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Gesellschaft, Kultur, Freizeit » Off Topic Forum » Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4

Angelién

Nightshadow

Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4

Tränen ...
Christin Büttner

Einsame Tropfen voller Hass
Die leise und traurig klagen
Mutlos und willenlos
Gefüllt mit Leidenschaft
Schmerzen die nie enden wollen
Erfüllt von erdrückender Leere
Aus Verzweiflung und Trauer
Wegen unheilbar tiefen Wunden
Die mir den Mut nehmen
Den Mut zum Leben
Zweifel an mir selbst
Angst die mich beherrscht
Mehr als ich...


~*~*~*~


Wer weitere wunderschöne Gedichte nachlesen/finden will, ist hier richtig.
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Glorfindel

Elbenfreund

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Steh nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort.
Ich schlafe nicht.

Ich bin wie tausend Winde, die wehen.
Ich bin das diamantene Glitzern des Schnees.
Ich bin das Sonnenlicht aus reifendem Korn.
Ich bin der sanfte Herbstregen.

Wenn Du aufwachst in des Morgens Stille,
bin ich der flinke Flügelschlag friedlicher Vögel im kreisenden Flug.
Ich bin der milde Stern, der in der Nacht leuchtet.

Steh nicht an meinem Grab und weine.
Ich bin nicht dort.
Ich bin nicht tot.
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Lady Almancia

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Glorfindel]

Der vorangegangene Text stammt im übrigen im englischen Original von Mary Frye


LXVI

Tired with all these, for restful death I cry
As, to behold desert a beggar born,
And needy nothing trimm`d in jollity,
And purest faith unhappily forsworn,
And gilded honour shamefully misplaced,
And maiden virtue rudely strumpeted,
And right perfection wrongfully disgraced,
And strength by limping sway disabled,
And art made tongue-tied by authority,
And folly, doctor-like, controlling skill,
And simple truth miscall`d simplicity,
And captive good attending captain ill:
Tired with all these, from these would I be gone,
Save that, to die, I leave my love alone.
Shakespeare
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Lady Almancia]

Allein

Kennst du das Gefühl der Einsamkeit?
Es überkommt dich einfach so!
Ohne Vorwarnung!
Du fällst vom Gefühl der höchsten Glückseligkeit
in ein tiefes, schwarzes Loch.
Und keiner kann dich verstehen.
Du fühlst dich wie tot,
denn alles um dich herum ist verblasst.
Weißt du, wie es ist allein zu sein
und doch unter Menschen?


Daniela Richardon
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Jago

coryphée politique

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

Ode an die Fernbeziehung

Ich sitze hier und möchte fahren
Nach Berlin und dann zu dir
Die Sehnsucht bricht sich stärker Bahn
Als ich's heut' morgen nicht gedacht

Du bist bei allem was ich tue
Du läßt mich "uns" ganz neu erfahr'n
Du läßt mir einfach keine Ruhe
Du sagst mir etwas jede Nacht

Wir gehen weiter hin ins Feuer
Liebe Herzen Küssen Spaß
Kann alles sein und nichts vergessen
Ich liebe dich - und nicht nur das...

Jago
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Jago]

Täuschung
Petra Siefvater

Von aussen betrachtet
sehen wir Menschen
oftmals nur das,
was wir sehen wollen.

Von aussen betrachtet
sind wir oftmals
Menschen mit
clownbemaltem Gesicht.

Lasst uns
den Blick hinter
die Fassade richten.
Lasst uns
nach INNEN schauen -
in die Seele
eines Menschen.

Dort sitzt das
Kostbarste,
was wir haben!


~*~*~*~


Innerer Krieg - und trotzdem
Regine Walber

Weißt Du,
nach außen hin
erscheine ich vielleicht stark,
doch in mir tobt ein Krieg.

Ich habe Angst vor meinen Gefühlen.
Ich habe Angst vor meinen Sehnsüchten.
Ich habe Angst vor Liebe, Nähe und Geborgenheit.

Angst davor, jemanden zu brauchen
und dadurch verletzbar zu sein.
Angst, die Liebe nicht zu verdienen,
ihrer nicht würdig zu sein.
Angst davor, erneut abgelehnt, alleingelassen
oder verletzt zu werden.

Deshalb ist ein Öffnen für mich sehr schwer;
und TROTZDEM sehne ich mich nach Dir!


~*~*~*~


Zweites Erwachen (Walkabout)
Thomas Mende


Wo bist du gewesen?
Ich erinnere mich an deine Worte,
als ob sie von gestern wären.
Sie haben meine Seele berührt
und nicht wieder verlassen.
Sag mir, wo bist du
all diese Jahre gewesen?
Weißt du nicht,
daß du in meiner Seele wohnst,
sie nie verloren hast?
Deine Worte lehrten mich,
Pfade zu gehen
auf vergessenen Wegen,
die kaum jemand kennt.
Du lehrtest mich zu sehen,
mit offenen Augen.
Wo bist du gewesen?
Ich weiß wo du gewesen bist.
Du hast die Pfade verlassen,
du hast die Welt betreten
und die Traumwelt vergessen.
Doch ich, ich bin noch hier,
ich warte auf dich,
eine Ewigkeit.
Und ich zeige dir den Pfad,
den du mich gelehrt hast
und selbst vergaßt.
Du verlorenes Ich
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Lenamellona

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

LEBENSLIED

Ich plane die Schmerzen mit ein,
Ich atme den Rauch,der mich aufkratzt und nährt,
Ich schwärze die Lungen mir ein.
Weiß:Leben ist nicht Artigsein.
Ich höre die Warnungen,die man spricht,
ABER VERZICHTEN WILL ICH DRAUF NICHT!

Ich plane das Herzweh mit ein,
Ich schmiege mich,Liebste,fest an deinen Leib.
Weiß:das wird nicht für immer sein.
Ich höre die Zeit ticken in uns zwein.
Die Schwüre auf Treue,die glaub ich nicht,
ABER VERZICHTEN WLL ICH DRAUF NICHT!

Ich plane den Ärger mit ein.
Ich melde mich unangemeldet zu Wort.
Mein Herz ist nicht klein,bin nicht klein.
Ich will einfach dagewesen sein!
Wird heiser die Stimm mir auch,bis sie bricht,
ABER VERZICHTEN WILL ICH DRAUF NICHT!

Ich plane den Kummer mit ein.
Ich liebe mir Kinder her auf diese Welt.
Verlieb mich in ihr Lachen und Schrein.
Ich will einfach nochmal Lebendigsein.
Und nehmen sie Zeit und Platz mir,so ist's,
ABER VERZICHTEN WILL ICH DRAUF NICHT!

Ich plane den Kater mit ein.
Ich trinke den Boden der Gläser ans Licht.
Weiß:Früh werd ich zerschlagen sein.
Ich tanze,ich singe,ichschenk mir ein,
Und rechne nicht aus,was mich würgt,was mich bricht,
ABER VERZICHTEN WILL ICH DRAUF NICHT!

Ich plane die Sorge mit ein.
Ich greife verlockend weit aus meiner Zeit.
Ich träume mir das Anderssein.
Will leben,eh mich Gewöhnung zuschneit.
Mag sein,dass man später ganz anders ist,
ABER VERZICHTEN WILL ICH DRAUF NICHT!

(Hans-Eckhardt Wenzel)


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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Lenamellona]

In Gedanken bei einer gewissen Person ...


Hinter der Maske
von Rita Bremm-Heffels

verbirgst deine Angst
mit Scherzen
deine Trauer mit Lachen
preist deine Tränen
Freudentränen –

doch trotz Distanz
schaue ich in dein Herz

- es blutet –

raste einen Augenblick
spüre die Gedanken
die ich mit dir teile

dein Trost ist mein Trost
mein Trost ist dein Trost

nimm die Hand
die ich dir reiche
Freund
du bist nicht allein


~*~*~*~


...nie zu Spät
von Petra Virbinskis

es ist nie zu Spät...
um es zu wagen
dir offen zu sagen
was du für mich bist

es ist nie zu Spät...
deine Hand zu nehmen
um dir Beistand zu geben
den du gerade brauchst

es ist nie zu Spät...
im Regen oder Sonnenschein
ganz für dich da zu sein
weil du einsam bist

es ist nie zu Spät...
mit dir Tränen zu lachen
Lustiges zu machen
weil dir danach ist

es ist nie zu Spät...
bei dir zu verweilen
um Trauer zu teilen
die dein Herze quält

es ist nie zu Spät...
meine Freundschaft zu geben
jeden Tag in deinem Leben
weil du es verdienst

doch wär´ es zu Spät...
würde ich es nicht wagen
dir offen zu sagen
was du für mich bist...
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Zaodin

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

In Gedanken bin ich bei Euch

~ Wenn ich ein Lachen wär ~

2003 by Sylvia



Wenn ich die Sonne wäre
Mit all ihrem Glanz und all ihrer Schönheit
Als Licht würde ich euch leuchten
Und allen Kummer stets
Mit meinem warmen Mantel schmelzen
Doch ich kann nur versuchen,
Den Tag euch manchmal
Mit leisen Worten zu erhellen.

Wenn ich der Mond wäre
Mit silbernem Antlitz und glitzerndem Schein
Über eure Träume würde ich wachen
Und nur die schönen in eure Nächte lassen
Doch ich kann nicht mehr
Als die Nacht euch mit meinen Wünschen
Schön zu wünschen

Wenn ich der Wind wäre
Mit seiner Kraft und seinem kühlen Atemhauch
Unter eure Flügel würde ich kriechen
Und euch immer wieder hoch hinauf
Nach oben zur Sonne tragen
Doch mein stiller Atem
Reicht nur um zu sagen
Wie sehr ich euch mag

Wenn ich der Sturm wäre
Mit gewaltiger Macht und donnernder Stärke
Allem würde ich mich entgegenwerfen
Was sich euch in den Weg stellen will
Doch ich kann nur versuchen
Euch zur Seite zu stehen
In stürmischen Zeiten

Wenn ich das Feuer wäre
Mit lodernder Kraft und flammender Glut
Gnadenlos würde ich alles verbrennen
Was je euch verletzt und Sorge bereitet
Doch nur ein kleiner Funke
Bin ich und möchte glimmen
Für euch in finsteren Stunden

Wenn ich das Meer wäre
Mit gewaltigen Wogen und ungezähmter Kraft
Ich würde euch auf Schaumkronen tragen
Wohin eure Träume euch leiten
Doch ich kann nur versuchen
Die Last auf euren Schultern
Auf eurer Reise zu verringern

Wenn ich ein Spiegel wäre
Mit seinen Facetten und Silbergefunkel
Ich würde euch zeigen in meinem Bild
Welch wunderbare Menschen ihr seid
Doch ich kann euch nur geben
Ein stilles Gesicht
Ohne Maske und Trug

Wenn ich die Erde wäre
Mit all ihrer Güte und all ihrer Wärme
Ich würde eure Träume wie Saatkörner nähren
Und zu wunderbarer Wahrheit wachsen lassen
Doch ich vollbringe keine Wunder
Und kann sie nur teilen
Und träumen mit euch

Wenn ich ein Lachen wäre
Mit all seiner Fröhlichkeit und all seiner Freude
Niemals würde ich eure Herzen verlassen
Und immer auf euren Lippen liegen
Doch ich kann nur versuchen
Sie manchmal leise
Zum Lächeln zu bringen


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Seraphim

Nightmare

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Zaodin]

Für dich ...

Die Jungfrau

Niemals hat ein Auge sie erblickt,
niemals eine Hand sie berühert,
niemals ein Wort sie gestreift,
ohne zu zahlen, zu zahlen mit dem Leben.

Verschlossen im dunklen Turm,
wartend auf die Stund,
die Stund der Erlösung
von ewiger Qual.

Die Einsamkeit - ihr Begleiter in der Nacht,
von vielen Tränen um den Schlaf gebracht.
Ihr Schönheit, einer Blume gleich,
welkt dahin in stillen Schatten,
allein und ohne Freud.

Das Lachen haben ihre Lippen nie gespürt,
das Glück ihr Leben nie berührt.
Gefangen, weit ab von des Menschens Sein,
lebt sie dahin, allein.

Ihr Haut ist weiß, ihre Augen fahl,
nie spürten sie der Sonne hellen Strahl.
Ihre Knochen schwach, ihr Herz so schwer,
ihr Wille verflogen, ihre Seele leer.

So lebt sie dort, allein in ihrem Turm.
Bis die letzte Kerze abgebrannt,
bis die letzte Stund nimmt ihren Lauf,
lebt sie dahin, allein.

Niemand ward jeh bei ihr sein.
Ihr Leben verdeckt,
ihre Schönheit versteckt,
verschwendet an die dunklen Schatten.
Zum einzigen Freund ihr, die Ratten.
Niemals sah sie Leben in anderer Form.

So lang ihr Kleid,
zeigt ihres Lebens Leid,
zerschnitten von den Messers Schneid,
bis auf die Haut.
Doch kein Blut bedeckt ihrer Schönheit Schein,
Herz und Seel sind ihr rein.
Und sie ward nie entdeckt.

Rein und unbefleckt,
schön und klar,
doch einsam und tot,
lebt sie dahin, allein.

2004 Beim Engelchen

Geändert durch Callisto (30.03.2004 23:06)

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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Seraphim]

Schlaflos
Petra Stiefvater

Ohne Rücksicht
zieht
das Dunkel
in mein Schlafzimmer.

Ruhelos
wälze ich
mich
hin und her.

Ohne Erbarmen
legt die Nacht
ihren Schatten
auf meine Seele.
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Glorfindel

Elbenfreund

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Wie man einen Vogel malt

Male zuerst einen Käfig
mit einer offenen Tür
dann male irgend etwas Hübsches
irgend etwas Einfaches
irgend etwas Schönes
irgend etwas Nützliches

was nun den Vogel angeht
so lehne die Leinwand an einen Baum
in einem Garten
in einem Wäldchen
Verbirg dich hinter dem Baum
ohne zu sprechen, ohne dich zu rühren...

Bisweilen kommt der Vogel bald
aber er kann ebenso gut viele Jahre brauchen
bis er sich dazu entschließt
Verlier nicht den Mut
Warte, warte wenn's sein muss jahrelang
denn der rasche oder langsame Anflug des Vogels
hat nichts zu tun mit dem Gelingen des Bildes

Wenn der Vogel kommt
falls er kommt
so sei ganz still
warte bis der Vogel in den Käfig schlüpft
und wenn er hineingeschlüpft ist
schließe mit dem Pinsel leise die Tür
dann tilge nacheinander alle Gitterstäbe aus
wobei du keine einzige Feder des Vogels berühren darfst

Sodann male den Baum
und wähle den schönsten seiner Äste für den Vogel
male auch das grüne Laub und den frischen Wind
den Sonnenstaub
und dann warte ob der Vogel sich entschließt zu singen

Wenn der Vogel nicht singt
so ist es ein schlechtes Zeichen
Ein Zeichen dass das Bild schlecht ist

Aber wenn er singt ist es ein gutes Zeichen
ein Zeichen, dass du das Bild mit deinem Namen zeichnen darfst
dann zupfst du ganz sacht eine Feder aus dem Vogelgefieder
und schreibst in eine Ecke des Bildes deinen Namen nieder.



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Mirdan

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Glorfindel]

Glorfindel: das finde ich ganz ein herziges Gedicht


Joachim Ringelnatz: Hafenkneipe

In der Kneipe "Zum Südwester"
sitzt der Bruder mit der Schwester
Hand in Hand.
Zwar der Bruder ist kein Bruder,
doch die Schwester ist ein Luder
und das braune Mädchen stammt aus Feuerland.

In der Kneipe "Zum Südwester"
ballt sich manchmal eine Hand,
knallt ein Möbel an die Wand.

Doch in jener selben Schenke
schäumt um einfache Getränke
schwer erkämpftes Seemannsglück.
Die Matrosen kommen, gehen.
Alles lebt vom Wiedersehen.
Ein gegangener Gast sehnt sich zurück.

Durch die Fensterscheibe aber träumt ein Schatten
derer, die dort einmal
oder keinmal
abenteuerliche Freude hatten.
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Finrod

Defender of the Crown

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Mirdan]

John Main - Yesterday my life shattered

I sit alone struggling not to cry.
Yesterday my life shattered before my eyes.
Almost everything I hold dear.
The object of my obsession over the course of time.
The love of my life.
The one I hold above anyone else.
For now has been all but lost completely.

Shattered I sit alone with only one thing on my mind.
If you love something let it go.
If it comes back to you it always has been and always will be yours.
If it doesn't than it never has been and never will be yours.
I have let you go.

I pray that one day you will return.
Still I sit alone trying to retrieve the pieces of my so-called life.
I am crying now.
Crying for what I have lost for the moment.
Crying for fear that I may never love another quite like I loved you.
Crying for fear that I may never find another quite like you.

I sit lying in wait for a chance to regain what I have lost.
Close I will stay to you.
Waiting for your choice to go astray and cause you to fall.
I will be waiting right there to catch you.
But for now I am the sad shell of a man who once was.
I feel as though a part of me has died deep inside.
Sitting alone for yesterday my life as I know it was shattered.
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Zaodin

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Finrod]

Manchmal



Manchmal im Leben träume ich
Von einer besseren Welt
In der alle Menschen verstehen sich
Wo nicht regiert das Geld
Eine Welt ohne Krieg, ohne Not, ohne Pein
Doch ein Traum dies leider nur ist
Ich weiß, es wird wohl niemals so sein
Zu schnell der Mensch doch vergißt

Manchmal im Leben träume ich auch
Am Tag und mit offenen Augen
Von einem Land, fremd und wunderbar
Das mir den Atem würd' rauben
Von Zwergen tief unten im Felsgestein
Von Elben hoch oben im Licht
Von Drachen und Rittern und Feen klein
Und manchem Gnomenwicht

Manchmal im Leben träume ich mich
Weit weg vom Einerlei
Gedanken wie Feuer so weit und so wild
Wie der Himmel so endlos und frei
Und auch wenn der Traum zu Ende geht
Macht es mir nicht viel aus
Fantasie mir doch zur Verfügung steht
Ich bau' neue Luftschlösser draus

Manchmal im Leben träume ich auch
Ich wär' nur ein kleiner Stein
Läg' ruhig und friedlich in einem Fluß
Ganz ohne Herz könnt' ich sein
Hätt' keine Seele und kein Gefühl
Nichts könnte mich berühren
Allein des Wassers reißende Mach
Würd' ich als Stein wohl spüren

Manchmal im Leben träume ich auch
Ein prächtiger Drache zu sein
Am Sternenhimmel könnt' fliegen ich
Niemand holt jemals mich ein
Mit einem stachligen Schuppenkleid
Wohl ringsherum um's Herz
Niemand könnt' je verletzen mich
Nie würd' ich spüren Schmerz

Manchmal im Leben jedoch wach ich auf
Der Wahrheit ins Auge ich seh‘
Stell' fest, ich bin weder Drache noch Stein
Und manches tut doch weh
Aus Träumen erwachen ist bitter oft
So manchen mußt' ich begraben
Doch tausendmal ärmer wäre ich noch
Würde ich keine Träume haben


(c) 2000 by Sylvia

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Larisana

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Zaodin]

die weichen sind gestellt
alle reisenden zugestiegen
koffer liegen auf kofferablagen
regenschirme liegen unter den sitzen
die omas und enkel teilen
und wenn das signal sich hebt
wird der zug sich in bewegung setzen

das signal hebt sich
alle weichen sind gestellt
aber der zug setzt sich nicht in bewegung
omas und enkel kreischen
als mit dem stromausfall die lichter erlöschen
so fühlt sich mein leben manchmal an


(J. Bernd)
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Larisana]

Stille

Stille ist eingekehrt im Land,
nichts regt sich,
lautlos dunkel und schön
und ich mittendrin

Ich bin allein,
und dennoch,
Die Nacht ist mein Freund,
Hier bin ich daheim

Sie umgibt mich und schützt mich
keiner stellt dumme fragen,
in ihr bin ich ICH,
Hier bin ich Mensch

Das Licht, Menschen und Freude
sind mir suspekt,
zumindest manchmal,
und dann will ich weg!

Oft ist es hell,
und Ich will ins Dunkel,
Denn dort ist es still,
Denn dort bin ich ICH

Ich denke ich gehe
für immer ins Dunkel,
Ich will endlich leben,
ohne zu leben.

Ich will alles haben,
und nichts dafür tun
Ich will sein,
ohne zu sein.

Im nichts ist alles möglich,
Ich lebe im Tod,
und bin lebendig
umgeben von Stille

Stille überall,
Ich mittendrin
hier lebe ich wirklich,
endlich daheim

Thomas Kronenberg
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Leyladin

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

Kalt

Kälte, die mich einst umfing
wandelte in Wärme sich
fand mein Herz
bracht' es zum Schlagen -
ließ mich lieben, fühlen, wagen.

Kälte, die mich einst umfing
dringt nun ganz tief in mich ein
legt sich schützend wie ein Panzer
um mein müdes, wundes Herz -
wehrt nun ab zukünft'gen Schmerz.

Leyla, 10/2002
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Larisana

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Leyladin]

seit meiner kindheit bin ich
auf zehenspitzen
um mich und mein leben
herumgeschlichen nur um
nicht präsent genug zu sein
um explosionen auszulösen

und heute wundere ich mich
dass ich nicht standfest
mit beiden beinen in
meinem leben verankert bin.

(J. Bernd)
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Leôba

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Larisana]

Deep in earth my love is lying
And I must weep alone.

- E. A. Poe -
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Valar

Citizen of Valinor

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Leôba]

Life just is

When I saw this couple of lights..
Tears were running down my face..
And every of my sleepless nights..
Were followed with pained days..

And I went to find myself..
In this whole big, cruel world..
My life's just a shelf..
But at last, it's still curled..

The life's sence is pretended..
Life can't be worth of something..
I tried to prevent it..
But my harmed soul is dying..

In the end..
Life is still life..
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Seraphim

Nightmare

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Valar]

Du warst es und du bist es

Du warst der,
der mich glücklich gemacht hat.
Doch nun bist du der,
der mich in tiefe Trauer fallen lassen hat.
Du warst der,
der mir Lebenskraft gegeben hat.
Doch nun bist du der,
der mir die Lust am Leben genommen hat.
Du warst der,
den ich nie verlieren wollte.
Doch nun bist du der,
der mich so schnell verlassen hat.
Du warst der,
der mein Herz vor der klirrenden Kälte gerettet hat.
Doch nun bist du der,
der mein Herz erfrieren ließ.
Du warst der,
den ich geliebt habe.
Doch nun bist du der,
den ich hassen möchte, um deinen Tod zu verkraften.

L. Jana
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Larisana

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Seraphim]

I went to the woods because I wanted to live deliberately...
I wanted to live deep and suck out all the marrow of life!
To put to rout all that was not life...
And not, when I came to die, discover that I had not lived...


H.D.T.
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Ertai

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Larisana]

Die Zeit

Sie macht erst vergänglich
Und ist doch beständig
Verändert Gestalten
Bleibt gleich uns erhalten

Sie erst ist die Kraft
durch die man erschafft
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Golwen Tuiethuil

Mylady Schuh

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Ertai]

Photos found me unguarded
Burst through my weak shielding;
Didn't really want to be protected
Though I know it would be better.
In absent-minded moments
Reminders start buzzing around -
Must not give in to revived fantasies.
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Brilanna

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Golwen Tuiethuil]

Keine Tränen mehr

Unaufhörlich fallen
Regentropfen
vor meinem Fenster…

Bäche fließen die
blanken Scheiben
hinab, im Endlichen verschwindend…

Die Straße, grau, füllt sich mit
Pfützen,
in denen sich grauer Himmel
spiegelt.

Ich sitze hier, die
Welt vor meinem Fenster
betrachtend, sehe, wie der
Himmel vor meinem Fenster weint…

Doch in mir sind keine Tränen mehr,
nicht mehr,
bin ich leer…

Ich denke an dich und
ein Lächeln
umspielt meinen Mund…

Während der Himmel weint, muss ich lachen,

du hast mich errettet…

Copyright by Brilanna
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Illyria

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Brilanna]

Ach, ich liebte,
War so glücklich,
Kannte nicht der Liebe Schmerz!
Schwur ihm Treue,
Dem Geliebten,
Gab dahin mein ganzes Herz.

Doch wie bald schwand meine Freude,
Trennung war mein banges Los;
Und nun schwimmt mein Aug' in Tränen,
Kummer ruht in meinem Schoss.
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Illyria]

Danke, Lena

no tears left
for lonely woken nights
no smile left
for the face inside
no truth left
behind the mask
no words left
for unspoken pain
no questions left
for never given answers
no hope left
for never reached aims

just love left
for some souls
for some hearts
makes me carry on
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Ramujan

Gefährte

Pöggsken [Re: Angelién]


Pöggsken sitt in'n Sunnenschien,
O, wat is dat Pöggsken fien
Met de gröne Bücks!
Pöggsken denkt an nicks.
Kümp de witte Gausemann,
Hät so raude Stiewweln an,
Mäck en graut Gesnater,
Hu, wat fix
Springt dat Pöggsken met de Bücks,
Met de schöne gröne Bücks,
Met de Bücks in't Water!


Augustin Wibbelt
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Mirdan

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Ramujan]

Im Traum sah ich ein Männchen klein und putzig,
Das ging auf Stelzen, Schritte ellenweit,
Trug weiße Wäsche und ein feines Kleid,
Inwendig aber war es grob und schmutzig.

Inwendig war es jämmerlich, nichtsnutzig,
Jedoch von außen voller Würdigkeit;
Von der Courage sprach es lang und breit,
Und tat sogar recht trutzig und recht stutzig.

»Und weißt du, wer das ist? Komm her und schau!«
So sprach der Traumgott, und er zeigt' mir schlau
Die Bilderflut in eines Spiegels Rahmen.

Vor einem Altar stand das Männchen da,
Mein Lieb daneben, beide sprachen: Ja!
Und tausend Teufel riefen lachend: Amen!

Heinrich Heine

Geändert durch Mirdan (14.04.2004 16:58)

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Glorfindel

Elbenfreund

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Mirdan]

Von der Liebe getragen

Wo du geliebt wirst, kannst du getrost alle Masken ablegen,
darfst du dich frei und ganz offen bewegen.
Wo du geliebt wirst, zählst du nicht nur als Artist,
wo du geliebt wirst, darfst du sein wie du bist.

Wo du geliebt wirst, mußt du nicht immer nur lachen,
darfst du es wagen, auch traurig zu sein.
Wo du geliebt wirst, darfst du auch Fehler machen,
und du bist trotzdem nicht häßlich und klein.

Wo du geliebt wirst, darfst du auch Schwäche zeigen
oder den fehlenden Mut, brauchst du die Ängste
nicht zu verschweigen, wie es der Furchtsame tut.

Wo du geliebt wirst, darfst du auch Sehnsüchte haben,
manchmal ein Träumer sein, und für Versäumnisse,
fehlende Gaben räumt man dir mildernde Umständen ein.

Wo du geliebt wirst, brauchst du nicht ständig zu fragen
nach den vermeintlichen Preis.
Du wirst von der Liebe getragen,
wenn auch unmerklich und leis.

Elli Michler
Aus: Ich wünsche dir Zeit, © Don Bosco Verlag, München, 4. Aufl. 2008
www.ellimichler.de

Geändert durch Astaran (23.01.2009 23:47)

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Illyria

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Glorfindel]

Unbeschrittene Wege stehen neben mir Spalier
Vorwurfsvoll schauen sie mich an

Dort ist der, den zu gehen ich zu träge war.
Er sieht mich an, und ich senke mein Haupt.

Alsbald seh ich den, dessen Pfad mir zu steil war
und auch seinem Blick weiche ich aus.

Da sehe ich den, den zu gehen ich zu feig war
und er erfüllt mich mit Trauer, macht mich müde und leer

Denn der Weg, den ich zu gehen bereit war
gibt mich nun entgültig nicht mehr her.
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Illyria]

Schmerzen
von Silke Wiezorek

Die Schmerzen werden schlimmer
Und so schneide ich wie immer
Sehe schon das Blut
Wieder verlässt mich der Mut

Möchte meine Leben zu Ende bringen
Kann mit den Schmerzen nicht mehr ringen
Ich kann nicht damit Leben
Muss endlich aufgeben

Die Klinge auf meinem Arm
Ist schon ganz warm
Den Schmerz nach außen gebracht
Überlebe ich auch wieder diese Nacht
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Ramujan

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Illyria]

Mal eine allgemeine Frage an alle, die keine Autorennamen unter ihre geposteten Werke setzen: Schreibt ihr die Gedichte selber, wisst ihr nicht, wer sie geschrieben hat oder habt ihr keine Lust, die Quelle anzugeben? Würde mich wirklich mal interessieren, was hiervon selbstgereimt und was abgetippt bzw. aus dem Internet zusammengesucht wurde.

Hier ist jedenfalls noch eins von Augustin Wibbelt (aus dem Internet zusammengesucht). Wer dem Plattdeutschen nicht mächtig ist, möge sich an dem urigen Klang erfreuen.



So mögg ick sien!
So mögg ick sien äs düsse Dag:
So siälenwarm un wiet,
So klaor in minen Üöwerlag
So still un aohne Striet.

De Blomen staoht an Wiägesrand,
Dat Feld ligg vuller Gold
Dorüöwerhiär de Himmel spannt
Sin Telt so blank un stolt.

So mögg ick sien: för annere riek
Un för mi sölwer froh
Den Himmel drüöwer - dann is´t gliek
Of´t so kümp oder so.

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Lady Almancia

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Ramujan]

Danke Ramujan, nachdem ich jetzt mal wieder zum nachlesen gekommen bin, hätte ich genau dies auch angesprochen - wir hatten das ja schonmal in einem der Vorläufer-Threads. Wenn man nicht weiss von wem das Gedicht ist (und da könnte dann vielleicht jemand hier aus dem Thread helfen), oder nicht sagen möchte das es ein eigenes Gedicht ist, sollte man einfach unbekannt drunter schreiben. Dann weiss man wenigstens das der Andere keine Quellenangaben machen kann.
Ich finde es immer gut zu wissen von wem ein Gedicht ist, da man dann ggf. auch nach anderen Werken suchen kann. Vom Respekt gegenüber dem jeweiligen Dichter mal ganz abgesehen

Dann kann ich auch quasi gleich mal Nachtragen:

Glorfindels "Von der Liebe getragen" stammt von Elli Michler *g*



My Voice

Within this restless, hurried, modern world
We took our hearts' full pleasure - You and I,
And now the white sails of our ship are furled,
And spent the lading of our argosy.

Wherefore my cheeks before their time are wan,
For very weeping is my gladness fled,
Sorrow hath paled my lip's vermilion,
And Ruin draws the curtains of my bed.

But all this crowded life has been to thee
No more than lyre, or lute, or subtle spell
Of viols, or the music of the sea
That sleeps, a mimic echo, in the shell.



Vita Nuova

I stood by the unvintageable sea
Till the wet waves drenched face and hair with spray,
The long red fires of the dying day
Burned in the west; the wind piped drearily;
And to the land the clamorous gulls did flee:
"Alas!" I cried, "my life is full of pain,
And who can garner fruit or golden grain,
From these waste fields which travail ceaselessly!"
My nets gaped wide with many a break and flaw
Nathless I threw them as my final cast
Into the sea, and waited for the end.
When lo! a sudden glory! and I saw
The argent splendour of white limbs ascend,
And in that joy forgot my tortured past.

beide von Oscar Wilde
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Glorfindel

Elbenfreund

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Lady Almancia]

In Bezug auf:
sollte man einfach unbekannt drunter schreiben.




alles klar




Glorfindel
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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Glorfindel]

Ein kleiner, einsamer Traum

Ich träume von einer besseren Zeit,
in der ich wirklich frei sein kann ...
ich träume von einer besseren Zeit,
in der ich Lebe, in der ich bin ...

Doch wo bin ich denn, ich weiß es nicht.
ich sehe nur noch grau in grau,
in mir, um mich, überall ...
wo bin ich nur, ... ich weiß es nicht.

Alles was ich bin, ist Einsamkeit,
alles was ich spüre ist nur kalt,
mein Leben hat sich längst verloren,
ich wandle allein entlang des Nichts ...

Doch warum bin ich immernoch hier ...
wo ist die Antwort, wo der Sinn?
Ich wandere zwischen den Welten,
doch in keiner bin ich Zuhaus ...

Ich bin doch nur ein einsamer Träumer,
der von besseren Tagen träumt ...
der wandelt entlang der Welten,
schon seit endlos langer Zeit ...

Ich weiß es nicht, wo gehöre ich hin?
In die Welt unter oder über mir?
Ich weiß nicht ... und wandere weiter ...
endlos scheint mir ... und alles ist grau ...

Graue, endlose Leere, das ist meine Welt,
hier im nirgendwo, im nichts zwischen den Welten,
hier bin ich zuhaus ... und gehe weiter,
gehe, und gehe ... kein Ende in sicht ...

So wandere ich, und träume ...
träume von der Welt, die mein Zuhause war ...
Ich bin doch nur ein kleiner Träumer ...
der träumt von einer besseren Zeit ...

Vielleicht, wer weiß, kommt der Moment,
in der mein kleiner Traum lebendig wird ...
er nach mir greift und mit sich nimmt ...
mich zu dir, zu neuem Leben bringt ...

von T. Kronberg
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Khos

Treuer Hund

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]

Masken
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

Ich habe schon viele
Masken getragen,
aber keine ist so gut
wie mein Gesicht,
denn ohne Maske hat mich
noch keiner erkannt.

Alle haben nach dem Gesicht
hinter dem Gesicht gesucht.
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Khos]

Fluß der Tränen
Heidelind Matthews

Durch einen Schleier aus
Tränen
sehe ich manchmal
das Leben
dort draußen.
Sie kommen ganz
plötzlich
und lassen sich
nicht mehr
aufhalten.

Den Kopf in die Hände
vergraben
ziehen Gedanken
hin und her.

Quälen
Zermürben
Ersticken
mich

Oftmals
stelle ich mich dann
selbst in Frage.

Tränen kullern
fortwährend weiter.
Jahrelanger Kummer
löst sich für den
Augenblick.

Langsam wische ich
die vielen Tränen fort und
fühle mich
ein wenig besser.

Aber bald
erwischt es mich wieder.
Zieht mich hinab in das
Tal der Traurigkeit.

Darum lasse ich sie laufen,
die Tränen
der Trauer und
hoffe
im Kampf gegen sie
einmal der
Sieger zu sein.
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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]


Liebeslied

Wie soll ich meine Seele halten, dass
sie nicht an deine rührt?
Wie soll ich sie hinheben über dich zu andern Dingen?
Ach gerne möcht ich sie bei irgendwas
Verlorenem im Dunkel unterbringen
an einer fremden stillen Stelle, die
nicht weiterschwingt, wenn deine Tiefen schwingen.
Doch alles, was uns anrührt, dich und mich,
nimmt uns zusammen wie ein Bogenstrich,
der aus zwei Saiten e i n e Stimme zieht.
Auf welches Instrument sind wir gespannt?
Und welcher Spieler hält uns in der Hand?
O süßes Lied.

von Rainer Maria Rilke


Geborgenheit und Vertrauen

Geborgenheit basiert auf Vertrauen und führt zur Zufriedenheit
Zufriedenheit führt zum inneren Gleichgewicht
Das innere Gleichgewicht ist die Balance in der Seele
und spiegelt sich in der Liebe wieder.
Die Liebe ist unser Lebenselixier,
ohne Liebe fühlen wir uns
nicht geborgen,
nicht zufrieden,
aus dem Gleichgewicht,
seelenlos
.......................... leer

von Béatrice Wetzel

Geändert durch Tarma (21.04.2004 10:50)

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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]

~ Warum ~

Warum bin ich so blind fürs Licht
Warum seh ich die Wahrheit nur nicht
Warum geht sie in diesen Schädel nicht rein
Warum muß ich schweigen und kann nicht schrein

Warum nur fällt das begreifen so schwer
Warum ist der schmerz tiefer noch als das Meer
Warum besteht die welt in mir nur noch aus Nacht
Warum höhnt mein Herz und spottet und lacht

Warum kann man Gedanken nicht töten, warum
Warum geistern sie ewig in träumen herum
Warum quälen sie mich und geben niemals mehr ruh
Warum schnüren sie bitter die Kehle zu

Warum finde ich nur mein Lachen nicht mehr
Warum ist verlieren so tödlich schwer
Warum nimmt kein Ende all diese Pein
Warum kann nicht endlich nur
Stille sein

von Sylvia


Du hast gelebt, mein Herz

Du hast gehasst, du hast gelogen
Du hast geliebt, Du hast betrogen
Du hast gejubelt, hast gelacht
Du hast mir Unheil oft gebracht
Du hast geschmerzt, du hast geblutet
Du hast dir zu viel zugemutet
Du hast gezweifelt, hast geschrien
Du hast gelitten, hast verzieh'n
Du hattest Pech, du hattest Glück
Du gabst von dir so manches Stück
Du hast vertraut, du hast vergeben
Du wolltest Liebe, wolltest Leben
Du hast gezittert, hast gebangt
Du warst verletzt und du warst krank
Du warst ganz oben und tief unten
Du warst betrübt und du schlugst Wunden
Du hast gehofft, du hast geflucht
Du hast dir einen Weg gesucht
Du hast gewünscht, du hast geträumt
Du hast gefühlt, du hast versäumt
Du warst vergiftet, voller Neid
Du trugest Schwarz und Trauerkleid
Du warst verliebt, du warst verloren
Du lagst mir ständig in den Ohren
Du warst voll Sehnsucht
Und voll Schmerz
Du hast gelebt
Mein Herz

Nun schweigst du still
In eisig leerer Ruh
Du machst mir
Angst
Mein Herz

von Sylvia
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Eponine

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

Don't let the miles between us, dear, keep our love apart. Just listen close and you will hear the beating of my heart.
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Eponine]

Der einsame Nebel
von Sarah Barke

Kein sanfster Kuss auf meiner Wange
kann mir geben, was ich brauch.
Auch nicht das Liebkosen meiner Lippen,
alles versteckt in blauem Rauch.

Der Nebel trägt es fort,
ich glaube wir vergaßen.
Denn es verschwindet immer mehr,
was wir einst so warm besaßen.

Und so verbreitet sich die Leere
und hüllt mich darin ein.
Ja, verschlingt mich mit dem Nebel
und ich fühle mich klein.

Mein Herz hörte auf zu lieben,
ließ sich betäuben von dem Schmerz
und von der kalten Einsamkeit.
Ich trauer um dich, Herz!

Ich finde keinen Schlaf
und weine in der Nacht.
Ich höre eine Stimme im Nebel,
die leis über mich lacht.

Ich suche, sie zu finden
und der Nebel lichtet sich
und ich seh die spottende Gestalt,
doch sie sieht aus wie ich.

Auf einmal wird sie ernst,
schweigt und kommt mir nah.
Dann verschwindet sie im Nebel
und das Lachen ist nicht mehr da.

Und mit ihr geht auch der Nebel,
lässt mich stehn hier ganz allein.
Dieser leere Raum und ich versteh,
der Nebel sollte Schutz für mich sein.
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Ertai

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

aus Goethes "Faust"

Es war ein König in Thule
Gar treu bis an das Grab,
Dem sterbend seine Buhle
Einen goldnen Becher gab.

Es ging ihm nichts darüber,
Er leert ihn jeden Schmaus;
Die Augen gingen ihm über,
So oft er trank daraus.

Und als er kam zu sterben,
Zählt´ er seine Städt im Reich,
Gönnt´ alles seinem Erben,
Den Becher nicht zugleich.

Er saß beim Königsmahle,
Die Ritter um ihn her,
Auf hohem Väter-Saale,
Dort auf dem Schloss am Meer.

Dort stand der alte Zecher,
Trank letzt Lebensglut,
Und warf den heiligen Becher
Hinunter in die Flut.

Er sah in stürzen, trinken
Und sinken tief ins Meer,
Die Augen täten ihm sinken,
Trank nie einen Tropfen mehr.
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Felidays

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Ertai]

Anders
soll so vieles sein.
Auch du selber
Sagst du
So willst du es.
Doch was,
Wenn in all der Veränderung
die Verbesserung
dennoch ausbliebe
und stattdessen etwas verloren ginge -
etwas wertvolles.
Du.

(?)
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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Felidays]

Schwestern

Schwestern sind sie mir geworden
Ihre Namen kenne ich gut
Treue Wegbegleiterinnen
Eine davon ist die Wut

Eine andere heißt Zweifel
Die dritte, die heißt Traurigkeit
Folgen stets treu meinen Spuren
So wie Schwester Einsamkeit

Eine hab ich, die heißt Trauer
Geht mit Verzweiflung Hand in Hand
Untrennbar sind wir verbunden
Durch der Schwestern starkes Band

Viele davon sind die Tränen
Eine nennt sich Dunkelheit
Manche Schwestern sind die Träume
Eine heißt Vergänglichkeit

Viele gibt es noch, zu viele
Deren Namen ungenannt
In des Herzens stille Kammern
Auf ewig sind sie dort verbannt.

Eine, fast vergessen schon
Ihr Name war wohl Glück
Schon lange ist sie fort von hier
Ich hoff', sie kommt zurück.


(c)by Sylvia

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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]

Finsternis
von Kai Bresching

Ein düst’rer Gang
Am Ende der Strasse
Der helle Mond
Zeigt mir den Weg
Ich tret’ hindurch
Erkenne einen Schatten

Er steht allein
Bewegt sich nicht
Ich trete näher
Doch sehe niemanden
Zu dem der Schatten passt
Und schau mich um

Kein Mensch weit und breit
Wo kommt er her?
Aus dem Nichts
In das Nichts?
Und wieder schaue ich ihn an
Den Schatten, der vor mir steht

Er dreht sich um
Und schaut mich an
Kann nicht erkennen
Wer er ist,was er denkt
Doch langsam merke ich
Wie der Schatten weint

Ich sehe eine Träne
Wie sie im Mondschein glitzert
Sie rollt an ihm herab
Eine Träne der Einsamkeit?
Der Schatten streicht
Mit der Hand über meine Wange

Ich schliess meine Augen
Geniess den Augenblick
In welchem der Schatten
Mein Gesicht berührt
Sanft streichelt sie mich
Die Hand des Schattens

Ich fühle nichts mehr
Und öffne meine Augen
Der Schatten ist fort
Ich schau mich um
Kann nichts erkennen
Ausser eine Träne
In meiner Hand
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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]


Die Farben der Freundschaft

Meine Freundschaft ist Liebe, nur ohne Schwingen
Sie braucht nur Vertrauen, um zu gelingen
Deine Freundschaft ist Farbe in meinem Leben
Für die ich so vieles bereit bin zu geben
So hell wie ein Regenbogen aus warmem Licht
So unendlich wertvoll, zerbrich sie nicht

Gelb ist die Eifersucht, mit ihr fang ich an
Gelb ist der Neid, der alles zerstören kann
Doch Gelb ist auch Fröhlichkeit, so lange vermisst
Gelb ist die Sonne, die du für mich bist
Und auch dein Lächeln in dunklen Stunden
Das so viel Kraft gibt, wenn die Seele zerschunden
Der Klang deiner Stimme in meinen Ohren
Wenn ich schon allen Mut hab verloren

Blau ist der Ozean, ein Meer voller Tränen
Für die ich mich niemals bei dir mußte schämen
Blau ist die Treue, das Zueinanderstehen
Auch einen bitteren Weg miteinander zu gehen
All die Stolpersteine zu überwinden
Und immer wieder zueinander zu finden
Sich öffnen zu können mit Fehlern und Schwächen
Nicht lügen zu müssen und auch nichts versprechen

Rot ist die Liebe, die einander verbindet
Rot ist die Nähe, die man sich gibt und auch findet
Rot ist deine Wärme an eiskalten Tagen
Zwei offene Arme, die nicht erst lang fragen
Die immer da sind, die trösten und halten
Die auffangen, wärmen und niemals erkalten
Wenn die Welt um dich will einfach verblassen
Ein Freund wird dich trotz alledem nie verlassen

Grün ist die Hoffnung, die wir noch verspüren
Einander nie aus den Augen zu verlieren
Grün sind die Ruhe, die Kraft und der Glauben
Wenn wir es nicht wollen, wird niemand sie rauben
Auch wenn's manchmal weh tut und Wunden schlägt
Von denen man glaubt, daß man sie nicht erträgt
Der Schmerz kann der Preis sein, doch er ist es wert
Für all das Schöne, das einem Freund widerfährt

Die Farben der Freundschaft, so rein und so klar
So zerbrechlich und kostbar und doch so wahr
Wie ein Regenbogen aus Farbe und Licht
Was auch immer geschieht, vergiss sie nicht

von Syliva
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]

Sterbendes Herz
von Angela Gabel

Wie viel Schmerz
kann ein Herz tragen, das liebt
wie viel hält es aus bis es bricht?
Wie viele Verletzungen
kann es überstehen
bis es endgültig erlischt?

Kann Liebe wirklich
so grenzenlos sein
dass jedes Leid sie erträgt
und dass sie trotz Kummer
Angst, Schmerz und Pein
endloses Leid erträgt?

Wir sind nur Menschen
mit menschlichem Herz
und nicht immun
gegen Kummer und Schmerz
und wenn Leid unermesslich
dann stirbt unser liebendes Herz...
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

Der Schrei
von Angela Gabel

er möcht´ heraus aus mir
der Schrei, der eingesperrt
in meinem Herzen sitzt
manchmal
da piepst er leis
und manchmal etwas lauter
doch richtig heftig
wie er gerne wollte
traut er sich nicht
denn tät er es
dann ständ er da
ganz nackt und bloß
und wüsst nicht zu begründen
mit klugen Worten
warum
denn er sitzt einfach nur
ganz tief im Herzen
und will raus.......
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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

~ Testament ~

Mein Herz vergrab ich irgendwo
im Schatten, wo es kühl und still sich
von der Wärme trennt, die es einst barg
und netz‘ es silberhell mit Tränen,
die ich vergoß, als es einst starb.

Gedankenfeder schabt und kratzt
über Papier, das brüchig nun, doch Leben nannte
sich dereinst. Zerfallen ist zu Staub der Mut
und auch der Wille, der mich auf leichten Flügeln zwar,
doch nie dem Ziel entgegen trug.

Und was vom Leben übrig blieb,
wird aussortiert, doch weder Ding noch Sache
besitz‘ ich, was zu teilen lohnt
nur Schweigen und ein ungesproch‘nes Wort
und einen Traum, der mir im Herzen wohnt.

Nicht mehr als eine dünne Spur
von Tränen bleibt, doch schnell vergessen
ist bald auch sie - verweht, zerschellt,
nicht einmal mehr Erinnerung, mein Rufen
war viel zu still für diese laute Welt

Schweigend lausch ich dem Widerhall
von Worten, die nie die Lippen mir berührt
und es verhallt, nur in Gedanken stumm gesagt,
nun in der Grabesstille meiner Träume
was auszusprechen nie gewagt

Nichts bleibt zurück, kein Wort, kein Licht,
kein Schatten mehr, doch träumt vielleicht
dort draußen dann ein freier Geist
Gedanken weiter und den Traum,
den ich geträumt, der Leben heißt.

von Sylvia
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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]


Nicht alle Schmerzen sind heilbar,
manche schleichen sich tiefer und tiefer ins Herz hinein
und während Tage und Jahre verstreichen
werden sie zu Stein

Du sprichst und lachst, als wenn nichts wäre
sie scheinen zerronenn wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
bis in den Traum

Der Frühling kommt mit Wärme und Helle
die Welt wird ein Blütenmeer
aber in meinem Herzen ist eine Stelle
da blüht nichts mehr


Ricarda Huch
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Nìthiel

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]

Was fühlst du wenn der Regen fällt?

Sind es ungeweinte Tränen, die der Himmel für dich vergießt?
Ist es das perlende Lachen der Elfen, dessen Schönheit die Wolken zum Weinen bringt?
Ist es nur Nässe?

Was fühlst du, wenn dir ein Ast über das Gesicht und durch die Haare streicht?

Ist es die zärtliche Liebkosung eines Geliebten, den du nie trafst?
Ist es das Lächeln deines Engels?
Ist es nur lästig?

Was fühlst du, wenn dir der Duft eines blühenden Baumes in die Nase steigt?

Ist es das, was dich innehalten lässt?
Ist es das, was in deinen Augen das sehnsüchtige Schimmern aufsteigen lässt?
Ist es unbemerkt und flüchtig?

Was fühlst du, wenn ein Stern fällt?

Was fühlst du, wenn weiße Blüten in der Dunkelheit leuchten?

Was fühlst du, wenn der Regen fällt?

Fühlst du, wenn du mich siehst?
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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Nìthiel]

Stille Nacht

Lange Zeit in dunkler Nacht
Ohne Licht nur still verbracht
Wort behütet, Herz bewacht
Feuer, das ich einst entfacht
spottet nur noch, höhnt und lacht
hat mich um den Verstand gebracht
Wohl tausendmal im Kreis gedacht
Nun messerscharf den Treffer macht
Die Klinge, die ich selbst vollbracht
Stummer Schrei weht durch die Nacht
Schwarzer Strudel zieht ganz sacht
und reisst hinunter dann mit Macht
wirbelt mich fort
in Stille Nacht


Tränen graben Pfade tief

Der Traurigkeit
kristallklare Rinnsale
auf bleichen Wangen

wie schimmernde Tautropfen
spinnwebschleierzart
im Morgenlicht

Sehnsucht
furcht salzige Bäche
ins Trümmerfeld verletzter Seelen

Tränen graben Pfade tief
in die Splitter zerrissener
Herzen


von Sylvia
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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]

Seelenverwandschaft


Seelenverwandschaft
heißt nicht nur
sich blind
zu vertrauen
und miteinander zu leben,
sondern füreinander.

Ich lebe auch für dich,
sehe mich
als Begleitung,
auf all deinen Wegen.

Bin lichtspendende Fackel
wenn es dunkel
um dich wird,
um dir den Weg zu weisen.

Ich bin dein
Heimathafen
in stürmischen Zeiten.

Die Hand
die deine hält.

Bin die Seele
am anderen Ende.


Mit meinem Herzen bin ich immer bei Dir, egal was passiert du bist nicht alleine
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]

Die Falle...
von Heike Kijewsky

Wann ist der Mensch wohl etwas wert? -
frag’ ich mich jeden Tag.
Wenn er ein tolles Auto fährt
und „große Dinge“ sagt?!

Der Mensch wird reduziert auf Arbeit
und was er sonst noch alles schafft.
Keiner fragt je nach den Gefühlen,
das, was ihn wirklich zum Mensch macht.


~*~*~*~


Tränen der Dunkelheit
von Silvia Schleue

Wie viele Tränen weint man,
wenn niemand da ist?

Wie viele Tränen weint man,
wenn man wieder vor einem Berg steht, der so hoch ist, das seine Spitze in Wolken gekleidet ist?

Wie viele Tränen fließen,
wenn die Einsamkeit an einem hoch kriecht?

Wie viele Tränen fließen,
wenn man Angst hat, es nicht zu schaffen?

Wie viele Tränen trocknen,
und niemand weiß davon?

Wie viel Tränen trocknen in der Dunkelheit?
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

Dank an einen Freund...
von Mik Baehr

Ich möcht´ Dir heut auf diesem Wege,
von Herzen DANKE sagen,
dass Du immer zu mir stehst -
auch an schlechten Tagen,
dass Du mich annimmst, wie ich bin,
ohne viel zu fragen
und mir wortlos dabei hilfst,
jede Last zu tragen!

So hoffe ich, es geht Dir gut -
jetzt und alle Zeit,
doch wenn DU jemals Hilfe brauchst,
so stehe ich bereit!
Auf allen meinen Lebenswegen,
bis in die Ewigkeit,
werd´ ich Dich tief im Herzen tragen,
voller Dankbarkeit!


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Immortal

HIS Royal Grimness

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

Immer weniger,
es wird leiser,
alles schwindet,
nichts ist mehr klar.

Keine Kraft,
der Mut fort,
ich entfremde,
bis alles verglimmt.

Niemand da,
der noch will,
ich bleibe zurück,
und spüre nichts mehr.

Ich muss fort
weit weg,
bis ich vergesse,
und von vorne beginnen.

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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Immortal]

@immo: von wem ist dein gedicht? hat es keinen titel?

~*~*~*~

Tränen
von Anne Henschel

Tränen laufen über dein Gesicht
dich ihrer schämen, das brauchst du nicht

Tränen befreien, lass sie nur raus
sieht auch alles so hoffnungslos aus

Sprich doch aus, was dich so quält
sag, weinst du, weil dir die Hoffnung fehlt?

Sag, was hat dir so wehgetan
dreh dich doch um, schau bitte mich an

Du weißt, ich bin auch heute für dich da
so wie es doch eigentlich immer schon war

Ich lass dich mit deiner Traurigkeit nicht allein
werde so lang du mich brauchst, bei dir sein

und wenn wir auch reden die ganze Nacht
ist es nicht das, was unsre Freundschaft ausmacht?

Du siehst nur deinen Scherbenhaufen
so viel auf einmal ist schiefgelaufen

Komm, wir kehren zusammen die Scherben
es kann doch nur wieder besser werden

Auch wenn im Moment alles so dunkel ist
vergiß nie, dass du ne Kämpferin bist

[...]

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Immortal

HIS Royal Grimness

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]



Das is von mich und hat keinen Titel ...
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Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Immortal]

Frei von Ängsten

Das Leben ist voll mit Ängsten.
Die Angst vorm Leben, vorm Alleinsein, vor Schmerzen und vor dem Sterben.
Ängste, die sich zu einem Berg türmen.
Ich möchte frei sein, frei von Ängsten.
Ich besteige den Berg.
Oben angekommen, schaue ich ins Tal.
Ich habe Angst.
Angst davor, loszulaufen, Angst davor meine Arme wie Flügel auszubreiten, Angst zu fliegen.
Ich nehme allen Mut zusammen und laufe los,
breite meine Arme aus und springe hinab.
Ich fliege - alle Ängste sind wie weggeblasen.
Alles ist auf einmal so unbedeutend, so klein. Eine himmlische Stille, unterbrochen von Rauschen des Windes, der sich um meinen Körper windet.
Das erste Mal frei von allen Ängsten.
Ich fühl mich frei wie ein Vogel.
Keine Angst
Keine Angst vor der Landung
Einfach nur frei!

(Bernd Hoffmann)

so long,

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Tarma

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Avatar]

~ An einen Träumer ~

Ein Träumer bist du, sie nennen dich anders
Sie schimpfen dich Spinner, doch du bist ein Poet
Läufst barfuß durchs Gras, den Kopf in den Wolken
Hast manchmal Ideen, die keiner versteht

Sie stempeln dich ab und sie fällen ihr Urteil
In ihren Augen bist du ein kleiner Skandal
Du lässt dich nicht biegen, suchst dir eigene Wege
Doch das passt nicht in ihr Gesellschaftsideal

Du starrst durch das Fenster auf die Welt dort draußen
Die jeden einzwängt in ihr starres Gerüst
Die Gedanken genormt und die Träume getötet
Und du zweifelst manchmal, weil du anders bist

Du siehst die Welt mit deinen eigenen Augen
Suchst den Sinn und das, was sie lebenswert macht
Mit offenem Herzen träumst du zu den Sternen
Siehst so viel schönes, doch wirst nur ausgelacht

Ein Spinner bist du, ein Rebell und ein Träumer
Du hältst ihnen den Spiegel der Wahrheit ins Gesicht
Doch sie kennen nur Lügen, nur Gleichheit, nur Normen
Was du ihnen zeigst jedoch sehen sie nicht

Mach die Augen weit auf und schau empor zu den Sternen
Mutig leb' deine Träume, nimm dein Herz in die Hand
Lass dich niemals zerbrechen, niemals biegen, nie beugen
Und bleib der, der du bist, mit Gefühl und Verstand

Dann ist's nicht unmöglich, diese Freunde zu finden
Die dich einfach nehmen, genau so wie du bist
Die dich verstehen und mit dir deine Träume teilen
Die dich lieben, weil du ein Träumer bist

Hör nicht auf die Anderen, sie sind arm weil sie Dich niemals so kennen werden wie ich. Du bist etwas Besonderes und lass Dir niemals etwas anderes einreden
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tarma]

Gefühllos
von Daniel Heinen

Allein - oder doch nicht?
Einsam - vielleicht!
Wer weiß,
denn zuweilen könnte es gar sein,
dass ich allein,
einsam,
wie auch immer,
sein will.
Was weiß ich?
Kannst du´s mir sagen,
was ich will,
wenn ich starre auf Fleisch,
wenn ich selber nur noch Fleisch sein will...
Ohne Gedanken.
Verflucht,
zu verfallen,
zu begehren,
zu gieren...
Mehr noch als das,
denn wer weiß schon,
ob ich noch bedingungslos lieben könnte -
eine Einzige vor allen anderen.
Ich,
das ist sicher,
weiß es nicht...
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Tassaya

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

If...
Rudyard Kipling

If you can keep your head when all about you
Are loosing theirs and blaming it on you,
If you can trust yourself when all men doubt you
But make allowance for their doubting too;
If you can wait and not be tired by waiting,
Or, being lied about, don't deal in lies,
Or, being hated, don't give way to hating,
And yet don't look too good, nor talk too wise:

If you can dream -- and not make dreams your master;
If you can think -- and not make thoughts your aim;
If you can meet with Triumph and Disaster
And treat those two impostors as the same;

If you can bear to hear the truth you've spoken
Twisted by knaves to make a trap for fools,
Or watch the things you gave your life for, broken,
And stoop and build'em up with worn-out tools:

If you can make one heap of all your winnings
And risk it on one turn of pitch-and-toss,
And loose, and start again at your beginnings
And never breathe a word about your loss;

If you can force your heart and nerve and sinew
To serve your turn long after they are gone,
And so hold on when there is nothing in you
Except the will which says to them: "Hold on!"

If you can talk with crowds and keep your virtue,
Or walk with Kings -- nor loose the common touch,
If neither foes nor loving friends can hurt you,
If all men count worth you, but none too much;

If you can fill the unforgiving minute
With sixty seconds' worth of distance run,
Yours is the Earth and everything that's in it,
And -- which is more -- you'll be a man, my son!
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Centaurea

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Tassaya]

Der alte Archivar.

Im kühlen Gewölbe, aufs Pult gebückt,
so weltverloren, so weltentrückt,
sitzet und forschet, wie manches Jahr,
also auch heute der Archivar.

Das Aug' ist müd, und ihm schwimmen die Zeilen,
da faltet die Hände der alte Mann
und sinnt, wie so flüchtig die Jahre enteilen
und wie sein eigenes Leben verrann.

Sie haben sich draußen gehetzt und gejagt,
und haben sich mit dem Ehrgeiz geplagt,
und haben die Spanne der Erdenzeit
geachtet für eine Unendlichkeit.

Er wußte das anders, der Archivar;
denn er sah immer, was vor dem war.
Und an dem, was immer und immer gewesen,
war seine Seele zum Frieden genesen.

Was den andern die Vergangenheit,
das war ihm jüngstverflossene Zeit,
und was die Vielen noch nie gesehen,
er wußt' es: war immer und immer geschehen.

Die bunten Lappen der Erdenpracht,
sie sanken vor ihm in Staub und Nacht -
und von manch Kaisers vergilbter Hand
blies er gelassen ein Restlein Sand.

Doch hat er in all dem Kommen und Gehen
den Kern der Wahrheit schimmern gesehen,
und weiß es fürder unbeirrt,
was bleibend gewesen und bleiben wird.

Und wenn ihm vollends die Feder entsinkt,
dieweil es bienieden zum Ende geht,
wenn die letzte Recherche am Ziele steht
und von ferne die höchste Entschließung winkt -
dann senkt er die Augen und bündelt in Ruh'
den Akt des Lebens und schnürt ihn zu.

*
Und hieß' es etwa nach einiger Zeit:
"Geh wieder zur Erde" - so wär' ihm das leid.
Doch brächte ihn dann ein Engel darnieder
und sagte: "Nun wähle dein Glück!" -
Er ginge in sein Gewölbe zurück
und würde fürwahr
das zweitemal wieder
ein Archivar.

August Sperl

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Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Centaurea]

I’m caught in the night
Got no place to hide
Reality’s finally come,
Drowning my dreams.
And I see
History repeating itself.

There’s darkness all around me,
Shadows striding, nightmares haunt me.
The candle of life is flickering
The reaper awaiting
And I see
That end is only a heartbeat away.

There’re Hand’s trying to reach me,
Friends who’d never leave me.
But there’s a wall of darkness
Cutting me from life.
And I can’t see anymore.

Nothing but the darkness.



so long,

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Lenamellona

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Avatar]

Sing little voice
So deep inside me
Tell me things
I never dreamt of

Of a sun
That doesn't burn
Of a love
That doesn't hurt
Of a time
That doesn't end
Of a life
That doesn't fail

Sing little dreamer...
Don't notice
I don't believe you
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Lenamellona]

...wenn die Nacht kommt
von Heike Kijewsky

Teddy, wo bist du?!
Bitte komm’ her
und leg’ deine Pfötchen fest um mich,
denn wenn die Nacht kommt...

Teddy, wo bleibst du?!
Bitte komm’ her
und brumm’ was Liebes,
denn wenn das Licht ausgeht...

Teddy, wo bist du?!
Bitte komm’ her
und bewache meinen Schlaf,
denn wenn die Nacht kommt...

dann brauche ich
dich am meisten...


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Schatzzz

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

Das Letzte Liebeslied

Ein Ende dem, der endlich spricht
und letztlich gibt den Worten Kleid,
die mehr als alles andere
ein Anstoß sind für Einsamkeit.

Ein Ende dem, der endlich sagt,
was niemand sagen konnt' zuvor,
weil jeder, der die Worte hört,
das Lächeln und den Mut verlor.

Ein Ende dem, der endlich schreibt,
worauf es keine Antwort gibt,
was Tränenfluß und Schmerz entfacht.
Ein Ende dem, der nicht mehr liebt.

Der Himmel gar, der sonst so schön,
wo Regen fällt und Sonne scheint,
der schmilzt nun letztes Glück hinweg,
wenn man nicht denkt, dass er grad' weint.

Wie jedes Lachen, jedes Lied,
das sonst das Herz mit Freude speist,
zu dieser Zeit, an jedem Ort,
es dir aus deinem Leibe reißt,

So sehr entmutigt Blütenduft
und alles, was man schön benennt,
den Wurm, der in der Asche kriecht,
die stetig wieder neu entbrennt.

Ein Ende dem, der nun belacht,
was dem Verwundeten so quält,
der abläßt nicht von Folterei
und spielerisch die Seufzer zählt.

Ein Ende dem, der nicht begreift,
wie Kummer sich durch jenen frißt,
den man daran erinnert, wie
zermürbend seine Lage ist.

Ein Ende dem, der weiterträgt,
was welkt, bevor im Wind es wiegt,
dank Sonne oder Wasser blüht.
Ein Ende dem, der niemals liebt.

Nun plagt der Gram das Kind im Staub,
das nicht die Kraft hat, aufzusteh'n,
in dem nicht mehr der Wille wohnt,
Licht in der Dunkelheit zu seh'n.

So stirbt ein Stern, der nächste folgt.
Was folgt ist Nacht, für Ewigkeit,
weil Wille fehlt und Kraft und Mut
und nichts mehr übrig bleibt als Leid.

Im Nichts der ewig schwarzen Nacht
bleibt nur noch das, was man verspürt.
Wind über feuchte Tränen streicht
und helfend Hand, die dich berührt.

Ein Ende dem, der nicht vermag,
nach Trauer wieder aufzusteh'n,
den Kopf emporzustrecken und
den neuen, ersten Schritt zu geh'n.

Ein Ende dem, der ohne Schluß
beweint, was er verloren hat,
dem Zeit nicht hilft, und Freundeshand,
zu lächeln des Verzweifelns statt.

Ein Ende dem, der nie erlernt,
dass es für alles Zeiten gibt.
So auch die Zeit zum Neubeginn.
Ein Ende dem, der ewig liebt.
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Angelién

Nightshadow

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Schatzzz]

How do I thank you?
unbekannter Verfasser

How do I thank you?
When I was walking towards you
I wanted to smell the fragrance of a flower
But you gave me a blooming garden
How do I thank you?
When I was walking towards you
I wanted to watch a lonely star
But you gave me a starry sky
How do I thank you?
When I was walking towards you
I wanted to listen to the flow of a wave
But you gave me a wavy ocean
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Tassaya

Gefährte

Re: Der Gedichte-Thread [Re: Angelién]

Sterne und Träume
Markus Bomhard

Weißt Du noch,
wie ich Dir die Sterne vom Himmel
holen wollte,
um uns einen Traum zu erfüllen?
Aber
Du meintest,
sie hingen viel zu hoch ...!
Gestern
streckte ich mich zufällig
dem Himmel entgegen,
und ein Stern fiel
in meine Hand hinein.
Er war noch warm
und zeigte mir,
daß Träume vielleicht nicht sofort
in Erfüllung gehen;
aber irgendwann ...?!

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Angelién

Nightshadow

Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Tassaya]

Alptraumerwachen
von Angela Gabel

Hämisch grinsende Gesichter
umkreisen mich
greifen mit langen Fingern
ziehen mich
in alle Richtungen
unheimlich schaurig
tönen ihre kreischenden Stimmen
ihr grausames Lachen
ich rufe nach dir
rufe um Hilfe
sehe dich
hinter den Unheilsgestalten
reglos stehst du da
willst meine ausgestreckte Hand
nicht sehen
meine Schreie nicht hören
nachdem ich dir folgte
ins unbekannte Land
nun bleischwer
bewegungsunfähig
gefangen in den Klauen
dieser Alptraumgestalten
die mich zerreißen
und mir das Herz
heraus schneiden
schweißnass erwache ich
unruhig nach dem
Lichtschalter suchend
mit laut pochendem Herz
froh, dass alles nur
ein Traum war
doch mit der
grausamen Gewissheit
dass nicht
diese Traummonster es waren
dir mir die meiste Angst
verursacht haben
sondern dieses Gefühl
der unendlichen Verlassenheit
und des Alleingelassenwerdens
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Illyria

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Angelién]


Emotionally - by me

I don't know how this started
It wasn't the fist look for sure
And it wasn't the first word as well
Could it have been the first touch? I don't know.
All I know is that I tried not to fall
but then I tripped and got involved
emotionally

I fell into an ocean of emotions
I tried to swim but soon I drowned
in all this feelings that felt so new
Suddenly they where there, and I don't know how.
All I know is that I tried to reach the shore
but I couldn't make it and got involved
emotionally

I have all these questions I don't dare to ask
How can something be so wonderful
and terrifying at the same time?
I fly so high. To heaven? I don't know.
All I know is, that I don't want to come down
and because of this I got involved
emotionally

And now I see into you eyes
and I fell like the world stands still
Your touch lingers on my skin
And your breath sends shivers over my neck
And all I know is that I fell for you
Only for you I got involved
emotionally
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Illyria]

I Love You My Friend
Author Unknown

I got your back, you got mine.
I'll help you out anytime.
If you agree to never fight, it
wouldn't matter who's wrong or right.

If a broken heart needs a mend,
I'll be right there to the end.
If your cheeks are wet from
drops of tears, don't you worry,
let go of your fears.

Hand in hand love is sent,
We'll be friends till the end.


~*~*~*~


Friend
by Barbara Ann Smith

Friend, did I ever tell you,
how much you mean to me?
you're a special part of me.
You listen when I'm hurting.
You're there when I'm down and out.
You listen when I rattle about
things you know nothing about.

You always reach out,
to lend a helping hand.
Never get upset when I make a demand.
You'll come in the night or
at the crack of dawn.
Never complain or falter when I call.
You're always there, that famous grin,
giving of yourself to your friend.

You're true and mean the world to me,
I couldn't imagine life without
"you and me" friend.
You're "special", one of a kind.
I'm glad you are a friend of mine.
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Immortal

HIS Royal Grimness

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Angelién]

Thank you.
by Ryan Waege

I could write for hours,
Use the finest words in Webster's,
Fill pages upon pages with verse -
Only two words are needed,
Two words are everything I want to say:

Thank you.

Two words, two syllables
So tiny,
In these words I say so many things -
You are very special,
Holding my hand when the world is too much,
Hugging me when I can not bear life:

Thank you.

I have shown you my heart of hearts,
The person inside I am afraid to reveal.
Your sweet words and sweet face,
Bringing me back from the edge,
All I can do is . . .

Thank you.
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Immortal]

Always
by Tara Simms

When you need a shoulder to cry on,
Remember that I have a warm embrace,
Ready to offer comfort.

When you think I'm being too tough,
Remember that which does not kill you
Makes you stronger.

When you need a friend to listen,
Remember that I am here for you,
Always.

When you doubt me,
Remember that I once knelt at your feet,
Washing them in service to you.

When you lose faith in yourself,
Remember that I never did,
Nor ever will.



~*~*~*~


How I wish...
by Daniel Ratzeburg

How I wish we would be stars
stars, that shine forever
stars, that keep on burning every single night

Some kind of existence, far beyond control
crossing the sky, passing the darkness
as birds reach the amazing sun

How I wish this life would be a dream
all the negative thoughts would end,
just when you awake

How I wish this life would just have one sense
to keep looking forward each day
a journey to something beautiful

How I wish all the flowers will last forever
all the passion will not die
while we keep on dwelling like birds in the sky
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Centaurea

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Angelién]

Für mehr Deutsch im Forum...


Die Prinzen: Mein bester Freund

Mein bester Freund das ist nicht irgendwer
Mein bester Freund ist immer auf der Hut
Mein bester Freund das ist nicht irgendwer
Mein bester Freund ist Robin Hood

Denn er kämpft immer gegen das Unrecht in der Welt(3x)
gegen das Unrecht in der Welt

Mein bester Freund das ist nicht irgendwer
mein bester Freund ist keiner von den Stones
mein bester Freund das ist nicht irgendwer
mein bester Freund ist Sherlock Holmes

Denn er kämpft immer gegen das Unrecht in der Welt (3x)
gegen das Unrecht in der Welt

Mein bester Freund das ist nicht irgendwer
mein bester Freund das bist nicht etwa du
mein bester Freund das ist nicht irgendwer
mein bester Freund ist Winnitou

Denn er kämpft immer gegen das Unrecht in der Welt (3x)
gegen das Unrecht in der Welt

Doch leider sind die Freunde alle tot
und das ist für mich sehr schwer
leider sind die Freunde alle tod
es waren meine Vorbilder

Deshalb kämpf ich jetzt gegen das Unrecht in der Welt (3x)
gegen das Unrecht in der Welt

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Tar_Minyatur

Torraumabseits

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Centaurea]

Die Geschichte vom Daumenlutscher - von Heinrich Hoffmann

"Konrad!" sprach die Frau Mamma,
"Ich geh aus und du bleibst da.
Sei hübsch ordentlich und fromm.
Bis nach Hause ich wieder komm'
Und vor allem, Konrad, hör!
Lutsche nicht am Daumen mehr;
Denn der Schneider mit der Scher'
Kommt sonst ganz geschwind daher,
Und die Daumen schneidet er
Ab, als ob Papier es wär'."


Fort geht nun die Mutter und
Wupp! den Daumen in den Mund.


Bauz! Da geht die Türe auf,
Und herein in schnellem Lauf
Springt der Schneider in die Stub'
Zu dem Daumen-Lutscher-Bub.


Weh! Jetzt geht es klipp und klapp
Mit der Scher' die Daumen ab,
Mit der großen scharfen Scher'!
Hei! Da schreit der Konrad sehr.
Als die Mutter kommt nach Haus,
Sieht der Konrad traurig aus.
Ohne Daumen steht er dort,
Die sind alle beide fort.
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Khos

Treuer Hund

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Tar_Minyatur]

Don't do it
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

Don't you look at me like that, you know,
it's just my doormate face.
Keep on walking up and down, but
don't you dare come close again.
You hurt me once, the cut is deep.
You hurt me twice, it's not forgotten.
You broke my hope, and all what's left,
empty words, empty faces,

Don't you talk with me like that, you know,
it's just my weekend mood.
You had your fun, I had the blame.
And once again, it's all the same,
I heard this words before, you know,
it were your lips, your lies.
I had the time to recognise.
My proud, my trust, is that the price?
Won't pay it twice. Won't pay it twice!
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Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Khos]

Leere Seele, fahler Blick,
vor mir der Abgrund,
kein Weg zurück.

Ein Schritt bloß
trennt mich vom wahren Leben,
doch geh ich noch nicht los.
sollte es da doch noch was geben?

Ich seh mich um,
blicke auf und nieder,
im Dunkln drüben
sehe Schatten ihre Kreise ziehn
und doch gehn sie wieder.
["Alex"]

Du dürstest und hungerst
in der vagen Erwartung
einer Sonnennahrung
die dich so durchlichtet
daß dein Schattenselbst
der Finsternis den letzten Raum nimmt
[Christa Schyboll]



so long,

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Khos

Treuer Hund

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Avatar]

An einen Vampir
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

Es ist meine Zeit,
die Du verbrauchst,

meine Liebe,
an der Du Dich labst,

mein Leben,
das Du mir nimmst,
Stück für Stück,

meine Hoffnung und mein Glück,
die Du verblassen läßt,
freudlos grau.

Langsam saugst Du mich aus,
gierig auch noch auf den
letzten Tropfen Lebenslust,
läßt mich zurück,
nur noch Maske,
deren tote Augen
sinnlos starren.

Doch freu Dich nicht zu früh
ob Deines Sieges.
Siehst Du den Vogel
dort oben am Himmelszelt?
Meine Seele bekommst Du nicht.
Nein. Seine Seele bekommst Du
nie!
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Khos]

Cage Inside Me
Natalie Weinke

Darkness is all I see
And darkness is all I feel
I don’t know how to get out of this
On my own
‘Cause nobody knows,
What’s going on
All they see is the smile on my face
But not the cage inside me
With no door and no way out
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Angelién]

~ Warum ~

warum bin ich so blind fürs licht
warum seh ich die Wahrheit nur nicht
warum geht sie in diesen schädel nicht rein
warum muß ich schweigen und kann nicht schrein

warum nur fällt das begreifen so schwer
warum ist der schmerz tiefer noch als das meer
warum besteht die welt in mir nur noch aus nacht
warum höhnt mein herz und spottet und lacht

warum kann man gedanken nicht töten, warum
warum geistern sie ewig in träumen herum
warum quälen sie mich und geben niemals mehr ruh
warum schnüren sie bitter die kehle zu

warum finde ich nur mein lachen nicht mehr
warum ist verlieren so tödlich schwer
warum nimmt kein ende all diese pein
warum kann nicht endlich nur
stille sein




(c) 2003 by Sylvia

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Seraphim

Nightmare

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Zaodin]

Eisprinzessin

Bewegungslos stehst du dort,
in einem Eisblock von mir fort.
Erfroren ist dein Herz schon lange,
gefrorene Tränen rollen über deine Wange.

Starr durchbohren mich deine Augen,
die mir langsam alle meine Kräfte rauben.
Mich nur noch dich stehen sehen,
nur mit dir wollte ich einst meine Wege gehen.

Doch schwer war die Last,
hinfort mit dir vom Eispalast.
Helfen kannst du mir nicht,
gefroren ist dein Engelsgesicht.

Meine Eisprinzessin du allein,
dort allein,
im Eisblock so rein,
du bist dir keiner Schuld bewußt,
denn du hast doch nie über meine Seele Bescheid gewußt.

Eiskalt fühlst du dich an,
meine Liebe, die ich dich nur ansehen kann.
Bitterkalt sind deine Worte,
wie sie dringen an geheime Orte.

Dein Herz es pocht langsam,
einsam,
scheinst du dort zu stehen,
damals hab ich dich unter diesem Eis noch lächeln sehen.

Doch sind deine Augen trübe geworden,
sind vom Eis bereits ergriffen worden.
Deine Tränen sind gefroren,
auf deinen Wangen verloren.

Du bist so kalt,
und ich weiß,
du bist meine Prinzessin aus Eis.


Traum, 15.11.2002
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Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Seraphim]

Edgar Allen Poe - The Raven

Once upon a midnight dreary, while I pondered, weak
and weary,
Over many a quaint and curious volume of forgotten
lore
While I nodded, nearly napping, suddenly there came a
tapping,
As of some one gently rapping, rapping at my chamber
door.
'T is some visitor, I muttered, tapping at my chamber
door
Only this and nothing more.

Ah, distinctly I remember it was in the bleak December;
And each separate dying ember wrought its ghost upon
the floor.
Eagerly I wished the morrow; vainly I had sought to
borrow
From my books surcease of sorrow sorrow for the lost
Lenore
For the rare and radiant maiden whom the angels name
Lenore
Nameless here for evermore.

And the silken, sad, uncertain rustling of each purple
curtain
Thrilled me filled me with fantastic terrors never felt
before;
So that now, to still the beating of my heart, I stood
repeating,

'T is some visitor entreating entrance at my chamber
door
Some late visitor entreating entrance at my chamber
door;
This it is and nothing more.

Presently my soul grew stronger; hesitating then no
longer,
said I, Lord or Madam, truly your forgiveness I
implore;
But the fact is I was napping, and so gently you came
rapping,
And so faintly you came tapping, tapping at my chamber
door,
That I scarce was sure I heard you here I opened wide
the door;
Darkness there and nothing more.

Deep into that darkness peering, long I stood there
wondering, fearing,
Doubting, dreaming dreams no mortal ever dared to
dream before;
But the silence was unbroken, and the stillness gave no
token,
And the only word there spoken was the whispered word,
Lenore?
This I whispered, and an echo murmered back the word,
Lenore!
Merely this and nothing more.

Back into the chamber turning, all my soul within me
burning,
Soon again I heard a tapping somewhat louder than
before.
Surely, said I, surely that is something at my window
lattice;
Let me see, then, what thereat is, and this mystery
explore
Let my heart be still a moment and this mystery
explore;
'T is the wind and nothing more!

Open here I flung the shutter, when, with many a flirt and
flutter,
In there stepped a stately Raven of the saintly days of
yore;
Not the least obeisance made he; not a minute stopped or
stayed he;
But, with mien of lord or lady, perched above my
chamber door
Perched upon a bust of Pallas just above my chamber
door
Perched, and sat, and nothing more.

Then this ebony bird beguiling my sad fancy into smiling,
By the grave and stern decorum of the countenance it
wore,
Though thy crest be shorn and shaven, thou, I said,
art sure no craven,
Ghastly grim and ancient Raven wandering from the
Nightly shore
Tell me what thy lordly name is on the Night's Plutonian
shore!
Quoth the Raven, Nevermore.

Much I marvelled this ungainly fowl to hear discourse so
plainly,
Though its answer little meaning little relevancy bore;
For we cannot help agreeing that no living human being
Ever yet was blessed with seeing bird above his chamber
door
Bird or beast upon the sculptured bust above his chamber
door,
With such name as Nevermore

But the Raven, sitting lonely on the placid bust, spoke
only
That one word, as if his soul in that one word he did
outpour.
Nothing farther then he uttered not a feather then he
fluttered
Till I scarely more than muttered, Other friends have
flown before
On the morrow he will leave me, as my Hopes have flown
before.
Then the bird said, Nevermore.

Startled at the stillness broken by reply so aptly
spoken,
Doubtless, said I, what it utters is ist only stock and
store
Caught from some unhappy master whom unmerciful
Disaster
Followed fast and followed faster till his songs one
burden bore
Till the dirges of his Hope that melancholy burden bore
Of Never, nevermore.

But the Raven still beguiling my sad fancy into smiling,
Straight I wheeled a cushioned seat in front of bird and
bust and door;
Then, upon the velvet sinking, I betook myself to linking
Fancy unto fancy, thinking what this ominous bird of
yore
What this grim, ungainly, ghastly, gaunt, and ominous
bird of yore
Meant in croaking Nevermore.

This I sat engaged in guessing, but no syllable expressing
To the fowl whose fiery eyes now burned into my
become's core;
This and more I sat divining, with my head at ease
reclining
On the cushion's velvet lining that the lamp-light gloated o'er,
But whose velvet-violett lining with the lamp-light
gloating o'er
She shall press, ah, nevermore!

Then, methought, the air grew denser, perfumed from an
unseen censer
Swung by seraphim whose foot-falls tinkled on the tufted
floor.
Wretch, I cried, thy God hath lent thee by these
angels he hath sent thee
Respite respite and nepenthe from thy memories of
Lenore;
Quaff, oh, quaff this kind nepenthe and forget this lost
Lenore!
Quoth the Raven, Nevermore.

Prophet! said I, thing of evil! prophet still, if bird
or devil!
Whether Tempter sent, or whether tempest tossed thee
here ashore,
Desolate yet all undaunted, on this desert land
enchanted
On this home by Horror haunted tell me truly, I
implore
Is there is there balm in Gilead? tell me tell me, I
implore!
Quoth the Raven, Nevermore.

Prophet! said I, thing of evil! prophet still, if bird
or devil!
By that Heaven that bends above us by that God we
both adore
Tell this soul with sorrow laden if, within the distant
Aidenn,
It shall clasp a sainted maiden whom the angels name
Lenore
Clasp a rare and radiant maiden whom the angels name
Lenore.
Quoth the Raven, Nevermore.

Be that word our sign of parting, bird or fiend! I
shrieked, upstarting
Get thee back into the tempest and the Night's
Plutonian shore!
Leave no black plume as a token of that lie thy soul hath
spoken!
Leave my loneliness unbroken! quit the bust above my
door!
Take thy beak from out my heart, and take thy form from
off my door!
Quoth the Raven, Nevermore.

And the Raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon`s that is
dreaming,
And the lamp-light o'er him streaming throws his shadow
on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on
the floor
Shall be lifted nevermore!


DAS ist ein geniales Gedicht...

so long,

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Geändert durch Avatar (16.05.2004 14:53)

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Mirdan

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Avatar]

The Raven ist auch eines meiner Lieblingsgedichte!

Im Nebel

von Hermann Hesse

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein.
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein.

Voll von Freunden war mir die Welt,
Als noch mein Leben licht war,
Nun, da der Nebel fällt,
Ist keiner mehr sichtbar.

Wahrlich, keiner ist weise,
Der nicht das Dunkel kennt,
Das unentrinnbar und leise
Von allen ihn trennt.

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Leben ist einsam sein.
Kein Mensch kennt den anderen,
Jeder ist allein.
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Cesy

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Mirdan]

Die beiden Esel

Ein finstrer Esel sprach einmal
zu seinem ehlichen Gemahl:

"Ich bin so dumm, du bist so dumm,
wir wollen sterben gehen, kumm!"

Doch wie es kommt so öfter eben:
Die beiden blieben fröhlich leben.

Christian Morgenstern
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Avatar]

@Ava Du wirst mir immer unheimlicher , das ist mein Lieblingsgedicht von Poe.

Nachtgedanken

Am Abgrund
meines Herzens steh ich
die tote, leergeweinte Hülle
die niemals meiner Seele
ein richtiges Zuhause war
lass ich in bodenlose
Dunkelheit entgleiten

und Flügel, schwarz
wie die von Raben
umschließen sanft
den Geist und leiten
ihn an den Platz
wo er in Freiheit
glühen kann
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Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Tarma]

Ich glaube, das hast du mir schonmal erzählt...
und obwohl es in der Übersetzung gut ist, die Originalfassung ist nur göttlich...

Diese Sprachspiele, diese Atmosphäre...

And the Raven, never flitting, still is sitting, still is sitting
On the pallid bust of Pallas just above my chamber door;
And his eyes have all the seeming of a demon`s that is
dreaming,
And the lamp-light o'er him streaming throws his shadow
on the floor;
And my soul from out that shadow that lies floating on
the floor
Shall be lifted nevermore!


so long,

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Jago

coryphée politique

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Avatar]

Berthold Brecht: Fragen eines lesenden Arbeiters

Wer baute das siebentorige Theben?
In den Büchern stehen die Namen von Königen.
Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt?
Und das mehrmals zerstörte Babylon -
Wer baute es so viele Male auf? In welchen Häusern
Des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute?
Wohin gingen an dem Abend, wo die Chinesische Mauer fertig war
die Maurer? Das große Rom
Ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? Über wen
triumphierten die Cäsaren? Hatte das vielbesungene Byzanz
nur Paläste für seine Bewohner? Selbst in dem sagenhaften Atlantis
brüllten in der Nacht, wo das Meer es verschlang
die Ersaufenden nach ihren Sklaven.

Der junge Alexander eroberte Indien.
Er allein?
Cäsar schlug die Gallier.
Hatte er nicht wenigstens einen Koch, bei sich?
Philipp von Spanien weinte, als seine Flotte
Untergegangen war. Weinte sonst niemand?
Friedrich der Zweite siegte im Siebenjährigen Krieg. Wer
Siegte außer ihm?

Jede Seite ein Sieg.
Wer kochte den Siegesschmaus?
Alle zehn Jahre ein großer Mann.
Wer bezahlte die Spesen?

So viele Berichte.
So viele Fragen.
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Jago]

Zerrissenheit
von Angela Gabel

wie ein plätschernder Bach
oder ein tosender Wasserfall

wie ein Windhauch der streichelt
oder ein brausender Sturm

wie das Flackern einer Kerze
oder ein loderndes Feuer

so wechseln die Gefühle in mir
werfen mich plötzlich über Bord
wenn ich glaubte
ich segle in ruhigen Gewässern

doch ich treibe im offenen Meer
und mir wird immer wieder klar
dass ich mich nicht belügen kann


~*~*~*~


Worte
von Petra Stiefvater

Nicht immer
müssen
Worte
ausgesprochen sein -

manche Menschen
können
lautlos hören.
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Angelién]


Ich bin fremd
in einer Welt voller Gesichter.
Nur ein Teil des Ganzen.
Wer würde mich vermissen?
Wem würde ich fehlen?
Bestimmend und oberflächlich
beurteilt man mich.
Doch ich bin ihnen fremd.
fremd in einer Welt voller
Gesichter.



Rollen Spiel!!

Jeder spielt eine Rolle.
Jeder weiß was er zu tun und sagen hat.
Doch ich habe meine Rolle vergessen!
Stehe alleine auf einer großen Bühne,
weiß nichts zu sagen.
Habe meinen Text vergessen.
Schaue in Gesichter, nur auf meinen text warten.
Renne von der Bühne.
Verbringe meine Leben im Schatten,
der Bühne.
Das rollen Spiel ,"Das Leben",
läuft auf der Bühne weiter.
Jeder spielt seine Rolle.
Keiner bemerkt den Schauspieler .
Der im Schatten der Bühne steht,
der keinen Text mehr hat,
keinen Platz mehr in diesen Spiel.
In dem Spiel das sich Leben nennt.
Keiner schau mehr auf den anderen,
Jeder spielt nur noch seine Rolle.
Vergisst einer seinen Text ist in diesem Spiel verloren.

Geändert durch Tarma (17.05.2004 18:39)

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Schatzzz

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Tarma]

Die Vase

Die Vase ist schön anzusehen.
Ein jeder hat sie wirklich gern.
Und auch wem nicht viel an ihr liegt,
denkt niemals dran, sie zu zerstör'n.

Sie ist verziert mit Silber, Gold
und manchem schönen Edelstein,
so dass man stolz ist und erfreut,
Besitzer dieses Stücks zu sein.

So makellos ist das Gefäß,
dass beinah jedem es gefällt
und Freude bringt, sieht man es an,
bis dann am Boden es zerschellt.

Die Scherben, groß und klein und scharf,
sind nun nicht mehr im Gros vereint,
stattdessen sind sie weit verteilt.
Und sieh', der Eigentümer weint.

"Wie kann das nur? Was ist gescheh'n?
Ging ich nicht sorgsam um mit dir?
Was liegt in meiner Macht, damit
ich dich nicht heute schon verlier?"

So greift er bald zu Leim und fügt
zusammen, was zuvor entzweit.
Bis seine Vase wieder ganz,
nach langer, langer, langer Zeit.

Nicht alle Stücke findet er.
Sie sind zu weit im Raum verstreut,
doch wirkt die Vase trotzdem so,
wie früher, was den Eigner freut.

Und jeder staunt und freut sich sehr
und gratuliert zum Meisterstück.
Denn was einst brach, kehrt repariert,
so scheint's, an seinen Platz zurück.

Von außen glänzt und funkelt sie,
so wunderschön und rein und glatt.
Ein Blick hinein verrät jedoch,
was sie schon einst erlitten hat.

Die Scherben bleiben Scherben, inn're
Narben schmücken das Dekor.
Auch wenn es niemand merkt, so ist
die Vase nie mehr, wie zuvor ...
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TochterDesFlusses

Kichererbse

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Schatzzz]

Gedankenbilder
Unbekannt

Schau,
Wie das Schöne entsteht
Wie der Wind das Leid wegweht.
Schau,
Wie aus Tränen ein Lächeln geformt
Wie sie natürlich und nicht genormt.
Schau,
Wie Träume Wirklichkeit werden
Hier will wahrlich niemand mehr sterben.

Schau,
Wie sie aufwacht aus den Gedanken
Die sie so wild und ewig umranken.
Schau,
sie werden niemals wahr
die Träume, die jeder einmal sah.
Schau,
wie sie langsam blasser werden
Jetzt will sie wieder sterben.
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Khos

Treuer Hund

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: TochterDesFlusses]

Läufer
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

Lauf nur, lauf,
renn vor mir fort.
Es ist mir eins.

Denn wenn die Lichter sich löschen
und Du die Augen schließt
bist Du bei mir.
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Khos]

Sag nicht NEIN zu einer Phase deines Lebens,
die so wunderschön war,
dass es Dir im Nachhinein unsäglich weh tut.
Alles hat seinen Sinn
Denk an das Schöne,
dass Dich in der harten Zeit stark macht.
Denn Du kannst nicht vergessen.
Nur versuchen,
damit zu leben!




Because you are so dear a friend,
your cares are my cares too,
And so as sorrow fills your heart,
my heart goes out to you,
And though my words cannot begin
to ease the loss you bear,
I only hope it helps somehow,
to know how much I care

Geändert durch Tarma (23.05.2004 01:23)

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Seraphim

Nightmare

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Tarma]

Frauenhand

Ich weiß es wohl, kein klagend Wort
Wird über deine Lippen gehen;
Doch, was so sanft dein Mund verschweigt,
Muß deine blasse Hand gestehen.

Die Hand, an der mein Auge hängt,
Zeigt jenen feinen Zug der Schmerzen,
Und daß in schlummerloser Nacht
Sie lag auf einem kranken Herzen.

Theodor Storm
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Lia Knotwise o W

traumfresserchen

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Seraphim]

Kennst du das auch?
von Hermann Hesse

Kennst du das auch, daß manchesmal
Inmitten einer lauten Lust,
Bei einem Fest, in einem frohen Saal,
Du plötzlich schweigen und hinweggehn mußt?

Dann legst du dich aufs Lager ohne Schlaf
Wie Einer, den ein plötzlich Herzweh traf;
Lust und Gelächter ist verstiebt wie Rauch,
Du weinst, weinst ohne Halt - Kennst du das auch?
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barthofan

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Lia Knotwise o W]


Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem Deutsch LK geneigt?
Ihr drängt euch zu! nun gut, so mögt ihr walten,
Wie ihr aus Dunst und Nebel um mich steigt;
Mein Geiste fühlt sich jugendlich erschüttert
Vom Schauspiel, das den Deutsch-LK umwittert...

Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage,
Und manche liebe Freunde steigen auf;
Gleich einer alten, halbverklungnen Sage
Kommt ein Standbild und der Faustfilm mit herauf.
Sie hören nicht die folgenden Gesänge,
Die Freunde, denen ich dies widme dann,
Zerstoben ist das freundliche Gedränge,
Verklungen, ach! der erste Rap-Gesang.

Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen
Nach jenem lustigsernsten Lk-Reich
Es schwebet nun in unbestimmten Tönen
Mein lispelnd Lied, der Iphigenie so gleich,
Ein Schauer faßt mich, Träne folgt den Tränen,
Das strenge Herz, es fühlt sich mild und weich;
Was ich besitze, seh ich wie im Weiten,
Und was verschwand, wird mir zu Wirklichkeiten
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Serendipity

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: barthofan]


Mondnacht

Es war, als hätt' der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blüten-Schimmer
Von ihm nun träumen müßt'.

Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus,
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorff


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Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Serendipity]

Truth

And suddenly I realize
What I had known so long.
That truth and love and joy and life
Are names and dust,
And nothing more.

Cold ashes where no Phoenix rises.
A field of sorrow,
Slaughtered dreams,
My soul a wasteland
Full of horrors.

I fight and try
I'll break and bow,
And bend the knee
To whom controlling
Pain and grief , eternal dark.

Surrender soul and dreams and life
To him who reigns in emptiness.
For destruction is my only hope
Destruction of the world existing
For in the emptiness
There is no room for sorrow.


so long,

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Geändert durch Avatar (25.05.2004 21:08)

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Seraphim

Nightmare

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Avatar]

Die letzte Kraft

Auch wenn von außen keine Wunde zu sehen ist
Die Qual von innen die Seele zerfrißt

Doch selbst, wenn innen alles zerfällt
Die letzte Kraft die Hülle aufrechterhält

Ein Schutz - doch vor was oder wem?
Für wen soll diese Hülle noch bestehn?

Wenn niemand sieht, daß es erlöscht - das Licht
Wen kümmert es noch, wenn die Hülle bricht?

Ist es Hoffnung oder ein lautloser Schrei?
Der letzte, bevor es ist entgültig vorbei?

Die Hoffnung, daß ihn doch jemand hört!?
Kommt keine Antwort, ist auch sie zerstört!



Stefanie Kunkel

~~~~~~~~~~~~~~~~~


Zeit der Hoffnung


Wenn Tränen mir mein Aug´ benetzen
und Worte meine Seel´ verletzen,
dann bin ich ganz allein
und möcht endlich erlöset sein.

Das Leben, das ist eine Qual,
in diesem irdisch Jammertal;
da hilft sogar kein Gottessegen,
die schlimmste Hölle ist das Leben.

Gehasst von meiner Außenwelt,
regiert von dem allmächtgen Geld;
die Menschen sind ihm Untertan,
durch ihren ewgen Größenwahn.

Das Werk, ja das ist schlecht,
der Geist hingegen gut und recht;
wenn er doch nur zur Einsicht käm
und alles so sein Gutes nähm.

Ich warte auf den gütgen Tag,
an dem ich dann zu sterben vermag;
jedoch noch geht es nicht zuend,
vielleicht kommt noch die wahre Wend.
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Seraphim]

NACHTGESANG

Es nachtet schon, die Straße ruht,
Seitab treibt mit verschlafenen Schlägen
Der Strom mit seiner trägen Flut
Der stummen Finsternis entgegen.

Er rauscht in seinem tiefen Bett
So wegverdrossen, rauh und schwer,
Als ob er Lust zu ruhen hätt,
Und ich bin wohl so müd wie er.
Das ist durch Nacht und fremdes Land
Ein traurig Miteinanderziehn,
Ein Wandern stumm und unverwandt
Zu zwein, und keiner weiß wohin.

Hermann Hesse
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Dione

Tochter der Thetys

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Zaodin]

Glücklich sind wir zwei gegangen, immer gleichen Schritts,
was Du vom Schicksal hast empfangen, ich empfing es mit.
Doch nun heißt es Abschied nehmen und mir wird so bang,
jeder muss alleine gehen seinen letzten Gang.

Autor unbekannt




Vielleicht bedeutet Liebe auch lernen, jemanden gehen zu lassen,
wissen, wann es Abschied nehmen heißt.
Nicht zulassen, dass unsere Gefühle dem im Weg stehen,
was am Ende wahrscheinlich besser ist für die, die wir lieben.

Sergio Bambaren
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Zaodin]

Von der Freundschaft

Suche Dir einen Freund, der bereit ist,
Dich mit Geduld zu tolerieren -
und er wird Öl in das kalte Feuer Deiner Seele giessen.

Trink´ einen Becher voller Gift,
wenn ihn ein Freund Dir reichte
und ihn fuellte in Liebe und Wohlwollen.

Tritt in das Feuer wie ein reiner und leerer Geist
und das Geheimnis der Liebe
wird die sengenden Flammen in einen Garten verwandeln
so voll blühender Rosen und lachenden Hyazinthen.

Nur ein wahrer Freund wird Dich halten
wie die ewigen Kräfte des Universums Deinen Körper
und seine Hand wird sein so herzlich
wie die glühenden Strahlen der Sonne.

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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Avatar]

ChAoS dEr GeFüHlE
von Marcel Kramer

Ich setz mich ruhig hin, atme tief ein,
wie kann man von seinen Gefühlen so gefangen sein?
Im Kopf kreisen die Gedanken wie wild herum,
im nächsten Moment sind sie wieder stumm.

Ich kann sie nicht ordnen, kann sie nicht verstehen;
versuche, ganz tief in mein Herz zu sehen.
Der Blick hinein – einmal so hell und klar,
dann wieder düster und undurchschaubar.

Mein Herz fängt an, wie wild zu schlagen,
es gibt noch so viele offene Fragen...
Doch wem soll ich sie stellen? Ich weiß es nicht;
muss wohl selber suchen nach diesem Licht.

Angestrengt beginne ich zu lauschen,
lasse mich von Verlangen berauschen.
Die Augen geschlossen, die Gedanken bei dir,
wie sehr wünsche ich mir, du wärst jetzt hier.

Das Gefühl der Schwerelosigkeit umgibt mich geborgen,
es tut so gut – keine Spur von Kummer und Sorgen.
Doch dann ... das Erwachen, von Kälte umringt,
die mich zum Weitergrübeln bringt...
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Laurelin

kleine Dunkle Herrscherin

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Angelién]

Ein*Bild*ung

Blutrot
verfärbt
sich die Leinwand
das Messer
noch in der Hand
stehe ich
stumm
vor dem
zerfetzten
Gemälde
aus
Einbildung
Wunschdenken
und Phantasie
denn mehr
war es nie.

(Karin Thießen)
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Serendipity

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Laurelin]

Vereinsamt

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n
Wohl dem, der jetzt noch - Heimat hat!

Nun stehst du starr,
Schaust rückwärts ach! wie lange schon!
Was bist du Narr
Vor Winters in die Welt - entflohn?

Die Welt - ein Tor
Zu tausend Wüsten stumm und kalt!
Wer Das verlor
Was du verlorst, macht nirgends Halt.

Nun stehst du bleich,
Zur Winter-Wanderschaft verflucht,
Dem Rauche gleich,
Der stets nach kältern Himmeln sucht.

Flieg', Vogel, schnarr'
Dein Lied im Wüsten-Vogel-Ton! -
Versteck', du Narr,
Dein blutend Herz in Eis und Hohn!

Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt:
Bald wird es schnei'n,
Weh dem, der keine Heimat hat!

Friedrich Nietzsche


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Lia Knotwise o W

traumfresserchen

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Serendipity]

Die Erblindende


Sie saß so wie die anderen beim Tee.
Mir war zuerst, als ob sie ihre Tasse
ein wenig anders als die andern fasse.
Sie lächelte einmal. Es tat fast weh.

Und als man schließlich sich erhob und sprach
und langsam und wie es der Zufall brachte
durch viele Zimmer ging (man sprach und lachte),
da sah ich sie. Sie ging den andern nach,

verhalten, so wie eine, welche gleich
wird singen müssen und vor vielen Leuten;
auf ihren hellen Augen die sich freuten
war Licht von außen wie auf einem Teich.

Sie folgte langsam und sie brauchte lang
als wäre etwas noch nicht überstiegen;
und doch: als ob, nach einem Übergang,
sie nicht mehr gehen würde, sondern fliegen.


Rilke
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Lia Knotwise o W]

Wo ich wohne
von Stefanie Stein

Willst du wissen, wo ich wohne?

Da in dem Haus mit den
Türen aus Schweigen,
wo das Licht voll Einsamkeit ist
und die Flure verdunkelt,
da wohne ich jetzt.
Nein, nicht freiwillig.

Ich steige die Treppe hinauf
und höre mein Herz weinen,
frag nicht wieso.
-Wieso?

Gerade will ich den Schlüssel
im rostigen Schloss umdrehen,
öffnet mir der Schmerz die Tür.
Sehr aufmerksam von ihm.

Ich sehe Sonnenstrahlen durch
die Ritzen der Rollläden dringen
wie sie verspielte Muster auf den
Boden aus Stolz malen.

Die Muster gehen nicht weg
wenn ich drauf trete.
Sie sollen aber verschwinden.

Während ich mich aufs Bett
schmeiße höre ich die Klingel
läuten.
Wer stört mich? DU bist mir schon
Eindringling genug.
Ach, es ist Hoffnung, sie will hinein.
Aber lass ich sie auch hinein?
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Weyoun

Cheshire Cat

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Angelién]

Jerusalem
by William Blake

And did those feet in ancient time
Walk upon England's mountains green
And was the holy Lamb of God
On England's pleasant pastures seen?

And did the Countenance Divine
Shine forth upon our clouded hills?
And was Jerusalem builded here
Among these dark Satanic Mills?

Bring me my bow of burning gold!
Bring me my arrows of desire!
Bring me my spear! O clouds, unfold!
Bring me my charriot of fire!

I will not cease from mental fight,
Nor shall my sword sleep in my hand
Till we have built Jerusalem
In England's green and pleasant land.
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Khos

Treuer Hund

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Weyoun]

Erklärung
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

Sie wurde in tausend Liedern besungen,
in tausend Büchern beschrieben,
in tausend Filmen gezeigt.

Mal als größtes Glück auf Erden,
dann als schlimmste Pein der Welt.
Hier als einfaches Spiel,
dort als kompliziertes Rätsel.
Einerseits als kurzer Spaß,
andererseits als ewiger Ernst.

Wegen ihr haben Menschen
gelacht und geweint,
gedichtet und gelogen,
gelebt und getötet.

Die einen sagen, sie ist überall,
die anderen, sie ist nirgendwo.

Doch keiner konnte mir bisher sagen:
Was genau ist Liebe?
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Khos]

Wahre Liebe

...verbindet zwei Seelen mit einem ewigen Band
...ist eine Macht, die Träume verwirklichen kann

...erfüllt deinen Geist mit unendlichem Glück
...entsteht ganz langsam, Stück für Stück

...trifft dich mitten ins Herz und bringt es zum Beben
...spürst du intensiv und nur einmal im Leben

Wahre Liebe geht über den Tod hinaus

Geändert durch Tarma (28.05.2004 21:49)

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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Tarma]

Tränen der Erinnerung
von Sabrina Bollmann

Tränen
Fließen mein Gesicht runter
Die Erinnerung
So stark, so schlecht
Will mich nicht daran erinnern
Doch verhindern kann ich’s nicht

Tränen
Hunderte, Tausende
Fließen in Mengen
Kann sie nicht stoppen
Kann meine Gedanken nicht verdrängen
Sie kommen immer wieder
Diese Bilder in meinem Kopf

Tränen
Schleichen leise, unschuldig
Ich bin diejenige die Schuld
An meiner Vergangenheit ist
Hätte ich doch nichts gesagt
Hätte ich doch nur geschwiegen

Nun muss ich mit dieser Erinnerung in der Hölle leben...
Ändern kann ich gar nichts mehr...
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Schatzzz

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Angelién]

Traumtänzer

Ein Wind, der unbeschreiblich ist,
trägt dich um Meilen fort
auf dein Geheiß, und du reist ab
an einen andern Ort.

Zurück verbleib' allein ich nun
und weiß nicht aus noch ein.
Nur eines bleibt mir letztlich noch:
Im Traum bei dir zu sein.

In jenen Träumen tanzen wir.
Dein Atem mich umfängt,
mit jedem Wort von Liebeskund,
die du mir einst geschenkt.

Mit jedem Schritt ein Stück heran.
Die lang ersehnte Nähe
wird Wirklichkeit in Fantasie,
wenn ich mich mit dir drehe.

Berühren beide Hände sich,
ein seltener Genuß,
dann wünsche ich den Lippen auch
solch Spiel, in einem Kuss.

Nur wird das Wünschen niemals wahr,
belehrt mich mein Verstand.
So einsam wie die Lippe ist,
so einsam ist die Hand.

Als Trost bleibt nur mein Traum mir noch,
als Flucht vor Einsamkeit.
Dort lieben und dort lachen wir
und tanzen allezeit ...
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Schatzzz]

Ihr naht euch wieder, schwankende Gestalten,
Die früh sich einst dem trüben Blick gezeigt.
Versuch ich wohl, euch diesmal festzuhalten?
Fühl ich mein Herz noch jenem O-Saft Wahn geneigt?

Ihr bringt mit euch die Bilder froher Tage,
Und manche lieben Bilder steigen auf;
Gleich einer alten, halbverklungnen Sage
Kommt Kampf und Suff mit euch herauf!

Sie hören nicht die folgenden Gesänge,
Die Gefährten, denen ich die ersten sang;
Zerstoben ist das freundliche Gegröle,
Verklungen, ach! der erste Metkrugklang.

Und mich ergreift ein längst entwöhntes Sehnen
Nach jenem süffig, frohem Kneipenreich
Es schwebet nun in unbestimmten Tönen
Mein Klagend Lied, der Äolsharfe gleich,
Ein Schauer faßt mich, Träne folgt den Tränen,
Das alte Herz, es fühlt sich mild und weich;
Die neuen Threads seh ich im Weiten.
Und was verschwand, wird mir zu Wirklichkeiten!!

von Barthofan

Ich vermisse die alten Zeiten
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Khos

Treuer Hund

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Tarma]

Standpunkt
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

"Blick in den Spiegel.
Was siehst Du dort?"

"Mein Spiegelbild."

"Schau hinter den Spiegel.
Was findest Du dort?"

"Eine Wand."

"Und wo stehst Du?"

"Vor dem Spiegel."

"Du siehst mich im Spiegel.
Wo stehe ich?"

"Neben mir."

"Warum suchst Du dann
immer noch
hinter dem Spiegel?"
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Khos]

IRGENDWO

Durch des Lebens Wüste irr ich glühend
Und erstöhne unter meiner Last,
Aber irgendwo, vergessen fast,
Weiß ich schattige Gärten, kühl und blühend.

Aber irgendwo in Traumesferne
Weiß ich warten eine Ruhestatt,
Wo die Seele wieder Heimat hat,
Weiß ich Schlummer warten, Nacht und Sterne.

Hermann Hesse
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Zaodin]

Gedanken

Immer wieder kreisen meine Gedanken
im Walzertakt, nur nicht so schön.
Atemlos bin ich vom Wirbeln und Dreh'n.
Halt such' ich, schwindelig wankend.

Manchmal, da wünscht man sich etwas so sehr,
man glaubt, man müsse sonst sterben.
Sehend rennt man dann in's Verderben ...
... und am Ende
sind die Hände
leer.

Wenn ich sie zurückdrehen könnte, die Zeit,
ich tät's so gern, ich würd's schwören
- um doch wieder dir zu gehören,
für eine Stunde nur ... und für die Ewigkeit.

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Weyoun

Cheshire Cat

Re: Gedichte ~ Gefühle in Worten... [Re: Tarma]

A Dream Within A Dream
by Edgar Allan Poe

Take this kiss upon the brow!
And, in parting from you now,
Thus much let me avow
You are not wrong, who deem
That my days have been a dream;
Yet if hope has flown away
In a night, or in a day,
In a vision, or in none,
Is it therefore the less gone?
All that we see or seem
Is but a dream within a dream.

I stand amid the roar
Of a surf-tormented shore,
And I hold within my hand
Grains of the golden sand
How few! yet how they creep
Through my fingers to the deep,
While I weep - while I weep!
O God! can I not grasp
Them with a tighter clasp?
O God! can I not save
One from the pitiless wave?
Is all that we see or seem
But a dream within a dream?



Fire And Ice
by Robert Frost

Some say the world will end in fire;
Some say in ice.
From what I've tasted of desire
I hold with those who favor fire.
But if it had to perish twice,
I think I know enough of hate
To know that for destruction ice
Is also great
And would suffice.
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Angelién

Nightshadow

Geburtstagsgedicht [Re: Weyoun]

Für MEIN Geburtstags-Onkel Immortal:

Was ich dir wünsche
von Angelika Kappler

Freude die nie ausgeht;
Liebe die nie vergeht;
Hoffnung die dich umgibt;
Vertrauen das dich trägt.

Zuversicht dein Leben lang;
Geborgenheit die dich hält;
Wut an der du wachsen kannst;
Mut zu Ändern was zu ändern ist.

Licht das dich erwärmt;
Nacht die dich umarmt;
Glück das nie zerbricht;
Herzlichkeit die sich nicht ziert.

Trost zu finden wenn du ihn brauchst;
Gesundheit die du leicht erhalten kannst;
Freunde die dich verehren;
Feinde brauchst du nicht.

Göttlichkeit die du fühlen kannst;
Schönheit die du bewundern darfst;
Ziele erreichen die du begehrst;
Frieden finden das ist schön.


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Angelién

Nightshadow

Gedichte ~ Only for YOU [Re: Angelién]

Eine Freundin wie Du
von Andrea Koßmann

Eine Freundin wie Dich zu haben,
ist,
wie sich an einem Fluss in der Wüste
zu laben.

Eine Freundin wie Dich zu kennen,
ist,
wie das Glück beim
Namen zu nennen.

Eine Freundin wie Dich zu sehen,
ist,
wie in einer grauen Welt zu wissen,
dass Wunder geschehen.

Eine Freundin wie Dich für mich zu gewinnen,
ist,
wie unter strahlender Sonne
im himmelblauen Meer zu schwimmen.

Eine Freundin wie Dich zu hören,
ist,
wie sich am schönsten Parfüm der Welt
zu betören.

Eine Freundin wie Dich zu spüren,
ist,
wie einen Menschen durch
einen Dschungel zu führen.

Eine Freundin wie Dich zu verstehen,
ist,
wie die Welt noch mit Kinderaugen
zu sehen.

Eine Freundin wie Dich zu finden,
ist,
so schwer wie sich im schlimmsten
Albtraum nicht zu winden.

Ich bin froh, Dich
zu haben
zu kennen
zu sehen
zu hören
zu spüren
zu verstehen
und gefunden zu haben!

DANKE für ALLES!


~~~~~

Tränen
von Anne Henschel

Tränen laufen über dein Gesicht
dich ihrer schämen, das brauchst du nicht

Tränen befreien, lass sie nur raus
sieht auch alles so hoffnungslos aus

Sprich doch aus, was dich so quält
sag, weinst du, weil dir die Hoffnung fehlt?

Sag, was hat dir so wehgetan
dreh dich doch um, schau bitte mich an

Du weißt, ich bin auch heute für dich da
so wie es doch eigentlich immer schon war

Ich lass dich mit deiner Traurigkeit nicht allein
werde so lang du mich brauchst, bei dir sein

und wenn wir auch reden die ganze Nacht
ist es nicht das, was unsre Freundschaft ausmacht?

Du siehst nur deinen Scherbenhaufen
so viel auf einmal ist schiefgelaufen

Komm, wir kehren zusammen die Scherben
es kann doch nur wieder besser werden

Auch wenn im Moment alles so dunkel ist
vergiß nie, dass du ne Kämpferin bist

[...]


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Immortal

HIS Royal Grimness

Re: Gedichte ~ Only for YOU [Re: Angelién]

Daaanke ... *umarm*
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Only for YOU [Re: Immortal]

Entscheidung
von Katja Ruhland

Stummen Blickes gegangen,
mit Wut im Schweigen.
Vorwurfsvolle Gedanken,
beharrliches Schweigen.

So sind wir gegangen,
von einander.
Die Entscheidung wohl richtig,
der Weg umso weniger.

Einseitiger Kampf,
und unglaubliche Kälte.
Haben wir uns eins denn
wirklich einmal
geliebt?
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Gefährte

Re: Gedichte ~ Only for YOU [Re: Immortal]

Because you are so dear a friend,
your cares are my cares too,
And so as sorrow fills your heart,
my heart goes out to you,
And though my words cannot begin
to ease the loss you bear,
I only hope it helps somehow,
to know how much I care


so long,

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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Only for YOU [Re: Avatar]

Albtraum
von Stefan Brinkmann

Ich hatte gestern Nacht
einen schrecklichen Traum
Ich ging durch einen Gang,
in dem Menschen standen und saßen.
Ich lächelte ihnen zu,
doch ihre Gesichter blieben kalt.
Ich grüßte sie,
doch sie blickten nicht auf.
Irgend jemand rempelte mich an,
doch kein Wort der Entschuldigung.
Es war, als würde ich
gar nicht existieren.

Gott sei Dank,
es war nur ein Traum...

Heute Morgen stieg ich
in die U-Bahn ein...
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Gefährte

Re: Gedichte ~ Only forsaken [Re: Angelién]

Entzwei

zersprungen
in mir
ist etwas

zersprungen
in mir

entzwei gedacht

in meinen Händen
find' ich nur
Gedankensplitter
[Engelbert Schinkel]

so long,

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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Only forsaken [Re: Avatar]

Anders
von Stefan Brinkmann

Es ist wieder Zeit zu spielen.
Man sollte nicht mit Menschen spielen
magst Du sagen.
Kann sein.
Aber ich bin anders.

Du kannst mich nicht einordnen,
mich nicht verstehen, nicht begreifen.
Dabei hast Du eines
schon lange erkannt, auch wenn Du es
nicht einsehen willst.
Ich bin eben anders.

Du wirfst mir vor, ich könne nicht
verantwortungsbewußt handeln
und siehst nicht Deine eigene
Hand, wie sie die Karten verteilt,
die ich gemischt habe.
Nun, ich bin anders.

Trotz allem kehrst Du zurück,
suchst meinen Blick,
nennst mich eingebildet
und nimmst mich in die Arme.
Vielleicht siehst Du es ja doch,
irgendwann.
Ich bin anders,
so wie Du.
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Only forsaken [Re: Avatar]

Verzeih mir
von Peter Alexander Lutze

Verzeih mir bitte die Worte,
die Dich so sehr schmerzten.
Ich hab Dich einmal weinen sehn,
es tat mir so unendlich weh
daß ich es war, der so weh Dir tat.

[...]

Verzeih mir bitte.
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Thinuviel

Gefährte

Re: Gedichte ~ Only forsaken [Re: Angelién]

In den eigenen vier Wänden

Die Lüge scheint aus jeder Lampe.
Die Langeweile kuschelt sich ins Bett.
Die Gewöhnung sitzt lässig im Wohnzimmersessel,
und aus dem Wasserhahn tropft Monotonie.

Die Wände sind oft mit Unfreiheit tapeziert.
Der Streitgeist sitzt im Gummibaum.
Und auf dem Herd wird immer wieder
Die gleiche Suppe aufgekocht.

Liebe Worte klingen nicht viel öfter
Als die Türglocke, wenn sie mal läutet
Und die Melodie der Isolation spielt:
... muß Liebe so Enden....

von Kristiane Allert-Wybranietz
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Angelién

Nightshadow

Gedichte ~ Thinking ... [Re: Avatar]

Close
von Stefan Brinkmann

Sometimes you have to close your eyes
to find your dream

Sometimes you have to close your ears
to hear the voice inside that tells you
all the things you need to know

Sometimes you have to close your mouth
to speak out all the words your really
really really have to say.

Sometimes you have to close your hand
to hold on fast to what you lost
far down the way to where you
stand now, drying thousand tears.

Sometimes you have to close your mind
to let your heart conquer the space
that is inside of you, and all around,
and inside me.

Sometimes you have to close your eyes
to see me how I really am.
Sometimes you have to close your ears and mouth
and listen to the things I do not tell.

Sometimes you have to close your hand
to set me free.

Sometimes you have to close your mind
to understand.
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Khos

Treuer Hund

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Angelién]

Wie auch immer
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

Ja, wenn ich traurig bin
und mich ganz schaurig find,
wenn ich mal weinen will,
mich nur noch greinen will,
wenn mal mein böses ich
laut schreit "Erlöse mich!"
... komm ich zu Dir.

Bin ich mal aufgedreht,
so richtig abgedreht
und seh die ganze Welt
als großes Zirkuszelt,
in diesem Heidenspaß,
zu wem ich dann wohl ras'?
... ganz recht, zu Dir.
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Khos]

My friend

lonely hearts
often cry in the dark
without being heard
or listened to
may your heart´s cries
never echoe
in the prison
called solitude
but being caught
by those
willing to reach
a caressing hand
hands not belonging
to angels or gods
but friends´ hands

may you take
these hands
and they will hold
you

My friend behind a wall
of sorrow
banned in a
freezing world
filled with
bitterness and cold
the cries
are dying away
lost in darkness
and despair
but there are hands
so warm and gentle
feeling the pain and
touching the heart
holding together
I'll take them
with care
and never
let them go
my friend

Du bist nie alleine, zusammen schaffen wir alles. Du bist für mich Freundschaft, denk immer daran
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]


Bericht

Denen ich Mut machen wollte
klang meine Stimme unecht
Vielleicht hatte ich mir nur selbst
Mut machen wollen

Das ging nicht mehr:
Ich sah meine eigene Angst
und war verzweifelt
weil ich verzweifelt war

Mir blieb keine Wahl als zu sprechen
von dieser Verzweiflung
Ich war zu voll von ihr
um sie zu verschweigen

Einige hörten zu
die noch vor Tagen
meine Ermutigungen
nicht angehört hatten

Denen ich helfen wollte
mit meinem Mut
helfe ich vielleicht
mit meiner Verzweiflung

Erich Fried

Freundschaft


Das Schönste an einer Freundschaft ist nicht
das freundliche Lächeln,
die ausgestreckte Hand,
die menschliche Nähe,
sondern das Gefühl,
jemanden gefunden zu haben,
der bis in die Seele sehen kann,
und einen immer, egal was man tut ...
... versteht ...

Autor unbekannt




Geändert durch Zaodin (31.05.2004 15:42)

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Cesy

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Zaodin]

An den Mond

Füllest wieder Busch und Tal
Still mit Nebelglanz,
Lösest endlich auch einmal
Meine Seele ganz;

Breitest über mein Gefild
Lindernd deinen Blick,
Wie des Freundes Auge mild
Über mein Geschick.

Jeden Nachklang fühlt mein Herz
Froh- und trüber Zeit,
Wandle zwischen Freud' und Schmerz
In der Einsamkeit.

Fließe, fließe, lieber Fluß!
Nimmer werd' ich froh;
So verrauschte Scherz und Kuß
Und die Treue so.

Ich besaß es doch einmal,
was so köstlich ist!
Daß man doch zu seiner Qual
Nimmer es vergißt!

Rausche, Fluß, das Tal entlang,
Ohne Rast und Ruh,
Rausche, flüstre meinem Sang
Melodien zu!

Wenn du in der Winternacht
Wütend überschwillst
Oder um die Frühlingspracht
Junger Knospen quillst.

Selig, wer sich vor der Welt
Ohne Haß verschließt,
Einen Freund am Busen hält
Und mit dem genießt,

Was, von Menschen nicht gewußt
Oder nicht bedacht,
Durch das Labyrinth der Brust
Wandelt in der Nacht.

Johann Wolfgang von Goethe
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Cesy]

~ Warum ~

Warum bin ich so blind fürs Licht
Warum seh ich die Wahrheit nur nicht
Warum geht sie in diesen Schädel nicht rein
Warum muß ich schweigen und kann nicht schrein
Warum nur fällt das Begreifen so schwer
Warum ist der Schmerz tiefer noch als das Meer
Warum besteht die Welt in mir nur noch aus Nacht
Warum höhnt mein Herz und spottet und lacht
Warum kann man Gedanken nicht töten, warum
Warum geistern sie ewig in Träumen herum
Warum quälen sie mich und geben niemals mehr ruh
Warum schnüren sie bitter die Kehle zu
Warum finde ich nur mein Lachen nicht mehr
Warum ist verlieren so tödlich schwer
Warum nimmt kein Ende all diese Pein
Warum kann nicht endlich nur
Stille sein

von Syliva
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Du hast mich!
von Kathy Smith

Du sagst, du seist alleine.
Du sagst, du hättest keine Freunde.
Du sagst, du fändest nie eine Beziehung.
Du sagst, du hättest niemanden.
Doch du hast Unrecht,
denn du hast mich.
Ich bin deine Freundin und
Ich bin nicht irgend ein Mensch
von tausenden Menschen
aus dieser Welt.
Denk daran,
du bist nicht alleine,
du hast mich!



Für dich und danke für alles
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Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Angelién]


(ohne Titel)
Es gibt Momente,
Die, mitten in der Nacht,
Wenn ich mich schlaflos in den Laken wälze
Und mein Geist mir keine Ruhe lässt,
Momente, in denen ich
Den Tag,
Als ich dich traf,
Verfluche.

----------

SCHNITTER

Du bist mein Gott
Und mein Verderben.
Du bist der, der ewig ist
Und der Menschen Seelen frisst.

Ich glaubte, dich noch nicht zu kennen,
Glaubte, glücklich und
Geliebt zu sein.
Bis ich merkte,
Langsam, dann mit einem Schlag,
Dass ich dich kannte
In menschlicher Gestalt.


so long,

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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Avatar]

Angst
von Angela Gabel

Mit klammen Fingern greift sie nach meinem Herz
Drückt mir die Luft ab, die ich zum Atmen brauche
Schon spüre ich die Würgemale an meinem Hals
Sie macht sich breit, die ANGST in mir
Wohlvertraut und gefürchtet
Vielfach bekämpft und immer wieder neu am Wirken
Den ganzen Körper in Mitleidenschaft ziehend
Zeigt sie mir, welche Macht sie hat über mich

Entscheiden soll ich mich endlich, so sagen sie mir
Es könne so nicht weiter gehen
Doch ich weiß die Antwort nicht auf ihre Frage
Lieben soll ich und Verantwortung zeigen
Und hassen, was nicht sein soll
Gefühle erzeugen wo keine sind
Und töten, was in mir leben will
Wen wundert´s, dass ich ANGST verspür?

Sie möchte Besitz ergreifen von mir, die ANGST
Macht mich mürbe und handlungsunfähig
Lähmt mich immer neu
Zeigt mir mit Macht den Druck, den ich verspür
Ich will ihr davonlaufen, den Schrecken nicht sehn
Doch sie verfolgt mich gnadenlos
Bis ich erkenne, dass ich sie nur besiegen kann
Wenn ich ihr direkt ins Angesicht schaue

Wieder neu kämpfen gegen die ANGST
Das ist der einzige Weg, ihr zu entkommen
Ihr die Macht zu nehmen über mich
Und wieder neu zu leben, zu atmen
Ist die ANGST überwunden, wachsen neue Kräfte
Die mich lebensfähig machen werden
Die für mich richtigen Entscheidungen zu treffen
und die nötigen Schritte zu gehen
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Lenamellona

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Angelién]

Eins meiner Lieblingsgedichte:

W. H. Auden: As I Walked Out One Evening

As I walked out one evening,
Walking down Bristol Street,
The crowds upon the pavement
Were fields of harvest wheat.

And down by the brimming river
I heard a lover sing
Under an arch of the railway:
"Love has no ending.

"I'll love you, dear, I'll love you
Till China and Afica meet,
And the river jumps over the mountain
And the salmon sing in the street.

"I'll love you till the ocean
Is folded and hung up to dry
And the seven stars go squawking
Like geese about the sky.

"The years shall run like rabbits,
For in my arms I hold
The Flower of the Ages,
And the first love of the world."

But all the clocks in the city
Began to whirr and chime:
"O let not Time deceive you
You cannot conquer Time.

"In the burrows of the Nightmare
Where Justice naked is,
Time watches from the shadow
And coughs when you would kiss.

"In headaches and in worry
Vaguely life leaks away,
And time will have his fancy
To-morrow or to-day.

"Into many a green valley
Drifts the appalling snow
Time breaks the threaded dances
And the diver's brilliant bow.

"O plunge your hands in water
Plunge them up to the wrist;
Stare, stare in the basin
And wonder what you've missed."

"The glacier knocks in the cupboard,
The desert sighs in the bed,
And the crack in the tea-cup opens
A lane to the land of the dead.

"Where the beggars raffle the banknotes
And the Giant is enchanting to Jack,
And the Lily-white Boy is a Roarer
And Jill goes down on her back."

"O look, look in the mirror,
O look in your distress;
Life remains a blessing
Although you cannot bless."

"O stand, stand at the window
As the tears scald and start;
You shall love your crooked neighbor
With your crooked heart."

It was late, late in the evening
The lovers they were gone;
The clocks had ceased their chiming,
And the deep river ran on.



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Lenamellona

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Lenamellona]

Noch was gefunden...

SOLITUDE

Alexander Pope (1688-1744)


OW happy he, who free from care
The rage of courts, and noise of towns;
Contented breaths his native air,
In his own grounds.

Whose herds with milk, whose fields with bread,
Whose flocks supply him with attire,
Whose trees in summer yield him shade,
In winter fire.

Blest! who can unconcern'dly find
Hours, days, and years slide swift away,
In health of body, peace of mind,
Quiet by day,

Sound sleep by night; study and ease
Together mix'd; sweet recreation,
And innocence, which most does please,
With meditation.

Thus let me live, unheard, unknown;
Thus unlamented let me dye;
Steal from the world, and not a stone
Tell where I lye.
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Lenamellona]

SCHALL UND RAUCH

Wie man sich täuschen kann,
wenn man sich täuschen will
in einem Menschen.

Wie man ihn
zu etwas Besonderem macht,
wenn man etwas Besonderes braucht.


Wie man sich
Illusionen machen kann,
wenn man die Wahrheit
nicht wahrhaben will -
bis sie dann
wie der Blitz einschlägt
in die Galerie der Wunschbilder
und nichts hinterlässt
als Schall und Rauch.

Hans Kruppa



FALSCH VERSTANDEN

Du verstehst mich nicht.
Und ich verstehe nicht,
dass du mich nicht verstehst.
Vielleicht verstehe ich dich nicht?
Vielleicht haben wir uns
die ganze Zeit über
immer nur falsch verstanden?

Hans Kruppa




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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Zaodin]

Dank an einen Freund...

Ich möcht´ Dir heut auf diesem Wege,
von Herzen DANKE sagen,
dass Du immer zu mir stehst -
auch an schlechten Tagen,
dass Du mich annimmst, wie ich bin,
ohne viel zu fragen
und mir wortlos dabei hilfst,
jede Last zu tragen!

So hoffe ich, es geht Dir gut -
jetzt und alle Zeit,
doch wenn DU jemals Hilfe brauchst,
so stehe ich bereit!
Auf allen meinen Lebenswegen,
bis in die Ewigkeit,
werd´ ich Dich tief im Herzen tragen,
voller Dankbarkeit!

Ich hoffe Du weißt wieviel mir unsere Freundschaft bedeutet
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Mauergesichter

Immerzu
Geradeaus
Geht der Weg
Mit hohen Mauern
Zu beiden Seiten

Gesichter
Aus Stein
So Kalt
Mit blinden Augen
Ohne Regung
Die mustern und
In Schubladen stopfen
Schnell und ohne
Zweiten Blick
Ein Stempel
Geprüft
Geurteilt
Erledigt
Keine Zeit
Weitergehen
Der nächste bitte

Immer weiter
Geradeaus
Geht der Weg
Durch Mauergesichter
Betonschädel
Steinerne Herzen
Ich seh nicht mehr hin
Mein Gesicht wird
Zur Mauer ebenso
Und ich geh weiter

Manchmal aber
Wenn ich lausche
Eine Stimme
Ohne Stempel
Im Stein
Ohne Urteil
Im Sinn
Ganz leise
Ganz warm:

Bleib stehen
Und lass dich
Anschauen
Hinter deiner
Mauer

Und plötzlich
Ist keine mehr da
Nur noch
Ein Lächeln
Ganz leise
Ganz warm


by Sylvia



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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Zaodin]

Spielzeug

Es gibt Menschen, an die ist Liebe verschwendet.
Menschen die andere nur als Spielzeug sehen,
existent einzig um die Zeit totzuschlagen.

Es gibt Menschen die kein Problem damit haben
Andere Menschen zu verletzen, schlimmer noch
Dies in Kauf nehmen für das eigene Wohlbefinden.

Es gibt Menschen, die von tiefen Gefühlen reden
Und dann dem anderen den Rücken kehren,
sobald er als Spielzeug nicht mehr taugt.

Und auch das Wissen um das Verhalten dieser Menschen
Ändert doch nichts daran das man sie liebt,
mehr als diese jemals jemanden lieben könnten.

von DestinRayn
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Glorfindel

Elbenfreund

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

woher hast du das?


Glor
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Glorfindel]

Von mir. Ich habe es von einer Website.

Regentropfen

Die Regentropfen fallen auf das Fenster,
Ein beruhigendes Geräusch, monoton, einschläfernd.
So werden auch meine Gefühle vernebelt
Ich vergesse, was ich fühle, warum ich eben noch glücklich war.
Diese tiefe, endlose Traurigkeit überkommt mich wieder,
frisst sich in mich hinein, vergräbt sich tief in mir.
Oder steigt sie nur aus den Tiefen meines Selbst hervor?
Kommt sie nur wieder? war sie nie fort?
Ich verzweifele, sitze ganz ruhig, horche in mich hinein. Was fühle ich?
Ich weiß es nicht. Dieses Nicht-Wissen macht mich verrückt.
Und dann falle ich wieder in dieses schwarze Loch.
Einsamkeit umhüllt mich. Ich verliere mich.
Werde ich mich jemals selbst finden?


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Brilanna

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Zaodin]

Angst

Ich fühle eine Angst,
die ich nicht kenne.

Ich fühle eine Angst,
der ich nicht gewachsen bin.

Ich fühle einen Angst,
die mich zerfrisst.

Eine Angst

zu leben...
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Brilanna]

Schmerz in mir

Das Licht, es verlischt im Gedanken der Zeit,
ich werde getragen so fern und so weit,
dass alles, was war, bleibt als Funke zurück
und macht sich den bleibenden Menschen zum Glück.

Die Hände, sie führen mich so tief hinein,
dass endet im Lichtschein mein Flehen und Schrein
und eint sich in schlagenden Flügeln im Wind,
bis Angst und Verzweiflung verflogen sind.

Es leiten mich Augen, Gestalten im Schein,
so kraftvoll und doch voller Liebe, so rein,
sie leiten mich Stufe für Stufe hinauf
und sollte ich fallen, so fängt man mich auf.

Wo sind jene Funken, die bleiben zurück
und bringen den Menschen das ewige Glück?

Wo sind jene Hände, die führen so tief,
dass endet das Flehen und Schrein, dass ich rief?

Wo sind jene Stufen, die leiten hinauf
und jene Gestalten, die fangen mich auf?

Wo sind jene Wesen, die alles verzeihn,
die lassen mein Herz in der Sonne gedeihn?

Wo sind sie nur hin, jene Wünsche in mir?
Ich wünschte, sie blieben für immer bei mir...

von T. Rube
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Lia Knotwise o W

traumfresserchen

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Draußen


draußen, wo

das leben wirbt
das leben tanzt
das leben stirbt


draußen, das

ich durchs fenster seh
ich berühren will
ich nicht fühlen kann, so weh


draußen, das

mich lächelnd küsst
mich schmeichelnd lockt
mich trauernd gehen lässt


drinnen, wo

einsames sicher scheint
verlorenes erfüllung ist
das leben weint


bin ich.


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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Lia Knotwise o W]

I’m hit, I’m hurt, I’m deeply wounded,
A torn soul inside me
Inside a cold, stiff body.
Dead to the world.

I’m falling,
Thrown into
The dark emptiness
Of what remains of life and love.

I bow, I bend, I almost break,
But will rise again
To stand and live.
And even now, through broken lips,
Mere stumbling on my failing legs,
I withstand the nightly, dark Oppressor
Who tries to steal my life.

„Thou, reaper, murd’rer, lord of darkness,
Won’t have me break, won’t take my soul!“
I’m screaming, screaming into darkness...
Without an answer but the whisper
Of the cold and howling winds...

Resistance, is it futile?
Don’t know, don’t care,
For I won’t surrender my soul without a fight.
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Seele
von Elke Gudehus

Es war einmal ein kleines Mädchen.
Sie trug ihre Seele offen mit sich herum.
Für jeden sichtbar.
Ihre Seele war schön.
Jeder bewunderte sie.
Doch eines Tages, stahl ihr jemand ihre Seele.
Sie suchte sie verzweifelt, doch fand sie nicht.
Jetzt wollten die Menschen nichts mehr von ihr wissen, sie hatte ja keine Seele mehr.
Sie suchte Tage, Wochen, Monate, Jahre.
Doch sie fand sie nicht.
Irgendwann als sie schon aufgegeben hatte zu suchen, fand sie sie plötzlich.
Sie war so froh darüber, dass sie beschloss niemandem mehr ihre Seele zu zeigen, aus Angst sie noch einmal zu verlieren.
Sie versteckte sie in der hintersten Ecke des Schrankes.
Aber sie sagte es den anderen nicht.
Es musste ja nicht jeder wissen.
Und so lebte sie mit der Gewissheit, dass sie ihre Seele nie wieder verlieren würde.
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Angelién]

Einsamkeit
unbekannter Verfasser

Wenn man lieben will, doch nur einen Schatten umarmt.
Wenn man reden will, doch nur die eigenen Gedanken hören zu.
Wenn man lachen will, doch das Herz kann nicht heiter sein.
Wenn man tanzen will, doch die Musik nur von ferne hört.
Wenn man weinen will, doch aus den Augen keine Tränen mehr kommen.

Ständig bei Dir & doch allein.
Das ist Einsamkeit!
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Angelién]

Wenn es Nacht wird

Tage um Tage vergehen,
sie sagen die Zeit heilt Wunden.
Ich spüre die Einsamkeit,
ich kann Dich nicht vergessen,
ich denke an Dich in so vielen Stunden.
So oft hast Du neben mir gesessen
und wir hatten viel Spaß in dieser Zeit.

Der Schmerz wird vergehen,
Doch die Erinnerung bleibt.
Wenn sie kommt, dann kann ich Dich sehen.
Es ist als stehst Du neben mir,
Doch ich warte immer noch auf ein Zeichen von Dir,
Auf die Antwort auf all meine Fragen.
Ich suche sie in meinen Träumen
Doch ich weiß, ich werde sie nicht finden.

Ich frage mich ständig "Warum?",
Doch ich werde es nie erfahren.
Alles was mir bleibt
ist die Erinnerung an unsere gemeinsame Zeit.
Du bist nicht mehr hier,
doch im Traum lebst Du ewig in mir.

Ich spüre wie die Zeit verrinnt,
Ich vermisse Dich jeden Tag.
Doch ich weiß wir sehen uns wieder.
Immer, wenn es Nacht wird...

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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

An Yeonni

Geschrieben von Irma

Kein Weg der sichtbar ist
umhüllt vom Nebel der Traurigkeit

Deine Worte des Vertrauens
Dein Lächeln der Zuversicht
Deine tragenden Hände - geben wieder Sinn

Der Nebel schwindet
der Weg wird sichtbar - Hoffnung

Schön zu wissen - wir gehen gemeinsam



Nur ein kleiner Satz

Geschrieben von yogore

Es ist nur ein kleiner Satz.
Er hat nur vier Wörter
und ist nicht schwer.
Es ist nur ein kleiner Satz,
mit einer großen Bedeutung
und die ist nicht schwer.
Es ist der kleine Satz:
"Ich hab dich lieb."


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Antarra

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Zaodin]

Omnis Mundi Creatura
(Alanus ab Insulis)


Omnis mundi creatura
quasi liber et pictura
nobis est, et speculum.
Nostrae vitae, nostrae mortis,
nostri status, nostrae sortis
fidele signaculum.

Nostrum statum pingit rosa,
nostri status decens glosa,
nostrae vitae lectio.
Quae dum primo mane floret,
defloratus flos effloret
vespertino senio.

Ergo spirans flos exspirat
in pallorem dum delirat,
oriendo moriens.
Simul vetus et novella,
simul senex et puella
rosa marcet oriens.

Sic aetatis ver humanae
juventutis primo mane
reflorescit paululum.
Mane tamen hoc excludit
vitae vesper, dum concludit
vitale crepusculum.

Cujus decor dum perorat
ejus decus mox deflorat
aetas in qua defluit.
Fit flos fenum, gemma lutum,
homo cinis, dum tributum
homo morti tribuit.
Cujus vita cujus esse,
poena, labor et necesse
vitam morte claudere.

Sic mors vitam, risum luctus,
umbra diem, portum fluctus,
mane claudit vespere.
In nos primum dat insultum
poena mortis gerens vultum,
labor mortis histrio.

Nos proponit in laborem,
nos assumit in dolorem;
mortis est conclusio.
Ergo clausum sub hac lege,
statum tuum, homo, lege,
tuum esse respice.

Quid fuisti nasciturus;
quid sis praesens, quid futurus,
diligenter inspice.

Luge poenam, culpam plange,
motus fraena, factum frange,
pone supercilia.

Mentis rector et auriga
mentem rege, fluxus riga,
ne fluant in devia.


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Antarra

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Antarra]

Auf nun schon mehrfachen Wunsch auch noch die Übersetzung:

Sequenz der Rose
(Alain de Lille)

Die Geschöpfe dieser Erde
sind ein Buch und ein Gemälde
und ein Spiegel unsres Seins.
Unserm Leben, unserm Sterben,
unsrer Lage, unserm Lose
können sie ein Zeichen sein.

Unsern Zustand zeigt die Rose,
klar beschreibt sie unsre Lage,
unser Leben stellt sie dar.
Die am frühen Morgen blühet,
kaum erblüht verblüht die Blüte,
wenn am Abend alles welkt.

Taufrisch siecht dahin die Blüte,
wenn sie blaß in Fieberschauern
im Erblühen schon vergeht.
Alt und jung zur gleichen Stunde,
Greis und Kind in gleichem Maße,
welkt die Rose im Erblühn.

Auch des Menschen Lebensfrühling
und der Jugend erster Morgen
blüht für eine kurze Zeit.
Doch im Lebensabend endet
dieser Morgen, und bald naht sich
jedes Lebens Dämmerung.
Noch eh' aller Glanz entfaltet
ist die Schönheit schon vorüber,
und die Zeit fließt drüber hin.

Blume wird zu Heu, zu Kote
wird die Perle, und als Asche
zahlt der Mensch dem Tod Tribut.
Unabwendbar ist sein Leben
und sein Sein nur Qual und Mühe,
und das Leben schließt im Tod.

Auf den Morgen folgt der Abend,
auf das Lachen folgt die Trauer,
auf das Leben folgt der Tod.

Unsres Daseins erste Qualen
tragen schon des Todes Züge,
und die Mühe kündet Tod.
Uns den Mühen auszusetzen
und den Schmerzen hinzugeben
ist des Todes Forderung.
Unter dies Gesetz gezwungen,
Mensch erkenne deine Lage
und bedenke, was du bist.

Was du warest neugeboren,
was du bist, und was du sein wirst
oh, beachte es genau.

Weine über Schuld und Strafe,
halte still, nichts übereile,
lege jeden Hochmut ab.

Lenker, Steuermann des Geistes,
lenke unsern Sinn und sorge,
daß sein Weg nicht irre geht.
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Antarra]

Nimm´ meine Hand

Ich bin nicht
jeden Tag bei Dir,
aber
ich bin
- trotz Abwesenheit -
immer verbunden
mit Dir.
Ich lasse Dir Freiraum
und gebe
Dir Beständigkeit.

Ich bin da,
wenn Deine Seele
um Hilfe schreit.

FREUNDE.
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Angelién

Nightshadow

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Marionette
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

Was tu ich bloß mit all den Seilen,
die mich hemmungslos zerteilen,

die auf allen meinen Wegen
die Entscheidung vorverlegen,

mich mal binden, mal befreien,
zwingen, mich brav einzureihen,

aus der Reihe tanzen lassen
Fremde bei den Händen fassen,

gegen meine Freunde hetzen
und mich doch nur selbst verletzen?

Könnte ich mein Leben wenden,
schnitt ich sie nun glatt entzwei?
Nein, das wäre einerlei.

Die Schnur liegt fest in meinen Händen.
Ich bin es selber, der mich lenkt,
mich an die tausend Fäden hängt,

mich zwingt ein anderer zu sein.
Ich muß mich von mir selbst befreien,

mich so sein lassen, wie ich bin.
Dann machen diese Seile Sinn.
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Nìthiel

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Angelién]

by Lord George Gordon Byron


AND thou art dead, as young and fair
As aught of mortal birth;
And form so soft, and charms so rare,
Too soon return'd to Earth!
Though Earth receiv'd them in her bed,
And o'er the spot the crowd may tread
In carelessness or mirth,
There is an eye which could not brook
A moment on that grave to look.
 
I will not ask where thou liest low,
Nor gaze upon the spot;
There flowers or weeds at will may grow,
So I behold them not:
It is enough for me to prove
That what I lov'd, and long must love,
Like common earth can rot;
To me there needs no stone to tell,
'T is Nothing that I lov'd so well.
 
Yet did I love thee to the last
As fervently as thou,
Who didst not change through all the past,
And canst not alter now.
The love where Death has set his seal,
Nor age can chill, nor rival steal,
Nor falsehood disavow:
And, what were worse, thou canst not see
Or wrong, or change, or fault in me.
 
The better days of life were ours;
The worst can be but mine:
The sun that cheers, the storm that lowers,
Shall never more be thine.
The silence of that dreamless sleep
I envy now too much to weep;
Nor need I to repine
That all those charms have pass'd away,
I might have watch'd through long decay.
 
The flower in ripen'd bloom unmatch'd
Must fall the earliest prey;
Though by no hand untimely snatch'd,
The leaves must drop away:
And yet it were a greater grief
To watch it withering, leaf by leaf,
Than see it pluck'd to-day;
Since earthly eye but ill can bear
To trace the change to foul from fair.
 
I know not if I could have borne
To see thy beauties fade;
The night that follow'd such a morn
Had worn a deeper shade:
Thy day without a cloud hath pass'd,
And thou wert lovely to the last,
Extinguish'd, not decay'd;
As stars that shoot along the sky
Shine brightest as they fall from high.
 
As once I wept, if I could weep,
My tears might well be shed,
To think I was not near to keep
One vigil o'er thy bed;
To gaze, how fondly! on thy face,
To fold thee in a faint embrace,
Uphold thy drooping head;
And show that love, however vain,
Nor thou nor I can feel again.
 
Yet how much less it were to gain,
Though thou hast left me free,
The loveliest things that still remain,
Than thus remember thee!
The all of thine that cannot die
Through dark and dread Eternity
Returns again to me,
And more thy buried love endears
Than aught except its living years.
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Nìthiel]

Freiheit

Manchmal will ich sterben,
In Vergessenheit geraten,
Von allen Pflichten entbunden sein,
Von allem Schmerz befreit.

Will auf mein Leben runterschauen,
Nur das Schöne sehen können,
mich nur an die Liebe erinnern
und an das Glück.

Manchmal will ich träumen,
und nie wieder erwachen,
will gefangen sein im Traum,
Denn in meinen Träumen kann ich sein,
Was immer ich will,
Wer immer ich will,
Wo immer ich will.

In meinem Traum bin ich frei.
Ist träumen eine Art des Sterbens?

von K. Ruhland
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Lenamellona

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

JRRT- Lay of Nimrodel

An Elven-maid there was of old,
A shining star by day:
Her mantle white was hemmed with gold,
Her shoes of silver-grey.

A star was bound upon her brows,
A light was on her hair
As sun upon the golden boughs
In Lorien the fair.

Her hair was long, her limbs were white,
And fair she was and free;
And in the wind she went as light
As leaf of linden-tree.

Beside the falls of Nimrodel,
By water clear and cool,
Her voice as falling silver fell
Into the shining pool.

Where now she wanders non can tell,
In sunlight or in shade;
For lost of yore was Nimrodel
And in the mountains strayed.

The elven-ship in haven grey
Beneath the mountain-lee
Awaited her for many a day
Beside the roaring sea.

A wind by night in Northern lands
Arose, and loud it cried,
And drove the ship from elven-strands
Across the streaming tide.

When dawn came dim the land was lost,
The mountains sinking grey
Beyond the heaving waves that tossed
Their plumes of blinding spray.

Amroth beheld the fading shore
Now low beyond the swell,
And the cursed the faithless ship that bore
Him far from Nimrodel.

Of old he was an Elven-king,
A lord of tree and glen,
When golden were the boughs in spring
In fair Lothlorien.

From helm to sea they saw him leap,
As arrow from the string,
And dive into the water deep,
As mew upon the wing.

The wind was in his flowing hair,
The foam about him shone;
Afar they saw him strong and fair
Go riding like a swan.

But from the West has come no word,
And on the Hither Shore
No tidings Elven-folk have heard
Of Amroth evermore.
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Lenamellona]

Warum Du ?

Es war der traurigste Tag, den die Erde je geboren,
an dem ich dich und all meine Hoffnung verloren.
Ein Tag war nie wieder so grausam und trist,
wie der Tag, an dem du gegangen bist.
Jede Sekunde des Atmens nur Schmerz;
Jeder Gedanke ein Stich in mein Herz;
Jede Träne Erlösung, jedes Empfinden total;
Jeder Zuspruch vergebens, jeder Schritt eine Qual.
Ich werde niemals verstehn und ich frag immerzu:
Warum nicht ICH? Warum jetzt? Warum DU?

Jutta Schulte

Geändert durch Tarma (08.06.2004 23:28)

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Seraphim

Nightmare

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Nachtgedanken

Kühle Nachtluft,
deine Wärme,
Dunkelheit der Nacht,
der Glanz deines Antlitz,
das Schlagen einer Nachtigall,
dein ruhiger Atem,
Wassertropfen am Fenster,
dein goldenes Haar,
Zeit bleib stehen,
Augenblick verweile.

Sven Sommer
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MarcBolan

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... *DELETED* [Re: Seraphim]

Nachricht gelöscht durch Marauder


Stimmenannahme von (01.01.1970 01:00) bis (Kein Ende angegeben)
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Dione

Tochter der Thetys

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: MarcBolan]

MarcBolan scheint ein Problem zu haben,
Langeweile will er wohl begraben.
Doch pass auf du kleiner Troll.
Deine Bannung die wird toll.
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Dione

Tochter der Thetys

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Dione]

Der Zauberlehrling

Hat der alte Hexenmeister
Sich doch einmal wegbegeben!
Und nun sollen seine Geister
Auch nach meinem Willen leben.
Seine Wort und Werke
Merkt ich und den Brauch,
Und mit Geistesstärke
Tu ich Wunder auch.

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Und nun komm, du alter Besen,
Nimm die schlechten Lumpenhüllen!
Bist schon lange Knecht gewesen:
Nun erfülle meinen Willen!
Auf zwei Beinen stehe, =
Oben sei ein Kopf,
Eile nun und gehe
Mit dem Wassertopf!

Walle! walle
Manche Strecke,
Daß, zum Zwecke,
Wasser fließe
Und mit reichem, vollem Schwalle
Zu dem Bade sich ergieße.

Seht, er läuft zum Ufer nieder!
Wahrlich! ist schon an dem Flusse,
Und mit Blitzesschnelle wieder
Ist er hier mit raschem Gusse.
Schon zum zweiten Male!
Wie das Becken schwillt!
Wie sich jede Schale
Voll mit Wasser füllt!

Stehe! stehe!
Denn wir haben
Deiner Gaben
Vollgemessen! -
Ach, ich merk es! Wehe! wehe!
Hab ich doch das Wort vergessen!

Ach, das Wort, worauf am Ende
Er das wird, was er gewesen!
Ach, er läuft und bringt behende!
Wärst du doch der alte Besen!
Immer neue Güsse
Bringt er schnell herein,
Ach, und hundert Flüsse
Stürzen auf mich ein!

Nein, nicht länger
Kann ichs lassen:
Will ihn fassen!
Das ist Tücke!
Ach, nun wird mir immer bänger!
Welche Miene! welche Blicke!

O, du Ausgeburt der Hölle!
Soll das ganze Haus ersaufen?
Seh ich über jede Schwelle
Doch schon Wasserströme laufen.
Ein verruchter Besen, =
Der nicht hören will!
Stock, der du gewesen,
Steh doch wieder still!

Willst am Ende
Gar nicht lassen?
Will dich fassen,
Will dich halten
Und das alte Holz behende
Mit dem scharfen Beile spalten!

Seht, da kommt er schleppend wieder!
Wie ich mich nur auf dich werfe,
Gleich, o Kobold, liegst du nieder;
Krachend trifft die glatte Schärfe.
Wahrlich! brav getroffen! =
Seht, er ist entzwei!
Und nun kann ich hoffen,
Und ich atme frei!

Wehe! wehe!
Beide Teile
Stehn in Eile
Schon als Knechte
Völlig fertig in die Höhe!
Helft mir, ach! ihr hohen Mächte!

Und sie laufen! Naß und nässer
Wirds im Saal und auf den Stufen:
Welch entsetzliches Gewässer!
Herr und Meister, hör mich rufen! -
Ach, da kommt der Meister!
Herr, die Not ist groß!
Die ich rief, die Geister,
Werd ich nun nicht los.

"In die Ecke,
Besen! Besen!
Seids gewesen!
Denn als Geister
Ruft euch nur, zu seinem Zwecke,
Erst hervor der alte Meister."

Johann Wolfgang von Goethe


Das waren Zeiten. In der 5ten Klasse schon so ein langes Gedicht lernen müssen.
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Felidays

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Dione]

Quote:
Das waren Zeiten. In der 5ten Klasse schon so ein langes Gedicht lernen müssen.



Das erinnert mich irgendwie an Frau Dietz *wink*

In die Tiefe von Romy B.

Kann ich Brücken bauen
ohne befürchten zu müssen,
dass der Lehm die Steine nicht für alle Ewigkeit
zusammenhalten kann
und mich so in die Tiefe stürzen lässt,
wenn ich auf ihr stehe?

Kann ich mich von einer Wolke tragen lassen
ohne befürchten zu müssen,
dass der Nebel irgendwann auseinander fließt
und mich so in die Tiefe stürzen lässt,
wenn ich mich auf ihr ausruhe?

Kann ich einen Elefanten auf meinem Rücken sitzen lassen
ohne befürchten zu müssen,
dass mich irgendwann die Illusion verlässt,
ich wäre stärker als das Tier
und mich so in die Tiefe stürzen lässt,
wenn ich mit meinen Nerven am Ende bin?

Kann ich mich auf einen menschen verlassen
ohne befürchten zu müssen,
dass sich dieser irgendwann von mir abwendet
und mich so in die Tiefe stürzen lässt,
gerade wenn ich ihn doch so sehr bräuchte?

Kann ich vertrauen auf die Schönheit des Todes
ohne befürchten zu müssen,
dass ich einfach nicht mehr da sein werde
obwohl ich mein Leben lang gebetet habe,
mich Gott unterworfen habe,
nur um zu sehen,
dass das Leben ein einmaliger Genuss war,
der
wie ein Milchshake
entweder genießerisch bis auf den letzten Tropfen
ausgetrunken wird
oder aber
das Glas aus meiner Hand rutscht
auf dem Boden zersplittert
und mein Leben keinen Inhalt mehr hat

Was kann ich überhaupt noch glauben
ohne der Befürchtung nahe zu treten,
dass alles eine Lüge ist,
die mich immer mehr in die Tiefe stürzen lässt,
je näher ich der Wahrheit komme
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Dione

Tochter der Thetys

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Felidays]

Heißen denn alle Deutschlehrerinnen Fr.Dietz??? *wunder*
Das war nämlich meine Tutorin in der 11 und 12.
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Dione]

SCHICKSALSTAGE

Wenn die trüben Tage grauen,
Kalt und feindlich blickt die Welt,
Findet scheu sich dein Vertrauen
Ganz auf dich allein gestellt. Aber in dich selbst verwiesen
Aus der alten Freuden Land,
Siehst du neuen Paradiesen
Deinen Glauben zugewandt.


Als dein Eigenstes erkennst du,
Was dir fremd und feind erschien,
Und mit neuen Namen nennst du
Dein Geschick und nimmt es hin.

Was dich zu erdrücken drohte,
Zeigt sich freundlich, atmet Geist,
Ist ein Führer, ist ein Bote,
Der dich hoch und höher weist.

Hermann Hesse
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Fabienne

Gefährte

Es tut sehr weh.. [Re: Angelién]

Fühltest du den Schmerz,
den ich trage in meinem Herz
würdest du sterben, wie ich langsam sterbe
in diesen qualvollen Tagen,
in denen Du nicht mein und ich nicht Dein bin.
Nacht für Nacht die selben Träume,
Träume, die meine Wünsche wahrwerden lassen,
Deine hingegen nicht beachten
denn wenn dem so wär
wärst Du mein und ich wär Dein
und so überlebe ich Tag und Nacht
Da die Hoffnung noch nicht vollkommen erlischt,
die Hoffnung, irgendwann seist Du wieder mein und ich Dein...

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Felidays

Gefährte

Ode an "xs" [Re: Fabienne]

Ode an die Konfektionsgröße "xs"

Im Umkleideraum hast du mich verlassen

Vor langer, langer Zeit

Ich hatte lange damit zu kämpfen

Für einen Neuanfang war ich noch nicht bereit

Doch du sagtest, siehe, da ist "s"

Und "s" war auch sehr höflich

Doch "s" sagte, siehe, da ist "m"

Und ich wusste eine Rückkehr zu dir wird unmöglich

Bleibt doch Schwerkraft, Schwerkraft

Und Fett bleibt Fett

Bleiben doch Fettröllchen, Fettröllchen

Und kein Waschbrett

Du passt dennoch zu mir

Oh, vermisstes "xs"




Ich werde auch von Tag zu Tag narzistischer...

Geändert durch Felidays (14.06.2004 22:32)

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Tarma

Gefährte

Re: Ode an "xs" [Re: Felidays]

Tränen ...

Einsame Tropfen voller Hass
Die leise und traurig klagen
Mutlos und willenlos
Gefüllt mit Leidenschaft
Schmerzen die nie enden wollen
Erfüllt von erdrückender Leere
Aus Verzweiflung und Trauer
Wegen unheilbar tiefen Wunden
Die mir den Mut nehmen
Den Mut zum Leben
Zweifel an mir selbst
Angst die mich beherrscht
Mehr als ich...

Christin Büttner
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Du warst es und du bist es

Du warst der,
der mich glücklich gemacht hat.
Doch nun bist du der,
der mich in tiefe Trauer fallen lassen hat.
Du warst der,
der mir Lebenskraft gegeben hat.
Doch nun bist du der,
der mir die Lust am Leben genommen hat.
Du warst der,
den ich nie verlieren wollte.
Doch nun bist du der,
der mich so schnell verlassen hat.
Du warst der,
der mein Herz vor der klirrenden Kälte gerettet hat.
Doch nun bist du der,
der mein Herz erfrieren ließ.
Du warst der,
den ich geliebt habe.
Doch nun bist du der,
den ich hassen möchte, um deinen Tod zu verkraften.

L. Jana

Geändert durch Tarma (17.06.2004 12:53)

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Stina

flauschiger Gutmensch

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Sehnsucht

Ach, aus dieses Tales Gründen,
Die der kalte Nebel drückt,
Könnt ich doch den Ausgang finden,
Ach wie fühlt' ich mich beglückt!
Dort erblick' ich schöne Hügel,
Ewig jung und ewig grün!
Hätt' ich Schwingen, hätt' ich Flügel,
Nach den Hügeln zög ich hin.

Harmonien hör' ich klingen,
Töne süßer Himmelsruh,
Und die leichten Winde bringen
Mir der Düfte Balsam zu,
Gold'ne Früchte seh ich glühen,
Winkend zwischen dunkelm Laub,
Und die Blumen, die dort blühen,
Werden keines Winters Raub.

Ach wie schön muß sich's ergehen
Dort im ew'gen Sonnenschein,
Und die Luft auf jenen Höhen,
O wie labend muß sie sein!
Doch mir wehrt des Stromes Toben,
Der ergrimmt dazwischen braust,
Seine Wellen sind gehoben,
Daß die Seele mir ergraust.

Einen Nachen seh ich schwanken,
Aber ach! der Fährmann fehlt.
Frisch hinein und ohne Wanken,
Seine Segel sind beseelt.
Du mußt glauben, du mußt wagen,
Denn die Götter leihn kein Pfand,
Nur ein Wunder kann dich tragen
In das schöne Wunderland.

~ Friedrich Schiller, 1802

Übrigens wunderschön vertont von Dhalia / Wild Silk
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Khos

Treuer Hund

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Stina]

Mein herz ich will Dich fragen
Lyrics: Friedrich Halm

Mein Herz ich will dich fragen:
Was ist denn Liebe, sag? -
"Zwei Seelen und ein Gedanke,
Zwei Herzen und ein Schlag!"

Und sprich, woher kommt Liebe? -
"Sie kommt und sie ist da!"
Und sprich, wie schwindet Liebe? -
"Die war's nicht, der's geschah!"

Und was ist reine Liebe? -
"Die ihrer selbst vergißt!"
Und wann ist Lieb am tiefsten? -
"Wenn sie am stillsten ist"

Und wann ist Lieb am reichsten? -
"Das ist sie wenn sie gibt!"
Und sprich wie redet Liebe? -
"Sie redet nicht, sie liebt!"

Übrigens ebenfalls wunderschön vertont von Dhalia/Wild Silk...
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Stina

flauschiger Gutmensch

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Khos]

Khos schrieb:
Übrigens ebenfalls wunderschön vertont von Dhalia/Wild Silk...



Oooh! Echt? Gibts das irgendwo legal online?
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Khos

Treuer Hund

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Stina]

@Christina
Legal nur da...
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Seraphim

Nightmare

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Khos]

Frauenhand

Ich weiß es wohl, kein klagend Wort
Wird über deine Lippen gehen;
Doch, was so sanft dein Mund verschweigt,
Muß deine blasse Hand gestehen.

Die Hand, an der mein Auge hängt,
Zeigt jenen feinen Zug der Schmerzen,
Und daß in schlummerloser Nacht
Sie lag auf einem kranken Herzen.

Theodor Storm
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Seraphim]

DER BRIEF

Es geht ein Wind von Westen,
Die Linden stöhnen sehr,
Der Mond lugt aus den Ästen
In meine Stube her.

Ich habe meiner Lieben,
Die mich verlassen hat,
Einen langen Brief geschrieben
Der Mond scheint auf das Blatt.

Bei seinem stillen Scheinen,
Das über die Zeilen geht,
Vergißt mein Herz vor Weinen
Schlaf, Mond und Nachtgebet.

Hermann Hesse


TRAURIGKEIT

Die mir noch gestern glühten,
Sind heut dem Tod geweiht,
Blüten fallen um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.

Ich seh sie fallen, fallen
Wie Schnee auf meinem Pfad,
Die Schritte nicht mehr hallen,
Das lange Schweigen naht.

Der Himmel hat nicht Sterne,
Das Herz nicht Liebe mehr,
Es schweigt die graue Ferne,
Die Welt ward alt und leer.

Wer kann sein Herz behüten
In dieser bösen Zeit?
Es fallen Blüten um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.


Hermann Hesse
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Seraphim

Nightmare

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]

Abschied

Schweigendes Abendrot -
ein Trost der Sonne
beim Verlassen der Himmel

die Gefährten des Tages
drängt schon mahnend
die Ahnung der Nacht

der Abschied ist beschlossen:

auch wir
reichen uns nur die Hand
und schweigen uns fort
jeder in seine
verborgenen Tränen…

Hans-Christoph Neuert

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

In mir ist Nacht

In mir ist Nacht - oh, schnell besaite
die Harfe, die den Gram bezwingt;
erweckt von leisen Fingern, gleite
der Schall, der süß und schmelzend klingt.
Wenn noch dies Herz nach Hoffnung ringt,
Dein Zauberton läßt sie erblühn;
Wenn Träne noch im Aug entspringt,
sie fließt, anstatt im Hirn zu glühn.

Wild sei und tief der Töne Fluß,
kein Lied, von Glück und Lust verklärt:
Ich sag dir, daß ich weinen muß,
sonst springt dies Herz, von Qual verzehrt;
denn sieh', es ward von Gram genährt.
Schlaflos und schweigend kämpft' es lang;
Nun hat es seinen Kelch geleert,
und bricht - oh, schmelz es im Gesang!

Lord George Gordon Noel Byron
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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Seraphim]

Gegen Vergessen

Ich will mich erinnern
dass ich nicht vergessen will
denn ich will ich sein
Ich will mich erinnern
dass ich vergessen will
denn ich will nicht zu viel leiden


Ich will mich erinnern
dass ich nicht vergessen will
dass ich vergessen will
denn ich will mich kennen

Denn ich kann nicht denken
ohne mich zu erinnern
denn ich kann nicht wollen
ohne mich zu erinnern
denn ich kann nicht lieben
denn ich kann nicht hoffen
denn ich kann nicht vergessen
ohne mich zu erinnern

Ich will mich erinnern
an alles was man vergißt
denn ich kann nicht retten
ohne mich zu erinnern
auch mich nicht und nicht meine Kinder

Ich will mich erinnern
an die Vergangenheit und an die Zukunft
und ich will mich erinnern
wie bald ich vergessen muss
und ich will mich erinnern
wie bald ich vergessen sein werde

Erich Fried
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Zaodin

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Tarma]


ICH BIN EIN STERN

Ich bin ein Stern am Firmament,
Der die Welt betrachtet, die Welt verachtet,
Und in der eignen Glut verbrennt.

Ich bin das Meer, das nächstens stürmt,
Das klagende Meer, das opferschwer
Zu alten Sünden neue türmt.

Ich bin von Eurer Welt verbannt
Vom Stolz erzogen, vom Stolz belogen,
Ich bin der König ohne Land.

Ich bin die stumme Leidenschaft,
Im Haus ohne Herd, im Krieg ohne Schwert,
Und krank an meiner eignen Kraft.

Hermann Hesse

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Tarma

Gefährte

Re: Gedichte ~ Thinking ... [Re: Zaodin]

Zweites Erwachen (Walkabout)

Wo bist du gewesen?
Ich erinnere mich an deine Worte,
als ob sie von gestern wären.
Sie haben meine Seele berührt
und nicht wieder verlassen.
Sag mir, wo bist du
all diese Jahre gewesen?
Weißt du nicht,
daß du in meiner Seele wohnst,
sie nie verloren hast?
Deine Worte lehrten mich,
Pfade zu gehen
auf vergessenen Wegen,
die kaum jemand kennt.
Du lehrtest mich zu sehen,
mit offenen Augen.
Wo bist du gewesen?
Ich weiß wo du gewesen bist.
Du hast die Pfade verlassen,
du hast die Welt betreten
und die Traumwelt vergessen.
Doch ich, ich bin noch hier,
ich warte auf dich,
eine Ewigkeit.
Und ich zeige dir den Pfad,
den du mich gelehrt hast
und selbst vergaßt.
Du verlorenes Ich

von Thomas Mende


Hinter der Maske

verbirgst deine Angst
mit Scherzen
deine Trauer mit Lachen
preist deine Tränen
Freudentränen –

doch trotz Distanz
schaue ich in dein Herz

- es blutet –

raste einen Augenblick
spüre die Gedanken
die ich mit dir teile

dein Trost ist mein Trost
mein Trost ist dein Trost

nimm die Hand
die ich dir reiche
Freund
du bist nicht allein

von Rita Bremm-Heffels
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

Keiner wird es sehen
von Stefan Brinkmann

Keiner wird es sehen,
keiner wird mehr wahrnehmen
als mein freundliches Gesicht,
die höflichen Worte, fröhlich dahin gesagt,
das Glänzen in meinen Augen...

... hinter der Maske
weinen sie
blutige Tränen,
und noch während ich lache,
fallen sie zu Boden,
und ich lache weiter
und weiter
und weiter,
halte mir den Bauch zwischen den
Salven von Fröhlichkeit,
krümme mich,
breche zusammen
inmitten der Lache aus
Herzblut...

... und keiner wird es sehen,
sie stehen um mich herum,
erwidern mein Lächeln
und freuen sich
an meinen glänzenden Augen.
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Seraphim

Nightmare

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Am Meer

Im regennassen Sand
laufen meine Spuren
vor mir her
und dröhnende Stille
reisßt an meinen Gedanken.

Durch dunkle Wolken,
die den gemalten Horizont erhellen,
verbinden verlorene Hoffnungen
Ebbe und Flut.

Einsam ist der Tropfen
in der Menge und
zweisam bin ich hier
allein.

Margot S. Baumann
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Khos

Treuer Hund

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Seraphim]

Stilles Verhältnis
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

"Ich mag die Stille nicht!"
sagte ich,
viel zu laut
ins Blaue hinein.
"Und sie mich auch nicht.
Schon beim kleinsten Geräusch,
das ich mache
flieht sie vor mir!"

"Ja,"
sagte das Blaue,
"sie ist ein schreckhaftes Ding.
Aber, vielleicht, mag die Stille Dich doch?
Kommt sie nicht zu Dir,
jedesmal,
wenn Du einsam bist und leise,
und tröstet Dich,
so gut sie kann?"

"Ja..."
sagte ich
erstaunt
und lächelte.
"Ja, das tut sie. Das tut sie wirklich!"

Dann schwieg ich,
und die Stille kam,
wie schon so oft,
und schwieg mit mir.
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Fingolfin

Hoher König der Noldor

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Vieleicht
Erich Fried

Erinnern
das ist
vieleicht
die qualvollste Art
des Vergessens
und vieleicht
die freundlichste Art
der Linderung
dieser Qual
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Fingolfin]

Albtraum
von Stefan Brinkmann

Ich hatte gestern Nacht
einen schrecklichen Traum
Ich ging durch einen Gang,
in dem Menschen standen und saßen.
Ich lächelte ihnen zu,
doch ihre Gesichter blieben kalt.
Ich grüßte sie,
doch sie blickten nicht auf.
Irgend jemand rempelte mich an,
doch kein Wort der Entschuldigung.
Es war, als würde ich
gar nicht existieren.

Gott sei Dank,
es war nur ein Traum...

Heute Morgen stieg ich
in die U-Bahn ein...
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Welkende Rosen

Möchten vielen Seelen dies verstehen,
Möchten viele Liebende es lernen:
So melodisch flüsternd zu verhallen,
So im Traumel auseinander wehen,
So in rosiges Blätterspiel zerfallen,
Lächelnd sich vom Liebesmahl entfernen,
So den eigenen Tod als Fest begehen,
So gelöst dem Leiblichen entsinken
Und in einem Kuß den Tod zu trinken.


Herman Hesse

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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

Die Eiche
von Joana Angelides

Meine Gedanken, sie forschen und suchen
Sie dringen ein in den dunklen Wald
Sie finden Tannen, Fichten und Buchen.
Sie erkennen mit wehem Gefühl jedoch bald,
Die Eiche die sie suchen, sie finden sie nicht.
Sie ist gefällt, auch wenn es schmerzt,
Die Erinnerung im Herzen dunkel, ohne Licht.
Die Gedanken an ihren starken Stamm, ausgemerzt.
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Friedvollste Trauer



Weißt du noch als du des Abends

Saßest einsam in der Nacht

Und du lauschtest meinen Worten

Würdevoll das Leid bewacht



Dass es nicht nach außen käme

Wo doch alles rein und weiß

Trauer zu verdecken suchte

Doch die Träne rollte leis'



In die Nacht der weißen Welt

Quoll sie gleich dem dunklen Blute

Das aus deinen Wunden rannte

Als Hass besiegte all das Gute



Doch der Hoffnung große Lüge

Einsamkeit die dich verdarb

Wolltest du nie wieder spüren

Als die Seele in dir Starb
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

DU

Ich will
Deine Hand in meiner spüren.
Ich will
Deinen Kopf an meiner Schulter wissen.
Ich will
Glücklich sein.
Nur mit Dir.

Ich will
Dich halten
Und Dich schützen
Dich küssen und dich sehen;
Mit Dir lachen,
Mit Dir weinen
Mit Dir teilen
Glücklich sein.
Mit Dir.

Ich kenne Dich genau,
Schon heute.
Und weiß,
Du weißt,
Wer ich bin.

Nun muss ich nur noch wissen...
Wer Du bist.


Die Rüstung

Nun weiß ich,
Ich war schwach.
Und ließ mich leiten von Gefühlen,
Lag die Nächte
Weinend wach.

Doch sah ich meine
Eig‘ne Schwäche
Und schuf die Rüstung mir
Aus Eis
Und Hass
Und kalter Wut.

So rette ich mein kläglich‘ Leben
Weiß, es kostet mich nicht viel.
So lebe ich mein täglich‘ Leben
Weiß, ich töte nur Gefühl.

Der Preis dafür ist meine Seele,
Zerrissen und
Schon lang‘ zerstört.
Zum Preis musst‘ ich meine Seele machen
Doch wird niemals mehr
Ein Laut der Klage
Aus meinem Mund
Gehört.


beide Gedichte sind von einem engen und sehr begabten Freund, danke nochmal
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

BITTE

Wenn du die kleine Hand mir gibst,
die so viel Ungesagtes sagt,
hab ich dich jemals dann gefragt,
ob du mich liebst?

Ich will ja nicht, dass du mich liebst,
will nur, dass ich dich nahe weiß
und dass du manchmal stumm und leis
die Hand mir gibst.



BRUDER TOD

Auch zu mir kommst du einmal,
Du vergißt mich nicht,
Und zu Ende ist die Qual,
Und die Kette bricht.

Noch erscheinst du fremd und fern,
Lieber Bruder Tod,
Stehest als ein kühler Stern
Über meiner Not.

Aber einmal wirst du nah
Und voll Flammen sein -
Komm, Geliebter, ich bin da,
Nimm mich, ich bin dein.




DAS IST MEIN LEID

Das ist mein Leid, dass ich in allzuvielen
Bemalten Masken allzugut zu spielen
Und mich und andere allzugut
Zu täuschen lernte. Keine leise Regung
Zuckt in mir auf und keines Lids Bewegung,
In der nicht Spiel und Absicht ruht.

Das muss ich meinen Jammer nennen:
Mich selber so ins Innerste zu kennen,
Vorwissend jedes Pulses Schlag,
Dass keines Traumes unbewußte Mahnung
Und keiner Lust und keines Leides Ahnung
Mir mehr die Seele rühren mag.


Hermann Hesse
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Weyoun

Cheshire Cat

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

The Power Above

All alone in the middle of the night
I'm watching the mysterious starlit sky
Waiting for a little spark of light
To make my deeply sad thoughts fly.

The dawn will come soon enough
Fiery colours will fill the air
The burning sun will brightly laugh
But I will remain in despair.

Where are the light and the colour in my life
To make my desperate soul rise
Like a Phoenix from the ashes?

I am hopelessly caught in an eternal strife
A victim of fear and hate and lies
Hurting my heart with their cruel lashes.

If this may be the last word from the power above
I will give up believing in faith and in love.
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Weyoun]

Eine kleine Kreatur
von Elke Gudehus

Eine kleine Kreatur sitzt in der dunklen Ecke.
Sie kauert sich zusammen.
Wimmert vor sich hin.
Plötzlich fängt sie an zu schreien.
Schreit nach sich selbst.
Will sich nicht verlieren.
Und hat es wahrscheinlich schon getan.
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Nìthiel

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

~At the End~

I`m at the end of it all
and what do I see?
Nothing but shadows
waiting for me

They won`t let me find
the things I believe
All they leave me
is sorrow and grief

Is there a light
I just can`t see?
Will this ever end
will I ever be free?

The hurt runs to deep
I close my eyes
I wave my hands
and say my goodbyes
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Nìthiel]

Ich wünschte, ich hätte Flügel
von Jasmin Davina Kitzing

Ich wünschte, ich hätte Flügel

Flügel, um davon zu fliegen.
Um alles hinter mir zu lassen,
um frei zu sein.
Frei, ohne Zwänge, Verpflichtungen.
Ohne Abhängigkeit, ohne Schuldbewustsein.
Ohne Vergangenheit, mit Zukunft.

Flügel, um die Welt zu entdecken.
Orte zu sehen, die einem mit ihrer Schönheit den Atem rauben.
Orte, die mich beruhigen,
mir begreiflich machen, was der Sinn des Ganzen ist.
An denen ich mich niederlassen kann um zu Ruhen.
An denen ich mich zuhause fühle und ich richtig bin.

Flügel, um zum Himmel zu gelangen.
Um in die Wolken einzutauchen.
Um mit ihnen zu spielen.
Mich auf einer Wolke niederlassen.
Auf die Erde hinabblicken und die Menschen beobachten.
Auf ihre Fehler achten und nach den selbigen bei mir suchen.

Ich wünschte, ich hätte Flügel,
Flügel um zu mir zu finden...
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Illyria

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Bedeutung

Ein Blick
Nur Kurz
Doch brennend.

Ein Lächeln
freundlich
doch bedeutend.

Eine Berührung
sanft
doch fordernd.

Ein Kuss
unschuldig
doch erkennend.

Eine Nacht
wundervoll
doch bedeutungslos.



Cold Heart

Stone cold heart
how can you still feel?
You are burning
in iced flames.

You loved more
than you could.
Now you're cold,
more than you should.
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Illyria]

@avariel:
hast du die gedichte selbst geschrieben?

~~~

Flucht
von Anna Stadler

Hinab, ins dunkle,
Weg von hier,
Ich wollt es nicht sehen
- Ich möchte gehen -

Hinein, in mich,
Ich wollt ihn nicht sehen,
Den Schmerz,
Türe zu!
- Ich möchte gehen -

Starker Schmerz,
Mächtiges Gefühl,
Augen zu
- Ich möchte gehen -

Bin ich doch, wie gelähmt,
Muss hier stehen,
Muss es sehen;
Doch zerbricht dabei mein Herz
- Ich möchte gehen -
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Illyria

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

@Angie Ja, hab ich. Das weiter oben, was Nithiel gepostet hat ist auch von mir.
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Illyria]

AvarielDualin schrieb:
Ja, hab ich. Das weiter oben, was Nithiel gepostet hat ist auch von mir.

schön. gefällt mir. mach weiter so!

hätte jetzt an der stelle bloß ´ne kleine bitte:
könntet ihr trotz allem die namen des dichters (auch wenn ihr es selbst seid) hinschreiben?
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Niemandsland
von Petra Stiefvater

Auf dem Weg
ins Niemandsland
wirst Du keinen finden,
der Dich auffängt.
Es wird niemand
da sein,
der Dich festhält
und stärkt.

Auf dem Weg
ins Niemandsland
bist Du ganz
alleine
auf der Reise.

Du wirst etwas finden,
was Dich unsagbar
reich machen wird...

Auf dem Weg
ins Niemandsland
wirst Du lernen,
Dich fallenzulassen
und gnadenlos ehrlich
sein zu müssen
zu Dir selbst.

Auf dem Weg
ins Niemandsland
wirst Du niemanden finden -

ausser DICH selbst!
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Von der Freundschaft

Suche Dir einen Freund, der bereit ist,
Dich mit Geduld zu tolerieren -
und er wird Öl in das kalte Feuer Deiner Seele giessen.

Trink´ einen Becher voller Gift,
wenn ihn ein Freund Dir reichte
und ihn fuellte in Liebe und Wohlwollen.

Tritt in das Feuer wie ein reiner und leerer Geist
und das Geheimnis der Liebe
wird die sengenden Flammen in einen Garten verwandeln
so voll blühender Rosen und lachenden Hyazinthen.

Nur ein wahrer Freund wird Dich halten
wie die ewigen Kräfte des Universums Deinen Körper
und seine Hand wird sein so herzlich
wie die glühenden Strahlen der Sonne.

Ich weiß jetzt leider nicht mehr von wem das Gedicht war
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

Die Strasse ins nirgendwo
von Birgit Radcke

Regen perlt von der Scheibe ab
ich mach den Wischer an
seh die Tramper stehen
versuche die Schilder in ihren Händen zu lesen
Hamburg München nirgendwo
die Nacht bricht herein ich mach die Lichter an

Die Strasse ist leer
bin allein
die Sterne über mir
ich folge ihnen
doch wohin das sagen sie mir nicht
was ist meine Bestimmung
wo ist mein zuhaus
am Horizont ein Licht doch den Weg dorthin erkenn ich nicht.

Fühle mich gefangen in mir selbst
möchte ausbrechen doch Mut zuhaben hab ich längst verlernt
ergebe mich dem Schicksal Tag ein Tag aus
die Strasse ins nirgendwo ist wie ein Band das sich durch mein Leben zieht
weiß nicht wo der Anfang wo das Ende liegt
hab vergessen die Uhr zustellen hab verlernt den Ausgang zu erkennen.
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Spieglein
von Stefan Brinkmann

In Deinen Augen spiegelt sich die Welt.
Ein jeder sieht nur das, was er auch zeigt
und was ihn in sich selbst gefangen hält
und wie er sich vor seiner Angst verneigt.

Sieh! Wie die Menschen sich in Schale werfen
um dann in Deinen Augen, schön gemacht
und makellos sich selbst nicht länger nerven
wenn nur Dein Blick ganz leise für sie lacht.

Dem Spiegel selbst ist alles einerlei,
er zeigt doch jedem nur sein eignes Ich.
durch ihn dringt nichts nach außen, nichts vorbei.
In ihm gefangen siehst auch Du
nur Dich
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Und falls ich sterbe bevor du es tust,
werde ich zum Himmel gehen und auf dich warten.
Ich gebe den Engeln ihre Flügel zurück und riskiere, sie zu verlieren,
nur um zu beweisen dass meine Freundschaft wahr ist,
einen Freund wie dich zu haben!
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

Schreiende Stille
von Andreas Kuppers

nichts kann tiefer verletzen
als Wortlosigkeit

nichts kann grösser verwirren
als Sprachlosigkeit

lass mich deine Worte deuten
lesen
verstehen
oder auch missverstehen

lieber komme ich im Chaos
des gesprochenen Wortes um
als in der schreienden
endlosen
Stille deiner Gedanken
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Gefühle...

Weiß nicht, ob sie echt sind

Spielen sie mir etwas vor?

Weiß nicht, ob sie erwidert werden

Kann ich überhaupt fühlen?


Verzweiflung...

Langsam stellt sie sich ein

Werde ich sie überwinden?

Der Anschein allein zu sein

Wird sich das ändern?


Einst...

Ich war umringt von Freunden

Was ist passiert?

Das Gefühl, niemanden mehr zu haben

Wird mich der Rest auch noch verlassen ?
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

Augen
von Engelbert

Augen sind
die Tür zum Menschen
können dich wärmen
oder dich frieren lassen
können eine Wand sein
oder dich ganz sanft umarmen
und die Tür öffnen
zum Herz
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Tarma

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Stille

Ich wollte bloss ein kleines Stück
vom gern verspürten Glück!
Und dafür quält mich nun das Leiden
Ich konnt und wollt es nicht vermeiden.

Wollt doch bloss das Glück verspür'n
einmal des Engels Angesicht berühr'n!
Doch was geblieben ist - ist Leid
quält schlimmer noch als Einsamkeit...

Kein Wort entwich mehr meinem Mund,
es quälte mich zu jeder Stund'
begann meine Seele zu zerfressen
auch seelenlos konnt ich's nicht vergessen

Das was mein Herz einst spürte
- als die Liebe mein Herz berürte -
Doch nun des Schmerzes Feuer
quält mich so - dies Ungeheuer.

Es lässt mich keinen Augenblick allein
ich halt's nicht mehr aus - Schluss mit sein!
sie werden mich eh nicht missen,
denn sie werden es genau wissen;

Es war mein letzter Wunsch jetzt zu geh'n
Auch wenn sie es nie werden versteh'n.
Doch es war *mein* Wille
Und das was bleibt...ist Stille.

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Fingolfin

Hoher König der Noldor

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tarma]

Herrschaftsfreiheit
Erich Fried

Zu sagen
"Hier
herrscht Freiheit"
ist immer
ein Irrtum
oder auch
eine Lüge:

Freiheit
herrscht nicht
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Fingolfin]

Ein Blatt Papier
von Frank Schultz

Wieviel weißes Papier mag es wohl geben?
Papier, das von keiner Feder berührt,
Papier, das von keinem Stift gestreichelt,
Papier, das noch keinen Gedanken trägt.

Wie viele Gedanken mag es wohl geben?
Gedanken, die noch keiner gesprochen,
Gedanken, die noch niemand geschrieben,
Gedanken, die ohne zu leben gestorben.

Wie viel Zeit werde ich wohl brauchen,
Um meine Gedanken zu verstehen,
Um sie für mich zu sammeln,
Um sie auf Papier zu bringen?

Und wieviel Papier werde ich brauchen?
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Tassaya

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Auf den Tod eines kleinen Kindes

Jetzt bist du schon gegangen, Kind,
Und hast vom Leben nichts erfahren,
Indes in unsern welken Jahren
Wir Alten noch gefangen sind.
Ein Atemzug, ein Augenspiel,
Der Erde Luft und Licht zu schmecken,
War dir genug und schon zuviel;
Du schliefest ein, nicht mehr zu wecken.

Vielleicht in diesem Hauch und Blick
Sind alle Spiele, alle Mienen
Des ganzen Lebens dir erschienen,
Erschrocken zogst du dich zurück.

Vielleicht wenn unsre Augen, Kind,
Einmal erlöschen, wird uns scheinen,
Sie hätten von der Erde, Kind,
Nicht mehr gesehen als die deinen.
(Hermann Hesse)
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tassaya]

Angst
von Isabella Bauer

Einsamkeit überall,
Angst und Unsicherheit kommt
zurück wie ein Schall,
trau mich nicht aufzustehen,
zu Bett zu gehen,
Angst vor dem Morgen,
Angst vor dem Jetzt.
Ich trau mich nicht mich hinzulegen,
wird die Angst denn immer siegen?
Trauer und Leere,
kalt und hart wie ein Stein,
Angst vor dem Alleinesein.
Angst vor den Menschen um mich herum,
bin ich denn wirklich so ängstlich und dumm?
Trau mich nicht zu lieben,
zu lachen oder zu weinen,
Angst die Wahrheit zu sehen,
wird mein Leben denn immer so weiter gehen?
Ich fühle mich so leer ...
[...]
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Khos

Treuer Hund

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Die Frage nach dem Warum
von Stefan Brinkmann aka Nachtpoet

Und wie oft hast Du Dich schon gefragt: Warum?
Liegt es denn nur an mir? Bin ich einfach zu dumm?
Oder ist es doch sie, an der alles zerbricht?
Und Du gehst mit Dir selbst ziemlich hart ins Gericht
und am Ende sind doch alle Anwälte stumm,
nur der Richter fragt, leise verzweifelnd: Warum?
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Khos]

Flucht vor der Stille
von Cephera

Versunken in der Dunkelheit
geflohen vor der Stille
ertränke ich meine Gedanken
in lauten Melodien
Hör mein Herz nicht mehr schlagen
meine Seelen kaum atmen
und für eine kleine Ewigkeit
weichen die Tränen aus meinen Augen
Ein Rhythmus,
der meine Hülle umfließt
betäubt all den Schmerz,
all das Verlangen
und es bleibt nur eine Sehnsucht:
Die Stille würde nie wiederkehren.
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Tassaya

Gefährte

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Angelién]

Traurigkeit

Die mir noch gestern glühten,
Sind heut dem Tod geweiht,
Blüten fallen um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.

Ich seh sie fallen, fallen
Wie Schnee auf meinen Pfad,
Die Schritte nicht mehr hallen,
Das lange Schweigen naht.

Der Himmel hat nicht Sterne,
Das Herz nicht Liebe mehr,
Es schweigt die graue Ferne,
Die Welt ward alt und leer.

Wer kann sein Herz behüten
In dieser bösen Zeit?
Es fallen Blüten um Blüten
Vom Baum der Traurigkeit.
(Hermann Hesse)
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Angelién

Nightshadow

Re: Schmetterlingsgesang ~ Gedichtethread No. 4 [Re: Tassaya]

Wie weiter ?
von Markus Baumeler

Vergangenes bewältigen
das kaum Freiraum lässt
für Gegenwart

alles ist eng

selbst für Verdrängen fehlt Platz

in der Schwermut steht die Zeit still

Gedanken, die öffnen
täten not

könnte ich
mit mir gnädig sein
mich mitteilen
mir Gutes tun

ich wäre gegenwärtig

aber Wissen ist keine Macht
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