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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » Land der Tempel ~ IX ~ Keiner ist zu klein, ein Held zu sein

Gamina

Gefährte

Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Centaurea]

„Nein“, entwich es leise und zögerlich seinen Lippen, bevor er über seine Schulter kurz hinter sich sah, die Augen schloss und seufzte. Es war nicht sein Tag und er schien immer schlimmer, statt besser zu werden. „Nein, das…“, fuhr Varoujan fort und wandte sich der Sertianerin wieder zu, um nicht unhöflich zu erscheinen, „…glaube ich nicht. Damit würdet ihr euch und das, wofür ihr kämpft verraten. Aber…ihr würdet Assyna wie den Verlierer behandeln, was es dann ist. Wie auch immer das aussehen würde.“ Er zuckte unwissend die Schultern und wünschte sich, er hätte auch nur einmal während dem Reden nachgedacht. Nicht nur jetzt, sondern schon die ganze Zeit. Er schüttelte unmerklich den Kopf, da er es ohnehin nicht mehr ändern konnte und schenkte sich trotz seiner Absicht sobald nichts mehr trinken zu wollen etwas Wein nach, um sogleich von diesem zu nippen.
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Gamina]

"Natürlich", stimmte Alrun ihm selbstverständlich zu und nickte zufrieden über die Richtigstellung, die Varoujan nun von sich gab. "Ganz ungeschoren würde Assyna nicht davon kommen. Die Sklaven müssten befreit werden, und ich hoffe nicht, dass sich unsere Regierung in diesem Punkt irgendeinem halbausgegorenen Kompromis hingeben würde. Und selbstverständlich müssten sie Gebiete an uns abtreten, die Eisenvorkommen. Das würde sie nicht am Hungertuch nagen lassen, aber sie könnten auch keine Armee mehr gegen Sertia ins Feld führen. Was den Rest angeht, bin ich unschlüssig", gestand sie. Das war sie auch schon immer gewesen. So, wie die Situation der Frauen in Assyna im Moment war, war es freilich ganz untragbar. Aber wie man das ändern konnte, dazu fiel ihr auch nichts ein. Vielleicht half ihnen ja bereits ein sertianisches Vorbild, sich selbst zu helfen... Aber das war sekundär. Zuerst musste dieser Krieg gewonnen und die Sklaven befreit werden.
Sie sah Varoujan sich Wein einschenken und war kurz davor, ihren eigenen Becher dazu zu stellen, ehe ihr einfiel, dass sie vor dem Ende des Hauptgerichtes gar nichts mehr trinken wollte, und dass in ihrem Becher auch noch ein wenig Wein sein musste. Sie griff erneut zum Essen, denn sie war zwar nicht mehr hungrig, aber es schmeckte einfach so gut.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Centaurea]

„Ich verstehe“, äußerte Varoujan, was er meistens äußerte, wenn ihm die Worte ausgingen und er versuchte sich Zeit zu verschaffen, um es nicht bei dieser einfachen Antwort zu belassen. Aber er wusste nicht, was er von dieser Hoffnung halten sollte, ob ihm diese Hoffnung wirklich gefallen könnte, so, wie Leutnant Alrun sie darstellte. Natürlich, sie kämpften, um die Sklaven zu befreien, die Assyna in all den Jahren gemacht hatte, aber alles andere?! „Ich weiß nur nicht, ob mir das gefällt.“ Er lächelte schmal und beließ es vorerst dabei. Politik, Kriege…er verstand davon wirklich zu wenig. „Aber es klingt trotz allem schön. Also nicht der Krieg, sondern die Aussicht, dass sich alles ändern könnte. Irgendwann. Zum Besseren.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Gamina]

Alrun kniff erneut die Augen zusammen, diesmal eher verständnislos. Sie kaute das Stück Hühnerfleisch herunter und fragte dann erstaunt: "Warum sollte es Euch nicht gefallen? Zakida hat nichts zu befürchten, und Assyna sehr viel weniger als Sertia und Zakida im Moment. Nur die rechtmäßige Befreiung der Sklaven und ein paar Gebiete, die ihnen nicht weh tun werden. Sie höchstens in ihrer Ehre kränken", fügte sie mit dem leisen Anflug eines zufriedenen Lächelns hinzu.
Wieder kam ihr Jaime in den Sinn. Der Feind, mit dem sie zusammenarbeiten musste, und von dem sie immer wieder vergaß, dass er ein Feind ihres Landes war. Auch die Familie seines Vaters, des Grafen, würde davon betroffen sein. Sklavenhalter.
Alrun griff erneut zum Becher und beschloss damit einfach, dass das Hauptgericht beendet war. "Aber", fuhr sie fort, als sie ihn wieder abgesetzt hatte, "das ist alles nur lose Spekulation. Es sieht nicht so aus, als würde eine der beiden Seiten in allzu naher Zukunft diesen Krieg gewinnen." Und auf andere Weise würde es schließlich keinen Frieden geben. "Und wir haben einen eigenen zu führen", fügte sie leiser hinzu. Hoffentlich fanden Sime und Daltor etwas, das ihnen weiterhalf. Sie mussten nach Nordvoor, und Alrun wollte kein zweites unvorbereitetes Zusammentreffen mit den Wyrsa riskieren. Erneut setzte sie ihren Becher an, und diesmal leerte sie ihn ganz.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Centaurea]

Ihm gingen endgültig die Antworten auf ihre Fragen aus und Varoujan fragte sich unwillkürlich, warum dem so war. Es war ein interessantes, wenn auch mühseliges Thema bei welchem sie sich vermutlich niemals wirklich einig werden würden, weil sie in zwei vollkommen verschiedenen Welten aufgewachsen waren, aber ihre immer wieder auftauchende Skepsis hatte ihn bisher nie gestört, sondern ihn eher mehr verstehen lassen, wie sie dachte. „Ich weiß nicht. Es ist nicht einfach zu erklären“, er zuckte die Schultern und rieb sich anschließend den Nacken, während er noch immer um Worte rang und schließlich mit einem entschuldigenden Lächeln aufgab. Stattdessen versuchte er sich auf den Rest ihrer Worte zu konzentrieren und auf den Grund, weswegen sie eigentlich hier waren und der bei ihm mehr und mehr in den Hintergrund gerückt war. Es war kein einfaches Essen mehr, sondern eine Probe, von der er sich nicht sicher war, ob er sie bestehen würde. Vielleicht noch heute, am Tag darauf, aber dann…? Varoujan schüttelte unmerklich den Kopf und hob seinen Becher mit Wein ohne nachzudenken an seine Lippen, bevor er der Sertianerin zunächst ein unbestimmtes, zustimmendes Nicken schenkte. „Das ist wahr. Auch wenn man ihn innerhalb dieser Mauern fast vergessen könnte“, murmelte er schließlich und lächelte schief. Trotz der Träume. Trotz der Tatsache, dass Daltor mit Sime in der Bibliothek saß, weil hinter diesen Mauern nichts so friedlich war, wie es schien. Er musste nicht darüber nachdenken, woran das lag, aber er vermied es sie vorübergehend anzusehen. „Aber vielleicht ändert dieser bereits vieles. Öffnet später vielleicht die Augen des ein oder anderen…“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Gamina]

Alrun lächelte sachte, wie man eben über etwas lächelte, das zwar nett klang, aber doch nur ein Hirngespinnst bleiben würde. "Ja, vielleicht", antwortete sie im selben Tonfall. Es wäre schön, wenn sie daran glauben könnte, dass sie mit dieser Reise wirklich etwas erreichen konnten. Aber tatsächlich sah es doch eher so aus, als würden sie Nordvoor entweder niemals finden oder spätestens auf dem Rückweg umkommen, im besten Fall aber zurückkehren und verhaftet und verspottet werden, während Seuchen und Missernten ihr Land weiter verwüsten würden, bis Assyna am Ende den Krieg doch noch gewann. Dass sie es waren, die all dieses Unheil von Sertia und Zakida abwenden konnten, schien Alrun weniger wahrscheinlich, als dass Baldrian Mondlicht einfing.
"Ich...", begann sie, stockte dann aber. Sie sollte dieses Thema wirklich fallen lassen. Es half weder Varoujan noch ihr irgendwie weiter und würde nur die Stimmung unnötig trüben, und das musste sie nun wirklich nicht noch vorantreiben. "Ich grüble noch immer über diese Stickerei nach", erklärte sie und lächelte kurz, wie um sich für den abrupten Themenwechsel zu entschuldigen. Sie wies auf die Stickerei auf Varoujans Tunika. "Was glaubt Ihr, was das zu bedeuten hat, zu seinem Glück zurückzukehren, statt es zu finden?"
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Centaurea]

„Ihr grübelt noch immer über die Stickerei nach?“, wiederholte Varoujan überrascht und fragte sich unwillkürlich, wie lange es bereits her war, dass sie darüber gesprochen hatten. Es war eine gefühlte Ewigkeit her und sie dachte noch jetzt über die mögliche Bedeutung dieses Sprichwortes nach? Er lächelte zögerlich und schielte anschließend auf die Stickerei hinab, die scheinbar immer noch Leutnant Alruns Interesse erregte. „Es geht um Treue“, fuhr er dann fort und war plötzlich recht froh um den Wein, den er bereits getrunken hatte und lächelte unentschlossen, als würde er kurz überlegen, ob es nicht doch zu persönlich war. „Ich glaubte, ich sagte euch bereits einmal, dass Darlita recht eigensinnig sein konnte. Sie war den Traditionen meines Clans gegenüber teilweise recht skeptisch. Sie hielt nicht viel davon, dass ich sie für eine Tradition verlassen wollte. Diese Stickerei spricht von meiner Treue zu meinem Land, meinem Clan und zu meiner Treue zu zukünftigen…zu ihr. Ich sollte sie nicht vergessen und nicht aufgeben, weil ich laut ihrer Meinung bereits alles hatte, was ich brauchte.“
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Centaurea

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Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Gamina]

Alrun nickte mitfühlend. "Sie hatte Angst, Euch zu verlieren", schloss sie. Und nun war er bereits für fünf Jahre fort. Wahrscheinlich war sie wütend gewesen, als er gegangen war, wütend und verletzt, und Alrun konnte ihr Unverständnis durchaus nachvollziehen. Zumal er ja weniger deswegen ging, weil es die Pflicht gegenüber seinem Clan unmittelbar erforderte. "Sie muss Euch sehr geliebt haben... lieben..." Unentschlossen zuckte sie die Schultern. "Verzeiht, das geht mich nichts an, ich hätte nicht fragen sollen", wiederholte sie, was sie heute schon Jaime gegenüber geäußert hatte. "Ich hatte nur... abstrakter gedacht. Hätte ich daran gedacht, dass es etwas Persönliches sein konnte, hätte ich nicht gefragt." Sie wedelte mit der Hand, wie um die Frage, die sie nun doch gestellt hatte, wieder fortzuwischen. Dennoch konnte sie seine Handlung wohl ebenso wenig wie Darlita verstehen. Selbst die eigenbrötlerischsten Soldatinnen und Soldaten kehrten öfter heim, um ihre Lieben zu sehen. Und seine Verlobte lebte nun schon fünf Jahre zwischen Hoffen und Bangen und hatte keine Nachricht von Varoujan erhalten. Das war eigentlich ziemlich rücksichtslos, fand sie. Aber es ging sie nichts an, es ging sie wirklich nichts an.
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Gamina

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Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Centaurea]

„Ihr braucht euch nicht zu entschuldigen“, erwiderte Varoujan leise und dachte an all die Gespräche zurück, die sich bereits um ihn, seinen Clan und Darlita gedreht hatten. Er hatte sich ausgerechnet ihr anvertraut. Wie oft hatte er sich dabei schon um Kopf und Kragen geredet, ohne es wirklich zu bemerken? Gestern zuletzt, wenn er sich recht erinnerte und sie hatte nichts bemerkt, bemerkte noch immer nichts, falls da…wirklich etwas war. „Es ist in Ordnung. Ich weiß, dass es für euch nicht nachvollziehbarer wird, je öfter wir davon sprechen. Dass ich hier bin, statt bei meinem Clan, bei eu…hier, statt bei einer Frau, deren Liebe ich mir sicher war und mit der ich mir eine Zukunft vorstellen konnte“, er lächelte und rang um jedes Wort, sodass er sich kurz unterbrach und abermals nach seinem Becher griff. „Ich hatte Angst, dass sie mich mit anderen Augen betrachten könnte, wenn ich regelmäßig schweißgebadet und verängstigt neben ihr aufwache, dass sie…nicht mit jemandem zusammen sein wollte, der regelmäßig vom Ende dieser Welt erzählt. Ich wollte nicht zu ihr zurück, bevor ich nicht wusste, ob es nicht aufhören würde. Und jetzt…“ Er zuckte die Schultern. Sie hatten oft genug darüber gesprochen.
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Centaurea

Gefährte

Re: 2. Tag des Wandelnden, 1. Monat des Wissenden - Nachmittag [Re: Gamina]

Alrun war hin- und hergerissen. Einerseits sollte sie wohl das Thema beenden, denn Varoujans Verhältnis zu seiner Verlobten ging sie wirklich nichts an, auf der anderen Seite aber schnitt er das Thema ja selbst an und vertiefte es, und... "Dann seid Ihr möglicherweise vor einem Gespenst geflohen...", schlussfolgerte Alrun bestürzt. Er wusste gar nicht, ob Darlita nicht gut damit hätte leben können. Alrun war überzeugt, dass sie ihm sogar geholfen hätte, und er war weggegangen, aus der unbegründeten Angst heraus, sie könne womöglich 'mit anderen Augen betrachten'. "Oder hattet Ihr irgendeinen Grund zu glauben, dass sich nicht damit zurecht käme?" Wortlos schob sie ihm ihren leeren Becher zu. Bei allen Göttern, was er hinter sich gelassen hatte, und was er seiner Verlobten angetan hatte, auf einen Verdacht hin...
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