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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Actors Club » Was ist mit der Film-Fantasy los?

Arieve

The dark rose

Was ist mit der Film-Fantasy los?

Hallo zusammen!

Seit dem großen Erfolg der HdR-Trilogie herrscht was Kinofilme angeht ein sehr seltsamer Zustand.
Einerseits kommen sehr viel mehr Fantasy-Filme in die Kinos, andererseits nichts wirklich "richtiges".
Auffallend sind die vielen Fantasy-Film, die sich schwerpunktmässig an das jüngere Publikum richten oder doch zumindest Kinder als Hauptcharakter haben wie z.B. Narnia.
Daneben gibt es kaum Fantasykost, die erwähnenswert wäre und anscheinend ist außer dem Hobbit auch in Zukunft nichts wirkliches geplant, oder?

Was gab es denn neben HdR bisher an Filmen aus dem Genre Sword&Soucery bzw. High-Fantasy?

Eigentlich nur Eragon und den Boll-Streifen. Beide waren mehr oder weniger Flops, auch wenn ich sie besser als ihren Ruf finde. Denn wenn man sich mal anschaut was VOR HdR so Genremässig in die Kinos kam, dann sind beide qualitativ im oberen Drittel.

Daneben gab es noch den Sternwanderer, der eher Märchen war (aber GUT) und natürlich den goldenen Kompass, der aber auch weniger klassische Fantasy war (und auch nicht so gut ankam).

Für die Zukunft sehe ich an klasischer Fantasy eigentlich auch nur "Das Schwert der Wahrheit" als TV-Serie und den Hobbit am Horizont.

Warum aber dieser Zustand?
Es gibt mehr als genug guten Stoff!
Es gibt erwiesenermassen ein Publikum für sowas!
Es gibt die technischen Möglichkeiten sowas umzusetzen!
Es gibt keinen Grund keine epischen Filme mit mehr als 2h Spielzeit zu drehen!

Weshalb kommt dann nichts?
Und weshalb wurden die Sachen die kamen so halbgar umgesetzt, so dass sie floppten?

Eragon wäre z.B. richtig gut geworden, wenn man dem Film mehr Zeit gegönnt hätte (und vielelicht einen besseren Hauptdarsteller).

Außerdem: Warum werden Genrefilme, die keine Mamutproduktionen sind so runtergemacht? Selbst der Boll-Film war nicht der schlechteste der je in Kino kam (wobei Boll hier ein Thema für sich wäre). Da hat mich z.B. die Kinokarte beim ersten D&D-Film viel mehr gereut. Wobei der 2. D&D-Film dann wesentlich besser war, und dann sang und klanglos auf DVD erschien und daher sicher auch bei Genrefans unbeachtet blieb.

Was meint ihr?
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Evendia

Gefährte

Re: Was ist mit der Film-Fantasy los? [Re: Arieve]

Arieve schrieb:

Und weshalb wurden die Sachen die kamen so halbgar umgesetzt, so dass sie floppten?



Weil man ganz schnell auf den Fantasy Hype aufgesprungen ist und das schnelle Geld machen wollte.
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Arieve

The dark rose

Re: Was ist mit der Film-Fantasy los? [Re: Evendia]

Evendia schrieb:
Arieve schrieb:

Und weshalb wurden die Sachen die kamen so halbgar umgesetzt, so dass sie floppten?



Weil man ganz schnell auf den Fantasy Hype aufgesprungen ist und das schnelle Geld machen wollte.



Wirklich?
War ihnen denn nicht klar, dass ein Schnellschuss neben einem bombastischen HdR nur absaufen kann?
War ihnen nicht klar, dass der erste Film einer geplanten Trilogie nicht hingerotzt werden kann, weil sonst die Zahlen nicht stimmen und man vielleicht die weiteren zwei Filme nicht mehr drehen kann?
Wie gesagt: Eragon war nicht der schlechteste Film, aber etwas mehr Sorgfalt und Spielzeit hätte aus dem eher durchschnittlichen einen guten Film machen können. So sieht es ja jetzt aus, als wenn nichts mehr nachkommt.

Geändert durch Arieve (06.05.2008 15:47)

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Evendia

Gefährte

Re: Was ist mit der Film-Fantasy los? [Re: Arieve]

@Eragon

In Bezug auf:
So sieht es ja jetzt aus, als wenn nichts mehr nachkommt.



Die haben sich anscheinend auf die Fanbase verlassen, und sich gedacht, wenn die alle reingehen - egal wie der Film ist - dann wird das schon reichen. Die Rechnung ist ja nicht aufgegangen. Als völlig Außenstehende hab ich von dem Film so gut wie gar nichts mitbekommen; mir ist auch kein TV Spot oder Trailer in Erinnerung geblieben.

In Bezug auf:
War ihnen denn nicht klar, dass ein Schnellschuss neben einem bombastischen HdR nur absaufen kann?



Das wird denen schon klar gewesen sein. Neben dem maßlosen Erfolg von HdR sieht ein wenig bekannter Fantasy Film sowieso mächtig blaß aus - aber schnelles Geld lässt sich auch mit einem billigen Abklatsch verdienen.
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CirdanAdministrator

Herr von Mithlond

Re: Was ist mit der Film-Fantasy los? [Re: Arieve]

Das ist eine gute Frage Arieve, die ich mir auch schon gestellt habe.

Vor allem sehe ich, dass die Filmrechte für echt tolle Fantasybücher (z.B. George R. R. Martin, Naomi Novik ) verkauft werden, aber irgendwie folgt dann keine Umsetzung. Vielleicht wollen die Studios nichts riskieren... und die meisten Umsetzungen in HDR-Qualität würden halt auch richtig was kosten.
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SackheimBeutlin

Special Extended Edition

Re: Was ist mit der Film-Fantasy los? [Re: Cirdan]

>>>>Es gibt mehr als genug guten Stoff!
Ja. Gibt es aber in jedem Genre, in jeder Sparte.

>>>>Es gibt erwiesenermassen ein Publikum für sowas!
Nein. Dass der HdR Geld gemacht hat, lässt noch lange nicht darauf schließen, dass es plötzlich ein Publikum für Fantasyfilme gibt, schon garnicht anhaltend. Nach langen Jahren des überhaupt garnichts rannten plötzlich alle Tolkien-Fans ins Kino und rissen eine unglaubliche Menge Zuschauer mit sich, und das verteilt über 3 Jahre. Man könnte genausogut sagen: Das Publikum hat nun erstmal wieder für 10 Jahre genug von sowas!
Nein. Wenn man sich in einer Nische von Fans befindet, unterschätzt man gerne mal, was "Publikum" für ein Studio bedeutet, dass einen Fantasystreifen finanzieren soll. Und dann auch noch einen, der Kinder als Zielgruppe ausschließt? Das wird nie wieder passieren.

>>>>Es gibt die technischen Möglichkeiten sowas umzusetzen!
Anders ausgedrückt: Es gab zu viele Umsetzungen, die die technischen Möglichkeiten missbrauchten, und nun will niemand mehr CGI-Viecher sehen.

>>>>>Es gibt keinen Grund keine epischen Filme mit mehr als 2h Spielzeit zu drehen!
Doch, die Vernunft. Langer Film =/= epischer Film. Die Unsitte, die PJ in die Kinos gebracht hat, Filme länger als 2 Stunden dauern zu lassen obwohl diese es nicht nötig haben, und die Nachsicht, die Studios dadurch mittlerweile entwickelt haben, wo sie früher sehr konsequent den Regisseur zur Schere baten, ist eines der größten Undinger, die das Kino in letzter Zeit gesehen hat. Erstmal will sich das außer den Fans kein Mensch antun, und außerdem sind das unter den Fans auch nur diejenigen, denen ein elendiger, schlecht geschnittener Schinken viel lieber ist als ein stimmiges Gesamtwerk, nur weil sie dann schön viele Illustrationen zu ihnen bekannten Buchszenen bekommen. Die RotK SEE, trotz einiger schöner neuer Szenen, ist ein grausiges, entstelltes Beispiel dafür, wie der Mangel an Executives, die einem beim Schnitt auf die Finger hauen, und ein totales Missverständnis von Geschwindigkeit einen Film zunichte machen kann.

Um von der anderen Seite ranzugehen: Ich, und viele andere aus meinen Fandoms, fragen wieder und wieder: Warum gibt es keine guten Videospielverfilmen? Das Material an genialen Geschichten und Charakteren ist da, aber es kommt immer nur Schund oder maximal Durchschnitt bei raus. Der Grund ist derselbe. Großes Fandom =/= Publikum, und wenn dann wirklich mal sowas passiert wie beim HdR, dass jemand tatsächlich viel Geld, Herz und Mühe in etwas steckt, und stecken kann weil ein Studio finanziell dahintersteht, dann ist das ein Ausnahmefall, der ein Ausnahmefall bleiben wird, weil er so viele mehr oder minder gute billige Kopien für die ganze Familie mit sich ziehen wird, dass es irgendwann keiner mehr sehen kann und will, zumindest nicht das breite "Publikum".

Glaubt ihr, nach all dem Fantasy-Quatsch, der seit 2003 in den Kinos war, werden auch nur annähernd so viele Leute interesse an dem HdR-"Prequel" (denn so wird es beworben werden, und zwar auf höchstgradig peinlichem Niveau) haben wie davor?
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Sarah82

Gefährte

Re: Was ist mit der Film-Fantasy los? [Re: SackheimBeutlin]

Mein Problem zum Beispiel ist das was du angesprochen hast - die "Kinder"-Fantasy.

HdR war ein unglaublicher Erfolg, auch beim Nicht-Fantasy-Publikum, was aber daran liegt (meiner Meinung nach), dass HdR wahnsinnig aufwendig umgesetzt wurde. Mit einem riesen Zeitfaktor.
Harry Potter ist auch wahnsinnig erfolgreich und sehr viel schneller produziert.
Und so werden Sachen wie "Der goldene Kompass" kindgerecht umgesetzt, oder besser gesagt hingerotzt. Was bei diesem Stoff unglaublich schade ist, denn wer die Bücher gelesen hat, weiß, dass da sehr viel mehr dahintersteckt, als das, was im Kino lief.
Und wie ich gehört habe (hab es selber nicht gesehen) war das auch bei Eragon der Fall.

Bei mir löst das dann aus, dass ich einerseits mehr Fantasy-Verfilumgen hätte, andererseits natürlich aber auch wahnsinnig Angst hab, dass mir das gleiche wie bei Golden Compass passiert und ich danach unglaublich enttäuscht bin.
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Arieve

The dark rose

Re: Was ist mit der Film-Fantasy los? [Re: SackheimBeutlin]

SackheimBeutlin schrieb:
>>>>Es gibt mehr als genug guten Stoff!
Ja. Gibt es aber in jedem Genre, in jeder Sparte.

>>>>Es gibt erwiesenermassen ein Publikum für sowas!
Nein. Dass der HdR Geld gemacht hat, lässt noch lange nicht darauf schließen, dass es plötzlich ein Publikum für Fantasyfilme gibt, schon garnicht anhaltend. Nach langen Jahren des überhaupt garnichts rannten plötzlich alle Tolkien-Fans ins Kino und rissen eine unglaubliche Menge Zuschauer mit sich, und das verteilt über 3 Jahre. Man könnte genausogut sagen:



Klar gibt es guten Stoff in jeder Sparte, aber kaum ein Genre wurde imho bisher so sträflich vernachlässigt wie die klassische Fantasy. Dabei findet das Genre sehr viel mehr Akzeptanz wie früher.
Mittelaltermärkte boomen, mittelalterliche angehauchte Musik jeder Colour wird immer belirbter, Rollenspiele sind längst keine Beschäftigung für Freaks mehr und auch auf dem Buchsektor ist was Fantasy angeht eine regelrechte Schwemme einegtrten, wobei bei letzterem leider das Gros schlecht geschrieben und oft 1:1 von Tolkien geklaut ist. Aber all das zeigt, dass ein Markt da ist und anscheinend wirklich ein nicht zu kleiner.

In Bezug auf:
Das Publikum hat nun erstmal wieder für 10 Jahre genug von sowas!



Glaubst Du das wirklich?
Die mehr oder weniger engen Verwandten der Fantasy-Filme. Kostum-, "Historien"- und Abenteuerfilme bringen auch ziemlich viel Publikum in die Kinos. Immer und immer wieder!
ich behaupte, dass ein gut gemachter klassicher Fantasy-Streifen, mit vernünftiger Story, guter Ausstattung und Cast, der eben nicht auf das Kinderpublikum zugeschnitten ist im Kino auch Erfolg haben würde. Vielleicht nicht soooo sehr wie HdR, aber sicherlich genausoviel wie ein Troja, ein Gladiator, ein Last Samurai, ein Fluch der Karibik ein Mumienfilm oder wie die Fantasy-Verwandschaft auch immer heißen mag.

In Bezug auf:
Nein. Wenn man sich in einer Nische von Fans befindet, unterschätzt man gerne mal, was "Publikum" für ein Studio bedeutet, dass einen Fantasystreifen finanzieren soll. Und dann auch noch einen, der Kinder als Zielgruppe ausschließt? Das wird nie wieder passieren.



Wirklich? Das wäre sträflich, unendlich traurig und wird hoffentlich nicht wahr werden. Sicherlich war Jacksons HdR eine Ausnahmeerscheinung, aber er hat gezeigt, dass es geht und ich denke, es ginge auch ohne ein Kultbuch wie HdR im Rücken, wenn man sich ordentlich Mühe gibt und was draus macht. Leichte Einschläge in Richtung anderer Genres wie Horror oder Monumentalfilm wären ja durchaus wünschenswert und niemand kann mir erzählen, dass es keinen Markt für sowas gibt.
In meinem Bekanntenkreis z.B. hat die Fantasy leider nicht so große Akzeptanz, aber die HdR Filme fanden viele gut, obwohl sie die Bücher nicht kannten. Bei jedem bisherigen Fantasy-Film kamen sie mit leichter Enttäuschung aus dem kino, eben weil die Umsetzung entweder mittelmässig war, oder eben zu kindlich. Einzig Eragon konnte nich leicht positiv punkten, was zeigt, dass die Zutaten stimmen müssen:
Epik, Schlachten, interessante Story...

In Bezug auf:
>>>>Es gibt die technischen Möglichkeiten sowas umzusetzen!
Anders ausgedrückt: Es gab zu viele Umsetzungen, die die technischen Möglichkeiten missbrauchten, und nun will niemand mehr CGI-Viecher sehen.



Man kann heute vieles realistisch wirken lassen, was es nicht gibt. Leider sieht man bei billigeren Produktionen die CGI überdeutlich, weil sie eher auf Videospieleniveau ist. DAS will niemand sehen. Wenn man CGI vernünftig und nicht übertrieben einsetzt hat imho niemand was dagegen.
Effekte um der Effektie willen will niemand mehr sehen, was aber imho mehr ein Problem für Action- und SF-Filme ist, weniger für die klassische Fantasy.

In Bezug auf:
>>>>>Es gibt keinen Grund keine epischen Filme mit mehr als 2h Spielzeit zu drehen!
Doch, die Vernunft. Langer Film =/= epischer Film. Die Unsitte, die PJ in die Kinos gebracht hat, Filme länger als 2 Stunden dauern zu lassen obwohl diese es nicht nötig haben, und die Nachsicht, die Studios dadurch mittlerweile entwickelt haben, wo sie früher sehr konsequent den Regisseur zur Schere baten, ist eines der größten Undinger, die das Kino in letzter Zeit gesehen hat. Erstmal will sich das außer den Fans kein Mensch antun, und außerdem sind das unter den Fans auch nur diejenigen, denen ein elendiger, schlecht geschnittener Schinken viel lieber ist als ein stimmiges Gesamtwerk, nur weil sie dann schön viele Illustrationen zu ihnen bekannten Buchszenen bekommen. Die RotK SEE, trotz einiger schöner neuer Szenen, ist ein grausiges, entstelltes Beispiel dafür, wie der Mangel an Executives, die einem beim Schnitt auf die Finger hauen, und ein totales Missverständnis von Geschwindigkeit einen Film zunichte machen kann.



Jeder Film braucht seinen Rythmus und seine Zeit. Es ist imho ein Unding, dass Filme heute immer noch gerne verstümmelt und verschnitten werden, um das Publikum "nicht zu langweilen". So reiht sich dann Actionszene an Actionszene und die Story (falls vorhanden) und Charakterentwicklung wird weggeschnitten.
ich ertappe mich heute äfter dabei, dass ich mir DVDs nicht kaufe, weil ich auf eine Special Edition mit längerer Spielzeit hoffe und das nicht nur bei der Fantasy. Weil man des öfteren bei Filmen das gefühl hat, dass etwas fehlt, dass der Film besser wäre, wenn er sich an manchen Stellen mehr Zeit genommen hätte.
Und tragischerweise gibt es bei vielen Filmen diese Szenen, aber sie wurden weggeschnitten und liegen dann höchstens mal als "entfallene Szenen" lieblos der DVD bei.
Ich sehe z.B. gerne britische Literaturverfilmungen von Austen, Gaskell oder Bronte. Es gibt davon ettliche sehr gut gemachte Miniserien ua der BBC. Diese gehen über 3 bis 5 Stunden und ich sauge sie geradezu in mich auf. Sie haben trotz ihrer Spiellänge wenig Längen oder langweilige Abschnitte.
Manche dieser Stoffe schaffen es auch ins Kino, wie z.B. "Stolz und Vorurteil" mit Keira Knightley. Diese Filme sind natürlich kürzer, was nicht heißt dass sie schlechter sind. Aber auch hier wäre eine etwas längere Spielzeit von mehr als 100 Minuten wesentlich besser. Weil man dem Film einfach ansieht, dass er mit 20 oder 30 minuten mehr Länge an den richtigen Stellen einfach besser wäre.
ich werde bei manchen Filmen wohl vergebens auf längere Fassungen warten, ua bei Stolz und Vorurteil, Eragon oder gar Der 13. Krieger, aber gut getan hätte es ihnen mit Sicherheit.
Entgegen Deiner Meinung finde ich nämlich, dass die Studios immer noch zu sehr auf gewise Standardlängen pochen, auch wenn der Film mehr Zeit vertragen könnte.
Ich bin aber Deiner Meinung wenn Du sagst, dass jeder Film seine eigene Zeit braucht und man einen Film auch mit zu viel Spielzeit kaputt machen kann. Es ist eben eine individuelle Sache und imho wird da auch heute noch zu wenig Rücksicht drauf genommen, zB weil man einbussen befürchtet, wenn die Kinos nämlich bei langen Filmen weniger Filme am Tag spielen können, da schafft der Überlängenzuschlag nämlich wenig abhilfe.

In Bezug auf:
Um von der anderen Seite ranzugehen: Ich, und viele andere aus meinen Fandoms, fragen wieder und wieder: Warum gibt es keine guten Videospielverfilmen? Das Material an genialen Geschichten und Charakteren ist da, aber es kommt immer nur Schund oder maximal Durchschnitt bei raus. Der Grund ist derselbe. Großes Fandom =/= Publikum, und wenn dann wirklich mal sowas passiert wie beim HdR, dass jemand tatsächlich viel Geld, Herz und Mühe in etwas steckt, und stecken kann weil ein Studio finanziell dahintersteht, dann ist das ein Ausnahmefall, der ein Ausnahmefall bleiben wird, weil er so viele mehr oder minder gute billige Kopien für die ganze Familie mit sich ziehen wird, dass es irgendwann keiner mehr sehen kann und will, zumindest nicht das breite "Publikum".



Imho sind Videospielverfilmiungen kein eigenes Genre, da Videospiele an sich jedem Genre angehören könnten.
Generell gesagt stehe ich solchen Verfilmungn ein wenig skeptisch gegenüber weil bei Videospielen selten eine komplett ausgearbeitete Welt oder ein gut ausgearbeiteter Charakter vorhanden ist. Wenn doch, dann wäre es für einen guten Film tauglich, sicher.
Leider gelten Videospiele heute immer noch als Fastfood und werden daher lediglich als Franchise-pfelege verstanden bzw. für schnelles Geld von der Zielgruppe Fandom missbraucht.
Das wird sich aber imho in einigern Jahren ändern.
Früher war das nämlich bei Comicverfilmungen genauso und jetzt werden Comicverfilmungen zunehmend ernsthafter und besser. Man nimmt die Zielgruppe eben ernster als früher und sieht Comics nicht mehr wirklich als Schund- oder Kinderliteratur an. Diese Ernsthaftigkeit fürht zu einer besseren Umsetzung und zieht jetzt erfolgreich Zielgruppen in die Kinos, die früher Comics nicht mit den Fingern angefasst hätte.
ich persönlich z.B. hab als Kind zwar auch viel Comics gelesen, hab sie aber später als Erwachsener trotzdem immer immer etwas belächelt. Erwachsenencomics haben mich nie interessiert, aber ich würde heute trotzdem gerne in eine gut gemachte Comicverfilmung gehen, z.b. in den aktuellen "Iron Man".
Ähnlich wird es sich auch für Videospielverfilmungen entwickeln, aber das braucht eben etwas zeit.

In Bezug auf:
Glaubt ihr, nach all dem Fantasy-Quatsch, der seit 2003 in den Kinos war, werden auch nur annähernd so viele Leute interesse an dem HdR-"Prequel" (denn so wird es beworben werden, und zwar auf höchstgradig peinlichem Niveau) haben wie davor?



Ja, das glaube ich in der Tat, denn wenn ein Film gut gemacht ist, dann wird sich das rumsprechen und dann wird es auch ein Erfolg werden. Vielleicht nicht so ein Rekorderfolg wie HdR aber doch ein großer Erfolg. Da glaub ich wirklich dran.
Letztlich ist es doch so, dass man hört, dass ein Film kommt, sich informiert und wenn er einen interessiert, dann will man auch rein. Wenn man dann aber schon im Vorfeld hört, er ist mies, dann überlegt man es sich und spart sich das Geld lieber (leiht ihn dann höchstens später mal aus). Aber wenn man positive Kritiken mitbekommt, dann geht man auch rein. Ging mir z.B. mit "Iron Man" so. Bin zufällig über den Film gestolpert, fand ihn nicht so sehr interessant, hab dann aber positive Kritiken gesehen und mir dann doch mal den Trailer reingezogen und will jetzt reingehen. So passiert es immer wieder und wenn ich dann noch ein paar Freunden davon erzähle und der ihnen auch gefällt, dann werden sie das auch weitererzählen usw.

Letztlich wird sich Qualität durchsetzen neben all der Filmfastfood. Lange wird die Luftblase von storylosen allein mit CGI und Action vorlgestopften und mit Pappcharakteren bevölkerten Filme nicht mehr existieren können. Irgendwann wird die 100000. Explosion eben auch mal langweilig.

Gruß
Arieve
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Pyr

Gefährte

Re: Was ist mit der Film-Fantasy los? [Re: Arieve]

Arieve schrieb:
SackheimBeutlin schrieb:
>>>>Es gibt mehr als genug guten Stoff!
Ja. Gibt es aber in jedem Genre, in jeder Sparte.

>>>>Es gibt erwiesenermassen ein Publikum für sowas!
Nein. Dass der HdR Geld gemacht hat, lässt noch lange nicht darauf schließen, dass es plötzlich ein Publikum für Fantasyfilme gibt, schon garnicht anhaltend. Nach langen Jahren des überhaupt garnichts rannten plötzlich alle Tolkien-Fans ins Kino und rissen eine unglaubliche Menge Zuschauer mit sich, und das verteilt über 3 Jahre. Man könnte genausogut sagen:



Klar gibt es guten Stoff in jeder Sparte, aber kaum ein Genre wurde imho bisher so sträflich vernachlässigt wie die klassische Fantasy. Dabei findet das Genre sehr viel mehr Akzeptanz wie früher.
Mittelaltermärkte boomen, mittelalterliche angehauchte Musik jeder Colour wird immer belirbter, Rollenspiele sind längst keine Beschäftigung für Freaks mehr und auch auf dem Buchsektor ist was Fantasy angeht eine regelrechte Schwemme einegtrten, wobei bei letzterem leider das Gros schlecht geschrieben und oft 1:1 von Tolkien geklaut ist. Aber all das zeigt, dass ein Markt da ist und anscheinend wirklich ein nicht zu kleiner.



Nun, wenn man in die entsprechenden Regale in den Buchläden schaut, dann besteht mindestens 50% des Angebots aus billigsten Variationen des einhundertdreizehnten Klons einer Geschichte um Königreiche in Gefahr, Waisenkinder, die "ungewöhnliche Kräfte" haben, uralte Artefakte, Drachen und Elfen, auf dem Buchrücken wird irgendwie der Bezug zu Tolkien hergestellt und das Cover ziert entweder ein unglaublich dreistes Plagiat einer Szene der PJ-Verfilmung, oder aber eine "klassische Fantasy-Szene", die meistens nicht das geringste mit dem Inhalt zu tun hat und mindestens ein Schwert enthält, dass so verziert und verschnörkelt ist, dass es nicht einmal zum Pizzaschneiden zu gebrauchen ist. Und irgendwie wird ein Buchstabe des Titels durch einen stilisierten Drachen ersetzt.
So gesehen bedienen die Eragon-Verfilmung, die D&D-Filme und der Bollschewismus durchaus "das Fantasy-Publikum".

In Bezug auf:
Leider gelten Videospiele heute immer noch als Fastfood und werden daher lediglich als Franchise-pfelege verstanden bzw. für schnelles Geld von der Zielgruppe Fandom missbraucht.
Das wird sich aber imho in einigern Jahren ändern.
Früher war das nämlich bei Comicverfilmungen genauso und jetzt werden Comicverfilmungen zunehmend ernsthafter und besser. Man nimmt die Zielgruppe eben ernster als früher und sieht Comics nicht mehr wirklich als Schund- oder Kinderliteratur an. Diese Ernsthaftigkeit fürht zu einer besseren Umsetzung und zieht jetzt erfolgreich Zielgruppen in die Kinos, die früher Comics nicht mit den Fingern angefasst hätte.
ich persönlich z.B. hab als Kind zwar auch viel Comics gelesen, hab sie aber später als Erwachsener trotzdem immer immer etwas belächelt. Erwachsenencomics haben mich nie interessiert, aber ich würde heute trotzdem gerne in eine gut gemachte Comicverfilmung gehen, z.b. in den aktuellen "Iron Man".
Ähnlich wird es sich auch für Videospielverfilmungen entwickeln, aber das braucht eben etwas zeit.



Das gilt für Fantasy größtenteils genauso, und da spätestens im Zuge der HDR-Verfilmung tonnenweise buntes Altpapier im oben beschriebenen Stil rausgekloppt wurde, wird dieses Klischee sogar gerechtfertigt.
Und dir "Größen" der Fantasy-Literatur? Tad Williams kann wundervoll schreiben, allein, das lässt sich nicht in einen Film retten; was sonst noch bleibt, sind im Großen und Ganzen doch eher klassische, heißt bekannte Geschichten, die vielleicht einen ordentlichen, aber keinen herausragenden Film machen. Also letztendlich wohl weitere uninspirierte Massenware.
George R. R. Martin* denkt über eine Fernsehserie nach, soweit ich weiß, obwohl er sich lieber um die Fortsetzung seiner Romane kümmern sollte.
Robert Jordans "Rad der Zeit" ließe sich selbst als Zehnteiler immer noch nicht in Kinofilm-Form gießen, dürfte aber, wenn man sich Mühe gibt, sogar eine wirklich gute Fernsehserie hergeben. Gibt auch genügend Pärchengeschichten, die man anschmachten könnte. Wird nur nach seinem Tod in absehbarer Zeit wahrscheinlich kaum passieren. Wäre auch etwas pietätlos.
"Schwert der Wahrheit" hast du schon erwähnt; mir ist es gleich, was daraus wird, so lange ich es mir nicht ansehen muss.
Ebensowenig möchte ich Marion Zimmer Bradleys geschichtsklitternden Holzhammerfeminismus sehen. Ach, Moment, den gab es ja auch schon im Fernsehen.
Und die wenigen echten Juwelen, auf die man gelegentlich mal stößt, kennt selbst unter Buchfreunden nicht immer jeder, weil sie unter Lawinen von "Elfenzauberlicht", "Die Saga der in den Schmieden der Götter drachenfeuer-geschmiedeten Schicksalsschwerter der Helden des neuen Zeitalters" oder "Nach dem Bestseller 'Die Orks' von Stan Nicholls nun das neueste Werk über eines der wichtigsten Fantasy-Völker überhaupt: Die Gollums" kaum je gefunden werden.


*Der hat sich doch damals bestimmt gedacht: "He, wenn ich Fantasy-Autor werde, macht sich so ein zusätzliches R. sicher sehr gut. Mal schnell eine Namensänderung anmelden gehen!"

Geändert durch Pyrdacor (07.05.2008 13:50)

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