliches tun kann", versuchte sie noch einen Widerspruch und erntete einen mütterlich nachsichtigen, dennoch aber mahnenden Blick seitens der jungen Ordensschwester. "Das gilt vielleicht für Euch", erklärte Sime ihr bestimmt und dennoch weiterhin mit der herzlichen Freundlichkeit, die nie von ihr abzufallen schien, und wegen derer man der jungen Frau einfach nie böse sein konnte, "aber nicht für Euren Körper und Eure Seele."
Alrun stutzte. "Ich und meine Seele? Ich dachte, das wäre das Gleiche", erwiderte Alrun irritiert. "Nein, Leutnant", widersprach Sime sachlich, als ginge es um eines ihrer Bücher, "das ist es nicht. Aber ich erinnere mich gut an die Zeit, als ich bei der Armee war", erzählte sie, "nicht lange, und nur zur Ausbildung. Aber ich erinnere mich gut daran, dass sich meine Seele in dieser Zeit zurückzog und... nun, es war nicht gut für sie. Vielleicht ist das nötig für die Arbeit, die Ihr tun müsst, das ist gut möglich. Aber solange Ihr hier seid - lasst sie ein wenig aufatmen. Letztendlich wird sie irgendwann alles sein, was Euch bleibt."
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Sakura_chan]

Es musste schon beinahe Mittag sein, als Jaime aufwachte. Er hatte fest und traumlos geschlafen und jetzt räkelte er sich genüßlich in dem nicht einmal sonderlich bequemen Bett im Gästehaus des Klosters. Immerhin war es ein Bett. Das Bett an der gegenüberliegenden Wand war unberührt, scheinbar hatte er ein komplett leeres Zimmer erwischt, als er in der Nacht in der Dunkelheit das erstbeste gewählt hatte. Schade, dachte er und lächelte leicht. Im Haus war es ruhig, für einen verrückten Augenblick dachte er sogar, es sei zu ruhig, aber dann hörte er Schritte auf dem Gang und von irgendwo draussen ein Lachen. Offenbar hatte es keinen Überfall gegeben, den er verschlafen hatte. Jaime streckte sich erneut und rieb sich dann mit der flachen Hand über das unrasierte Kinn. Ein Bad, erinnerte er sich. Ein Bad hatte er eigentlich gestern schon nehmen wollen, aber immer war etwas dazwischen gekommen. Jaime setzte sich auf und schwang die Beine über die Bettkante, fuhr sich mit der Hand durch die langen Haare und stand auf, um in seinem Gepäclk zu kramen. Nachher würde er sich jemanden suchen, der ihm gegen ein Entgelt die Kleider wusch, nahm er sich vor, aber jetzt war er erst einmal selber dran.
Mit einem frischen Hemd und einer sauberen Hose unter dem Arm verließ er pfeifend sein Zimmer und machte sich auf die Suche nach einem Baderaum. Den fand er nur wenig später, Wassertropfen auf dem Boden hatten ihm den Weg dahin gewiesen. Jaime trat ein und das erste, was er sah, war eine blasse, behaarte Wade, die über den Rand eines Zubers ragte. Jaime wollte sich eben diskret zurückziehen, da sah er, dass es Varoujan war, der da im dampfenden Wasser lag. "Guten Morgen." begrüßte Jaime den Zakida. "Oder guten Mittag. Dir geht es offenbar recht gut." Jaime grinste.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Schon eine geraume Weile hatte ihn das Gefühl beschlichen irgendetwas vergessen zu haben, doch darauf, dass er vergessen hatte die Tür zu schließen, war es bis zuletzt nicht gekommen, sodass ihn der Gruß des Assyners vollkommen unerwartet traf und ihn kaum merklich vor Überraschen in dem Zuber tiefer rutschen ließ. „Vormittag“, bemerkte Varoujan dann, nachdem er sich halbwegs wieder gefangen hatte und war doch ein wenig verwundert darüber, dass er den Mann nicht hatte kommen hören, vermutlich, weil er schon wieder zu tief in irgendwelche Gedanken versunken gewesen war. „Vormittag, ich glaube…das ist das Wort, was du suchst.“ Er grinste leicht, während er den Mann musterte, der wohl erst vor kurzem aufgestanden war und fügte dann ein leises und seine eigene Bemerkung verbesserndes „später Vormittag“ an. „Ich soll mich aufwärmen“, fuhr der Zakida dann erklärend fort und wäre wohl selbst während ihres Aufenthaltes in diesem Kloster nie darauf gekommen ein Bad zu nehmen, weil es sich wirklich als ein klein wenig umständlich und ungemütlich herausstellte. „Aber ja, bis auf einen etwas hartnäckigen Husten könntest du wohl Recht haben.“
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

Vormittag, später Vormittag. Das war völlig egal, wenn man einen Tag vor sich hatte, an dem man nichts zu tun hatte. "Du sollst dich aufwärmen." erwiderte Jaime mit einem kleinen Anflug von Sarkasmus. Er konnte sich denken, woher dieser Befehl gekommen war und irgendwie war es schon wieder lustig, dass Varoujan daraufhin brav in den Zuber trabte. Nicht etwa, weil er baden wollte, nein, weil Alrun ihm gesagt hatte, er solle sich aufwärmen. "Soll das heissen, du warst die Nacht draussen? Und haben die hier in ihrem Kloster nichts gegen deinen Husten? Klöster haben doch immer irgendwelche Sälbchen und Kräuterchen parat..."
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Varoujan zog skeptisch eine Augenbraue empor, als er die Worte des Assyners vernahm oder vielmehr über den Unterton überrascht war, der Jaimes Worte begleitete. „Sime, die junge Frau, die uns gestern das Kloster gezeigt hat und Daltor in der Bibliothek hilft, hat mir dieses Bad förmlich aufgedrängt. Zumindest hätte ich ein Bad - wenn ich es vielleicht auch bitter nötig hatte - vorerst noch vermieden.“ Er grinste etwas schief und bewegte kurz sein verletztes Bein, nicht nur, um auf den Grund hinzuweisen, sondern auch, weil er es auf Dauer nicht still halten konnte. „Ja, ich war die Nacht draußen, na ja, die Hälfte davon“, erwiderte der Zakida dann auf Jaimes Frage. „Leutnant Alrun hatte Bedenken wegen der Pforte…also haben wir sie abwechselnd im Auge behalten. Aber die Nacht war ruhig, wie du wohl bemerkt haben dürftest.“ Keine Wyrsa. Keine Visionen. Keine Toten am nächsten Morgen. Zumindest der ein oder andere würde ruhig geschlafen haben und dieser Tag versprach ebenso ruhig, wie die Nacht zu werden. Eine beinahe unwirkliche Vorstellung. „Und doch, doch…einen Sirup. Aber ich habe es vergessen ihn regelmäßig zu nehmen.“
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

"Sime." erwiderte Jaime trocken, dann lachte er. Sime hatte Varoujan baden geschickt, das ließ wohl ziemlich tief blicken, dachte er belustigt. Und Varoujan schien sich überhaupt nichts anderes als die Sache mit dem Aufwärmen zu denken. Jaime beschloss, alles daran zu setzen, zu seinem eigenen Bad zu kommen, ehe eine schöne Frau noch auf die Idee kam, ihn baden zu schicken. Wobei Alrun sich auch nicht an Staub und Dreck der Reise gestört hatte. Aber Alrun war auch Soldat, sie war vermutlich Schlimmeres gewöhnt. "Es schadet einer Verletzung nicht, wenn sie auch mal sauber wird." meinte Jaime zu Varoujans diesbezüglichem Kommentar. "Ganz im Gegenteil. Vielleicht solltest du das Bein mal ordentlich einweichen." Jaime rollte mit den Augen, als Varoujan ihm von den nächtlichen Unternehmungen erzählte. "Unverbesserlich." kommentierte er. "Man darf diese Frau keine Sekunde aus den Augen lassen, jedesmal stößt sie alles wieder um, womit sie vorher einverstanden war. Und du leistest dem auch noch Vorschub." Jaime warf Varoujan einen vorwurfsvollen Blick zu. "Was ist mit den Wölfen? Und den beiden ... Zauberinnen?"
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

„Ich tue was?“, erkundigte sich Varoujan überrascht und ließ sein Bein nach kurzem Zögern vorübergehend in das Wasser sinken, während er vergebens aus Jaimes Miene zu lesen versuchte was er genau mit ‚Vorschub leisten’ meinte. Zumindest schien der Assyner nicht damit einverstanden zu sein, was auch immer er genau tat. „Was meinst du?“, hakte der Zakida daher nach und runzelte verwirrt die Stirn, bevor er versuchte das Thema zumindest vorübergehend auf die Fragen des Mannes zu lenken. „Ich habe sie heulen gehört, hin und wieder, sie scheinen sich also noch immer in der Nähe des Klosters aufzuhalten. Um es…herum. Ihr Heulen kam aus allen Richtungen.“ Er hatte ihn richtig vorwurfsvoll angesehen. Irgendwie seltsam und es wurde noch seltsamer, wenn er daran dachte, wie Jaime sich im gegenüber am gestrigen Tag verhalten hatte. „Ähm…ich weiß nicht, aber, es erschien mir beinahe, als würden sie es im Auge behalten wollen. Das Kloster, meine ich.“ Was vielleicht gar nicht so unwahrscheinlich war, wenn man sich in Erinnerung rief, dass Feyaria und Sheena das Rudel…irgendwie zu sich gerufen hatten. „Ich habe vorhin nur Sheena gesehen. Sie schien, hm, enttäuscht und glaubt wohl, wir hätten Feyaria und sie absichtlich gestört, wir haben nur einige wenige Worte miteinander geredet, ich habe also keine Ahnung, ob ich mich nicht täusche.“
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Moosmutzel

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

"Du leistest ihr Vorschub." erklärte Jaime ungerührt. "Wir hatten vereinbart, dass die Pforte mit Steinen verbarrikadiert wird und anschließend solltet ihr beide schlafen gehen. Und was tut ihr?" Das wusste Varoujan wohl selber genau, so dass Jaime es nicht näher ausführen musste. "Unverbesserlich." schnaubte er erneut. "Ich hätte es wissen müssen. Vermutlich hätten wir nichts von alledem gebraucht und wären heute alle ausgeschlafen..." Eine Absurdität jagte die nächste und er selber hatte dabei mitgewirkt, als er am Tag zuvor den hinteren Eingang vermauert hatte. Die Sache mit den Wölfen passte dazu. Die armen Tiere, dachte Jaime. Was die Zakida sich von einer Handvoll Wölfe gegen vierzig, fünfzig Wyrsa versprach, war ihm immer noch unklar. "Ich hoffe, Feyaria entlässt die Wölfe schleunigst wieder in die Wälder. Wenn sie sie wirklich gerufen hat..." Wer hatte wohl das Recht, über diese Tiere zu verfügen. Sie bestimmt nicht, sie gaben ihnen nichts zurück dafür. "Und was Sheena angeht." Jaime seufzte und fragte sich, wann es dazu gekommen war, dass Sheena ihren Platz völlig aus den Augen verloren hatte. "Sie hat wohl vergessen, dass sie eine assynische Frau und Priesterin ist." Sonst wäre ihr wohl niemals eingefallen, sich gegen Jaime aufzulehnen. Bei Alrun hatte er sich ja schon beinahe daran gewöhnt, Feyaria war... ein Kapitel für sich, aber Sheena?
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

„Sie hatte Bedenken, dass ein paar Steine nicht reichen würden“, bemerkte Varoujan zunächst nur und fragte sich unwillkürlich, was er Jaimes Meinung nach hätte tun sollen. „Hätte ich sie vielleicht alleine über die Pforte wachen lassen sollen?“, erkundigte er sich daher und musterte den Assyner fragend und noch immer leicht verwirrt. „Es ist doch nicht verwunderlich, dass sie Bedenken hat, das weißt du genauso gut wie ich.“ Er musste Jaime schließlich nicht aufzählen, was der Gruppe in den letzten Tagen alles widerfahren war. Varoujan seufzte leise, den Mann immer noch musternd und wusste nicht so recht, wie er fortfahren sollte, da er weder genau wusste, was am Abend zuvor genau passiert war, noch, was Sheena dazu bewogen hatte Feyaria zu helfen. Sie würde ihre Gründe gehabt haben, auch wenn er das Ganze nicht wirklich verstand. „Vielleicht wollte sie nur helfen. Keine Ahnung. Solange wir nicht wissen, was Feyaria und Sheena da draußen genau gemacht haben, ist es schwer darüber zu reden, hm?“
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

"Sie hat bei allem und jedem Bedenken, sogar wider jede Vernunft." Wieso die Steine bei dem hinteren Eingang ihrer Meinung nach gereicht hatten und die doppelte Barriere vor und hinter der Pforte nicht, konnte nur an verquerer weiblicher Logik liegen. Oder daran, dass Alrun mit Varoujan hatte wachen wollen. Daran vermutlich zuallererst, wenn offenbar auch nicht die ganze Zeit über. "Es ist erstaunlich, dass sie dir erlaubt hat, alleine zu wachen..." Jaime grinste freudlos und nickte dann. "Sie alleine wachen zu lassen, wäre vielleicht gar keine schlechte Idee gewesen, dann würde sie uns vielleicht nicht mehr dauernd wie ein paar Marionetten tanzen lassen..." Sie hatten ihre Ruhe und Alrun das, was sie wollte. Sich um alles alleine kümmern, weil alle anderen um sie herum nur ein Haufen unfähiger Idioten war, deren Urteil man nicht vertraute. Vielleicht sollten sie einfach hierbleiben und auf Alruns Rückkehr warten, sie waren ja doch zu nichts nutze. Jaimes Laune, die nach dem Aufstehen noch wirklich gut gewesen war, sank in den Keller. Varoujans Vermutung, dass Sheena nur hatte helfen wollen, verbesserte sie daran auch nicht das geringste. "Wir haben gesehen, was sie gemacht haben." sagte er auf Varoujans Worte zu den beiden Frauen. Und sie hatten gehört, wie Sheena ihnen gedroht hatte, die Wölfe auf sie zu hetzen.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

„Es mir erlaubt hat?“, wiederholte Varoujan und zog abermals leicht erstaunt eine Augenbraue empor. „Ich habe sie einfach schlafen geschickt, wenn du es als Erlauben verstehst, dass sie sich tatsächlich schlafen gelegt hat, dann bitte.“ Er hob ein wenig verständnislos seine Schultern an und ließ sie bereits Sekunden später wieder fallen. So ganz verstand er Jaime nicht und auch nicht das Problem, dass er scheinbar hatte. Eigentlich verstand er ihn so gut wie gar nicht. „Ich habe keine Ahnung, was sie genau gemacht haben“, bemerkte Varoujan dann und versuchte nicht weiter müßig darüber nachzudenken, was in Jaime wohl vorging. „Es war dunkel und alles, was ich gesehen habe, war ein Rudel von Wölfen und Feyaria und Sheena mitten drin. Ich weiß weder genau warum sie dort waren, noch wozu das Ganze gut war. Rede mit ihr, wenn du Sheenas Handeln, hm, irgendwie bedenklich findest. Und vielleicht solltest du ein Gespräch mit Leutnant Alrun gleich hinten dran hängen.“
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

Jetzt war es an Jaime, erstaunt die Augenbraue zu heben. "Du hast sie schlafen geschickt und sie ist gegangen?" vergewisserte er sich und musterte den Zakida neugierig. Wie hatte Varoujan das gemacht? "Ohne endlos mit dir zu diskutieren? Ohne nach zwanzig Minuten heimlich auf einem anderen Stück der Mauer zu erscheinen? Ohne alle naselang herausgerannt zu kommen, um zu kontrollieren, ob du wirklich da oben stehst? Ohne jeden Stein vor der Pforte nochmal persönlich zu überprüfen?" Wenn das so war, dann hatte Alrun das Problem wohl nur mit ihm. Nun, dann sollte er sie mit Varoujan weiterziehen lassen und hier mit Torgen und den beiden anderen Frauen zurückbleiben, wenn Alrun Varoujan vertraute und ihm nicht. "Ich werde mich hüten, schon wieder mit ihr zu reden." brummte er abschließend. Gestern war das schließlich auch wieder gründlich schiefgegangen. Dabei hatte er sich wirklich Mühe gegeben, schon alleine wegen der Sache im Stall. Aber mit Sheena würde er reden müssen, schließlich hatte er die Verantwortung für sie. Torgen würde er dazubitten, ihn ging es genauso an. Als assynischen Mann und Priester.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Alles, was Leutnant Alrun davon abgehalten hatte sich sogleich schlafen zu legen, war wohl ihr Gespräch gewesen, versuchte sich Varoujan zu erinnern und runzelte währenddessen leicht nachdenklich die Stirn, ehe er resigniert aufgab die zurückliegende Nacht gedanklich nochmals aufleben zu lassen. „Sag mir einfach, dass ich den Sinn hinter dieser Fragerei nicht verstehen muss, ja?“ Denn sonst musste er wohl wirklich allmählich an seinem Verstand zweifeln. Aber er wusste wirklich nicht, warum die Sertianerin in Jaimes Augen scheinbar nur über Umwege den Weg in ein Bett fand.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

"Vermutlich musst du das nicht." Was ausserordentlich eigenartig war, dachte Jaime. Es war vermutllich besser, keinen tieferen Sinn verstehen zu wollen, hinter Alruns Misstrauen gegen ihn, hinter ihrer Bemerkung, bevor sie die Klostermauern erreicht gehabt hatten, hinter ihrem merkwürdigen Verhalten am Abend zuvor nach dem noch merkwürdigerem im Stall. Nichts passte zusammen. Vermutlich lag es einfach an ihm, wenn sie sich mit Varoujan so bestens verstand, sich mit ihm sogar über intimste Sache wie die Verlobte des Zakida austauschte und ihm so gänzlich vertraute, dass sie schlafen ging, weil Varoujan auf der Mauer stand. Jaime seufzte resigniert. Teilten sie nicht auch ein Zimmer? "Sag mir Bescheid, wenn du hier fertig bist." schloss er verdrossen. Er musste dringend irgendwas tun. Irgendwas, damit er am Ende nicht noch sein angeschlagenes Selbstvertrauen verlor. Wegen einer Frau.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Er musste es also nicht verstehen. Varoujan nickte, ließ sich die Fragen des Assyners nochmals durch den Kopf gehen, gelangte aber zuletzt zu einer ähnlichen Position, wie schon zuvor. Er verstand nicht, worauf Jaime mit diesen Fragen hinaus wollte, auch wenn sie sich im Grunde alle ähnlich waren, allerdings… „Ich bin so gut wie fertig“, bemerkte der Zakida allerdings zunächst und ließ sich in dem Zuber endgültig nach unten rutschen, bevor er seinen Kopf unter Wasser tauchte, seine Haare kurz durchwuschelte und dann wieder auftauchte. „Fertig“, bestimmte er dann, da er eine Rasur schließlich auch auf dem Zimmer erledigen konnte, anstatt das Bad länger als nötig zu besetzen. „Du magst sie doch mehr, als du gestern behauptet hast, hm?“ Er konnte sie nicht ausstehen, hatte Jaime ihm gesagt, aber dafür, dass er sie nicht ausstehen konnte, machte er sich doch viele Gedanken um sie und…vermisste ihr Vertrauen?! Das war zumindest der Beigeschmack seiner Fragen gewesen.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

Jaime stoppte, als Varoujan ihm eröffnete, dass er gleich fertig wäre. Er wollte dem Mann versichern, dass er sich wegen ihm nicht zu beeilen brauchte, aber da war der Zakida schon untergetaucht und würde ihn ohnehin nicht mehr hören. "Du bist noch nicht rasiert." wies er Varoujan auf sein Versäumnis hin. Wobei, vielleicht wollte er sich einen Bart stehen lassen, viele der Stämme Zakidas trugen einen. Glaubte Jaime jedenfalls zu wissen. "Und was meinst du mit 'Du magst sie doch mehr'?" fuhr er fort. Was hatte er denn behauptet? Jaime konnte sich gar nicht mehr an irgendetwas in dieser Richtung erinnern.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

„Richtig.“ Er nickte, als hätte Jaime ihn erst wieder daran erinnert, dass er sich noch rasieren musste und strich probeweise über seine linke Wange, die eine Rasur wohl wirklich bitter nötig hatte. „Aber das muss ich nicht hier machen. Auf den Zimmern sind Wasser und ein Spiegel…“ Weit mehr, als er zumeist zur Verfügung gehabt hatte, zumindest einen Spiegel sah er seit Wochen zum ersten Mal wieder und er sollte wohl tatsächlich die Chance nutzen sich gründlich rasieren zu können. „Was ist damit meine?“, wiederholte Varoujan dann die Worte des Assyners und fischte umständlich über den Rand des Zubers hinweg nach dem Tuch, dass er neben dem Zuber auf einem Schemel platziert hatte, um sich damit abtrocknen zu können, bekam es schließlich zu fassen und wickelte es sich schließlich um die Hüften. „Dafür, dass du sie angeblich nicht ausstehen kannst, hat sie dich scheinbar ganz schön verletzt. Deswegen doch all diese Fragen, oder? Sie hätte das alles bei dir gemacht…nimmst du zumindest an.“
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Moosmutzel

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

Jaime sah diskret zur Seite, als der Zakida aus dem Zuber kletterte. Hoffentlich konnte er nachher irgendwo frisches Wasser herbekommen, dachte Jaime und sah zu Varoujan, als der neben dem Zuber stand und den ganzen Boden volltropfte. "Verletzt?" wiederholte er fragend. Verletzt- nein. Das war was für Frauen. Meist fiel ihnen ein, dass sie verletzt waren, wenn sie dringend ein neues Schmuckstück brauchten. "Bestimmt nicht. Und sie hätte, da kannst du Gift draufnehmen." Das hatte die Vergangenheit deutlich gezeigt. Gestern hatte er kurzzeitig gedacht, dass sich etwas geändert hatte, aber die vergangene Nacht, das, was Varoujan ihm darüber erzählt hatte, belehrte ihn eines besseren.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

„Wenn du meinst“, kommentierte Varoujan die Worte des Mannes zunächst allein und zuckte leicht die Schultern. Im Grunde ging es ihn auch nichts an, auch wenn er ab und an das Gefühl hatte, als würde man wollen, dass es ihn etwas anging. In Momenten, in welchen man ihn die absurdesten Dinge zum Vorwurf machte. Ein Versprechen, eine Wache auf der Mauer…Der Zakida wandte unter einem Stirnrunzeln kurz den Blick von Jaime ab, wandte sich seinen Sachen zu und durchwühlte diese kurz, als wollte er sich davon überzeugen, dass noch alles da war. „Dann hatte deine Frage, was sie mir sonst noch geben würde also auch nichts weiter zu bedeuten, hm?“ Er wusste nicht genau, warum er gerade diese Frage stellte, vielleicht, weil sie ihn am Vortag am meisten getroffen und beschäftigt hatte, vielleicht aber auch nur, weil er endlich wissen wollte, worauf Jaime damit hatte anspielen wollen. Vielleicht auch aus beiden Gründen. Aber es war eine ähnliche Frage, wie die Fragen vorhin gewesen. Ein Vorwurf und ein ziemlich offensichtlicher noch dazu…was es vermutlich noch viel schlimmer machte, dass er die Anspielung nicht verstand. Aber sie stand irgendwie zwischen ihnen und hatte es irgendwie auch zu seiner Angelegenheit gemacht, in diesen nicht enden wollenden Streitereien zwischen Leutnant Alrun und Jaime.
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Moosmutzel

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Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

Natürlich meinte er. Jaime zuckte mit den Schultern und fragte sich, was mit Varoujan eigentlich los war, dass er ihm so merkwürdige Fragen stellte. Dann erinnerte er sich daran, dass Alrun ihn, Jaime, gebeten hatte, mal mit Varoujan wegen dessen Verlobter zu reden. Vielleicht hatte sie im Gegenzug Varoujan gebeten, über... Jaimes Gefühle für Alrun zu reden? Das war... Blödsinn. Aber andererseits... Varoujans Stimme drang durch Jaimes Überlegungen und er brauchte einen Moment, um den Sinn derselben zu verstehen und einen weiteren, um sich daran zu erinnern, wann er diese Frage gestellt hatte. Er war tatsächlich eifersüchtig gewesen. Was hatte ihn bloss dazu veranlasst. "Das habe ich gesagt?" antwortete er mit einer Gegenfrage und um Zeit zu schinden. "Wann denn?" Er wusste es genau. Und eigentlich... war es eine sehr berechtigte Frage gewesen.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Ob er das gesagt hatte. Natürlich hatte er. „Sollte ich irgendeinen Grund haben mir so etwas auszudenken?“, erkundigte er sich und verzog unwillkürlich leicht missbilligend die Lippen. Ob er das gesagt hatte! Varoujan schüttelte leicht den Kopf, sich flüchtig fragend, ob er diesen Worten, welche ihm, seitdem sie ausgesprochen worden waren, irgendwie nicht wirklich loslassen wollten, nicht vielleicht einfach zu viel Gewicht beimaß und sie eigentlich dafür da gewesen waren, um sie rasch zu vergessen. Aber er konnte sie nicht vergessen, ebenso wenig, wie den Tonfall, den Jaime an den Tag gelegt hatte und…sein ganzes Auftreten. Er hatte einschüchternd gewirkt, mit jeder dieser absurden Fragen ein Stückchen mehr. „Als du mir lauter solche Fragen gestellt hast, wie jetzt…keine Ahnung. Irgendwann, nachdem du Leutnant Alrun endlich dazu hattest bewegen können den Heiler aufzusuchen.“ Er zuckte abermals leicht mit den Schultern, obwohl er eigentlich recht genau wusste, welche Fragen vor und nach dieser Frage gefallen waren. Wie sollte er das auch vergessen?
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

Nein, das hatte Varoujan wahrlich nicht. Jaime seufzte und schüttelte den Kopf. "Es ist frustrierend, dass sie scheinbar auf jede Meinung ausser auf meine Wert legt." Er rieb sich wieder einmal über die Stoppeln, die sein Kinn bedeckten und warf Varoujan einen entschuldigenden Blick zu. "Und wenn es den Anschein hatte, sie hätte es doch getan, finde ich irgendwann später heraus, dass es doch nicht so war... dazu dieses... dieses maßregeln gestern, vor dem Kloster, zum Beispiel. Das hat sie früher schon gemacht." In dem Gasthaus und ... Jaime winkte ab. "Es sollte mir egal sein. Für gestern kann ich mich nur entschuldigen, ich war wohl etwas... übermüdet. Wie auch immer..."
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

„Es ist dir aber nicht egal“, bemerkte Varoujan nüchternen Tonfalls und stellte zu seinem eigenen, leisen Erstaunen fest, dass ihn Jaimes Erklärung, er wäre wohl etwas übermüdet gewesen, als er ihn all diese Fragen gestellt hatte, nicht passte. Dabei erklärte es eigentlich hervorragend die Absurdität der meisten Fragen. Eigentlich. Der Zakida runzelte leicht die Stirn, während er seine Sachen unnötigerweise zusammenräumte und sah dann wieder zu dem Assyner, indes ihn, abermals leises Erstaunen traf. „Moment…Du misst ihr Verhalten dir gegenüber an ihrem Verhalten mir gegenüber und…ziehst daraus den Schluss, dass sie auf deine Meinung keinen Wert legt?“ Er hob erstaunt eine Augenbraue und schüttelte dann den Kopf. „Warte…ich habe sie ins Bett geschickt, und du zu dem Heiler. Ich habe alleine eine halbe Nacht Wache halten dürfen und du durftest das Tor zumauern – ohne unter ihrer Aufsicht zu stehen…allein diese Vergleiche aufzustellen ist schon absurd, aber…ich kann da keinen sonderlich großen Unterschied ausmachen. Das ist wirklich absurd.“
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

Jaime kam sich gerade vor wie früher, als Kind. Als sein Freund und er miteinander darum gewetteifert hatten, wer schon bestimmte Dinge tun durfte und wer nicht. "Sie macht uns zu Kindern." erklärte Jaime düster und genau das hatte er schön öfter gedacht. Mutter Reguero. "Es sollte völlig normal sein. Verstehst du? Völlig normal. Wir sollten nicht darüber reden, wer von uns ein Tor zumauern durfte und wer alleine Wache schieben durfte, ohne dass sie uns beaufsichtigt hat. Sind wir Männer oder Sechsjährige?" Bestenfalls Sechsjährige, die man ermahnen musste, sich zu benehmen. Zumindest, was Jaime betraf. Es nagte an ihm. Gestern war es verschüttet worden unter den Ereignissen des Tages, aber jetzt nagte es wieder an ihm.
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Nimiel

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Sie hatten ihn umzingelt. Von allen Seiten vernahm er Knurren, Rascheln und den tödlichen Atem unzähliger Kreaturen. Keine glich der anderen, doch in ihrer Grausamkeit waren sie eins. Einen Moment nur noch. Einen kurzen Moment und sie würden sich auf ihn stürzen. Dann sah er mit Schrecken, dass sich ein menschenähnliches Wesen aus dem Kreis gelöst hatte und auf ihn zu kam. Es war sicher einen Meter größer als er und machte den Eindruck, als hätte jemand einen Menschen aus den Gliedmaßen eines Tieres bauen wollen. Die Kreatur hob den Arm und ließ ihn, ehe Daltor sich dieser ersten Geste überhaupt bewusst wurde, nach unten schnellen. Es war das Zeichen zum Angriff und die Reaktion der anderen folgte sofort.

Daltor fuhr hoch und riß dabei mit einem Arm den Kerzenständer vom Tisch, der klirrend auf dem Boden landete. Fahrig schaute er sich um, als erwartete er, in dutzende glühender Augen zu blicken und jeden Moment Krallen und Zähne auf seiner Haut zu spüren. Aber alles, was ihn umgab, war ein ruhig daliegendes Zimmer. Er musste irgendwann in der Nacht am Tisch eingeschlafen sein. Vorsichtig bewegte er seine Gliedmaßen, die schmerzend protestierten. Dann erhob er sich langsam und blickte zum Fenster. Es war helllichter Tag. „Verdammt,“ murmelte er und räumte die Schreibsachen zusammen und steckte sie mit dem Buch in einen Leinenbeutel, den er auf den Stuhl stellte. Dann zog er sich ein sauberes Hemd an, was allerdings an seinem recht zerknautschten Aussehen nicht wesentlich viel änderte, und machte sich zum Waschraum auf. Eine Rasur und ein wenig Wasser sollte er sich gönnen. Er konnte doch nicht völlig zerzaust in der Bibliothek auftauchen. Varoujan und Jaime schienen im Waschraum zu sein, denn er konnte schon von Weitem ihre gedämpften Stimmen hören. Er klopfte kurz an die Tür und trat dann ein. „Guten Morgen. Ich hoffe, ich störe nicht.“ Trotz der Müdigkeit, bemühte er sich zu lächeln.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Nimiel]

Varoujan verzog unwillig die Lippen, wandte seinen Blick von Jaime ab und widmete seine Aufmerksamkeit vorübergehend abermals seinen Sachen, bevor er sich über sein Gesicht fuhr, über welches hin und wieder der ein oder andere Wassertropfen hinab lief. „Falsch Jaime, nicht sie macht das, sondern du“, erwiderte er dann und erschrak selbst ein wenig vor der leichten Missstimmung, die seine Worte begleitet hatte. „Sie hat Angst, Jaime“, fuhr er dann gutmütiger fort und runzelte leicht die Stirn, „sie…“ Er hielt inne, als es an der Tür klopfte und begrüßte Daltor mit einem ähnlichen Lächeln, wie das, welches er Jaime und ihm geschenkt hatte. „Guten Morgen! Nein, keinesfalls“, versicherte er dem Bibliothekar dann und ließ seinen Blick dann kurz zu Jaime schweifen. „Zumindest mich nicht.“ Nein, irgendwie war er ganz froh darum, dass Daltor scheinbar genau zum rechten Zeitpunkt aufgetaucht war. Wer wusste, wie dieses Gespräch sonst weiter verlaufen wäre, auch wenn er kaum glaubte, dass es mit dem Auftauchen des Sertianers wirklich beendet war, es war nur…um eine gewisse Zeit aufgeschoben worden.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

"ICH?" fragte Jaime etwas lauter als beabsichtigt. Wie kam Varoujan auf diese hirnrissige Idee? Er war nicht der, der ständig hinter ihr herkontrollierte, ob sie alles richtig machte. Er war nicht der, der zu ihr sagte, sie solle sich benehmen. Er war nicht... Ein Klopfen unterbrach Jaime innerliche Tirade und ließ Varoujans nächsten Satz zu ihm durchdringen. Angst... hatten sie alle, aber niemand von ihnen führte sich deswegen so auf. Daltor kam in den Baderaum und Jaime war froh, dass er nun immerhin der zweite in diesem Badewasser war, falls es nicht gewechselt werden würde. Vielleicht sollte er doch draussen an den Brunnen gehen, das hier war eindeutig nichts für ihn. Geteiltes Badewasser. "Nein, mich auch nicht." bestätigte Jaime Varoujans Worte. "Habt ihr noch lange gearbeitet?"
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Nimiel

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Daltor schaute etwas irritiert zwischen beiden hin und her, denn er spürte, daß sie Stimmung irgendwie angespannt war. "Das kann ich nicht genau sagen," erwiderte er auf Jaimes Frage hin. "Ich muß irgendwann während der Arbeit am Tisch eingeschlafen sein." Bei den letzten Worten faßte er sich mit der Rechten in den Nacken und bewegte mit leicht schmerzverzerrtem Gesicht den Kopf. "Keine ideale Schlafposition," er lächelte schwach. "Aber es wird schon gehen."
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Nimiel]

Der Arbeitseifer des Mannes erstaunte ihn, sodass der Blick seiner dunkelbraunen Augen Momente lang auf Daltor ruhte, bevor er seine Sachen endgültig von dem Schemel auflas, damit er weder Jaime, noch Daltor noch länger aufhielt als nötig. "Dann solltet ihr wohl ein Bad nehmen, zur Entspannung", legte Varoujan dem Bibliothekar nahe und war noch immer leicht erstaunt darüber, dass der Mann seinem Bett tatsächlich über ein Buch vertieft fern geblieben war. Welches er wohl gelesen hatte, dass man es nicht mehr weg legen konnte und sogar irgendwann darüber einschlief? "Nach Jaime vielleicht, ich glaube, er wollte zunächst...nun, es ist sicher genug Wasser für alle da, man hat sicher damit gerechnet, dass wir uns den Dreck abwaschen wollen würden."
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

"Vielleicht findet ihr eine nette Klosterschwester, die euch den Nacken massiert, wenn ihr ein Bad nehmt." schlug Jaime dem Bibliothekar augenzwinkernd vor und winkte ab, als Varoujan dem Sertianer sagte, dass er noch nicht dran war. "Schon gut, ich werde an den Brunnen ausweichen. Die Badestube ist ganz eure."
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Eine nette Klosterschwester…Varoujan schüttelte leicht den Kopf und musste abermals an sein Gespräch mit Jaime denken, das sie gestern geführt hatten und mit einer ähnlichen Bemerkung geendet hatte und ihn doch mehr verwirrt, als vollkommen aus der Fassung gebracht hatte. Er vermied es seinen Blick zu Daltor schweifen zu lassen, um zu überprüfen, wie dieser auf die Worte des Assyners reagierte und fischte noch seine helle, kurze Tunika von dem Schemel, ehe er alles in Händen hielt, was auf diesem gelegen hatte. Er sollte endlich gehen, bevor er sich abermals aufwärmen würde müssen und sollte sich wohl auch ein wenig beruhigen, auch wenn er nicht so recht wusste, warum Jaime ihn so aus der Ruhe hatte bringen könnten, mit etwas, worüber sie immerhin nicht zum ersten Mal gesprochen hatten. Varoujan seufzte und wandte sich dann zu Daltor und Jaime um. „Ich, hm…sollte mich anziehen gehen, sonst erkälte ich mich noch richtig. Daltor, wenn Sime und ihr Hilfe brauchen solltet, sagt nur bescheid, ich weiß zwar nicht, ob ich wirklich helfen kann, aber…vielleicht ist es ja einen Versuch wert.“ Er lächelte schmal und wandte seinen Blick ein letztes Mal Jaime zu, bevor er den Raum verließ und geradewegs auf das Zimmer zusteuerte, welches er mit Leutnant Alrun teilte – gewissermaßen, denn wirklich zusammen waren sie noch nicht lange auf diesem Zimmer gewesen – wo er seine Sachen schließlich auf seinem noch aufgewühltem Bett ablegte und unter diesen letztlich nach seinem Rasierzeug suchte, bevor er sich der Kommode zuwandte und sich behutsam zu rasieren begann.
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Nimiel

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

"Klosterschwester?" Daltor blickte Jaime verwirrt an. "Oh, nein. Ich meine, nein, ich denke ich brauche keine Massage." Vor seinen Augen tauchten Bilder auf, wie er entspannt in der Wanne lag und Sime ... nein. Er konzentrierte sich wieder auf Jaime. "Ihr könnt gerne ebenfalls baden. Macht euch wegen mir keine Umstände."
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Morgen [Re: Centaurea]

Alrun verzog kurz den Mund, aß aber schweigend weiter ihr Frühstück. Ihre Seele aufatmen lassen. Während sie in einem Kloster der Schöpferin waren. Umzingelt von sagenhaften Kreaturen. Während sich ein Teil ihrer Gefährten nachts aus dem Kloster schlich, die Gefahr durch die Wyrsa völlig ignorierend, um irgendwelche heidnischen Rituale aufzuführen. Noch dazu eine Priesterin... Dann war da noch ein Assyner, mit dem sie ein nicht vorhandenes Bett geteilt hatte, und der sich seitdem irgendwie seltsam benahm. Und wenn sie es recht bedachte, verhielt sie sich nicht viel normaler. Dann war da noch der Zakida, der wirklich gruslige Alpträume hatte und sich von seiner Verlobten trennen wollte, ohne sie überhaupt noch einmal zu sehen. So gesehen war Daltor hier noch der Normalste von allen, und den würde sie den ganzen Tag nicht sehen, weil er sich mit Sime in die Bibliothek zurückziehen würde. Was sie ihm auch wieder gar nicht verübeln konnte. Und er würde sich hier heute wenigstens nützlich machen, im Gegensatz zu ihr. Und da sollte ihre Seele aufatmen? Es war ein Wunder, dass sie nicht schon längst den Dienst verweigert und Fahnenflucht begangen hatte, aber zum Aufatmen würde sie sie hier ganz sicher nicht bekommen.
"Was schlagt Ihr also vor?", fragte sie die junge Schwester endlich. Diese zuckte die Schultern. "Ruht Euch aus, seht Euch in Ruhe im Kloster um, lest etwas Angenehmes, genießt die Sonne und die Blumen, tut irgendetwas Belangloses, führt ein paar nette Gespräche mit Euren Gefährten..." Alrun verzog erneut den Mund. Mit den einen sprach sie ohnehin oft und die anderen würden sich bedanken. "Hauptsache, Ihr tut irgendetwas, was Euch gut tut. Und genießt einfach diesen Tag, an dem Ihr keine Pflichten habt und an dem Ihr sicher seid." Ein Soldat hatte nie keine Pflichten, widersprach Alrun im Stillen, sagte aber nichts und biss stattdessen erneut in ihr Brot. Seele aufatmen lassen. "Also... diese Statue da im Innenhof. Wer ist das noch mal?", fragte sie dann kauend halb aus Interesse, halb um das Gespräch auf etwas wirklich Belangloses zu lenken. Erfreut über ihr Interesse strahlte Sime und setzte sich etwas aufrechter hin, um ihr zu erzählen: "Das ist der Heilige Yarin, der Legende zufolge der erste Priester der Schöpferin, der sich hier niederließ. Er war bekannt für seine innige Liebe zu den Menschen, und er nutzte all sein Können und Wissen, um ihnen zu helfen und zu dienen. Zu dieser Zeit war hier in der Provinz Uleme eine Krankheit ausgebrochen..." Alrun nahm einen Schluck Tee. Na, wenn das nicht belanglos genug war. Wenn ihre Seele jetzt nicht aufatmen würde, wusste sie auch nicht weiter.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Nimiel]

Jaime fragte sich für einen Moment, was diese beiden eigentlich für Männer waren. Keine Massage von einer schönen, jungen Frau. Auch wenn der Gedanke rein hypothetisch war, so hatte er etwas für sich und Jaime wäre niemals auf die Idee gekommen, ähnlich abwehrend oder verschreckt auf so einen Vorschlag zu reagieren. "Ich mache mir keine." erwiderte Jaime. "Ihr wollt weiterarbeiten, ich nicht. Deshalb werde ich mein Bad einfach auf später verschieben."
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

Es war bei weitem nicht der erste Spiegel, in welchen er blicken durfte und doch starrte er sein Spiegelbild letztlich an, als hätte er dieses zum ersten Mal deutlich vor Augen und nicht so verzerrt und undeutlich, wie wenn man dieses in einem Fluss oder einem anderen Gewässer betrachtete. Der Zakida verzog unmerklich die Lippen, als er bemerkte, dass noch immer etwas Blut aus einem Schnitt auf seiner rechten Wange quoll, den er sich beim Rasieren in einem unaufmerksamen Moment zugefügt hatte und wischte sie schließlich mit seinem Handrücken weg, ehe er stirnrunzelnd seine Musterung fortsetzte. Er war ein wenig blass, auch wenn seine Haut noch immer sofort seine Herkunft verriet, da sie in den Augen der Sertianer und Assyner leicht gebräunt aussah und so stach die helle Farbe seiner Tunika noch immer leicht hervor, die er bereits über Nacht getragen hatte. Er streckte flüchtig seine Hand nach seinem Spiegelbild aus, um eine der feinen Stickereien an dem Ausschnitt zu verfolgen und musste ergeben lächeln, als seine Finger nicht auf Stoff, sondern auf die kalte Oberfläche des Spiegels trafen, bevor er abrupt seinen Blick von dem Spiegel loslöste und seine Sachen ordentlich zurück in seine Tasche beförderte. Es war ein seltsamer Anblick gewesen, beinahe ein wenig fremd, was vermutlich vor allem an der Kleidung lag, die er trug und an welche er sich wohl erst wieder gewöhnen musste. Ohne nochmals in den Spiegel zu sehen, versuchte er schließlich sein Haar zu ordnen, welches ein wenig wirr und chaotisch bei seinem Spiegelbild ausgesehen hatte, bevor er den Raum verließ und erst inne hielt, als er beinahe wieder vor der Küche stand. Sime und Leutnant Alrun schienen noch immer dort zu sein und sich zu unterhalten, denn er hörte ab und an ihre Stimmen auf den Flur dringen und nachdem er sich die letzten Schritte behutsam der Küche genähert hatte und leicht in den Raum hineinspähte, sah er sie noch immer dort sitzen, wo er sie verlassen hatte. Und musste irgendwann schließlich lächeln, als sein Blick bereits eine geraume Weile auf dem Profil von Leutnant Alrun ruhte, die in Simes Gesellschaft leicht verloren wirkte. Erst als ihm bewusst wurde, dass er die beiden bereits einige Zeit beinahe heimlich beobachtet hatte, räusperte er sich zu seinem eigenen Missfallen verräterisch und verließ dann das Gästehaus.
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Nimiel

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

"Oh, gut. Vielen Dank." Daltor nickte, ging dann in Richtung der Wanne und steckte kurz die Hand hinein. Das Wasser war noch einladend warm. Wann hatte er das letzte Mal gebadet? Es kam ihm vor, wie eine Ewigkeit. Als seine Schwester noch zu Hause gewohnt hatte, war er nie der erste in der Wanne gewesen. Sie hatte grundsätzlich das Privileg gehabt, das noch heiße und saubere Wasser genießen zu dürfen. Warum Daltor immer erst nach seiner Schwester baden sollte, hatte er nie wirklich hinterfragt. Es war ihm auch nicht wichtig gewesen. Er entledigte sich seiner Sachen, wobei er bemerkte, wie verspannt er durch die ungewöhnliche Schlafhaltung war, und stieg vorsichtig hinein. Mit einem Seufzen lehnte er sich in der Wanne zurück und schloß die Augen.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - Vormittag [Re: Centaurea]

"Und das hat er überlebt?", fragte der Leutnant überrascht nach. Sime nickte eifrig und lächelte sie an. War das Interesse der Frau am Anfang ihrer Unterhaltung offensichtlich eher noch höflicher Natur gewesen, so schien sich das inzwischen geändert zu haben. Sie hatte die Unterarme auf dem Tisch abgelegt und sich lauschend vorgebeugt. Sie hatte sogar das Essen in den letzten Minuten vergessen. Man konnte zwar auch annehmen, dass sie nach der letzten Scheibe Brot, die Sime ihr abgeschnitten hatte und die etwas dicker geraten war, auch bereits satt war, doch hatte sie immer noch ein halb gepelltes Ei in der Hand, das sie nun aber schon seit ein paar Minuten vergessen zu haben schien. "Wenn Ihr zwei Wochen eher gekommen wäret, hättet Ihr ihn vielleicht noch getroffen, er hat uns nämlich ein Schwein überlassen, eine junge kräftige Sau, zum Dank. Die Umschläge sind sehr wirksam." "Bei der Armee hätten sie ihm einfach das Bein abgenommen", stellte der Leutnant verwundert fest. "Ja", bestätigte Sime, "da muss es schnell gehen und es ist wohl auch billiger, sie einbeinig in Pension zu schicken. Aber wie sollte denn ein Bauer mit nur einem Bein sein Feld bestellen können? Und wie hätte man überhaupt auf die Idee kommen können, ihm ein Bein abzunehmen, wo es doch offensichtlich wieder gesund werden würde?" So offensichtlich war das für den Leutnant aber wohl nicht, denn die Frau lehnte sich für einen Moment erstaunt zurück, nur um gleich wieder nach vorn zu rutschen, als hätte sie Angst, eine Armbreit weiter hinten weniger zu verstehen. "Und dann ist da jemand von Euch jeden Tag hingelaufen, um ihn zu versorgen?" "Die Pferde wurden für die Felder gebraucht", antwortete Sime amüsiert. "Aber das war weit", erwiderte der Leutnant ungläubig. Sime kicherte. "Ja. Und?" Der Leutnant schwieg einen Augenblick und schüttelte den Kopf, um gleich darauf wieder zu nicken. "Das... ist großartig", meinte sie ernst und sah Sime mit einem eigentümlich nachdenklichen Ausdruck an. Entweder sie hatte wirklich keine Ahnung davon gehabt, was man in einem solchen Kloster tat, oder sie hatte sich nie wirklich Gedanken darum gemacht. Die Ordensschwester nickte sachte lächelnd. "Etwas mehr als beten", meinte sie mit einem Funkeln in den Augen.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Nimiel]

Jaime war ein wenig verblüfft, als Daltor sich direkt auszog und in die Wanne stieg. Dann stieß er erleichtert die Luft aus. Endlich jemand, der ohne tausend Rückversicherungen und Nachfragen einfach ein Angebot annahm. Jaime hatte schon langsam den Eindruck bekommen, nicht ganz richtig zu ticken. Und nun belehrte ihn ausgerechnet der stille Bibliothekar eines Besseren. Jaime schob die Türe auf, nickte ein kurzes "Na dann:" in den Raum und verließ die Badestube. Pfeifend lief er den Flur hinunter, brachte seine frischen Kleider wieder in sein Zimmer zurück- die würde er bestimmt nicht am Brunnen wechseln, sondern erst später nach dem anvisierten Bad- und verließ anschließend das Gästehaus. An der Küche stockte er kurz, aber als er Alruns Stimme hörte, ging er weiter. Draussen fragte er eine der vorbeieilenden Schwestern, wem er - natürlich gegen ein Entgelt- seine Wäsche anvertrauen konnte. Als auch das geklärt war, schaffte es Jaime ohne weiteren Aufenthalt zum Brunnen, wo er sich einen Eimer Wasser heraufzog.
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Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Moosmutzel]

„Wir wurden vorhin gestört“, bemerkte Varoujan und ließ es halb wie eine Frage klingen, während sein Blick auf dem Assyner ruhte, den er hier draußen nicht anzutreffen erwartet hatte und auf welchen er im Grunde nur zugegangen war, da Jaime ihn gesehen hatte und er ihm nicht aus dem Weg gehen wollte. Schon gar nicht wegen dieses Gespräches, bei welchem sie zu seiner Erleichterung erst einmal unterbrochen worden waren. Der Zakida verzog unmerklich die Lippen, während er sich gegen den Brunnen lehnte und darauf wartete, ob der Mann ihn wegschicken würde - um sich in Ruhe waschen zu können oder weil er einfach keine Lust darauf hatte das Gespräch dort fortzusetzen, wo sie es vorhin hatten beenden müssen - oder nicht. Bedauern würde er es nicht, wenn doch. Dann würde er einfach einen ersten Spaziergang durch den Klostergarten machen und währenddessen darauf hoffen, dass man sein Räuspern vorhin in der Küche entweder erst gar nicht gehört oder nicht auf eine bestimmte Person hatte zuordnen können und in beiden Fällen so früher oder später vergessen hatte.
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Moosmutzel

Guardian of Dreams

Re: 2. Tag des Wissenden, 1. Monat des Wissenden - später Vormittag [Re: Gamina]

Gestört? Jaime warf Varoujan einen fragenden Blick zu und überlegte, was es gewesen war, dass Daltors Anwesenheit den Zakida so gestört hatte, dass er nun an den Brunnen kam. Jaime stellte den Eimer auf den Brunnenrand und zog das Hemd aus [], das er kurzerhand Varoujan zum Halten zuwarf. "Wenn ich mich recht erinnere, wolltest du mir gerade sagen, dass ich es bin, der Sandkastenspiele mit Alrun macht." erwiderte Jaime, beugte sich vor und goß sich kurzerhand den Inhalt des Eimers über den Kopf. Prustend kam er wieder hoch und ließ den Eimer noch einmal hinab. Das kalte Wasser aus seinen Haaren tropfte auf seine Schultern herab und lief von dort über Brust und Rücken hinunter. Jaime fröstelte leicht. "Und dass sie Angst hat." Jaime warf Varoujan erne