[OT: hier folgt eine kleine (?) Coproduktion von Daisy und mir, da wir so sehr auf das RPG hingefiebert haben. .... Da es doch etwas mehr ist, als ich es in erinnerung hatte, hier eine kuzre Zusammenfassung: Dorian und Nishantha haben eine Unterredung mit Jamie. In dieser geht es um die Annahme eines ... nun sagen wir mal Jobs ... da meine beiden abgebrannt sind, nehmen sie an. ... Bald erfahren wir mehr
EDIT: Da ich zu blond war um das mit dem Anhang hinzukriegen, hat regenkind nun eine bessere Idee gehabt Hier also der Auslagerungs thread
"Gesundheit" Jamie war dabei seine Gläser zu spülen, als die zwei Gestalten zur Tür hereingekommen waren. Er bemerkte immer, wenn jemand kam oder ging, das war seine Aufgabe, weshalb er sich auch äußerst selten von seinem Platz am Tresen begab und wenn, dann kontrollierte er bei seiner Rückkehr zuerst, ob noch alle da waren oder jemand neues hinzu gekommen war. Man musste schließlich wissen, wer bei einem zu Gast war, vor allem aber, wer davon hier nicht unbedingt gerne gesehen war. Diese zwei hier hatte er jedenfalls noch nie gesehen, Fremde, ganz eindeutig, man sah es schon an ihrer Kleidung und der Tatsache, dass sie nicht wussten, wer er war. Ja, vielen taten so, als wüssten sie das nicht, aber direkt vor ihm zu stehen und nach ihm zu fragen... nein, das taten nur Fremde "Was wollt ihr denn von Jamie?" fragte er an den größeren der beiden gewandt, den ohne Schnupfen
„Hatzi, danke.“ krächzte Nishantha und überließ das Reden dann doch eher Dorian. Dieser musterte den Mann hinter dem Tresen und etwas an dessen Ausstrahlung verriet ihm, dass man sich besser keinen Ärger mit ihm einhandelte. Sein Blick wirkte ruhig und seine Narben zeugten davon, dass er einer Auseinandersetzung auch nicht aus dem Wege ging, wenn seine Autorität einmal nicht ausreichen sollte. „Zunächst … vielleicht einfach nur einen Krug Starkbier, für mich und meinen Freund hier.“ erbat Dorian und legte den Preis dafür äußerst großzügig in Münzen auf den Tresen. Eigentlich konnte er sich diese Großzügigkeit gar nicht leisten und noch wusste er auch nicht, ob dieser Mann, wie nahe auch immer er diesem Jamie stand, überhaupt irgendetwas wusste, was dieses Geld wert war. Aber er musste es versuchen.
"Einen für euch beide?" fragte er, während er weiter das Glas in seiner Hand abtrocknete und auf das Geld auf dem Tresen hinabschielte. Das reichte durchaus auch für drei Krüge, aber das würde er schön für sich behalten, es gab in dieser Kneipe kein Wechselgeld... nicht für Fremde jedenfalls. Er musterte die zwei unauffällig, wie er es gewohnt war, stellte das Glas zur Seite und nahm sich ein noch nasses, um es ebenfalls langsam und ein bisschen liebevoll abzutrocknen. Junge Burschen, im Vergleich zu ihm. Er fragte sich, was sie wohl hier wollten, was sie vor allem von ihm wollten. Nun, aber vermutlich das, was die meisten wollten, einen Job... oder sie suchten irgendjemanden und waren bereit einiges dafür auf den Tisch zu legen. Für das Bier waren sie es jedenfalls gewesen.
„Einen kleinen Krug für meinen kleinen Freund und einen großen Krug für mich.“ grinste Dorian und fing dafür einen bissigen Blick und einen vor sich hin gemurmelten Fluch von seinem Begleiter auf. Der Schankwirt wirkte ruhig und überlegt und vielleicht wusste er mehr als es auf den ersten Blick den Anschein machte. Dorian merkte, wie er sie abschätzte, andererseits hatten sie nicht zu verbergen. Nishantha hoffte als Pferdejunge eine Arbeit zu bekommen und er möglichst als Heiler. Genaugenommen aber war Dorian schon so abgebrannt, dass er auch alles andere annehmen würde. „Kenn ihr euch denn hier aus? … Wir brauchen ein paar Informationen.“ fragte Dorian mutig weiter. Zeit war schließlich auch Geld.
"Nein, ich stehe nur alle paar Jahre mal hier hinterm Tresen" erwiderte er trocken und schob den Klumpen Kautabak im Mund von einer Seite zur anderen. Ob er sich hier auskannte... was für eine dumme Frage. Fremde eben. Er zuckte die Schultern, stellte das saubere Glas zur Seite, legte das Trockentuch daneben und wandte sich ab, um den beiden zu bringen, was sie wollten. "Welche Informationen?" fragte er, während er die Krüge füllte und sich nicht einmal zu den beiden Gestalten umdrehte
Komischer Kauz, dachte sich Dorian, als der Schankwirt seine trockenen Kommentare abgab und mit dem Rücken zu ihnen sprach. „Dachte ich mir gleich, sonst würdet ihr die Leute ansehen, wenn sie mit euch reden.“ nickte er deshalb. Mag sein, dass das falsche Wort zur falschen Zeit war. Dorian hasste es Zeit für Nichtigkeiten zu verplempern, wenn man doch auch gleich auf den Punkt kommen konnte. Allmählich bekam er wirklich Durst in dieser vom Rauch geschwängerten Luft in Jamie´s Eck. „Wir suchen Arbeit … aber nicht irgendeine.“ Murmelte Dorian vor sich hin, denn diesen Spruch hörte der Klappenträger sicherlich mehrmals am Tag.
"Ach, würde man das?" fragte er, noch immer ohne sich umzudrehen und stellte den ersten, kleineren Krug zur Seite, um sich dem nächsten zuzuwenden "Deshalb ist es hier so leer... hab mich schon gewundert" es war alles andere als leer. Hier drin war es niemals leer, drei viertel der Gäste waren regelmäßig hier, was bedeutete, mehr als dreimal die Woche, der Rest kam nur unwesentlich unregelmäßiger. Er ließ sich Zeit mit dem Bier, sagte nichts mehr, während er den zweiten Krug füllte und drehte sich dann sehr gemächlich um, ehe er die Krüge vor den beiden Fremden abstellte und sie eine Weile schweigen ansah. "Arbeit" meinte er dann irgendwann und nickte wissend "Ja, Arbeit ist gut, nicht wahr?" er nahm das Geld von der Theke, ließ es in seine Kasse unter dem Tresen klimpern und wandte den Blick dabei kein einziges Mal von dem Fremden, mit dem er bislang gesprochen hatte "Sah eben nicht so aus, als wäre es dringend"
Dorian runzelte die Stirn. Was meinte der Schankwirt nur damit? Glaubte dieser, es sei nicht dringend, weil er ihn großzügig bezahlte. Dann war dieser Versuch seinerseits wohl nach hinten los gegangen. Während Dorian noch nachgrübelte nieste es neben sich und dann … ergriff Nishantha das Wort. „Ihr seid, dieser Jamie, nicht wahr?“ fragte der Bengel mit scharfen Verstand. Aber die Ruhe die dieser Wirt ausstrahlte, die Art, wie er selbstsicher redete und seinen Blick über die Gäste schweifen ließ, ließ ihn weniger wie einen einfachen Schankwirt wirken, sondern wie einen Wolf, der über sein Rudel wachte. Auf der Hut, wissend. Er kannte sich hier aus, niemand würde ohne sein Wissen kommen oder gehen und schon gar kein Zechpreller. Nishanthas wache Augen sahen den Wirt an „Hatziii.“ Machte es dennoch erneut und eilig putzte er sich die Nase, um dann einen kräftigen Schluck vom Bier zu nehmen und ihn wieder abwartend anzusehen. „Schmeckt gut euer Gebräu.“ lobte er aber zumindest noch das Bier.
"Aufgewecktes Kerlchen" kommentierte Jamie "Gesundheit" folgte gleich darauf und er wandte sich wieder der an den größeren und ganz offensichtlich auch älteren der beiden, da er nicht glaubte, dass der Kleine wirklich mehr zu sagen hatte "Also, ihr zwei sucht Arbeit?" fragte er, ohne darauf eine Antwort zu erwarten "Was glaubt ihr denn, wer euch welche geben will?" weshalb sie dabei ausgerechnet auf ihn kamen musste er nicht fragen, es kamen ständig Leute, die Arbeit suchten
„Ich glaube, jemand, der jemanden sucht, der vertrauenswürdig ist, der sucht genau mich.“ sagte Dorian und es klang lange nicht so überheblich wie man vielleicht hätte meinen können. Seinen Arbeitgebern gegenüber, seinen Patienten gegenüber, war Dorian stets loyal und verschwiegen. Ein Problem waren nur die anderen Vergnügungen des Lebens und damit meinte er gar nicht unbedingt die Frauen. Wenn Dorian jedoch sich seinen Sehnsüchten und Süchten hingab, vergaß er dummerweise jene, denen er so loyal gegenüberstand und es dauerte oft Tage, ehe er sich wieder ihrer erinnerte. Und deshalb … hatte er auch noch keine Arbeit lange gehabt. Diesmal aber sah die Sache etwas anders aus, diesmal stand sein Erbe auf dem Spiel. „Gestatten, Dorian Cavill, Medikus und Apotheker.“ stellte er sich schließlich für und reichte dem Wirt die Hand, in der Hoffnung, dass selbige nicht sogleich zerquetscht wurde. Er hatte zwar keine kleinen, zarten Chirurgenhände, ein Grund übrigens, weshalb er nicht ein solcher geworden war, aber er brauchte seine Hände gewiss noch. „Hatziii.“ machte es neben ihm und Nishantha stellte sich in gleicher Manier vor: „Gestatten, Nishantha, Stallbursche, Laufbursche oder was auch immer ihr sonst gerade brauchen könnt. … Hatziii!“
Jamie" erwiderte Jamie ohne die ihm dargebotene Hand anzunehmen. Er musterte die beiden eingehend, nachdem sie sich vorgestellt hatten und kniff nachdenklich ein Auge zusammen "Medikus und Apotheker... soso.... und loyal" nun, man konnte sich seine Angestellten in Zeiten wie diesen auch nicht immer aussuchen, wie es einem passte... aber ein Medikus, was wohl so etwas wie ein Heiler war, war sicher immer zu gebrauchen, ein loyaler noch dazu... "Heiler?" fragte er dann jedoch mit einem skeptischen Blick auf den kleinen Kerl neben ihm "Da scheint jemand aber noch etwas Übung zu brauchen, was?" der Bursche, Nishantha, wie er jetzt wusste, nieste jedenfalls unablässig... oder er war nicht in seiner Behandlung, was jedoch seltsam wäre, waren die beiden doch ganz offensichtlich zusammen unterwegs "Na und zu mehr bist du wohl auch kaum fähig... so ein halbes Hähnchen" meinte er an Nishantha gewandt, lachte dunkel und sah wieder zu Dorian "Ihr zwei haltet euch also für fähig genug einen Auftrag anzunehmen?"
„Ich hatte eine schwere Kindheit.“ warf Nishantha ein, das zog immer und wer hatte die bitteschön nicht gehabt? Plötzlich hatte der Knirps aber das Gefühl, den Großen ein wenig verteidigen zu müssen, ehe sein augenscheinlicher Schnupfen auf Dorians mangelnde Heilkünste hinwiesen. „Nein, dafür kann er nichts …“ sagte Nishantha und tätschelte gutmütig Dorians Schulter. „Er ist ein sehr guter Medikus. Zumindest so lange es mit Kräutern und Wurzeln zu tun hat und ich das beurteilen kann. Aber für mein Geniese kann er nix. Ich bin allergisch auf… Tabak.“ Klärte Nishantha nun Jamie auf, und schätzte, dass er die Hand deshalb nicht genommen hatte. „Is nich ansteckend.“ Beteuerte der Kleine nochmals. „Ganz recht, ein Medikus ist ein Heil, … mein Schwerpunkt sind allgemeine Krankheiten und das Mischen von Arzneien; Jamie.“ Verkündete Dorian stolz und nickte Nishantha dankbar zu. Eigentlich hatte er geglaubt, den Zwerg hier los zu werden, aber andererseits, es war ein waches Kerlchen. Die beiden jungen Männer sahen sich kurz an und offenbar erkannte Nishantha etwas in Dorians Blick, was auf Zustimmung schließen ließ. Im Brustton der Überzeugung sagte Dorian: „Ganz recht, Jamie, … ich halte und beide sogar für sehr fähig einen Auftrag anzunehmen.“
"Eine schwere Kindheit hatten wir alle" meinte er, lachte aber doch und schob den Kautabak wieder von einer Seite zur anderen "Gegen Tabak, ja? Mhm..." brummte er nachdenklich, schob den Tabak wieder zurück und spuckte neben sich in einen Blecheimer auf dem Boden. So etwas tat man normalerweise nicht vor Gästen, aber die zwei hier waren keine normalen Gäste "Dann solltet ihr mit mir mitkommen... dorthin, wo es nicht so nach Tabak riecht... MOIRA!" rief er dunkel und schallend hinter seiner Frau her, die wenig später motzend die Treppe neben dem Tresen heruntergepoltert kam und ihren Mann dahinter verscheuchte, als wäre er ein Huhn. "Folgt mir" meinte der nur und ließ seine rundliche Frau vorsichtshalber unbeachtet allein zurück, während er vor den zwei Fremden her durch den Schankraum zu einer weiteren Tür ging, die hinab in den Keller und zu den Lagerräumen führte und des weiteren noch in einen anderen Raum. Der wiederum hatte eine weitere Tür, die allerdings nur Jamie kannte und ihn im Zweifelsfall in die Sicherheit der Abwasserkanäle führen würde
Nishantha war regelrecht zusammen gezuckt, als Jamie so inbrünstig nach seiner Frau rief. Himmel, hatte der einen Bass. Während Dorian unbeteiligt dreinblickte, als Jamie seinen Tabak geräuschvoll ausspuckte, verzog Nishantha angeekelt das Gesicht. „Nur in rauchförmiger Form bin ich dagegen allergisch … nicht in … gekauter.“ hörte Dorian das Milchgesicht stammeln und grinste. Sollte dieser Knirps wirklich weiterhin mit ihm reisen, so würde er ihm sicher noch das ein oder andere beibringen müssen. Als Jamie die beiden nun aufforderte mitzukommen blieb Nishantha dicht an Dorians Fersen, doch auch dieser sah sich aufmerksam um, als es in den Keller und dort wiederum in einen fensterlosen Raum. Wie ein Lagerraum wirkte das hier allerdings nicht. Dorian ließ seine Taschen sacken und sah sich mit nun eher angespannter Mine um. Was wenn der Wirt sie hier nun einsperren und ausrauben, oder gar noch schlimmeres vorhatte? Unbewusst legte sich seine Hand auf den Knauf des Degens, während er ansonsten versuchte eine betont unbeteiligte Mine zum Spiel zu machen. Nishantha hingegen wirkte unruhig, kaute auf seiner Lippe und sah immer wieder zur Tür in seinem Rücken. „Nun, um was geht es?“ fragte Dorian schließlich, denn das was Jamie zu sagen hatte, war offenbar nicht für andere Ohren bestimmt.
Jamie deutete auf einen der acht Stühle, die um einen schweren, runden Holztisch herumstanden, um die beiden aufzufordern sich zu setzen und machte es sich selbst auf einem davon bequem "Um was es geht?" fragte er und lachte leise "Sagt ihr mir das... jemand hat euch geschickt, wer war das? Und was hat er euch gesagt" er sagte selbst kein Wort, ehe er nicht einige Dinge wusste. Das Leben in dieser Stadt hatte ihn gelehrt vorsichtig zu sein, sehr vorsichtig, und man wusste besser so viel wie möglich über die Menschen, die man traf, und diese so wenig wie möglich von einem selbst. Aber sie mussten von ihm gar nichts weiter wissen, außer dass er die Aufträge verteilte
Dorian versuchte sich ein Bild von der Situation zu machen, in der sie sich befanden. Großer, schwerer Mann, mit Augenklappe, Narben und ein Gesicht welches schon alle Wetter und Unwetter gesehen hatte. Ärger, und das wusste Dorian mit Bestimmtheit, wollte er mit Jamie nicht haben. „Also schön.“ Begann er und sah zu Nishantha. Sie hatten es verpasst sich auf eine Situation wie diese vorbereitet und abzusprechen, folglich musste er nun bei der Wahrheit bleiben und wusste nicht, ob das nun gut oder schlecht war. „Wir sind beide aus Senodan … ich arbeitete dort als Heiler, er als Stallbursche. Von einem Typ den alle nur Goldzahn nennen, bekamen wir den Hinweis, dass ihr hier vertrauensvolle Leute für einen Auftrag sucht … nun und hier bin ich.“ Erklärte Dorian und lehnte sich etwas zurück. Er hoffte, dass Jamie nun nicht einen wahren oder weiteren Namen von Goldzahn als Beweis forderte, denn Dorian kannte keinen. Auch das dieser Mann mit dem goldenen Eckzahn im Untergrund verkehrte, erwähnte er nicht. Wenn Jamie ihn kannte, dann wusste er das ohnehin.
Goldzahn also... den kannte er allerdings und er hatte ihm schon des öfteren die richtigen Leute geschickt. Ob er sich bei diesen hier vertan hatte, wusste er zwar nicht, aber das hatte er bisher nie gewusst und enttäuscht worden war er nie. "Heiler und Pferdebursche... und ihr wollt zusammenbleiben nehme ich an" was nun einiges bedeuten konnte, aber Spekulationen darüber unterließ er sicherheitshalber "Und ihr glaube wirklich loyal zu sein? Und ihr seid bereit einen Auftrag anzunehmen, der... mit keinem anderen vergleichbar ist? Der vielleicht sogar gefährlicher ist? Sehr gefährlich... und was ihr damit auslösen könntet, wagt ihr möglicherweise nicht einmal zu träumen" er durfte ihnen nicht zuviel sagen, und doch genug, dass sie bereit waren zuzustimmen, oder eben abzulehnen
„Naaajaaaa, also um genau zu sein, wir müssen nicht zwingend zusammenbleiden.“ erklärte Dorian und lehnte gestikulierend wieder nach vorne. Himmel, wie sich das anhörte, da konnte man ja sonst was denken. „Wisst ihr, Jamie, … eigentlich ist er mir zugelaufen, auf der Straße und seither, … nun Nishantha wollte schlichtweg mitkommen.“ Fügte Dorian noch an und war sich tatsächlich nicht schlüssig was ihm lieber wäre, ein Auftrag mit oder ohne den Milchbart. „Zugelaufen???“ schaltete sich Nishantha nun aber ein und der Tonfall klang diesmal gar nicht nett bei dem Burschen. „Na ich glaube, das war ein wenig anders … er lag nämlich bewusstlos im Staub … sein Pferd hab ich ihm wieder gebracht und ihn aufgelesen.“ Erläuterte Nishantha seine Wahrheit. Ein Blick Dorians aber genügte um den Jungen zum Schweigen zu bekommen, dass kapierte nämlich sogar der Knirps, dass sie sich damit den Auftrag verbauten, wenn sie sich nun auch noch vor Jamie stritten. Dorian räusperte sich und sah wieder zu Jamie. Dessen Worte klangen wenig verheißungsvoll und er überlegte sich seine Antwort gut. „Jamie, … ich habe gründlich darüber nachgedacht und ich habe meine Gründe mit einer Aufgabe zu stellen, die eine Herausforderung bietet. Die Gefahr schreckt mich nicht, sie macht mich aber vorsichtig. Von welchem möglichen Auslöser jedoch sprecht ihr?“ hakte er ernsthaft nach. Milchbart schwieg nun … glücklicherweise.
Jamie sah die beiden zweifelnd an, als die anfingen vor ihm zu diskutieren wer wem wieso zugelaufen war oder auch nicht. Er saß auf seinem Stuhl, gemütlich zurückgelehnt und pulte mit der Zunge den Rest des Tabaks aus seinen Zähnen, während er die beiden beobachtete und sich seinen Teil dachte. Man konnte nicht ewig suchen... und er gleich gar nicht, er hatte nur noch einen Tag und erst einen der mitkommen würde. Einer reichte aber nicht... drei wären gut, sehr gut... ein Heiler war noch besser, ein Stallbursche... oder Laufbursche... nun, man konnte sie gebrauchen. Er war klein, unscheinbar, niemand würde auf ihn achten. Nur ein bisschen laut... sie beide, der eine mehr, der andere weniger. Aber schlechte Kerle sicher nicht. Nur ob sie loyal genug waren? Scott hatte gesagt er wolle eine Gruppe, die so sicher ist, wie keine andere... aber er würde sie schon dazu bringen den Mund zu halten und nichts auffliegen zu lassen... wie, das wusste er nicht... oder ob er es nicht nur so daher gesagt hatte. "Das kann ich euch nicht sagen... ich bin nicht der Auftraggeber, nur der Vermittler" er zuckte leicht die Schultern und wägte noch einmal genau ab, was für und gegen die zwei sprach... für sie sprach eindeutig die Zeit, aber er hatte auch nicht viel gehabt die richtigen Leute zu finden "Es hängt mit dieser Welt zusammen... es ist etwas großes, versteht ihr... wenn ihr euch zu klein für etwas großes haltet, dann lasst es... wenn ihr diesem Reich und der Krone zugetan seid, dann rate ich euch sogar die Stadt augenblicklich zu verlassen, denn ich werde andernfalls dafür sorgen, dass ihr sie zumindest nicht lebend verlassen werdet... wenn ihr glaubt, dass in dieser Welt etwas schief läuft... dann sagt ja"
So, und diesmal herrschte augenblickliches Schweigen … selbst eine Stecknadel hätte man fallen hören. Dorian hoffte für den Milchbart, dass er Jahre genug zählte um zu wissen, wann man die vorlaute Klappe hielt. Natürlich wusste er, dass in dieser Welt etwas gewaltig schief lief und das nicht erst seit der Schlacht vor viere Jahren. Die Machtkämpfe dauerten schon viel länger an, so lange er denken konnte eigentlich und er hatte noch andere Gründe … aber wenn er etwas gelernt hatte, dann das man es nicht laut aussprach, wenn man gegen das Königshaus war. Im Grunde war es ohnehin jeder, aber was, wenn das Königshaus selbst Fallen wie diese hier stellte um die Bevölkerung auszuhorchen und Exempel zu statuieren. Vertrauen jedenfalls hatte Dorian keines in das Herrscherhaus. Dorians blaue Augen fixierten Jamie und er versuchte abzuwägen, wie groß die Gefahr war, in der er sich befand. Aber Jamie wirkte genauso vorsichtig und überlegt, wie Dorian … sprach er die Wahrheit? Wie ein Patriot hörte er sich schon fast ein … ein rebellischer Patriot. Zwar litt Dorian nicht gerade an Selbstüberschätzung und auch an Heldentum hatte er noch nicht gedacht und doch lagen ihm die Worte seines Großvaters im Ohr und das damit verbundene Druckmittel auf sein Erbe. Seinem alten Herrn würde das hier zweifelsohne zusagen, Schade, dass der nicht hier war. Möglicherweise hätte Jamie ihm die Loyalität noch viel ehr abgenommen. „Ich bin vorsichtig mit meiner Antwort…“ begann Dorian zögerlich. „Denn ich kenne euch nicht und ihr mich nicht … wenn wir auf einer Seite stehen, dann versteht ihr auch meine Vorsicht. … Aber, so viel will ich sagen, ich bin dieser Krone nicht zugetan, in keinster Weise.“ Sagte er langsam, deutlich und nahm den Blick dabei nicht von Jamie. Zum einen, weil er keine Reaktion verpassen wollte und zum anderen, um Jamie zu zeigen, dass er nichts verbarg. „Da ich aber nicht vom Heldenmut alleine leben kann, gestattet mir die Frage, was euer Auftraggeber bereit ist zu zahlen. Meine Loyalität verschenke ich gern, wenn ich damit etwas für unser Land tun kann, doch mein Magen braucht etwas Handfestes.“ Meinte er mit einem Lächeln. Angespannt war die Situation schon so genug.
Allmählich gefiel ihm der Bursche. Jamie glaubte ihm aufs Wort, dass er nichts von der Krone hielt, das tat kaum jemand und soweit er wusste, war die Lage in Senodan nicht ganz so schlimm, wie hier, so dass die zwei möglicherweise zu alldem auch noch einen kleinen Schock erlitten hatten, was ihnen den König sicher nicht sympathischer machte. Dorians Worte hatten ehrlich geklungen und Jamie glaubte unterscheiden zu können, wann jemand log und wann nicht. Zumindest bei zwei halbwüchsigen wie denen hier. "Ihr zwei müsst euch um die Bezahlung keine Gedanken machen... solltet ihr den Auftrag überleben werdet ihr euch die nächsten zwanzig Jahre keine Gedanken mehr machen müssen... wenn ihr geschickt mit Geld umgehen könnt auch den Rest eures Lebens nicht mehr. Es gibt Menschen... die würden alles dafür geben die derzeitigen Herrscher fallen zu sehen und Geld ist dabei das kleinste Problem. Es ist so..." begann er dann noch einmal von neuem den beiden etwas deutlicher zu machen, worum es ging "Ich weiß nicht sehr viel über diesen Auftrag, aber ich vertraue dem Mann, der wiederum bei mir in Auftrag gab Männer dafür zu suchen, voll und ganz. Es ist eine schwierige Sache... eine gefährliche vor allem. Und eine ungewisse... niemand weiß, wohin euch diese Reise führen wird und niemand weiß, wie lange sie dauern wird... es ist eine Reise... soviel kann ich euch sagen, eine Suche vielmehr, nach irgendetwas, wonach, das weiß ich nicht.... und niemand weiß, ob ihr lebend aus der Sache herauskommt... ihr müsst also schon wirklich... dahinterstehen" er verzog den Mund, als hielte er von seinen Worten selbst nicht viel und grinste ein wenig schief "Ich weiß, dass ist viel verlangt bei einer Sache, die ich euch nicht einmal genauer erläutern kann... aber eines kann ich euch sagen: Die Welt wird hinterher möglicherweise nicht mehr die selbe sein. Da ich persönlich glaube, dass es schlimmer kaum kommen kann, denke ich, dass es sich in diesem Falle lohnt. Es ist eine gute Sache, dessen bin ich mir sicher... und euch erwartet ein großer Lohn und darauf könnt ihr euch verlassen, das schwöre ich, so wahr ich hier sitze." Er reckte ein wenig das Kinn, als hielte er das nun für angemessen und musterte erst den kleinen, dann den großen und fuhr schließlich fort "Ich kann euch leider nicht mehr sagen, da ich selbst nicht viel mehr weiß und da es zu riskant ist mehr zu erzählen, wenn ich nicht sicher sein kann, dass ihr dabei seid... eine schwierige Sache, wirklich... aber ihr müsst euch jetzt entscheiden... ja oder nein" er wollte erst nichts mehr sagen und abwarten, was nun kommen würde, aber er war schließlich Geschäftsmann und wollte den zweien durchaus noch eine weitere Option offen lassen... noch so ein Auftrag, den niemand haben wollte "Ansonsten hätte ich euch noch eine kleine Reise in die Abwasserkanäle Êas´ anzubieten... etwa drei Tage oder so, es ist jemand entlaufen, den jemand anders gerne wiederfinden würde... ihr werdet danach etwa drei Wochen stinken und die Bezahlung reicht für ein Abendessen im "Roten Hai"... na ja... immerhin das beste Gasthaus der Stadt...."
„Ja, Iiiiihhh.“ entfleuchte es Nishantha, als die zweite Option genannt wurde, wofür er einen verwarnenden Blick von Dorian ein und der Junge wurde auf seinem Stuhl wieder etwas kleiner. Das Dorian so eben zu hören bekommen hatte war eindringlicher, abgrundtiefer und gefährlicher, als alles, was er bisher gehört hatte in seinem 28 Jahre währenden Leben. Natürlich hatte er auch jugendliche Phantasien gesponnen, wie man Herrscherhäuser zu Fall bringen konnte, wie man dieser Ungerechtigkeit ein Ende setzen konnte. Der Fürst von Silva, Seigh Lefár der die rechte Hand des selbsternannten Königs war und seine Taten unterstützte. Königs Jervon DeVelaine, legte eine Ungerechtigkeit und dazu einen Willen zum Kampf bis zum letzten Mann an den Tag, dass das Volk sich niemals erholen konnte, so lange er regierte. Männer wurden eingezogen, der Tribut war einfach zu hoch. Auch hatte Dorian immer wieder Gerüchte gehört, von Freiheitskämpfern, die etwas unternehmen wollten, aber lange währe es nie, dann verebbte die Gerüchteküche, denn die Helden, die sie genährt hatten waren von Handlangern des Fürsten niedergemetzelt worden. Was Jamie da sagte, klang genauso wie eine dieser Geschichten und Dorian ahnte, dass die Zahlen gegen sie standen. Trotzdem hörte er sich sagen und dazu auch noch lächeln: „Ich weiß im Moment nicht mal, ob ich lebend aus Êas herauskomme.“
Dorian rutschte ein Stück weiter nach vorne und sah auf seine zusammengefalteten Hände, die er auf den Tisch gelegt hatte. Das Finanzielle war schon fest für ihn in den Hintergrund geraden und dennoch versuchte er abzuwägen. „Ich gebe zu, das ist nicht viel … was ihr Preis gebt, doch, … ich verstehe euch. … Ermutigend klingt das Ganze auch nicht …“ Gab er zu und nickte ernst. Was hatte er schon zu verlieren? Er hatte ohnehin nichts, keine Frau, keine Arbeit und neuerdings auch kein Erbe mehr. „… aber …“ sprach er zögerlich weiter und sah zu dem einäugigen Jamie: „ … Ja, … meine Antwort ist ja, denn ich bekomme nie mehr in diesem Leben die Chance etwas gegen Jervon DeVelaine zu unternehmen. … Bei Tabor, ich muss verrückt sein!“ schüttelte Dorian den Kopf und sah zu Nishantha: „Na, Milchbart, was ist mir dir?“
Nishantha wirkte unentschlossen und sah zwischen Jamie und Dorian hin und her. Der Junge war zäh und anspruchslos. Aber ob er überhaupt lesen, schreiben oder kämpfen konnte, stand vermutlich auf einem anderen Blatt. „Ich bin auch dabei.“ Sagte er schließlich mit belegter Stimme und wieder einmal wusste Dorian nicht, ob das nun gut oder schlecht war. Dorians Blick ging wieder zu Jamie. Was würde nun kommen? Weitere Informationen? Verträge? Mit Blut besiegelt? Oder doch Stadtwachen und es war eine Falle?
Jamie hatte nach seinen Ausführungen kaum damit gerechnet, dass die beiden zustimmen würden, bisher hatte das zumindest nur einer getan... was kein Wunder war angesichts der dürftigen Details, die Scott ihm geliefert hatte. Wer würde schon freiwillig bei so einer Sache mitmachen... niemand... nur Verrückte oder Verzweifelte. Die zwei hier mussten eins von beidem sein... oder dumm. Er hätte bei dieser Sache nicht mitgemacht, auch wenn er selbst nicht wusste worum es genau ging, oder grade deshalb... "Ihr seid also dabei?" fragte er noch einmal nach und war bemüht seine Überraschung aus der Stimme zu halten "Alle beide?" fragte er weiter und kniff skeptisch ein Auge zu "Ich meine... beide, wirklich?" er sollte es nicht übertreiben... am Ende sagten sie ihm wieder ab "Ich bin höchst erfreut..." fuhr er daher wirklich erfreut fort und lächelte ein ehrliches, breites... erschreckendes Lächeln "Dann werde ich nun die Verträge holen... die sind verbindlich... ich mache alles mit Vertrag, diese ganze Handschlagscheiße bringt nur ärger... schriftlich muss das sein, sonst wird das alles nichts..." er hatte sich große Mühe mit dem Vertrag gegeben und eigentlich diente das Stück Papier nur dazu die Betroffenen festnageln zu können, sollten sie... Vertragsbruch begehen. Vor dem Gesetzt war es letztendlich nichts wert, aber hier hatte sowieso jeder seine eigenen Gesetze und in seiner Hafenkneipe herrschte eben Jamies Gesetz.
Dorian wurde es ganz anders, als Jamie nun so breit grinste und selbst einem Hai alle Ehre gemacht hätte mit diesem Grinsen. Er wirkte nicht so als habe er damit gerechnet, dass sie beide zustimmen würden. Auf was hatte er sich da nur eingelassen? Gab es noch einen Weg zurück? Gab es überhaupt noch einen Weg? Nishantha neben ihm schien zu versteinern. Der Junge wirkte hier unten im Keller noch blasser als ohnehin schon. „Ja, wirklich.“ Wiederholte Dorian nur zähneknirschend. Manchmal wäre ein Plan B nicht verkehrt. Jetzt zum Beispiel. Das Jamie nun tatsächlich mit Verträgen anfing wunderte Dorian, denn dies waren gesetzlose Zeiten und ein Blatt Papier kaum mehr wert als ein Handschlag. „Holt nur euren Vertrag, … doch erzählt uns bitte danach noch ein wenig von diesem Vorhaben, damit ich weiß, ob ich auch mein Testament besiegeln soll.“ Brummte Dorian, dessen Tatendrang deutlich und spürbar nachgelassen hatte, seit sie diesen Keller betreten hatten. Nicht, dass er etwas zu vererben gehabt hätte, … es war vielmehr ein flacher Witz. „Ich hätte gern den Degen.“ Erklärte der Milchbart neben ihm und grinste so unbeholfen, dass Dorian fast Mitleid mit ihm gehabt hätte. „Du weißt ja nicht mal, wie man damit umgeht, Kurzer.“ War alles was er dazu zu sagen hatte. „Wetten?“ war jedoch die überraschte Ansage von Nishantha, ehe die beiden auf Jamie und dessen ominösen Vertrag warteten.
Jamie verschwand nach oben, ließ sich dort ein Tablett mit drei Gläsern Whisky und einer Schale voller Moiras selbstgebackener Haferkekse fertig machen und schnappte sich zwei der angefertigten Verträge, ehe er mit allem beladen wieder nach unten ging. Das Tablett stellte er in die Mitte des Tisches, dann setzte er sich wieder auf seinen Platz "Bedient euch, ihr seid sicher hungrig" meinte er, während er die Verträge vor sich auf den Tisch legte und noch einmal durchlas. Besonders viel stand nicht darauf... aber das nötigste... ja, doch, das nötigste Seinen Namen hatte er mit Absicht nicht erwähnt und seine Unterschrift fiel so aus, dass niemand lesen konnte, dass er der Verfasser war... nur zur Sicherheit. "So... bitte... da unterschreiben... ihr könnt doch schreiben? Also... das ist nur dazu da, falls ihr meinem Ruf Schande bereitet... ich habe Leute, die das dann klären werden... hm... ja... mit dem eigentlichen Auftraggeber hat das nichts zu tun, es ist nur... so eine Formalität" er reichte jedem der beiden eines der Blätter und musterte sie, während er nach dem Whiskyglas griff. "Einige glauben das sei Unsinn.. aber ich habe es gerne schriftlich, wem ich welchen Auftrag gegeben habe... nur damit sich niemand herausreden kann" er lächelte freundlich, trank einen Schluck und räusperte sich "Ah ja... das Testament... bitte, wenn ihr etwas zu vererben habt... ihr seid soeben dabei in die Welt der Söldner einzutreten, es besteht immer die Möglichkeit aus eben jener zu scheiden"
Als dieses Stück Papier vor Dorian lag stutzte er und seine Entscheidung geriet ins Schwanken. Der mochte den Begriff Söldner nicht und er mochte nicht, sich für etwas zu verpflichten, was er nur schemenhaft kannte. Selbst wenn diese Vereinbarung hier sogar rechtlich nichtig war, so wollte er es vermeiden, Ärger mit jemand wie Jamie zu bekommen, Er kannte viele im Untergrund wie es schien und vermutlich wäre man nirgendwo mehr vor ihm sicher, wenn er erst einmal nach jemand suchte. Die Haferkekse sah Dorian lange an, … etwas ordentliches und Deftiges wäre ihm lieber, aber er hatte Hunger und wurde dann das trockene Gebäck wohl oder übel essen. Nishantha griff jetzt schon danach, knabberte aber mit kleinen Mäusebissen darauf herum. Dorian selbst hatte plötzlich das Gefühl, als hielte er sein Todesurteil in der Hand und schob das Blatt erst einmal wieder von sich. „Was, wenn ich aussteigen möchte? … Aussteigen, bevor der Auftrag ausgeführt wurde?“ fragte er nun und hatte Angst, dass es keine Hintertür geben würde.
"Man kann nicht aus etwas aussteigen, dem man sich verpflichtet hat" sagte er nun und jedes Lächeln war aus seinem Gesicht verschwunden "Ich suche Menschen, die bereit sind sich zu verpflichten... die bereit sind ein Risiko einzugehen... und die loyal sind... und diese Welt nicht so hinnehmen wollen, wie sie ist..." eine sehr theatralische Ansprache, wirklich sehr theatralisch... und eigentlich hatte er auch keine Wahl, sonst würde er Scott wohl morgen einen einsamen Kämpfer präsentieren "Ihr seid nicht alleine, wenn euch das beruhigt... es ist schon jemand dabei" immer dieses Gesuche nach Auswegen... ihm war so etwas schon immer auf die Nerven gegangen "Denkt ihr ein Bäcker kann es sich erlauben seine Brötchen aus dem Ofen zu holen, ehe sie gar sind? So etwas geht nicht... es gibt nicht für alles einen Ausweg... denkt ihr, wenn ihr keine Lust mehr habt, dann könnt ihr einfach gehen? Nein... ich sage es noch einmal, entweder ihr nehmt diesen Auftrag an oder nicht. Es gibt kein aber, ja, wenn, vielleicht...."
„Na schön…“ sagte Dorian, lehnte sich zurück und verschränkte die Arme. Er wurde das dumme Gefühl nicht los, dass sich sein Leben ab diesem Punkt maßgeblich verändern könnte. Dieser Jamie war ein knallharter Bursche und wer auch immer ihn beauftragt hatte, wusste, dass dieser loyal war. Selbiges erwartete der Wirt von ihnen, auch das verstand Dorian, nur hörte sich das ganze Unterfangen ein wenig sehr nach Selbstmordkommando an. „Na schön …“ wiederholte er und brachte den Satz nun zu Ende: „…bekommen wir, wenn ich das hier unterschreibe, zumindest weitere Informationen, um uns ein wenig vorzubereiten?“ Nishantha rutschte auf seinem Stuhl hin und her, nahm noch einen Keks und sah Jamie aufmerksam an. „Und kriegen wir noch einen Braten zum Essen? Da oben roch es so gut.“ Bettelte der Bengel und diesmal war Dorian kurz davor ihm eine Ohrfeige zu geben. Aber er ließ es bleiben, denn inzwischen wusste er, dass Nishantha aus ärmlichsten Verhältnissen kommen musste. Er kaute das Essen so wie jetzt immer extra lang, ganz so wie man es Kindern beibrachte, wenn man nicht viel zu essen hatte. „Deinen Braten kriegst du so und anders … unterschreibe nur, wenn es dir ernst ist.“ Sagte Dorian überraschend sanftmütig zu dem Jungen, woraufhin dieser das Blatt zu sich zog, überflog, was darauf stand und tunkte dann die Feder in die Tinte. Nishantha unterschrieb mit gleichmäßiger, geschwungener Schrift und Dorian hatte nicht zu hoffen gewagt, dass der Bursche überhaupt schreiben konnte. Zwei abwartende blaue Augenpaare sahen Jamie nun wieder an. Dorian wartete auf seine Antwort und Nishantha auf irgendeine Reaktion, als er Jamie den Vertrag wieder hinschob.
"Kommt morgen Abend wieder her... dann bekommt ihr weitere Informationen von eurem Auftraggeber" er sah sie beide noch einmal eindringlich an und wandte sich dann an den Kleinen, der überraschenderweise sogleich unterschrieb "Und ihr bekommt Braten und Kartoffeln, oben in der Stube... und ein Bett für die Nacht. Ist im Preis mit inbegriffen" er wollte ja mal nicht so sein. Die beiden sahen erschöpft aus und hatten vermutlich weder Lust noch Geld sich ein Dach über dem Kopf zu suchen "Aber ihr müsst euch ein Zimmer teilen" es tat ihm selbst ein wenig leid, dass er ihnen nicht mehr sagen konnte. Normalerweise war das immer ganz einfach, in diesem Fall sah die Sache jedoch ein wenig anders aus "Wisst ihr... eigentlich müsst ihr nur etwas suchen und wieder herbringen... na... oder irgendwo hinbringen. Klingt ganz einfach, was?" das tat es wirklich... wenn er nur wüsste, was sie suchen mussten...
„Kommt wohl ganz darauf an was das ist.“ Lächelte Dorian halbherzig. Unfreundlich war dieser Jamie ja nicht, fast wirkte er so, als bedauere er es, die beiden hinzuhalten. Dorian unterschrieb ohne weitere Worte und schob Jamie seinen Vertrag ebenfalls hinüber. „Zimmer teilen ist kein Problem.“ Meinte Dorian und sah zu Nishantha, der allerdings weniger begeistert wirkte. Das es morgen Abend mehr Informationen geben würde, beruhigte Dorian etwas, … eine gute Vorbereitung schien ihm, in diesem Fall unerlässlich. „Werden wir morgen auch die weiteren Beteiligten, … beziehungsweise Mitreisenden kennen lernen?“ fragte er und nahm sich einen Whisky, den er in einem Zug leerte. Bett und Braten hörte sich nun auch in Dorians Ohren gut an, auch wenn er glaubte, dass er ohnehin kein Auge zu tun würde. „Brauchen wir Pferde?“ fragte schließlich der Milchbart und fügte erklärend hinzu: „Wir haben nämlich nur eins.“ Dorian sagte dazu mal lieber nichts, denn genau genommen hatte er ein Pferd, Nishantha hatte gar nichts.
"Ja, ein Pferd braucht ihr... aber vermutlich werdet ihr eines bekommen, aber das werdet ihr alles morgen erfahren" meinte er, während er sich die zwei Unterschriften ansah, ein wenig erstaunt über das malerische, das in der von dem kleinen Burschen lag, und noch immer überrascht, dass sie beide überhaupt schreiben konnten, aber von einem Medikus sollte man so etwas wohl erwarten können. Es hätte ihm eher seltsam erscheinen sollen, wenn er es nicht konnte "Jaja, euren Begleiter werdet ihr morgen kennenlernen" er faltete die Blätter zusammen und steckte sie in die Tasche, hob dann sein Glas Whisky und prostete den beiden zu "Auf einen gelungenen... ähm... Vertragsabschluss" so nannte man das wohl heutzutage "Nur damit ihr hinterher nicht sagen könnt ihr hättet ihn niemals angenommen" er grinste, leerte sein Glas und sah auf das von dem kleinen Jungen. Vermutlich trank der nicht viel. "Morgen Abend seid ihr um Mitternacht hier, euer Auftraggeber wird dann ebenfalls hier sein und euch alles weitere erklären... und dann wünsche ich euch viel Glück" das würden sie wohl brauchen... eine seltsame Sache war das... und nicht einfach gewesen ein paar Leute zusammenzutrommeln. Die meisten, die er hier gehabt hatte, hatten sich dann doch für einen der anderen Aufträge entschieden, nur die scheiß Abwasserkanalsache hatte er noch nicht unter Dach und Fach bringen können.... aber das war auch nebensächlich. Er hatte drei Männer... nun, zweieinhalb, aber immerhin... einen, dem er selbst vertraute, einen Medikus und somit wohl recht gebildeten, und einen... Laufburschen... was auch immer... Burschen für alles. So etwas konnte man immer gebrauchen und immerhin ging es nicht in erster Linie darum irgendwelche Schlachten zu schlagen. Hatte er zumindest so verstanden...
„Gut, ich werde da sein.“ erwiderte Dorian und nickte Jamie ernst zu. Nishantha hustete vor sich hin, nachdem er nochmals von dem Whisky versucht hatte: „Ich * hust * werde auch da sein. * husthust *“keuchte er und Dorian klopfte ihn auf den Rücken. Mit den Gedanken war er aber ganz woanders. Dieser Jamie wirkte so was von Selbstzufrieden, nun nachdem sie unterzeichnet hatte, dass es ihm nicht so ganz geheuer vorkam. Oder er bekam dafür eine dicke, fette Provision, dass er jemand aufgetan hatte. Was ja auch gut möglich wäre. Alles wenn und aber half nun aber nichts mehr. Sie hatten unterschrieben und nun war es nicht mehr zu ändern. Aber selbst die Uhrzeit zu der sie sich hier einfinden sollten war merkwürdige .. Fragen über Fragen blieben offen. Dennoch erhob Dorian sich jetzt. „Komm Milchbart, versorgen wir das Pferd und dann bekommst du deinen Braten und ein Glas Milch. Geh schon mal vor.“ Klopfte er dem Kleineren auf die Schulter. Nishantha sammelte sich alle Haferkekse zusammen und stopfte sie sich in seine Taschen, was Dorian stirnrunzelnd zur Kenntnis nahm. Der Junge schien ständig Angst zuhaben, nichts zu essen zu haben. Mager wie er war, hatte er diese Erfahrung wohl auch schon öfters gemacht. Nishantha verließ den Raum um nach dem Pferd zusehen. An Jamie gewandt fragte er noch. „Können wir unsere Sachen rasch auf´s Zimmer bringen? … Das ist doch mit einem Schloss versehen, oder? Ich habe nämlich das Gefühl, man sollte, das wenige was man hat gut unter Verschluss halten, in Zeiten wie diesen und ganz besonders in Êas.“ Viel von Wert besaß er nicht, aber seine Instrumente, Arzneien und Persönliches besaßen auch für ihn einen hohen Wert. Kaum hatte er seine Frage gestellt flog die Türe wieder auf und Nishantha sah sie beide mit großen Augen an. „Das Pferd … es ist weg.“ Sagte der Junge völlig von den Socken und Dorian seufzte. „Was für ein Glück, dass wir unser Hab und gut mit rein genommen haben … nun, haben eure Türen Schlösser?“
"Euer Pferd steht vor der Tür?" fragte Jamie plötzlich einigermaßen entsetzt und sah Nishantha hinterher, der sich vorher noch mit sämtlichen Keksen versorgt hatte.. dabei gab es gleich schon Abendessen "Dann hoffe ich für euch, dass es noch da ist... wertvolle Dinge sollte man nicht... auf offener Straße herumstehen lassen... nicht in dieser Stadt und erst recht nicht in diesem Viertel" aber jetzt war es ohnehin zu spät, so dass er nur noch abwinkte, sich nicht weiter kümmerte und sich Dorians anderen Fragen zuwandte "Ja, die Türen haben Schlösser" meinte er, kam jedoch nicht viel weiter, da kam der Bursche schon wieder herein und bestätigte seine Befürchtung "Sagte ich doch..." meinte er trocken und grinste ein wenig schadenfroh "Ihr seid in Êas... willkommen"
„Dann hat die Bevölkerung in Êas eine seltsame Art seine Gäste willkommen zu heißen.“ Knurrte Dorian vor sich hin. Das Pferd mochte kein großer Verlust sein, aber allein der damit verbundene Umstand behagte ihm nicht. Wo sollten sie morgen Pferde auf die Schnelle herbekommen? Am Ende wurde ihm dann morgen schon sein heute geklauter, alter Wallach zum Kauf erneut angeboten. Zuzutrauen wäre es diesem Pack. Andererseits, Jamie hatte gesagt, sie würden morgen vermutlich Pferde bekommen und er würde es nun ohnehin abwarten müssen, zumal Dorian wenig Lust hatte, sich heute nochmals auf die Straße und zu einem Pferdehändler zu begeben. „Gut, … gehen wir auf´s Zimmer.“ Sagte er zu Nishantha und sah nochmals zu Jamie: „Ähm, welches ist unser Zimmer?“ fragte er noch, denn das hatten sie ganz vergessen.
Jamie war aufgestanden und hatte die Gläser wieder auf das Tablett geräumt "Ja, so ist das hier" meinte er währenddessen und lachte dunkel "Moira wird euch euer Zimmer zeigen... wenn ihr wollt gibt es morgen Frühstück und wenn ihr schlau seid, dann verlasst ihr die Gaststätte nicht mehr... oder zumindest solltet ihr wieder hier sein, bevor es Abend wird. In diesem Viertel sollte man sich nicht alleine herumtreiben, wenn man sich nicht auskennt, nicht in der Dunkelheit... es mag gut gehen, wenn aber nicht habt ihr ein Problem" er hob das Tablett hoch und öffnete die Tür, um den beiden Burschen den Vortritt zu lassen und sie hinter ihnen wieder zu schließen "Wenn ihr aber rausgeht, rate ich euch eure Habseligkeiten hier zu lassen... ja, die Türen haben Schlösser" fügte er noch einmal an, hatte der Kleine davon doch nichts mitbekommen und er wollte so eine weitere Frage umgehen
„Und ein Bad? Gibt es ein Bad?“ fragte Nishantha und trapste neben Jamie die Treppe hoch. Dorian hätte ihm am liebsten einen Stümperer gegeben. Auf was der Bengel manchmal so kam war wirklich unbegreiflich. Jamies dunkles Lachen hallte durch den Keller und Dorian nahm sich vor, nicht vor die Tür zu gehen, wenn es sich nicht umgehen ließ. „Wir werden hier bleiben … wieso auch nicht, Ist doch ein exzellentes Haus.“ Schleimte Dorian ein wenig und nicht ganz ernst gemeint. Aber es war ihm alles recht, so lange sie nur ab morgen Abend etwas genaueres erfuhren und dann eine gut bezahlte Arbeit hatte. Die Entscheidung war gefallen und nun würden sie eben das Beste daraus machen. „Wenn es kein Bad gibt, kannste ja draußen im Fluß schwimmen … aber dann auch gleich im Pferdestall übernachten.“ Brummte Dorian noch an Nishantha gewandt hinterher.
"Danach musst du meine Frau fragen... für ein Bad ist es zu spät, außerdem kostet es extra... vielleicht versuchst du es morgen früh" Jamie ging hinter den beiden her zurück in die Gaststube, stellte das Tablett auf den Tresen und teilte seiner Frau mit, dass sie das Zimmer im Dachgeschoss zurechtmachen sollte, sofern das noch nicht geschehen war und rief in die Küche, dass sie das Essen fertig machen sollten "Sucht euch einen Tisch aus, wenn ihr eure Sachen weggebracht habt, folgt einfach Moira, danach lasse ich euch das Essen bringen"
Nishantha machte ein langes Gesicht, als er erfuhr, dass das Bad extra kostete, aber Dorian stupste ihn mit dem Ellenbogen an. „Mach nicht so ein langes Gesicht, … nachdem Kost und Logis frei ist, spendier ich dir eines.“ zwinkerte er dem Jüngeren zu und würde sich selbst auch noch eines morgen früh gönnen. „Hatziii.“ Machte es wieder an seiner Seite, doch selbst das klang diesmal begeistert. „Ich schätze, das essen nehmen wir lieber auf unserem Zimmer ein.“ Sagte Dorian deshalb noch an den Wirt gewandt, ehe ihnen diese Moira den Weg zu ihrem Zimmer im Dachgeschoss weiß.
Geändert durch Kalima (02.08.2007 12:35)
|