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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...?

Gamina

Gefährte

Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...?

Wer kommt da zu Pferde?

Unsere Gruppe hat endlich das Kloster Eichenwalde erreicht und ein wenig Landurlaub () kommt ihnen sicher nach all den Strapazen sehr gelegen.

Zurückliegende Kapitel unserer Geschichte:

1. Wie alles begann.
2. Auf der Suche nach der Prophezeiung.
3. Der Prophezeiung ein Stück näher.
4. Wo, bitte, geht es nach Nordvoor?
5. Ab in den Untergrund.
6. In Wyrsa Veritas.
7. Im Gleichschritt, Marsch!

Zurückliegende Besprechungen am Lagerfeuer:

1. Diskussionen
2. Fortgeführte Diskussionen
3. Vertiefte Diskussionen
4. Derzeitige Gespräche

Schließlich noch kann man sich bei Anniki und der Tempelpedia wichtige Informationen und Details zusammensuchen.

Und zuletzt, der Betreff:

2. Tag der Schöpferin, 1. Monat des Wissenden - Mittag
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Centaurea

Gefährte

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: Gamina]

Centaurea schrieb:
Ein wenig enttäuscht ließ Sime den Kopf sinken. Sie durfte die Fremden also nicht ausfragen, gar nicht, sollte ihnen stattdessen Wissenswertes über den Tempel erzählen. Dabei gab es doch so viele Fragen, die ihr auf der Zunge brannten, an jeden einzelnen von ihnen!
"Ja, Herr", ließ sie statt eines Protestes ergeben verlauten und nahm sich auch fest vor, diesmal seiner Anweisung auch wirklich Folge zu leisten. Die letzte Fremde, die Sime durch Eichenwalde hatte führen sollen, hatte sie in ein so langes Gespräch verwickelt, dass sie darüber sogar das Abendgebet vergessen hatten.
Dann wandte sie sich rasch um und lief kurz in Richtung des Tores, um vier der umstehenden Novizinnen und Novizen herbeizurufen, die auch gleich angelaufen kamen. "Kümmert Euch um die Pferde", wies Sime die Mädchen und Jungen an und kam sogleich zu Aidan zurück.


Sie durfte den Abt auf keinen Fall warten lassen und dadurch eventuell noch verärgern, daher kehrte Alrun gleich auf dem Absatz wieder um und beeilte sich, gleich wieder neben Tjell zu stehen, und der jungen Ordensschwester, die der Abt ihnen als Sime vorgestellt hatte. Inzwischen liefen vier junge Männer und Frauen aus dem Kloster zu ihren Gefährten und boten ihnen an, die Pferde zu übernehmen. Während Alrun ihnen zusah, überlegte sie noch, ob sie sich auch noch um Tjell kümmern würden, als sie von Sime angesprochen wurde. "Kann ich Euch das abnehmen, Leutnant?", fragte sie und wies auf Tjell und auch den Speer in Alruns Hand. Wahrscheinlich waren Waffen innerhalb dieser Klostermauern ohnehin schon nicht gern gesehen, aber eine so große wie der Speer zog sicher besonderen Unwillen auf sich. Außerdem wäre es ohnehin sehr unpraktisch, ihn mit sich herumzuschleppen, also gab Alrun ihn ihr. "Danke, einen Moment", erwiderte sie und wühlte kurz in ihrer Satteltasche herum, holte ein mit einem Siegel versehenes, zusammengefaltetes Pergament hervor und steckte dieses in die Innentasche ihrer Jacke. "Danke", sagte sie dann noch einmal und übergab der jungen Frau die Zügel. Dann wandte sie sich wieder an den Abt. "Entschuldigt die Unterbrechung." Sie unterdrückte den Impuls, ihn mit einer Geste vorauszuschicken, das stand ihr nicht an.


Sime besah sich interessiert den Speer, den sie nun in der Hand hielt. Ob damit schon viele Menschen getötet worden waren? Eigentlich fühlte sie sich mit dem Ding in der Hand gar nicht wohl, aber sie würde ihn ja gleich wieder abstellen. Verziert war er, wahrscheinlich hatte der Leutnant irgendwann angefangen, ihn mit Schnitzereien zu versehen, war damit aber noch lange nicht fertig. Wahrscheinlich eine Arbeit, die sie abends am Lagerfeuer ausführte, das musste ziemlich gemütlich sein, überlegte Sime.
Endlich riss sie sich aus ihren Gedanken und ging mit dem Speer in der einen und den Zügeln zu dem schönen Pferd des Leutnants zu den Fremden. "Die Götter zum Gruß!", hob sie an, "Ich bin Sime. Unsere Novizen werden sich um Eure Pferde kümmern, während ich Euch das Kloster Eichenwalde zeigen werde. Wenn Ihr mir bitte folgen wollt", sprach sie und wandte sich um, um durch das geschmiedete Tor zu laufen.




Nimiel schrieb:
Daltor hatte beeindruckt die Unterhaltung zwischen Alrun und dem Mann verfolgt. Er war zweifellos ein Gelehrter. Seine Stimme war ruhig und seine Worte sehr überlegt. Oft hatte Daltor mit großen Denkern und auch Geistlichen gesprochen, doch dieser hatte etwas an sich, das einem Respekt einflößte. Doch seine Unruhe und die Befürchtungen, sie könnten hier in Gefahr sein, legten sich schnell. Wenn dieser Mann dam Kloster vorstand oder auch nur ein hohes Amt bekleidete, hatten sie sicher nichts zu befürchten. Daltor mußte schmunzeln, als er die junge Frau sah, die ihnen die Örtlichkeit zeigen sollte. Sie wirkte wie eine ungeduldige Schülerin, die es kaum erwarten konnte, alle Worte, die sie hörte, in sich aufzusaugen. Wenn er ihr Lehrer war, konnte man sie nur beneiden.





Gamina schrieb:
Obwohl er kaum ein gewechseltes Wort zwischen Leutnant Alrun und dem Mann, der an sie herangetreten war verstand, wusste ihn das Gespräch ebenso zu fesseln, wie zuvor das filigran ausgearbeitete Eisentor, auf welches er zu einem späteren Zeitpunkt noch immer einen sorgfältigeren Blick zu erhaschen hoffte. Der Mann strahlte eine Güte und Achtung aus, dass Varoujan sich vorstellen konnte, dass es packend und aufschlussreich sein musste mit ihm das ein oder andere Wort zu wechseln. Falls er überhaupt eines würde herausbringen können. Der Zakida verzog bei dem Gedanken flüchtig die Lippen, während er angespannt die Szenerie vor sich beobachtete und atmete dann erleichtert auf, als alle Zeichen dafür sprachen, dass man sie in dem Kloster Willkommen hieß. Es war einfacher gewesen, als er es sich ausgemalt hatte, wobei er sich nicht sicher war, ob das am diplomatischen Geschick von Leutnant Alrun gelegen hatte, die sich scheinbar von der Ausstrahlung des Mannes nicht hatte beirren lassen oder tatsächlich an der Güte des Mannes, die man förmlich zu greifen glaubte. Vermutlich eine Mischung aus beidem. Und zumindest war seine Besorgnis unbegründet gewesen. Varoujan ließ sich vorsichtig aus dem Sattel gleiten, als jemand heraneilte, um sich seines Wallachs anzunehmen und blieb einen Moment an Ort und Stelle stehen, um wieder Gefühl für sein verletztes Bein zu bekommen, ehe er die junge Frau musterte, die ihnen das Kloster zeigen sollte. Sime…was für ein ungewöhnlicher Name und was für eine ungewöhnliche Frau. Ein erster Eindruck schien ihm sagen zu wollen, dass sie nicht hierher passte, anderseits…hätte er von niemand andern begrüßt werden wollen. Varoujan schenkte der jungen Frau ein sachtes Lächeln, bevor er den Kopf umwandte, um leicht zu husten.


Aidan lächelte nur, als sich der Leutnant wieder an seine Seite gesellte, behielt noch für einen kurzen Moment Sime und die Novizen im Auge, die sich ihrer Begleiter angenommen hatten, als wolle er ein letztes Mal überprüfen, dass Sime die richtige Wahl für diese Aufgabe gewesen war und bedeutete der sertianischen Soldatin dann ihm zu folgen, wobei er ein gemächliches Tempo vorgab. Er führte sie an den Stallungen vorbei, welche man hinter den neugierigen Klosterbrüdern- und Schwestern hatte erahnen können, um an ihrer Seite den schmalen begrünten und mit Apfelbäumen bepflanzten Bereich zwischen der äußeren und inneren Mauer entlang gehen zu können, welcher sie geradewegs in den Gärten des Klosters führen würde, ohne dabei Sime oder jemanden anderen über den Weg zu laufen, welcher ihr unter Umständen das Gefühl gegeben hätte nicht frei sprechen zu können. Und so erhob Aidan selbst erst das Wort an sie, als das neugierige Gewisper allmählich verstummte und stattdessen Vogelgesang und das Geraschel von Blättern zu vernehmen war. „Ich bin für Gewöhnlich nicht der Mann, Leutnant, der sich sogleich auf das Wesentliche konzentriert, aber ihr müsst mir zugestehen, dass ihr mit einer ungewöhnlichen Gruppe hier eingetroffen seid und mich die Umstände eures Eintreffens ein wenig, nun…irritieren.“ Er lächelte schmal, musterte die junge Frau von der Seite und verschränkte seine Hände hinter seinem Rücken, ehe sein Blick flüchtig die umstehenden Bäume streifte, die hier und da schon reife Früchte trugen. „Daher verzeiht meine Offenheit, Leutnant, aber…welche Angelegenheit Achanias führt euch hierher und obliegt über dies noch der Geheimhaltung?“




Als sie angesprochen wurde, riss sich Alrun vom Anblick der Bäume und des Teils des Tempels, den sie sehen konnte, los und wandte sich wieder dem Abt zu. "Selbstverständlich", antwortete sie unbestimmt und friemelte den Brief aus Achania aus ihrer Jackentasche. Sie behielt ihn in den Händen und heftete ihren Blick darauf, so als helfe er ihr, sich zu erinnern und zu konzentrieren. "Tatsächlich wissen wir selbst sehr wenig über all das... Vor einer Weile erhielten einige von uns Visionen. Von den Göttern", begann sie zögerlich zu erklären. Der Mann musste sie doch für verrückt halten, oder für eine Lügnerin, oder beides. Und dennoch war es ja die Wahrheit. "In diesen Visionen wurde uns aufgetragen, nach Achania zu reisen. Tatsächlich wussten die Priester dort bereits über unser Kommen bescheid, obwohl wir keine Boten vorausgeschickt hatten, und wir trafen dort alle zur gleichen Zeit ein. Sertianer, Zakida.... und Assyner. Der Priester dort erklärte uns, dass er Visionen erhalten hätte, nach denen wir zum Tempel von Nordvoor gehen sollten." Alrun unterdrückte den Impuls, dem Abt einen Blick zuzuwerfen, um zu sehen, ob er Nordvoor kannte, oder ob er sie vielleicht gleich aus dem Kloster werfen würde. "Und dass einer von uns... der... oder die Auserwählte sein sollte." Sie hielt inne und schüttelte den Kopf. "Ich weiß, dass das ganz fürchterlich klingt, und hätte ich diese Vision nicht gehabt, würde ich das wohl auch nicht glauben, aber die Priester von Achania sind davon überzeugt, dass..." Mit diesen Worten endlich reichte sie dem Abt dem Brief aus Achania, um wenigstens einen Hauch von Glaubwürdigkeit aufrecht erhalten zu können. "der Verstoßene eine Rückkehr plant, und dass der oder die Auserwählte ihn aufhalten kann. Und es gibt Mächte, die den Fünften unterstützen. Unter anderem eine Organisation... Die Schattengilde. Einer von ihnen hat es geschafft, sich bei uns einzuschleichen, er hat einen von uns getötet, ehe Varoujan, ebenfalls von Visionen geführt, ihn aufhalten konnte. Und wenn es der Schattengilde bereits möglich war, einen der Ihren in Achania zu uns vordringen zu lassen, können wir kaum noch irgendwo sicher sein..." Sie hörte auf. Wenn sie jetzt noch weiter erzählte, würde er sie sicher verjagen. Sie holte Luft und seufzte tief. "Und das ist noch nicht alles."
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AngryAngel

Staffelführerin

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: Gamina]

Feyaria zögerte als sie absteigen sollte - doch da bereits all ihre begleiter aus dem Sattel gestiegen waren rutschte sie schließlich auch von dem Rücken ihres Pferdes. Keineswegs elegant, aber die Wunde schmerzte noch und ließ ihr nur eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit.
Das Schwert ließ sie am Sattel befestigt, nahm jedoch eine kleine Tasche an sich, ehe Salaidh von einem der Novizen weggeführt wurde.
Alrun war mit dem Abt des Klosters vorausgegangen, vermutlich würde sie ihm nun alles erklären.
Die Schamanin seufzte - hoffentlich sagte sie ihm nicht alles, wer wusste schon, wem man noch trauen konnte?
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Gamina

Gefährte

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: AngryAngel]

Er hörte ihr aufmerksam zu, auch wenn er sich des Gefühles nicht erwehren konnte, dass sein Gehör ihm einen bitteren Streich spielte, denn das was seine Ohren erreichte war das wohl Unerklärlichste und Absonderlichste, was ihm jemals jemand entgegnet hatte - abgesehen vielleicht von der ein oder anderen fantastischen Geschichte, die Sime ihm begeistert erzählt hatte, als sie noch jünger gewesen war. Und dann schwieg Aidan, eine für ihn ungewohnte lange Zeit, während seine Finger sachte das Siegel Achanias berührten, sanft über das Pergament glitten und schließlich ein letztes Mal den Brief entfalteten um ihn ein letztes Mal flüchtig zu überfliegen. Er hatte von Visionen gelesen, welche die Götter gesandt haben sollten, durchdringende Erlebnisse einzelner Gelehrter, welche diese auf Pergament festgehalten hatten und deren Echtheit man oft bezweifelt hatte. Und er bezweifelte nicht, dass dieser Brief tatsächlich aus Achania stammte. Das Siegel war ihm bekannt, besonders die am oberen Ende des Siegels mit dem Wachs zusammenhängenden Fäden trugen die für Achania charakterische Form, so dass man einen Brief aus Achania im Grunde sofort erkannte. Es war mehr sein Verstand, der all die absonderlichen, vollkommen unwahrscheinlichen Einzelheiten nur schwerlich zu einem Ganzen zusammenzufügen wusste, welche er auch noch glauben sollte. Aber der Leutnant hatte keinen Grund ihn zu belügen, beziehungsweise, wäre eine Lüge um ihn zu überzeugen vermutlich nicht weit so absonderlich ausgefallen, wie das, was sie berichtete, zudem der ein oder andere Seitenblick auf sie für ihn den Anschein erweckte, als würde sie jeden Moment darauf warten, dass er sie und ihre Begleiter des Klosters verweisen würde. „Das ist mit Abstand das Absonderlichste, was ich je gehört habe“, brachte er schließlich hervor und musterte die junge Soldatin, als würde er nur darauf warten, dass sie die Hälfte des Gesprochenen entweder widerrief oder ihn darüber aufklärte, dass sie sich einen üblen Scherz mit ihm erlaubt hatte. Aber das war unwahrscheinlich, so unwahrscheinlich, wie die vermeintlichen Gründe ihres Daseins. „Und das Beunruhigendste.“ Der Verstoßene war dabei zu erstarken, und es gab Mächte, scheinbar greifbare, die ihn unterstützten. Aidan stieß nahezu lautlos Luft aus, musterte den Leutnant abermals, vergeblich hoffend, dass sie widerrief und blieb dann an Ort und Stelle unter einem der Bäume stehen. „Ihr wurdet angegriffen, nehme ich an?“, erkundigte er sich dann und knüpfte damit an ihre letzten Worte an. Und es war vermutlich noch nicht lange her.

Geändert durch Gamina (19.01.2008 20:17)

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Centaurea

Gefährte

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: Gamina]

Das Absonderlichste, was er je gehört hatte? Na, dann sollte er erst mal sehen, wie es war, so etwas zu erleben! Nickend und freudlos stimmte Alrun ihm zu. Als er die Sprache auf ihre Verletzung brachte, lachte sie trocken und humorlos auf. Den wohl unglaubwürdigsten Teil ihrer Geschichte hatte er damit unbewusst selbst erraten. "Von Wyrsa", machte sie es kurz und nickte. "Feyaria, die Schamanin, die hinter mir geritten ist, hat den Schwanz abbekommen, ich die Zähne. Es war übrigens beides giftig, weswegen die Heilkräutervorräte der Priesterin Sheena jetzt auch erheblich erschöpft sind", erzählte sie beinahe beiläufig weiter. Allmählich musste sich ihre Geschichte nicht mehr nur unglaubwürdig, sondern auch grotesk anhören.
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Centaurea

Gefährte

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: AngryAngel]

Endlich waren alle Gefährten des Leutnants abgestiegen und hatten ihre Pferde den Novizinnen und Novizen überlassen und folgten ihr nun durch das Tor des Klosters. "Wahrscheinlich seid Ihr müde, erschöpft und hungig, aber ich bin sicher, dass Ihr Gelegenheit bekommen werdet, Euch auszuruhen und zu essen, wenn Aidan zurück ist", erklärte sie den vorläufigen Gästen des Klosters zuversichtlich, während sie einige Schritte rückwärts lief, um besser verstanden zu werden. Sie nutzte diese Gelegenheit auch noch einmal, um die Fremden eingehend zu mustern. Die Kleider, die die beiden Frauen trugen, waren richtig hübsch, aber ganz ungewöhnlich. Vier der Männer waren bewaffnet, die beiden anderen nicht. Sime drehte sich wieder um und ging voraus. Tatsächlich hatte sie keine Ahnung, was sie ihnen erzählen sollte, das sie interessierte, aber wahrscheinlich war das auch relativ egal. "Eichenwalde ist kein besonders großes Kloster und sicher auch nicht besonders bedeutend, aber darin liegt ja auch nicht der Sinn von Klöstern, nicht wahr?", erzählte sie mit einem Augenzwinkern in der Stimme. "Wann genau Eichenwalde gegründet worden ist, ist nicht bekannt. Der Legende zufolge war der erste Priester der Schöpferin, der sich hier niederließ, der Heilige Yarin. Er war bekannt für seine innige Liebe zu den Menschen, und er nutzte all sein Können und Wissen, um ihnen zu helfen und zu dienen. Zu dieser Zeit war in der Provinz Uleme eine Krankheit ausgebrochen, die viele Menschen hier das Leben kostete. Eine Vision der Schöpferin führte ihn zu einer Lichtung, auf der Kräuter wuchsen, aus denen er Heiltränke braute, mit denen die Menschen geheilt werden konnten. Er blieb hier, und bald folgten andere seinem Beispiel."
Sie ließen den Stall rechts liegen und bogen nach links in den begrünten Gang zwischen den Speichern und der inneren Mauer. Wein wuchs an den Steinen der inneren Mauer empor, was im Herbst ganz besonders schön aussehen würde, wenn er in leuchtenden Farben erstrahlen würde. Eine ihrer Schwestern kam aus dem ersten Speicher und lief mit einem schweren Sack über der Schulter in Richtung der Wohnhäuser. Sime winkte ihr zu und die Schwester nickte zum Gruß zurück, warf einen Blick auf die Fremden und war dann wieder bemüht, besonders unbeteiligt weiterzulaufen.
Wieder drehte sie sich im Laufen zu den Fremden um, um mit ihnen zu reden: "Wenn Ihr Fragen habt, fragt einfach", ermunterte sie sie fröhlich.


Grundriss des Klosters
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Gamina

Gefährte

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: Centaurea]

Von Wyrsa? Die Selbstverständlichkeit, mit welcher dieser Ausdruck ihren Lippen entwichen war, wusste ihn zu irritieren, doch selbst nach längerem Nachdenken konnte er sich nicht daran erinnern je etwas von Wyrsa gehört oder gelesen zu haben. Aidan betrachtete den Leutnant mit einem unübersehbaren, beunruhigten Stirnrunzeln, während diese weiter von diesen Wyrsa berichtete, doch jedes Wort, welches sie weiter über diese verlor ließen ihn irritierter und beunruhigter zurück. Wesen, wenn es überhaupt Wesen waren mit giftigen Zähnen und Schwänzen? Er versuchte sich vorzustellen, wie diese Wyrsa aussehen mochten, doch die wenigen Worte genügten nicht, um sich auch nur halbwegs ein Bild von den vermeintlichen Angreifern zu machen. „Dürfte ich mir eure Wunde einmal ansehen?“, erkundigte er sich dann und erhoffte so etwas mehr Aufschluss über die Geschehnisse erhalten zu können, wobei er bezweifelte, dass ihn irgendjemand genug Licht in dieses Halbdunkel bringen konnte. Achania, der Verstoßene, Wyrsa…das war mehr als sonderbar. „Und diese Wyrsa, was sind das für Wesen? Ich…mir fällt es schwer mir ein Bild von ihnen zu machen.“ Es klang, wie ein Skorpion, der beißen konnte. Nur musste es größer wie ein Skorpion sein, nahm er an. Und vermutlich weniger grotesk, so hoffte er zumindest.
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Centaurea

Gefährte

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: Gamina]

"Sicher", antwortete Alrun schulterzuckend und begann, sich den zerschlissenen Stiefel auszuziehen. "Ihr habt noch nicht von ihnen gehört? In Märchen, die man Kindern erzählt?", erzählte sie und ächzte ein wenig, bis sie endlich den Stiefel aushatte. Dann krempelte sie sich die Hose ein Stück hoch. "Sie sehen aus wie sehr schlanke Windhunde, und sie haben einen langen, peitschenartigen Schwanz, an dessen Ende ein Dorn sitzt. Sie bewegen sich unglaublich schnell und in seltsamen.... unbeschreiblichen Schlängelbewegungen. Wie Schlangen auf vier Beinen." Sie stellte sich wieder auf und drehte dem Abt den Rücken zu, so dass er ihre Wade ansehen konnte. "Über die Schulter beobachtete sie ihn weiter und erzählte: "Aber sie scheinen Wasser nicht zu mögen. Sie griffen uns an einem Fluss an und als wir den überquerten, folgten sie uns nicht. Aber die Kadaver am anderen Ufer waren kurz darauf verschwunden. In Luft aufgelöst." Sie runzelte unwohl die Stirn, als sie sich an diese alptraumhafte Begegnung zurück erinnerte. Sie hatten solches Glück gehabt, dass nicht mehr passiert war!
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Gamina

Gefährte

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: Centaurea]

In Luft aufgelöst. Unter anderen Umständen hätte Aidan vermutlich herzlich über die Ausführungen des Leutnants gelacht, die hier und da tatsächlich so klangen, als wären sie geradewegs der blühenden Fantasie von Sime entsprungen, doch er befand sich nicht im Gespräch mit Sime und diese hatte ihn auch niemals eine so ungewöhnliche Verletzung auf ihrer Wade präsentiert, um ihre Worte zu stützen. Der Biss eines Hundes, wie er auf den ersten Blick glaubte, nachdem er hinter dem Leutnant in die Hocke gegangen war, um die Wunde besser in Augenschein nehmen zu können, doch eine genauere Musterung der Wunde ließ ihn an seiner ersten Annahme zweifeln. Sie sah auf den ersten Blick wahrhaftig wie eine von einem Hund gerissene Wunde aus, doch die Zähne dieses Wesens schienen nicht ganz zu einem Hund zu passen. „Sonderbar“, murmelte Aidan nur und betrachtete die Wunde nochmals, konnte aber, bis auf die Tatsache, dass sie von etwas hundeähnlichem zugefügt worden sein musste, keine weiteren Schlüsse ziehen. Er erhob sich wieder, musterte den Hinterkopf des Leutnants zweifelnd und äußerte dann, dass er genug gesehen habe, bevor er ihr eigentliches Gespräch wieder aufnahm. „Ich kann mich nicht daran erinnern jemals etwas von solchen Wesen gehört zu haben, aber ich kann mich auch nicht daran erinnern jemals etwas von einem Wesen gelesen oder gehört zu haben, welches eine solche Wunde zufügen kann, wie die eure“, gestand er dann und verzog unmerklich die Lippen. Wie unwahrscheinlich ihre Ausführungen auch alle klangen, er konnte wenig dagegenhalten um ihr nicht zu glauben. „Wartet…“, fuhr er dann fort, nachdem er sich die Beschreibung dieser Wyrsa nochmals durch den Kopf hatte gehen lassen. „Sie kommen mir bekannt vor. Aber es ist lange her, dass ich etwas über solche Wesen gelesen habe und nicht in dieser Form. Aber sie entsprechen am ehesten dem, was ihr ausführt. Man nannte sie Schattenschrecken, wenn ich mich nicht irre. Ich glaube mich zu erinnern, dass man über sie schrieb, dass sie wie ein Schatten an ihrem Opfer vorbeigehuscht wären und diesen in die Dunkelheit gezogen hätten und der einzige Hinweis auf ihre Existenz entweder ein ungewöhnlicher Einstich oder ein Biss eines hundeähnlichen Wesens gewesen wäre. Ich werde Sime bitten, in der Bibliothek nach dieser Aufzeichnung zu suchen. Es kommen nur wenige Bücher in Frage, in welchen ich das gelesen haben könnte.“
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Centaurea

Gefährte

Re: Land der Tempel ~ VIII ~ Was sehen wir da denn...? [Re: Gamina]

Mit verbissenem Gesicht zog Alrun ihren Stiefel wieder an. Es tat wie gewohnt weh, aber sie verbot sich dennoch, das zu zeigen. "Gut", meinte sie endlich, während sie ihre Hose wieder über den Stiefel zog. "Wir würden Euch gern dabei helfen, wenn Ihr nichts dagegen habt. Uns ist, wie Ihr Euch sicher vorstellen könnt, sehr daran gelegen, mehr über diese Wesen herauszufinden. Besonders Daltor Montéraus wäre sicher gern dabei. Er ist der Leiter der Bibliothek in Skeltan", erklärte sie, während sie aufstand, und hoffte wohl auch ein bisschen, dass sie das glaubwürdiger machte.
Sie seufzte ergeben. "Euer Gnaden, ich kann nicht verlangen, dass Ihr mir glaubt, ich würde es wohl selbst nicht glauben, wenn ich es nicht erlebt hätte... und möglicherweise würde ich an meinem eigenen Verstand zweifeln, wenn meine Gefährten nicht das gleiche erlebt hätten." Verlegen strich sie sich eine Haarsträhne hinters Ohr. Wenn er ihr jetzt nicht glaubte, wusste sie nicht, was sie noch tun konnte. Mit etwas Glück würde er dann ihre Gefährten verhören und ihnen glauben. "Ich... ich..." Ratlos hob sie eine Hand. "kann nur schwören, dass wahr ist, was ich sage."
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