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Mittelerde & andere phantastische Welten » Die Gaukler-Stube » Ban Aerachs Lehren - Jasper und das Buch des Todes I

kassiepeia

sternbild

Ban Aerachs Lehren - Jasper und das Buch des Todes I

In den späten Wintermonaten reiten Boten von Minas Tirith aus in alle Teile Mittelerdes, um den Auftrag eines Gelehrten zu erfüllen und die Menschen zu finden, für die die Briefe bestimmt waren...

In Bezug auf:
Werte Expeditionsmitglieder, liebe Freunde und Gefährten!

Wieder scheint sich das Schicksal Bannains mit dem unseren zu verbinden - dieser Bote bringt Euch nicht nur einen Brief, er trägt Euch auch eine Bitte zu, die wichtiger nicht sein könnte.

Die Karten, welche wir unter großen Anstrengungen und mit unzähligen Verlusten gefunden haben, wurden von meinen Gehilfen und mir in jahrelanger Arbeit entschlüsselt.
Eine kleine Gruppe begleitete mich in das nicht weit entfernten Osgiliath, da dies als der Ort bezeichnet wurde, an dem Ban Aerachs Schatz liegen sollte. Doch als wir dort eintrafen, mussten wir erkennen, dass uns jemand zuvor kam: der Schatz war entwendet.

Sicher muss ich es nicht ausdrücklich erwähnen, wem das Buch zugefallen ist. Und sicher ist es auch nicht nötig, über die Gefahren zu sprechen, die ein jeder über Mittelerde bringt, der nicht sorgsam mit Ban Aerachs Wissen umgeht.

Lasst uns eine neue Expedition auf die Beine stellen, um den Schatz zurückzubringen und Mittelerde vor größter Gefahr zu bewahren!

Kommt Anfang Mai nach Minas Tirith, von wo aus die Expedition ein weiteres Mal starten soll - eindringlich möchte ich an euch appellieren, Mittelerde die Hilfe nicht zu versagen!

In Vertrauen auf Eure Zusage und in tief verbundener Freundschaft,
Jasper

Datum Ort Unterschrift Stempel





OT: Soll noch einer sagen, ich beuge mich nicht euren Lachanfällen... *kopfschüttel* Aber in dem nachfolgenden Thread wird einer eurer Chars im Titel missbraucht! *droh*
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Legolas

Hüterin der Geschichten

Ban - JBT - Ende April - Minas Tirith [Re: kassiepeia]

"Du könntest mir wenigstens helfen." Noch während er die letzte Zeile in dem Buch, das er auf seinem Schoß liegen hatte, zuende las, spürte Camil jenen Blick seines Vaters auf sich, der auch ohne Worte auszudrücken vermochte, wie verärgert der Mann war. Nach 24 Jahren hatte er jedoch seine Wirkung zumindest auf das Opfer verloren, welches am häufigsten damit gestraft wurde. Camil blickte nur kurz auf, schaute sich an, was sein Vater da gerade tat - er reparierte gerade einen Holzstuhl - und senkte seinen Blick dann wieder gelangweilt auf sein Buch.
"Ich bin sicher, du kommst ohne mich besser klar, Vater", antwortete er nur, bevor er sich wieder in sein Buch vertiefte. Aber nicht für lange. Denn kaum, dass er die ersten drei Wörter des nächsten Satzes gelesen hatte, riss ihm jemand das Buch aus der Hand, und Camil war nicht überrascht, beim nächsten Aufblicken in das mittlerweile sogar recht wütend dreinschauende Antlitz seines Vaters zu blicken. "Ach komm schon, du siehst doch, dass ich gerade mit etwas wichtigem beschäftigt bin. "Lesen ist nicht wichtig, Junge. Du bist gebildet genug. Aber arbeiten, das musst du noch lernen." Mit diesen Worten warf er das Buch in die Ecke. Camil aber dachte gar nicht daran, den Worten seines Vaters Folge zu leisten, sondern stand auf und griff nach dem Buch. Aus der anderen Ecke des Raumes hörte er die drohende Stimme seines Vaters, er beschloss jedoch, sie zu ignorieren. Dann wandte er sich ab und ging in seinen eigenen Raum. Und musste feststellen, dass sein Vater ihn noch immer überraschen konnte - er folgte ihm nicht.
Noch nicht. Es dauerte über eine halbe Stunde, bis sich die Tür zu seinem Zimmer recht zügig öffnete. Sein Vater kam herein, und hinter ihm, kaum zu sehen hinter den breiten Schultern des Mannes, seine Mutter. Sie sah etwas verunsichert und nicht besonders glücklich aus. Letzteres war bei seinem Vater genauso, unsicher wirkte er aber keineswegs. "Junge, es reicht", sagte er mit fester Stimme und warf ihm einen Brief auf sein Bett. Er war an seinen vater adressiert, weshalb Camil ihn zurückgeben wollte, die Gebärden seines Vaters ließen ihn jedoch zu dem Entschluss kommen, dass es besser war, den Brief zu lesen.
Als er fertig war, schaute er seinen Vater fragend an. "Was soll das? Willst du damit sagen, du gehst fort? Einfach so? Das kannst du doch nicht machen", sagte er und stand sogar auf. Sein Vater aber lächelte nur, und Camil ahnte fürchterliches. "Du hast recht, das kann ich nicht machen. Darum wirst du gehen." Und mit diesen Worten wandte sich sein Vater wieder ab und verließ mit Camils Mutter den Raum. camil selbst hatte keine Chance, zu widersprechen, und er war sich recht sicher, dass das auch zwecklos gewesen wäre. Auch das hatte er nach so ielen jahren gelernt.


2006 - Ab in die Badewanne!
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Centaurea

Gefährte

Re: Ban - JBT - Ende Februar - Minas Tirith [Re: Legolas]

Vorsichtig schlug Vandra die Augen auf. Na schön, dann hätte sie das letzte Glas eben stehen lassen sollen. Aber nun ließ es sich ohnehin nicht rückgängig machen und solange sie es sich noch leisten konnte, war das doch in Ordnung. Und sie konnte es sich leisten. Neben den fließenden Einnahmen aus ihren nächtlichen Tätigkeiten in fremder Leute Häuser hatte sie doch von ihrer großen Reise vor fünf Jahren gut profitiert, indem sie ihre Erlebnisse und Eindrücke in poetische Verse verpackte und den nach Geschichten von fremden Landen lechzenden Großstädtern verkaufte und vortrug.
Gestern war dann einer der Abende gewesen, an dem sie nichts besseres vorgehabt hatte und dem Schnaps ein wenig zu sehr zugesprochen hatte.
'Das sollte ich mir wirklich abgewöhnen' nahm sie sich nicht zum ersen Mal vor. Sie blieb noch ein Weilchen liegen und stand dann doch auf. Kopfschmerzen hatte sie keine, aber sie fühlte sich irgendwie... krank. Ein Blick aus dem Fenster sagte ihr, dass Mittag bereits ein Stück zurückliegen musste. Nun, sie hatte ohnehin nichts weiter vorgehabt.

Sie ging die Stufen hinunter in den Schankraum des "Einhorns" und wurde sogleich von Beryn begrüßt.
"Guten Morgen, die Dame", verkündete er übertrieben fröhlich und fing sich damit den provozierten bösen Blick Vandras ein. "Wünsche, wohl geruht zu haben?"
"Danke, Beryn" knurrte Vandra und setzte sich an einen Tisch in der Nähe des Tresens. "Bring mir doch bitte nen Krug Wasser, ja?"
"Sicher", grinste Beryn und trat näher, "und während ich dir den hole, kannst du dir das hier ja mal durchlesen." Er legte ihr einen versiegelten Brief auf den Tisch, doch Vandra fiel sofort auf, dass da was nicht stimmte.
"Du hast schon wieder meine Post aufgemacht?!"
"Ach was, 'schon wieder'. Du kriegst doch sonst nie Post!", meinte Beryn grinsend, machte sich dann aber schnell in die Küche auf, als Vandra Anstalten machte, aufzustehen.
Vandra seufzte und öffnete den Brief, dessen Siegel sauber abgelöst und wieder aufgeklebt worden war, und begann zu lesen.

Geändert durch Centaurea (06.01.2006 21:44)

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Cari

Gefährte

Re: Ban - JBT - Ende April - Minas Tirith [Re: Centaurea]

Im Licht einer Kerze saß Indurion an seinem mit Blättern und Schriftrollen überfüllten Schreibtisch und schrieb die Dienstpläne für den nächsten Monat. Das aufgeregte Flattern von Flügeln ließ ihn aufsehen: ein Kauz war auf dem Fenstersims gelandet und begehrte nun Einlaß. Er legte mit einem leisen Seufzen die Schreibfeder beiseite, zog einen seiner ledernen Handschuhe und öffnete das Fenster. "Hallo Roval", sanft streichelte er dem Kauz durchs Gefieder, "du bist aber früh zurück heute Nacht, mein Freund." Indurion ließ das Tier auf seinen Handschuh steigen und trug ihn zu einer Stange neben dem Schreibtisch. "Ich habe heute Nacht noch viel zu tun" erklärte er dem Kauz, der von der Stange herab neugierig die Blätter auf dem Schreibtisch zu lesen schien, "noch sehr viel. Wir werden nämlich eine Reise machen. Das wird dir bestimmt gefallen. Wir werden ganz vielen Bäumen vorbeikommen und du kannst Jagen so viel du willst."
Genau wie er selbst. Diesmal würde er Drâp kriegen. Oder zumindest ihm einen schweren Schlag versetzen. Wenn man den in den letzten Jahren aufgetauchten Gerüchten Glauben schenkte, dann wollte er dieses Buch mehr als andere haben. Und er würde es ihm vor der Nase wegschnappen. Und wenn der Rest vom Abschaum erst einmal sah, dass Drâp nicht unbesiegbar war, würde nichts mehr seinen Fall aufhalten können.
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ValaCo-Moderator

Andorianische Ratte

Re: Ban - JBT - Ende Februar - Minas Tirith [Re: Cari]

Alrik saß an seinemn bevorzugten Platz nahe der Stadtmauer des vierten Ringes auf einem wackligen Stuhl und betrachtete das Treiben auf der Straße. In seiner Hand raschelte ein Brief, der alle Aufmerksamkeit Quins besaß. Sie hockte neben ihm, eine Hand auf das Straßenpflaster gestützt.
"Warum wurdest du ausgewählt?" fragte sie neugierig. Alrik räusperte sich, und ihm war deutlich anzumerken, wie stolz er war, daß der ehrenwerte Bannain nach seinen Diensten verlangte.
"Sie brauchen Leute, die mit Waffen umgehen können."
"Du triffst keinen Ochsen aus sechs Fuß Entfernung", erwiderte Quin geringschätzig und duckte sich wieselflink unter einem Schlag weg. Zwei Schritt außerhalb Alriks Reichweite setzte sie sich bequem hin, wähend er sie belehrte: "Es gibt vielerlei Waffen, meine ist diese hier", er tippte sich gegen den Kopf.
"Oh bitte, bitte, kann ich nicht mitkommen?" fragte sie mit leuchtenden Augen und biß dabei auf ihrem Zeigefinger herum.
"Ich kann sehr gut mit meinen Dolchen umgehen, ich kann kochen, ich kann auf deine sachen aufpassen..."
"Nein, du ist viel zu jung für eine solche Reise", widersprach Arik."
"Brand ist erst vierzehn und Wächter auf der Mauer."
Alrik schnaubte. "Kind bleibt Kind, und das sichere Minas Tirith ist etwas anderes als die Wildnis."
"Ich habe keine Angst."
"Oh, das glaube ich auch nicht, kleine Quin, aber ich werde dich nicht brauchen und ohne Begleitung reisen. Die Expedition wird groß genug sein."
"Du weißt doch, daß ich raus aus dieser verfluchten Stadt will. Aber ich will keiner dieser Käfer draußen auf dem Pelennor sein, die nur rackern und schuften, aber nichts dafür bekommen."
"Diese Sängerin, Vandra, sie hat dir diese Flausen in den Kopf gesetzt, nicht?"
"Sie war nur vier Jahre älter als ich, als sie auf die Reise gegangen ist. Das ist nichts."
"Das ist genug!"
De Schärfe in Alriks Simme ließ Quin kurz zusmamenzucken, dann aber richtete sie wieder ihren Blick entschlossen auf ihren Mentor.
Dieser seufzte leise. "Sie singt schöne Lieder, das ist wahr, und dir macht so schnell niemand Angst, aber du bist hier geschützt von allem, du weißt nicht, wie es dort draußen zugeht."
"Wie soll ich es denn anders erfahren?"
"Nicht so. Du wirst auf mein Haus achtgeben, Quin, solange ich fort bin."
Er richtete sich auf und ging über die Straße, um in seinem Haus zu verschwinden. Quin trug ihm den Stuhl nach, tief in Gedanken versunken.
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Centaurea

Gefährte

Re: Ban - JBT - Ende Februar - Minas Tirith [Re: Vala]

"Jasper!", las Vandra ungläubig, aber erfreut. Sie hatte den Brief bereits zwei Mal gelesen, als Beryn mit dem Wasserkrug und einem Becher hereinkam.
"Das... das ist... hu." keuchte sie erneut. "Aber warum ausgerechnet ich?! Ich meine... es wird doch genügend Männer und... Krieger geben, die für so etwas geeigneter wären..." Damals hatte noch niemand geglaubt, dass die Expedition so gefährlich werden würde. Es waren letztendlich so viele dabei gestorben und Vandra hatte sich oft gewünscht, dass sie ein Schwert besser schwingen könnte.
"Na, immerhin kannst du schon mal saufen wie ein Pirat..."
"Beryn!"
Der Wirt zuckte die Schultern. "Vielleicht weiß er, dass er dir vertrauen kann? Er weiß nicht, dass du..."
"Bardin bist, ja, soweit weiß er's." erwiderte Vandra leicht lächelnd. Einerseits fand sie es schade, dass sie ihrem zuletzt einzigen Gefährten nie alles gesagt hatte, aber andererseits - er war viel zu tief in seiner Umgebung verwurzelt als dass er das hätte akzeptieren können. Dass er es nicht wusste, war bestimmt auch viel besser für ihn, redete sie sich zumindest ein.
"Und, was meinst du? Soll ich?"
"Da fragst du noch! Du musst dringend hier raus! Du brauchst eine Luftveränderung!"
Sie überlegte noch einen Atemzug lang und meinte dann:
"Du hast Recht. Aber..." sie zupfte an ihrer alten Bluse "so kann ich unmöglich gehen. Ich habe... ich muss... ich sollte mir was neues schneidern lassen. Mit einer Lederweste. Und ne Lederhose. Und ich brauche einen Rucksack und Vorräte und... Oh, Beryn, er wird mich wieder als Köchin einstellen wollen! Nicht, dass mich das sehr stört, das nimmt die geringste Zeit in Anspruch aber... ich... ich kann keinen Deut besser kochen als damals... du musst mir das beibringen! Und dann werde ich sicher ein Pferd brauchen und-" Ihr Redeschwall wurde von Beryns Lachen unterbrochen.
"Ganz ruhig! Du hast noch über zwei Monate Zeit!"
"Ja. Und ich werde keine Minute verlieren!" sagte sie entschlossen, nahm noch einen großen Schluck Wasser, stand dann auf und ging zur Tür.
"Wohin des Wegs?"
Sie drehte sich noch einmal um und erwiderte in einem Tonfall, als habe er sie soeben nach ihrem Namen gefragt: "Zur Schneiderin."
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Dúnedan

Sturmkrähe

Re: Ban - JBT - Mitte April - unterwegs [Re: Vala]

Sûlon verbrachte nun schon fast acht Wochen an einem kleinen See und das erste Mal seit Jahren hielt es ihn länger als ein paar Tage an einem Ort. Auch wenn er mittlerweile das fünfte Jahr alleine lebte - das Leben in der Wildnis war noch immer das, wonach er sich sehnte.

Zwar dachte Sûlon immer seltener an diese Zeit zurück, als er einer Expedition auf Auftrag Bannains gefolgt war, doch der Verlust von Tawatari schmerzte noch sehr. Nachdem er die Expedition kurz vor ihrem Ende verlassen hatte, machte er sich auf die Suche nach dem Volk der Tavari. Und Tawatari hatte zu Lebzeiten recht gehabt: Es gab nur noch sehr wenige von ihnen und sie waren sehr schwer in den Wäldern zu finden. Zu Sûlon Überraschung gewährten sie ihm, eine Weile bei ihnen zu bleiben und sich von den Strapazen der Reise zu erholen. Jeden Abend erzählte er ihnen ein Stück mehr von all dem, was Tawatari und er erlebt hatten. Auch in ihrem Volk wurde die junge Tavari schmerzlich vermisst, doch hegten sie keinerlei Groll gegen Sûlon, als er die Nachricht ihres Todes überbrachte. Eher wollten sie verstehen, wie es Tawatari so weit entfernt von ihrem eigenen Volk ergangen war und was die Umstände dafür waren, dass so ein reines Wesen sterben musste.

Die ersten wärmeren Frühlingstage waren ins Land gezogen und eines Morgens zog es Sûlon zur Jagd - von irgendetwas musste schließlich auch er leben. Fast lautlos verschwand er zwischen den dicht beieinander stehenden Bäumen und war nur noch wenige Meter fand der idealen Wurfdistanz eines Messers entfernt. Unruhig spielte er mit der Waffen zwischen seinen Fingern umher und ließ die Rehkuh nicht aus den Augen. Er spürte, wie es ihm das Herz zusammenzog, als er sie so betrachtete. Seit Tawataris Tod fiel es ihm immer schwerer, ein Tier zu töten, da sie immer so liebevoll mit ihnen umgegangen war und die Tiere besser verstand, als manch anderer. Somit bestand Sûlons Abendbrot immer seltener aus Fleisch.

Gerade als er das Messer wieder zurückstecken wollte, zerriss das schrille Wiehern von Leya, Sûlons Pferd, die Luft. Die Rehkuh flüchtete mit schnellen Sprüngen.
"Was zum Henker.." fluchte der Waldläufer und eilte rasch zurück zum Lager. Jemand muss in der Nähe sein, sonst würde Leya nicht so panisch werden.. schoss es ihm durch den Kopf, als er sein Schwert zog und seine Schritte am Rand des Lagers verlangsamte. Ein junger Bursche hatte Mühe sein Pferd unter Kontrolle zu halten, da Leyas Wiehern dieses sichtlich nervös machte.
"Aber ich beruhig dich doch! Ich will doch gar nichts von dir!" Unsicher sah der Junge durchs Lager als würde er etwas suchen. "Sie wird sich erst wieder beruhigen, wenn du verschwunden bist." Sûlon trat zwischen den Büschen hervor und musterte den Jungen grimmig, der auf seinem Pferd immer kleiner wurde. Noch immer hielt er sein Schwert in der Hand, wobei er daran zweifelte, ob er es überhaupt gebrauchen würde. Der Junge machte nicht den Eindruck, als wäre hier, um jemanden anzugreifen. Sanft tätschelte Sûlon Leyas Hals und redete leise auf zu ein.
"Du bist ja immer noch hier.." raunte er und sah über die Schulter hinweg zu den Jungen, der keinerlei Anstalten machte, zu verschwinden. Für einen Moment betrachtete Sûlon ihn sich genauer an. Der Bursche schien nicht aus der Gegend zu sein, denn die Kleider waren zu vornehm und in einem Umkreis von vielen Meilen gab es keine größeren Städte, aus denen er hätte stammen können. Somit war er wohl weiter gereist, denn er war auch von Wind und Wetter gezeichnet.
"Ich.. ich bin ein Bote." nuschelte der Junge und Sûlon zog die Augenbrauen hoch. "Achja.. und was bringst du mir?" Sûlon war sich eigentlich recht sicher, dass der Junge dort nicht nur ein Bote war, sondern auch einer, der etwas zu überbringen hatte, denn sonst wäre er wahrscheinlich schon längst wieder verschwunden. Umständlich kramte der Junge in seiner Ledertasche und zog einen versiegelten Umschlag hervor. Sûlon runzelte die Stirn als er den Brief entgegen nahm. Wer würde was von ihm wollen? Doch als er das Siegel sah und die ersten Sätze des Briefes las, dämmerte es ihm. Ungläubig schüttelte Sûlon den Kopf. Das kann doch alles einfach nicht wahr sein.. Seine Gedanken drehte sich im Kreis während er ungläubig auf den Namen desjenigen starrte, der diesen Brief geschrieben hatte. "Jasper, du überrascht mich selbst jetzt noch immer wieder.." sagte er mehr zu sich selbst. Schweigend steckte er den Brief zurück in den Umschlag. "Ich.. ähmm.. geh dann mal..?" meinte der Junge unsicher, den Sûlon schon ganz vergessen hatte. "Nein, du bleibst. Morgen reiten wir zusammen nach Minas Tirith." Und Sûlons Worte ließen an dieser Entscheidung keine Widerrede zu. Ängstlich stieg der Junge von seinem Pferd ab und wusste gar nicht, wie ihm geschah. "Du brauchst keine Angst zu haben.." murrte der Waldläufer und versuchte, etwas freundlicher zu gucken, was ihm aber wahrscheinlich nicht gelang. "Schlag dein Zelt dort drüber auf und mach es dir bequem. Aber halt dich von ihr fern." Mit einem Nicken deutete Sûlon auf sein Pferd, was den fremden Vierbeiner missmutig beäugte. "Vor Sonnenaufgang reiten wir los."
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Lexa

Plug-in Baby

Re: Ban - JBT - Ende April - irgendwo in einem Wald [Re: Dúnedan]

Da saß sie also. Geknebelt in einer Ecke, auf dem harten Holzboden, im Mund ein grässlich schmeckendes und noch übler riechendes Stück Stoff. Zwar loderte das Feuer im Kamin, doch die Wärme schien sich überall in der Hütte zu verteilen, nur in ihre Ecke drang sie nicht. Dafür aber der kalte Wind, der durch die Ritzen der Bretter zog. Irgendwann hatte es ja so kommen müssen, es war nur eine Frage der Zeit gewesen. Die Männer spielten unweit von ihr am Tisch Karten. Dazu soffen sie krugweise Bier, stopften sich gefräßig Brot in den Mund und hier und da lachte einer der vier amüsiert auf. Sie stanken. Allesamt. Genau wie dieser Fetzen zwischen ihren Zähnen. Erfolgreich unterdrückte sie den aufkommenden Brechreiz, aber wenn sie ehrlich war, hatte sie schon weit aus widerlicheres im Mund gehabt.
Leise schnaufend lehnte sie sich zurück. Gab man ihr nicht bald etwas zu essen, hatte man nicht mehr viel von ihr und das lag wohl kaum in der Absicht dieser stinkenden Kerle. Ihre Beobachtungen ließen den Schluss zu, dass die Männer sich kaum von Tieren unterschieden. Sogleich nahm sie ihre Meinung zurück, denn selbst ein Hammel stank nicht so abscheulich. Und hatte mehr Zähne. Von Zeit zu Zeit warf man Aislin einen Blick zu. Manchmal nur ein kurzer, um zu sehen ob sie noch am gleichen Platz saß, manchmal aber war es auch ein schmieriges Grinsen und man zeigte ihr fast schon stolz die drei, noch übrig gebliebenen Zähne vom Gebiss.
Sie war nicht geschickt genug gewesen, deshalb saß sie hier. Auf alle Fälle hätte sie vorsichtiger sein sollen, aber oft konnte sie ihre Gier kaum zügeln, denn glänzende Münzen besaßen eine unheimliche Anziehungskraft auf sie. Nur dumm, dass sie nun gar nichts mehr hatte, außer die Kleider, die sie trug. Und niemand würde sie auch nur ansatzweise vermissen. Aislin versuchte sich irgendwie bei diesem Gedanken traurig zu fühlen, aber sie spürte absolut nichts. Würde sie denn jemanden vermissen? Wohl kaum. Nicht einmal Karan, der ihr hin und wieder aus was-auch-immer-für-welchen-Ärger geholfen hatte. Dafür hatte er mit ihr schlafen dürfen. Sie war seine erste Frau. Und würde wahrscheinlich auch seine einzige bleiben. Armer Karan. Ein herzensguter Mensch, nur naiv und wenn man länger als einen halben Tag mit ihm verbrachte, hatte man das dringende Bedürfnis gehabt, ihm ein Fass kaltes Wasser überzuziehen.
Aislin grinste bei diesem Gedanken. "Denkst wohl an mich, was, Kleine?" witzelte einer der Männer, fast glatzköpfig, aber noch fast alle Zähne, in ihre Richtung und zwinkerte ihr zu. Aislins Miene blieb unberührt. Natürlich saß ihr ein bissiger Kommentar auf den Lippen, aber leider steckte da ja noch immer dieser Stoff in ihrem Mund. Der Kerl widmete sich wieder dem Kartenspiel.
Aislin dachte sogar an alle vier der Männer.... und wie sie jedem einzelnen genüsslich die Zunge abschnitt.
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Ashra

Gefährte

Re: Ban - JBT - Ende April - irgendwo in einem Wald [Re: Lexa]

Wachsam ritt er durch den Wald, weit entfernt von den Hauptwegen und sah sich suchend um. 'Irgendwo müssen sie eine Spur hinterlassen haben.' Er würde sie schon finden und diese elende Hure mit ihnen. Maethor schnaubte leise und Dawrang streichelte beruhigend sein schwarzes Fell. Dann brachte er ihn zum Stehen und stieg ab. Der Boden vor ihm war aufgewühlt und er fand abgeknickte Äste in Reiterhöhe. 'Na also.' Ein zufriedenes Lächeln glitt kurz über sein Gesicht und seine grünen Augen wurden kalt. Die Spur kam von links und ging tiefer in den Wald hinein. Dawrang stieg wieder auf Maethor, befahl Kruty jedoch zuvor neben ihnen zu bleiben, was mehr oder weniger gelang.
Es dauerte eine ganze Weile, bis er wieder abstieg und den schwarzen Hengst an einem Baum festband. Dann schliech er sich durch das Unterholz, bis er von weitem eine baufällige Hütte aus Holz sehen konnte. Kruty wollte bereits darauf zurennen, doch er hielt den Hund fest. "Keine Sorge, wir haben Zeit." Sein Blick galt den Pferden, die vor der Hütte festgebunden waren. Vier Stück, wahrscheinlich eins für jedes Drecksschwein. Erneut strich er Kruty durchs Fell. "Wir warten bis es dunkel wird." Das würde nicht mehr all zu lange dauern und seine Chancen würden sich erheblich verbessern bei einem Überraschungsangriff. Seit Tagen war er auf der Suche nach ihnen, da würde er die zwei Stunden auch noch warten können.
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Lexa

Plug-in Baby

Re: Ban - JBT - Ende April - irgendwo in einem Wald [Re: Ashra]

Alle vier waren bei Anbruch der Nacht bereits sturzbetrunken und dennoch soffen sie weiter, als würden sie Wasser in sich hinein schütten. Sie rülpsten und furzten fast ununterbrochen, wenigstens aber ihr Geschäft vollführten sie nicht in der Hütte. Als Aislin das nächste mal zum Tisch sah, saßen nur noch drei der Männer da. Der andere... war sich wohl erleichtern, denn das Bier drückte ihnen mächtig auf die Blase. Bei ihr gab es feste Zeiten, wenn sie hinaus durfte und unter den Blicke des Aufpassers, selbst ihre Notdurft verrichten konnte. Wahrscheinlich hatte man sie aber im Moment vollkommen vergessen. Vielleicht hatte sie dieses mal wieder Glück und der, der sich gerade mit ihr amüsierte, schlief während dessen ein, so dass sie ihn einfach nur von sich runter schubsen musste, um Ruhe zu haben.
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